GOT - Neue Gebührenordnung für Tierärzte - Erfahrungen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Ramzes
    • 15.03.2006
    • 14593

    Die Versorgung von Tieren kommt in der Apotheke nur selten vor. Das hat vor allem rechtliche Gründe. Aber was muss im Apothekenalltag bei der Abgabe von Arzneimitteln für Tiere beachtet werden?


    Wie konnte ich das vergessen :
    Homöopathica ...die Mini- Zuckerkügelchen sind rezeptfrei , werden auch im Veterinärbereich eingesetzt , können in der Apotheke gekauft werden .

    Kommentar

    • Nickelo
      • 16.07.2024
      • 64

      Schon oft ist mit bissiger Ironie bemerkt worden, dass in Europa die Krümmung jeder Gurke und die Lautstärke jedes Staubsaugers reglementiert wurde. Hat eigentlich schon einmal jemand versucht, die GOT durch einEuropagremium untersuchen zu lassen ?
      Da ich annehme, dass TÄ andernorts nicht von Armut bedroht sind, wäre eine Initiative vielleicht lohnenswert.
      In einem FacebookBeitrag über die Zukunft der Pferdezucht bzw. des weiteren Reiterlebens findet sich z.b. dieser Beitrag:
      “…. Da aber die GOT im benachbarten Ausland nicht gestiegen ist, wird sich der Markt lediglich verlagern. Die Niederländer werden sich die Hände reiben, denn dort ist ein Tierarzt noch bezahlbar, wie ich Anfang des Jahres bei meiner Hündin feststellen durfte. Ich hatte ihr im Juni 21 drei Zähne ziehen lassen, inklusive Intubationsnarkose, dentalem Röntgen und Blutbild und zahlte knapp 1.200 Euro. Ganz genau die gleiche Leistung kostete mich im Januar diesen Jahres bei meinem niederländischen Tierarzt 548,47 Euro. Also weniger als die Hälfte zu den Kosten VOR Erhöhung der GOT.
      Und die Niederländer haben eine sehr erfolgreiche Pferdezucht. In anderen Ländern wird es ähnlich sein. Zumal es keinen Unterschied macht, ob ich jetzt 400 Kilometer innerhalb Deutschlands unterwegs bin, um ein Pferd zu holen oder im günstigsten Fall sogar nur ein paar Kilometer, wenn ich grenznah wohne. Deutschland schafft es tatsächlich seine Ressourcen mit immer mehr Schwierigkeiten still zu legen….“
      Ähnliche Preisunterschiede wurden ja auch hier schon etliche Male angesprochen.
      Die ganze Debatte findet sich auf der facebookSeite von Ein Rennpferd geht in Rente und wurde dort am 5.11.25 sehr emotional und im Grundtenor sehr pessimistisch geführt.

      Kommentar

      • Kareen
        PREMIUM-Mitglied
        • 06.01.2001
        • 7466

        Die staatlich geduldete Gewinnmaximierung ganzer Klinikkonvolute, die unbestritten aus rein wirtschaftlichen Motiven betrieben werden, zu ungunsten kleinerer, inhhabergeführter Praxen, setzt darum aus meiner Sicht ein völlig falsches Zeichen. Außerdem setzt sie alle Praxen und Kliniken, die versuchen, mit möglichst geringem Arzneimitteleinsatz zu arbeiten, unter zusätzlichen wirtschaftlichen Druck, weil diese Praxen für denselben Gewinn mehr arbeiten müssen bzw. weniger verdienen, egal ob ihre Arbeit besser oder besser bezahlbar für den Kunden ist. Das Rabattwesen betrifft ja auch nicht nur Arzneimittel, sondern auch den Praxisbedarf vom Verbandsmaterial bis zur Einwegspritze und sogar teure Investitionsgüter wie Diagnostik-Geräte. Wenn Evidensia loszieht und für seine über 2t Standorte weltweit Ultraschallgeräte ordert, bekommt deren Einkäufer auch einen völlig anderen Preis als wenn eine Einzelpraxis einkauft und ein oder vielleicht zwei Geräte braucht. Manche Hersteller lassen Praxen unterhalb eines Jahresumsatzes von 5000 Euro gar nicht mehr vom Außendienst anfahren, diese müssen zum Listenpreis einkaufen, und der liegt in aller Regel höher als der VK bei einschlägigen Versandapotheken. Bei Versorgungsengpässen werden sie dann auch gerne mal gar nicht beliefert. Das ging mir mal so, als monatelang nirgends Katzenimpfstoff zu bekommen war. Die Versandapotheke kann naturgemäß die zu behandelnden Tiere überhaupt nie gesehen, schon gar nicht "regelmäßig", wie das von der behandelnden TA-Praxis als Voraussetzung für die Abgabe von Arzneimitteln verlangt wird. Letzteres ist zwar nirgends klar definiert (der eine meint, alle 6 Monate für irgendwas eine Bestandsuntersuchung reicht, der andere meint, es müsse vor jeder Abgabe eine Untersuchung am Einzeltier sein. Fest steht auf jeden Fall, dass die Kosten für die Halter erheblich sind. Welcher Rentner, der mit 1200 Euro im Monat hinkommen muss, kann sich denn künftig noch einen Hund leisten? Wir sind auf dem Weg in eine weitgehend tierlose Gesellschaft.

