GOT - Neue Gebührenordnung für Tierärzte - Erfahrungen

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  • Kareen
    PREMIUM-Mitglied
    • 06.01.2001
    • 7465

    att. Johnny: Das sehe ich genau so, dass Schuldzuweisungen nichts bringen, allerdings sehe ich absolut nicht, dass in der Humanmedizin ein Kostenkorrektiv zugunsten der Patienten funktioniert, sonst hätten wir nicht in D so viel höhere Arzneimittelpreise als anderswo. Das Preisgefüge ist international übrigens sowohl im Human-, als auch dem Veterinärsektor völlig verwirrend. Während Veterinärarzneimittel mit demselben Wirkstoff bei uns z.B. gern ein Vielfaches der Preise in den USA kosten, können Humanarzneimittel, vor allem noch patentgeschützte in den USA auch mal 400% über den Preisen in der EU liegen. z.B. bei Ivermectin war es zur Zeit meines ersten Praktikums in Nordamerika (dass war 2001) schon so, dass es in den USA 2.99 US pro Nase gekostet hat, während Pferdehalter hierzulande für einen Dosierer noch 10 Euro und mehr zu berappen hatten. Als später Droncit ging und Equimaxx kam war es ganz genau so. Indien und China, wo heutzutage das Gros aller Arzneimittel für den globalen Markt hergestellt wird, haben kaum mit Europa oder gar D vergleichbare Herstellungs- oder Sozialstandards, insofern ist der Vorwurf gerechtfertigt, dass wir es da mit einer Form modernisierten Dreieckshandels zugunsten wirtschaftlicher Partikularinteressen tun haben, allerdings zum Nachteil der Allgemeinheit. Übrigens nicht nur monetär, auch die Versorgungslage gleitet mehr uns mehr ins Katastrophale ab. Lieferengpässe haben seit 2017 um das 10-fache zugenommen und gehören heute leider zum Alltag jeder Apotheke und Tierarztpraxis, zum Teil sind die gängigsten Präparate wochen- und monatelang nicht lieferbar. Wer's nicht glaubt ABDA-Broschüre 2024 Seite 56. Das war vor 25 Jahren undenkbar und dürfte eine direkte Auswirkung eben des Fehlens eines Marktkorrektivs und der Verlagerung der Produktion auf Indien und China sein.
    Wenn es tatsächlich danach ginge, was medizinisch sinnvoll und gleichzeitig kostengünstig ist, würde auf vielen Gebieten sehr viel weniger operiert, sehr viel weniger Bildgebung und mehr klinische Diagnostik betrieben, sehr viel mehr Physio verordnet und auch eine völlig andere Versorgungsstruktur gefahren bei der man nicht nachts in der Notaufnahme mit seiner 84-jährigen Mutter mit Trauma am Kopf nach den 5 Stunden 'normaler Notaufnahme-Wartezeit' nochmal 45 Minuten warten muss, bis die Röntgenbilder an einen Radiologen irgendwo anders geschickt worden und dort von jemandem befundet worden sind, der vermutlich seit Jahren keinen lebenden Patienten mehr zu Gesicht bekommen hat, erst recht nicht die fragliche Patientin. Effektive medizinische Versorgung im 21. Jahrhundert stelle ich mir doch schon deutlich anders vor.
    Eine klinische Untersuchung und Wundversorgung fand übrigens dann erst um 23.30 statt, nachdem die Bildgebung schon lange im Äther herumwaberte, und auch das nur auf Nachfrage, weil sowohl die anwesenden (2) Ärzte, als auch die Pfleger schon längere Zeit kein Bett mehr von innen gesehen hatten und dementsprechend sowohl psychisch als auch kognitiv sichtlich auf dem Zahnfleisch gingen. Die hätten sie auch ohne Wundreinigung und Verband nach Hause geschickt, wenn ich nicht dabei gewesen wäre und nachgefragt hätte, ob da nicht noch was fehlt.
    Diese Politik ist rein wirtschaftlichen Interessen geschuldet, allerdings nicht denen der Patienten oder der Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Das Thema könnte man ewig weiterspinnen.
    Du kannst mir nicht erzählen, dass es kostensparend oder sinnvoll ist, dass Versicherte (Menschen!) zum Teil monatelang auf einen Termin warten und selbst eine popelige Sono mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Jedes Pferd kann sofort geröntgt werden und innerhalb weniger Tage einen Termin für ein CT, MRT, Szinti usw. bekommen. Menschliche Patienten warten, und warten und warten. Auf Termine, Auf Bildgebung, auf dringende Operationen.
    Wenn Du findest, das funktioniert toll, dann teile ich Deine Ansicht leider absolut nicht.