        Kommentar

        • Kareen
          PREMIUM-Mitglied
          • 06.01.2001
          • 7466

          Was sich mittlerweile auch als eine Art rechtsfreie Zone ausgebildet hat, sind allerlei verborgene Zusatzkosten des Arzneimittelverkehrs, genau genommen müsste man diese in den Arzneimittelpreis anteilig einpreisen für solche Posten ist in der GOT nämlich keine Position vorgesehen und wenn sie der Lieferant nicht in den EK einpreist, sind sie zwar trotzdem zu bezahlen, da, aber eben nicht formal Teil des EK. Der Anteil administrativer Kosten, die direkt gar nichts mit dem Arzneimitteleinkauf zu tun haben, von der Apothekenkontrolle über die BG- und Arbeitssicherheits-Prüfungen bis hin zum Tüv ist auch umso höher, je weniger Tierärzte in einer Praxis oder Klinik tätig sind, ein weiterer Wettbewerbsnachteil der niedergelassenen Einzelpraktiker gegenüber Klinikverbünden mit shareholder-value als alleiniger Priorität. Bei den neuartigen Zuschlägen sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Einer der größten Großhändler nimmt seit einigen Jahren einen zweistelligen Zuschlag, je Kühlwarensendung, andere schlagen eine sog. vorübergehende Anlieferpauschale drauf (10 Euro netto), der neueste Gipfel ist eine "Nachhaltigkeitsgebühr" pro Sendung erhebt, und die ich erst die Tage erstmals entdeckt habe. Waren zwar keine Arzneimittel, sondern Praxisbedarf aber trotzdem: WTF und wohin damit in der Buchhaltung? Was das genau das ist, oder wie das Geld zur Hebung der Nachhaltigkeit verwendet wird, kann einem keiner sagen. Der 'vorübergehende' Aufschlag, wird übrigens seit Covid erhoben, somit also auch schon etwa 5 Jahre, so wirklich vorübergehend fühlt sich das also irgendwie nicht mehr an. Nachfragen, wie lange denn "vorübergehend" sein wird, verliefen bislang auch ergebnislos. Die flächendeckende Versorgung mit erreichbarer und bezahlbarer Tiermedizin und die Motivation der darin Beschäftigten wird daneben auch noch von denselben Lieferproblemen behindert, die auch den Humanapotheken das Leben erschweren. Diese haben sich lt. Apothekenbundesverband (ABDA) seit 2017 nicht weniger als verzehnfacht. Aktuell ist z.B. mal wieder seit Wochen kein Tetanusimpfstoff erhältlich. Im geeinten Europäischen Wirtschaftsraum darf man aber nun nicht annehmen, wir dürften alles, was bei uns zwar zugelassen, aber vorübergehend oder gar nicht lieferbar ist, einfach aus dem angrenzenden EU-Ausland bestellen. Eine Einfuhrbehinderung durch die geltenden Bestimmungen hier in D wird zwar für ausländische Versandapotheken, nicht aber für hier ansässige Tierarztpraxen gesehen (dazu gibt es ein EuGH-Urteil). Zur Beschaffung von hier nicht lieferbaren oder gar nicht zugelassenen Medikamenten (z.B. Botulimumantisera - viel eiliger wird es in der Pferdepraxis nicht, die Patienten sind unbehandelt nämlich innerhalb von Stunden tot...) ist also immer ein umständliches und langwieriges Ausnahmegenehmigungsverfahren erforderlich, das wiederum - man ahnt es - für alle Praxen ab der ersten Packung dasselbe ist und nicht etwa umfangreicher für Großpraxen, die palettenweise Arzneimittel umsetzen. Übrigens gibt es auch ein BGH-Urteil aus 2018 demzufolge der Großhandel bei Einzelimporten von Arzneimitteln *nicht* and die AmPreisV, somit auch an keinen Höchstaufschlag gebunden ist. Der Großhandel darf dafür mithin verlangen, was ihm beliebt. Was auch nicht unter Tierarzneimittel fällt sind Immuntherapeutika, sprich Impfstoffe und alles was darunter geführt wird, und Diagnostika, da darf sich jeder seinen Teil dazu denken, weshalb ausgerechnet diese massenhaft und teils zwangsweise (Tierseuchengesetzgebung...) verwendeten Produkte aus dem Tierarzneimittelgesetz und damit auch aus der Preisdeckelung ausgeklammert wurden.
          Spätestens da kann ich das Ausmaß der fehlregulierten Sinnlosigkeit nicht mehr fassen. Wenn dann noch Profis im Fach Copy-and-paste daher kommen, die sich berufen fühlen, anderen ihren Job zu erklären, fasse ich mir irgendwann nur noch den den Kopf. Die Veterinärämter sind übrigens für Tierarzneimittelkontrolle nur da zuständig, wo sie nicht Sache eigener Verbraucherschutzstellen ist (in NRW z.B. LANUK (vormals LANUV) bzw. das LAVES in Nds.) Und auch die bedanken sich, weil sie personell gar nicht für die Vielzahl an Aufgaben ausgestattet sind, die ihnen zufallen. Meine Mitarbeiterin wird jetzt täglich neu davon "erfreut", dass ihr neuer "virtueller KI-Assistent" sich mit den Worten "Hallo, ich bin Schnuffi" als beharrliches Popup in ihr Bestellprogramm beim Großhandel einklinkt, und mitreden möchte. Das possierliche Tierchen lässt sich auch nicht wegklicken. Kann man sich nicht ausdenken. Augsburger Puppenkiste goes Reality.