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    • Elfi
      Elfi kommentierte
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      Ja leider....ich bin auch Kasse......übrigens suuuuper wenn man beispielsweise erstmal 10 Tage mit nem Bandscheibenvorfall rumlaufen (bzw. kriechen) muss bevor man ins MRT kann...usw usw usw....

    • Ramzes
      Ramzes kommentierte
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      Warum stellst Du nicht gleich den link ein ?
      Diesmal " Frei Gewählt " , ...wäre dann der 3.Versuch ...

    • Nickelo
      Nickelo kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Es würde vielleicht schon helfen, vor der eigenen Türe zu kehren. Mir ist z.b. völlig unverständlich, warum bei allen Reitsportveranstaltungen ständig ein Rettungssanitätsauto mit 2 Rettungssanitätern anwesend sein muss. Es sind in Deutschland etwa 100 Turniere pro Wochenende. Dazu kommen zahlreiche Zuchtveranstaltungen ect. Meiner Meinung nach könnte hier das medizinische Personal doch von einer generellen Anwesenheitspflicht befreit und somit entlastet werden.

      Es geht nämlich nicht von allen Veranstaltungen ein gleich hohes oder v.a. sehr großes Unfallrisiko aus. (Reine Dressurturniere versus Springen ...)
      Gerade Kinder, aber auch viele Erwachsene reiten jetzt mit sehr großer Schutzausrüstung.
      Außerdem können Unfälle, auch welche mit Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen überall passieren, weshalb
      jeder erwachsene Turnierteilnehmer (der Auto fährt) einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht haben muss und so prinzipiell mal wissen sollte, was zu tun ist.
      Ich kenne zudem kein Reitturnier, auf dem nicht wenigstens ein Arzt/ eine Ärztin als Reiter oder Elternteil anwesend ist, der geübt Erste Hilfe leisten kann
      Mehr als 10 Minuten dauert es in der Regel auch nicht, bis ein Rettungsauto oder der Hubschrauber mit dem angeforderten Notarzt da ist.

      Ist sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber man muss ja mal wo anfangen.

      Mir ist zudem eine Beobachtung aus dem Fitnessstudio völlig unverständlich. Dort gibt es etliche Pilates und Yoga-Kurse, die brechend voll sind. Aber nur solange die Krankenkasse die Gebühr bezahlt. Aber kaum läuft das Krankenkassenprogramm aus: Leere!
      Auf die Frage, ob es nicht gefallen oder nicht gut getan habe, kommt immer „Doch, aber die Kasse zahlt nur 8 Mal“ - Auch von Personen, deren Pferd regelmäßig beim Schmied und/ oder beim Ostheopathen oder für Schabracken etliche € mehr als den Beitrag fürs Fitnessstudio verbrennt. Hm! Bzw. Hä! Gerade in sitzenden oder körperlich einseitigen Berufen gehören meiner Meinung nach Selbstfürsorge und Selbstvorsorge längst zur Pflicht. Viele Krankenkassen und sogar etliche größere Betriebe bieten übrigens gute, oder zumindest ordentliche Fitnessprogramme an.
  • Ramzes
    • 15.03.2006
    • 14572

    Ein Fitness - Studio ? Oder meintest Du vielleicht doch eher Ambulante REHA ?
    Hier im Bekanntenkreis gerade keinerlei Beschwerden , da Krankenkasse die direkte Ambulante REHA nach Bandscheiben OP ohne Probleme für drei Monate 3 x wöchentlich verlängert hat bei inzwischen GesundgeschriebenEMER ...
    Allerdings hat die CT auch ein paar Tage gedauert, ...scheint bei Leuten , die die Zähne heftig zusammen beissen öfters vorzukommen , bei dann subjektiver Einschätzung des Arztenden , ..." na das geht ja noch halbwegs " ....

    Im übrigen warte ich auf den Hinweis der roten Flaggen Schwenker , wo das Thema AOK , TKK , BEK etc. noch etwas mit der Tierarztpraxis GOT zu tun hat .
    Chapeau , Kareen , gut abgelenkt mit dieser gelegten " Schweißfährte ...".

    Kommentar


    • Nickelo
      Nickelo kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      1. Ja, Krankenkassen bezuschussen verschiedene Kurse in Fitnessstudios. Einfach mal nach PRÄVENTIONSKURSEN erkundigen!
      2. Und ja: Ein fitter Reiter ist sicherlich eine gute Voraussetzung für ein gesundes Pferd. Es gibt genügend, die wie die Kartoffelsäcke auf ihren Pferden sitzen und von diesen die aufrechte Haltung fordern. Und dann wird das Rücken- und Halsröntgen beim Pferd und dessen Wassergymnastik bezahlt, aber der eigene Rücken nicht in Form gebracht. Auch Übergewicht tut den Pferderücken selten gut ….

    • Elfi
      Elfi kommentierte
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      Also ich hoffe mal mit dem Kartoffelsack bin ich jetzt nicht gemeint, nur weil ich vorher was von meiner Bandscheibe geschrieben habe. Wer mich kennt, weiss dass ich weder übergewichtig noch unsportlich bin. Im Gegenteil, meine Muskulatur, gerade mein Rücken, sind altersgemäß in einem überdurchnittlich guten Trainingszustand. Man kann sich auch eine gut trainierte Muskulatur so überlasten, dass es eben Schäden gibt. Zum Thema Sportkurse: Mal drüber nachgedacht, dass sich so mancher einen Sportkurs ohne Zuschuss von der Kasse gar nicht mehr leisten kann? Hört sich ja immer alles gut an, aber muss auch bezahlt werden. Und die Studios langen da kräftig hin! Nicht dass es das nicht wert wäre....aber ist halt trotzdem wieder ein mindestens 100,-- er im Monat.

    • Nickelo
      Nickelo kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Ernsthaft: 100 € ? In welcher Stadt verlangen (alle) Sportstudios so viel? Hier kostet das Teuerste nicht mal die Hälfte. Andernfalls sind vielleicht Sportvereine (hier TSV 70€ im Jahr) oder Kurse in der Volkshochschule (8€ die Stunde Pilates) eine Möglichkeit, finanziell akzeptabel dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun …
  • Ramzes
    • 15.03.2006
    • 14572

    Nu mal ein hier allen bekanntes Beispiel mit einfacher GOT , wie in der Tabelle 2022 transparent einsichtig ist :

    Trächtigkeitsuntersuchung mit Ultraschall in € :

    Pferd , Equiden , Kameliden 29,09
    Kuh 9,52
    kl.Hauswiederkäuer 10,07
    Sau 9,17
    Hund,Katze,Frettchen 37,88
    (Anm. meist ohne Rasieren möglich , von aussen Bauchwand)

    So , jetzt logischerweise Fragen :

    Beim Pferd hätte ich ja noch doppelt Kuh eingesehen ,
    Beim kl. Hauswiederkäuer ? , ...warum muss ein Schäfer mehr bezahlen ?
    Hund , Katze , Frettchen ....da zahlt der private Tierhalter fast das Vierfache ?
    Wieso kreischen da nicht die Kleintierärzte , wie ungerecht , sie müssen !! mehr als das Vierfache abrechnen . Ironie aus
    Und ich weiß , das bei Rassehund , - Katze gern mal der 2fache GOT berechnet wird ,...geht wahrscheinlich nach dem imaginären Welpenwert ?!
    Zuletzt geändert von Ramzes; 25.08.2025, 11:40.