          Kommentar


          • Nickelo
            Nickelo kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Kareen,
            Die Unzufriedenheit mit der Situation ist jeder deiner Zeilen deutlich zu entnehmen. Gibt es denn innerhalb der Tierärzteschaft auch Widerstand gegen diese Zustände und Entwicklungen, vielleicht sogar größeren? Ich hoffe doch! Leider erfährt man weder von den geschilderten Problemen noch von irgendwelchen organisierten Gegenströmungen etwas in den üblichen Medien. Im Prinzip sollte kein Monat vergehen, in dem nicht in Zeitschriften oder offiziellen Seiten der FN oder anderer Tierverbände darauf hingewiesen wird. Die Blutregel z.b. hat es ja sogar mehrfach in die ZDF Nachrichten geschafft und diese betrifft ja im Vergleich zu allen anderen Tieren so gut wie niemanden. Ich habe diese Ausweichmanöver so entschieden satt, dass ich das kaum mehr höflich ausdrücken kann.
            Dass man sich mit üblicher Rente keinen Hund mehr leisten kann oder will, wird übrigens bei den inzwischen 180 Posts auf oben genannter Seite ebenfalls ganz deutlich ausgedrückt.

          • schnuff
            schnuff kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Wenn ich an die Nachhaltigkeitsgebühr denke, ballt sich mir die Faust.
            ...statt Pappkarton, gibt's eine Plastikbox, die dann mit einer weiteren Fahrt, geleert, wieder abgeholt werden muss.
            Da erschließt sich mir nix, was da nachhaltig sein soll

          • Ramzes
            Ramzes kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Pappkarton - Umverpackung , einmal gebraucht und dann Pappmüll , je nach Güte recycelfähig .
            Wechsel- Mini - Container Plastik / Kunststoff , je nach Güte und Loop - System zig - mal im Logistikkreislauf , genormt , stapelbar , kühlbar , mit Chip - tracking incl. Rücklauf , waschbar , recycelbar .
            Siehe speziell für hochwertige , empfindliche Güter , Elektronik , Kosmetik , Pharma ...
            Zuletzt geändert von Ramzes; 14.11.2025, 08:41.
        • Duggi
          • 15.03.2022
          • 82

          Bei Facebook ist auf der Seite von Sebastian Marx gerade richtig was los. Er hat ein Video zum Thema unverschämte Klinikrechnungen (über 20.000 Euro Kolik-OP mit totem Pferd) und Versicherungsproblemen gepostet. Wenn man so die hunderte Kommentare liest, die allein innerhalb der ersten Stunde darunter geschrieben wurden, gibt das schon ein realistisches Bild der aktuellen Situation.

          Kommentar


          • Elfi
            Elfi kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Ist der nicht selbst Versicherungsmensch? Da müsste der doch gut versichert sein?

          • Calippo
            Calippo kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Ja, er selber hat bei der Versicherung mitgewirkt und wähnte sich sicher. Aber leider stellen die sich nun komplett quer, fordern dieses und jenes an, um eventuell andere Fehlerquellen zu finden, nur damit sie nicht zahlen müssen.
            Und so viele andere Fälle in den Kommentaren, wo es mit einer OP ähnlich ausgegangen ist, ganz zu schweigen von den Versicherungen.
            Wann merkt diese ganze Klientel (ich meine jetzt hauptsächlich die Kliniken in Investorenhand), dass sie sich selbst das Wasser abgraben. Noch zahlen Versicherungen und man kann locker immer den 4fachen Satz aufschreiben, aber die Beiträge schießen auch durch die Decke und werden für ganz viele niocht mehr bezahltbar sein.
            Und dann wird es so kommen, wie es vor 50 Jahren und davor schon war: bei Kolik Haustierarzt mit den üblichen Medikamenten. Wenn das gar nicht helfen will, dann ist es eben das Ende. Sterben gehört auch zum Leben dazu, auch wenn es einem bei einem geliebten Tier fast das Herz zerreißt.

          • Nickelo
            Nickelo kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Wirklich guter Beitrag, den alle Haustierärzte sehen sollten, gerade die jüngeren.
            Das Pferd, das ich vor zwei Jahren mitgeritten habe, starb genauso wie der kleine Wallach. Nach der OP am Montag hieß es am Freitag, das Schlimmste sei überstanden und es ginge dem Pferd soweit wieder gut. Es könne nach dem Wochenende nach Hause. Am Montag der Anruf, zweite OP nötig, aufgemacht, auf dem OPTisch für tot erklärt. Kosten etwas über 20000 €. Alles sei ganz plötzlich passiert …. Samstag und Sonntag sei das Pferd noch recht munteren Blickes in der Box GESTANDEN.
            Ein Tag hat also etwa 3000 € gekostet. Und ich denke, für diese stolze Summe kann man durchaus erwarten, dass jemand vom Klinikpersonal auch am Wochenende das Pferd mal etwas betütelt und dem Zustand angemessen über den Hof führt. Und das muss möglich gewesen sein, wie hätte das Pferd sonst am Montag eine 2stündige Hängerfahrt und das Leben zuhause schaffen sollen?
            Zuletzt geändert von Nickelo; 27.11.2025, 12:53.
        • Linu
          • 03.02.2009
          • 779

          Ich hatte meine Stute erst letzte Woche in der Klinik, die war komplett verstopft, hatte zu wenig getrunken. Aufgrund der Trächtigkeit wollten wir kein Risiko eingehen.
          48 Stunden Klinik ( noch nicht mal im Notdienst eingeliefert worden ), Nasenschlundsonde, Ultraschall und eine Nacht am Tropf 2000 Euro..... Plus die Rechnung vom Haustierarzt.
          Das macht echt keinen Spaß mehr....
          Avatar: Zauberblut v. Rockefeller a.d. Zauberblut v. Bandoliero xx

          Kommentar


          • MissCatania
            MissCatania kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Unfassbar. Tut mir wirklich leid. Das kann echt nicht mehr mit rechten Dingen zugehen. Die genannten Leistungen sind ja alle kein Hexenwerk, da empfindet man die Rechnung als unverschämt...
        • hufschlag
          • 30.07.2012
          • 4168

          ich kann micht nur wiederholen
          Meine TA sagt, egal, wo sie für eine Kolik hinkommt, heißt es: tu was du lannst in die Klinik fahre ich nicht