    Kommentar

    • Kareen
      PREMIUM-Mitglied
      • 06.01.2001
      • 7465

      Na ob 200 Sanitäter auf 80 Millionen Einwohner die Versorgungslage nennenswert beeinflussen? Ich weiß nicht... Bei dem sich abzeichnenden Kollaps der Tierhaltung, zu dem die nGOT als Faktor mit beiträgt, wird wie bei vielen vorangegangenen Fehlsteuerungen auch sicherlich erst in einigen Jahren zutage treten, was für ein Flurschaden da sowohl wirtschaftlich als auch ideell angerichtet worden ist. Klar kann man sich wünschen, dass man ein ein paar Jahren gar keinen TA mehr braucht. Realistisch ist diese Erwartung aber nicht und das ist vielleicht auch ganz gut so. Der elektrische Reiter kommt hoffentlich auch nicht so schnell auf den Markt. Wäre aber ja an sich die logische Konsequenz aus "Hobbyhorsing trifft nGOT".

      Kommentar


      • Ramzes
        Ramzes kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Beim Verkauf von Dienstleistungen oder Waren kommen heutzutage hauptsächlich elektronische Kassensysteme zum Einsatz. Die digitale Erfassung bietet viele Vorteile, gibt aber auch Raum für Manipulation. Um Schwarzgeld und Steuerhinterziehung entgegenzuarbeiten hat das Bundesfinanzministerium bereits 2017 eine Abgabeordnung §146a verabschiedet, deren Vorschriften allerdings erst zum 01.01.2020 vollständig in Kraft getreten sind und mit der Kassensicherungsverordnung konkretisiert



        Apotheken und Tierärzte sollen künftig bestimmte verschreibungspflichtige Tierarzneimittel versenden dürfen, jedoch nur für Tiere, die ...
        Zuletzt geändert von Ramzes; 25.08.2025, 11:58.

      • Nickelo
        Nickelo kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        ??? Es ist tatsächlich eher der Tropfen auf den heißen Stein. Aber „Kleinvieh macht eben auch Mist“. Es müssen Lösungen gefunden werden ….
        Im Übrigen: 200 Sanitäter sitzen jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag am Rand eines Sandplatzes. Das sind schon bis zu 600 Personen, deren Arbeitszeit oder im Falle von Ehrenamt Erholungszeit (für einen anderen Beruf oder Privatleben) da beeinträchtigt wird. Sollte der Rettungssanitäter zudem gleichzeitig Krankenpfleger sein oder anderweitig aus dem medizinischen Bereich stammen, macht es für mich schon einen Unterschied, ob er im Krankenhaus pro Stunde 4-10 Patienten betreut oder auf einem Reitturnier keinen.

      • Elfi
        Elfi kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        Die Rettungssanitäter machen das meist ehrenamtlich freiwillig und finden das gar nicht so schlecht da rumzusitzen. Zudem man dafür als Veranstalter auch kräftig zur Kasse gebeten wird. Und: Überraschung! Die sind am Wochenende nicht nur auf Pferdsportveranstaltungen unterwegs!
    • Ramzes
      • 15.03.2006
      • 14572

      Ab Januar 2025 müssen Antibiotika-Anwendungen bei Hunden und Katzen gemeldet werden. Was Tierarztpraxen beachten müssen und welche Unterstützung es gibt.


      Meldepflicht Antibiotika Kleintierpraxis , Haustiere.
      Neu 2025 .

      Kommentar

      • Ramzes
        • 15.03.2006
        • 14572

        Zitat von Kareen Beitrag anzeigen
        Na ob 200 Sanitäter auf 80 Millionen Einwohner die Versorgungslage nennenswert beeinflussen? Ich weiß nicht... Bei dem sich abzeichnenden Kollaps der Tierhaltung, zu dem die nGOT als Faktor mit beiträgt, wird wie bei vielen vorangegangenen Fehlsteuerungen auch sicherlich erst in einigen Jahren zutage treten, was für ein Flurschaden da sowohl wirtschaftlich als auch ideell angerichtet worden ist. Klar kann man sich wünschen, dass man ein ein paar Jahren gar keinen TA mehr braucht. Realistisch ist diese Erwartung aber nicht und das ist vielleicht auch ganz gut so. Der elektrische Reiter kommt hoffentlich auch nicht so schnell auf den Markt. Wäre aber ja an sich die logische Konsequenz aus "Hobbyhorsing trifft nGOT".
        Kareen , sofern ich Nickelo richtig verstanden habe , waren Reit- Turnierveranstaltungen gemeint !!!
        Sicherlich wäre man da mit 200 zusätzlichen !!!Sanitätern
        bei der von Dir erwähnten Zahl , 80 Millionen , dann aber Turnier , Reitveranstaltungsteilnehmenden
        total unterversorgt , von den viiiielen zu organisierenden Horse- Sharings mal ganz abgesehen und dem daraus resultierendem Konfliktpotential untereinander und mit PETA erst ...Ironie aus.
        20.000 FN Equiden versus 80 Mio....
        ?
        Sorry , aber bislang war es doch so , dass der Rückgang der Nutztierhaltung politisch auf der Agenda steht , allgemein gesellschaftsopportunistisch so in den Medien dargestellt . Bei PETA und anderen Hafermilchschlürfenden doch auch .
        Doof nur , wenn der mündige Verbraucher eher
        "Flexitarier " bleibt . Wie kommt es sonst dazu , daß selbst Schälhafer und diverse Leguminosen eher unterpreisige Ladenhüter sind im Erfassungshandel Ernte ?


        Schadensverhinderung a la USA , ...hierzulande hätte man erst die Baugenehmigung und Freigabe Archäologie, wenn alles zu spät ist ...bittere Ironie .

        Hier hat das deutsche Friedrich Löffler Institut mitgearbeitet
        Tiba announced the results of a challenge study evaluating the efficacy of a novel vaccine for Foot and Mouth Disease (FMD) in cattle using Tiba’s RNABL™ delivery platform.


        Hierzulande in Europa wartet man gespannt auf einen ASP Impfstoff , der nicht exportbehindernd ist .
        Zuletzt geändert von Ramzes; 25.08.2025, 15:26.

        Kommentar

        • Kareen
          PREMIUM-Mitglied
          • 06.01.2001
          • 7465

          Hier mal was aktuelles, wo es doch immer heißt, Humanmediziner verdienen so viel weniger als Tierärzte: Geriatrischer Patient human, Extraktion von 5 Zähnen, Zeitaufwand lag vom Betreten der Praxis bis zum Verlassen derselben unter 30 Minuten, 591,64 Euro, davon Honorar 550,12 Euro.
          Ich habe noch nie irgendwo gehört, oder gelesen, dass sich jemand über zu hohe Humanmediziner-Rechnungen beschwert oder behauptet hätte, Mediziner seien ein gar herzloses und raffgieriges Volk. Ich behaupte, dass ist deshalb so, weil die wenigsten je eine private Arztrechnung zu Gesicht bekommen. Angesichts der desolaten Versorgungslage gehe ich allerdings davon aus, dass in Zukunft die Zahl der Selbstzahler und Medizintouristen (Human) deutlich steigen wird. Ich habe auch schon im Urlaub Ärzte aufgesucht und selbst bezahlt, weil ich weder Zeit noch Lust dazu habe, z.B. für einen simplen, elektiven Eingriff mehrmals für mehrere Stunden in irgend eine Praxis am A der Welt zu jökeln und dort die meiste Zeit mit Warten zuzubringen.

          Kommentar


          • Nickelo
            Nickelo kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Kareen, ich finde es toll, dass Sie die TA Seite so informativ und offen vertreten.
            Aber diese Behandlung ist gerade kein gutes Beispiel: Diese Zahnextraction ist deutlich billiger als beim Pferd! Und : Wurde bei dem älteren Herrn auch der dreifache Satz wegen erschwerter Bedingungen (Alter - Gefahr von Kreislaufproblemen …. ) berechnet ?
            Im Übrigen stimme ich Ihnen zu: ich finde auch, dass Kassenpatienten ihre Rechnungen durchaus zu Gesicht bekommen sollten, so dass sie selbst einmal erkennen, dass es Gesundheit nicht zum Nulltarif gibt und warum inzwischen das Gesundheitssystem sich in absoluter Schieflage befindet.
            Zahnarzt-Touristen gibt es überdies hier in Bayern inzwischen doch viele: Budapest hat einen sehr guten Ruf. Für Pferde aber doch ein bisschen zu weit. Vielleicht wird demnächst beim Pferdekauf unter verladefromm Flugtauglichkeit verstanden.
        • Hobbyzucht
          • 29.03.2014
          • 658

          Na ja, fürs Zähneziehen bei meinem Kater habe ich über 1000 Euro bezahlt...
          Eine Rechnung bekommt in der Humanmedizin nun mal nur ein Privatpatient,ein Kassenpatient hat keinen Überblick über die Kosten, die er verursacht. Der Arzt hat das im Augenblick der Behandlung übrigens auch nicht, da es ein budgetiertes System ist.
          Das die Privatpatienten die Kassenpatienten quer finanzieren, ist glaube ich bekannt.
          Ich kann auch noch einmal eine nette Rechnung beisteuern. Ich musste mit meinem Hund zum Notdienst, da sie während des Spazierganges plötzlich angefangen hat zu zittern und kaum noch laufen konnte. Der Hund wurde untersucht, es wurde Blut abgenommen und ein Röntgenbild gemacht, sie hat Diazepam und eine Infusion bekommen. 541 Euro. Besonders schön fand ich, dass mich das passive Tropfen der Infusion 84 Euro gekostet hat. Das macht eigentlich die Schwerkraft, die Überwachung des Hundes habe ich selbst übernommen. Auch das Legen und entfernen der Kanüle mitt 29 bzw. 13 Euro finde ich kein Schnäppchen. Die Kanüle selbst geht extra...

          Kommentar

          • Hobbyzucht
            • 29.03.2014
            • 658

            Ich meine, Tierärzte haben einen hochqualifizierten und verantwortungsvollen Job, sie müssen studiert haben und steigen entsprechend spät ins Berufsleben ein. Zudem tragen sie das unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis, müssen sich selbst versichern etc. Sie sollen auch gut verdienen, da habe ich kein Problem mit. Mit der neuen GOT ist man aber meiner Meinung nach weit über das Ziel hinausgeschossen. Es ist auch absolut unverständlich, warum die Behandlung eines Hobbytueres, z.B. Pferd so viel teurer ist als die Behandlung eines Nutztieres. Die Tätigkeit für den Tierarzt ist die gleiche, das Risiko vermutlich bei der Kuh sogar höher als bei dem -hoffentlich- gut erzogenen Pferd von Tante Lieschen. Die Begründung kann doch nur sein: weil man es kann. Und das das zu Frust führt bei denen, die die Zeche zu zahlen haben, ist wohl kein Wunder.
            Das Ausspielen verschiedener Berufsgruppen gegeneinander, wie wir das hier gerade praktizieren, ist natürlich auch nicht so schön. Um aber ein Gefühl für die Wertigkeit einer Tätigkeit zu bekommen aber hilfreich..
            Ich weiß auch nicht, was man mit dieser staatlich erzwungenen Wucherei erreichen will. Die Bereitschaft, Nacht- und Notdienste zu leisten, wird wohl kaum steigen. Wenn ich tagsüber schon genug Geld verdiene, warum soll ich mir das antun? Mein Eindruck ist auch nicht, dass die Anzahl der Praxen zurück geht, im Gegenteil. Es gibt nur immer mehr Tierärzte, die planbare Tätigkeiten wie impfen, Zähne machen, AKU anbieten und von 8-16 Uhr arbeiten und sonst nicht erreichbar sind.
            Und warum es sich noch irgendjemand antun soll, landwirtschaftliche Tiere zu behandeln, erschliesst sich mir damit auch nicht.

            Kommentar


            • schnuff
              schnuff kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Das Risiko, das du meinst zu beschreiben, bezieht sich beim Pferd zusätzlich auf den Wert des Pferdes und daraus eventuell resultierenden Haftpflichtschäden, die entstehen können.
              Nutztiere und die von ihnen ausgehenden Gefahren, sind eher ungleich höher, ich weiß wovon ich rede, 1000kg frei laufendes Rind,sind kein Spaß!!!
              ...auch Mastschweine in Gruppenhaltung bringen einen ganz schnell zum schwitzen, vor allem wenn sie urplötzlich die Richtung wechseln.
              ... daher ist gerade im Nutztierbereich der Beitrag zur Berufsgenossenschaft,.. sagen wir mal...sehr opulent.
              Auch solche Beträge ect.müssen ja erwirtschaftet werden.
              ... trotzdem bin ich der Meinung, dass durch die Tierarztketten die Preise deutlich im oberen Bereich angesiedelt sind.
              Hängt einfach mit der Kaskade zusammen, die mit Diagnosestellung beginnt und eine entsprechende Diagnostik nach sich zieht.
              Der Einzelpraktiker hat da noch andere Möglichkeiten, ohne die Gesetzmäßigkeiten der GOT zu verletzen.
          • Nickelo
            • 16.07.2024
            • 46

            Welche Erklärung gibt es eigentlich für den Umstand, dass
            1. Klinikrechnungen für die gleiche Leistung wesentlich höher ausfallen, sobald der Tiereigentümer angibt, eine Tierversicherung zu haben. Die Tierklinik erfragt das ja zudem sogleich, wenn man die Praxis betritt.

            2. Tiereigentümer meist/ immer ehrlich angeben, wenn sie eine besitzen, obwohl sie wissen, dass die Rechnung dann höher ausfällt, und sie in Folge sodann mit immer höheren Beiträgen für die Tierversicherung rechnen müssen. Schwingt hier die Angst mit, dass gilt: Zweiklassen-Versorgung, nur anders herum „Kassenpatient - Spitze“ versus „Oh, Privatzahler, schauen wir mal, wie billig wir das hinkriegen“?

            Was würde eigentlich passieren, wenn Tiereigentümer in der Klinik nicht angeben, wenn sie eine Versicherung haben und die Rechnung selbst bei der Tierversicherung einreichen? Wäre das nicht auch im Sinne der Tierversicherungen selbst?


            Kommentar


            • Calippo
              Calippo kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Eine sehr gute Überlegung, das habe ich mich auch schon gefragt, nachdem ich von Fällen gehört habe, wo es "billiger" wurde, wenn man nicht versichert ist. Und die Prämien steigen und steigen, so dass mancher einfach die Versicherung aufgibt und sein Pferd eben nicht mehr behandeln bzw. bei ernsthaften Sachen gleich einschläfern lässt (so er denn einen vernünftigen Tierarzt findet, der nicht noch dies und jenes probieren möchte).

            • Kareen
              Kareen kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Das ist eine berechtigte Frage, die sich aber 1:1 auf den humanen Sektor übertragen lässt mit dem feinen Unterschied, dass Humanmediziner beim Kassenpatienten kaum Ermessensspielraum haben.
              Da ich den direkten Vergleich zwischen zwei Schwangerschaften habe (1. Mal noch PKV, bei der 2. Kassenpatientin) und auch schon verschiedenste, teils recht dramatische Arbeitsunfälle durch habe bei denen ich als BG-Patientin deutlich, deutlich bessere Leistungen bekommen habe als meine Mitpatienten aus der Kassen- oder DRV-Trägerabteilung, erlaube ich mir über die teils hahnebüchenen Versorgungsuntersunterschiede ein Urteil. Versicherer wollen auch leben, das sollte man nicht vergessen. In der RSV sieht es ja nicht so viel anders aus. Da geben Versicherer zB Rabatte auf den SB, wenn man eine ihrer gelisteten Kanzleien beauftragt. Über die Qualität der Vertretung sagt es aber leider nichts aus und da man die Kanzlei ja vor der Kostenzusage des Versicherers aussuchen muss, merkt man da auch oft erst später, dass man woanders besser aufgehoben gewesen wäre.

            • Ramzes
              Ramzes kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Wie kommst Du Kareen nur darauf , daß man 1:1
              Humanbereich Krankenversicherung übertragen könnte .

              NICKELO hat eine eindeutige Frage gestellt !

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