          Was ich persönlich anders sehe- -klinik ja- -OP nein

          Kommentar


          • Barbara
            Barbara kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Ich sage auch: Klinik ja, OP nein.
            Wir hatten eine Stute, die ein Mal im Jahr eine Verstopfungskolik hatte, bei welcher der Darm über das Milz-Nierenband gerutscht ist. Das haben die in der Klinik immer ohne OP hinbekommen. War schon vor der neuen GOT und kostete damals ca. 1.000 €
            Für mich kommt eine OP nicht in Frage (auch wenn ich bei meinem neuen Pferd eine Versicherung abgeschlossen habe). Mein Pferd steht in einem Pensionsstall - und wenn es die OP überlebt, kann ich nicht gewährleisten, dass es danach so gefüttert werden kann, wie es sollte. Ich habe schon einige kolik-operierte Pferde gesehen ...
            Und ich musste auch schon die Entscheidung treffen: Operieren oder Einschläfern. Bei einem sehr, sehr guten Pferd. 10-jährig. Und mich schweren Herzens beschlossen, es einschläfern zu lassen

          • MissCatania
            MissCatania kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Ich habe es zweimal probiert mit einer Kolik-Op. Ein jüngeres Pferd ist auf dem Tisch verstorben und ein älteres Pferd ist nach der OP wahrscheinlich durch die Narkose verstorben. Im Ergebnis war man 2x ein Vermögen los und das Pferd trotzdem tot. Ich weiß nicht wie ich mich das nächste Mal entscheiden würde... Kolik ist unberechenbar, beide Pferde waren am Tag vorher fit und hatten zuvor noch nie gekolikt. Die jüngere hat so heftig gekolikt, dass gleich klar war, dass es eine Darmverschlingung sein muss, da wohl nur absterbender Darm solche Schmerzen verursacht. Untersuchung oder konservative Behandlung war nicht möglich, da das Pferd selbst mit größtmöglicher Sedierung nicht händelbar war (eigentlich ein ruhiges, braves Pferd). Das ältere Pferd hat über den ganzen Tag gekolikt und wurde in der Klinik lange überwacht und konservativ behandelt, was aber nicht zum Erfolg führte, dann war die OP der letzte Versuch. Nach der OP wurde ich angerufen und die Frau am Telefon sagt: "Die OP ist erfolgreich verlaufen." Während ich gerade aufatme, sagt sie: "Aber leider hatte er in der Aufwachbox einen Herzstillstand." Wie kann man so wenig empathisch sein. Der Tag wird mir für immer im Gedächtnis bleiben...

          • Rigoletto
            Rigoletto kommentierte
            Kommentar bearbeiten
            Miss Catania: Das schlägt ja dem Fass den Boden aus, unglaublich!!
        • Rigoletto
          • 03.08.2014
          • 415

          Ich hab das Video gesehen. Der Sebastian Marx hat da wirklich vieles gesagt, was ich genau so sehe und besonders hängen geblieben ist bei mir : Der Vergleich mit Rechnungen in der Humanmedizin. Ich bin auch Privatpatient und ich hab seit 2-3 Jahren ziemlich heftige Probleme mit meinen Knien, die sind Arthrose Stufe 4, also im Eimer und rechts ist mir im Frühling noch der Meniskus gerissen. OP hat 1400 Euro gekostet, Das ganze drumrum, Physio, Schiene, Krücken und sowas großzügig gerechnet nochmal 1500. Und ich war in einer kleinen schicken Privatklinik in MUC Bogenhausen und wurde vom "Meniskuspapst" operiert. Hab mich dauernd gewundert wie billig das im Vergleich zu meinen TA Rechnungen ist.
          Ich find das so krank!!!

          Oder auch krass: Bindehautentzündung. Ich war beim Augenarzt, wurde mir diversen Geräten untersucht, hab Augentropfen verschrieben bekommen...130 Euro. Dann hatte mein Pferd Bindehautentzündung und eine spezialisierte TA kam von einer Klinik im Umland MUC. Untersuchung und Behandlung im Grunde wie bei Mir, aber eine TA Rechnung von 340 Euro, ich dachte ich spinne!

          Da muss was passieren, so gehts nicht weiter.

          Kommentar

          • Rigoletto
            • 03.08.2014
            • 415

            Ach ja zum Thema Versicherungen:
            Wir hatten einen Wasserschaden im Keller, weil eine Pumpe kaputt war und das Wasser von der Waschmaschine... ich weiß nicht wohin gelaufen war, Wand hat schon angefangen zu schimmeln und Versicherung wollte nicht zahlen.
            Dann war Folgendes: Mein Mann hat die Versicherung angerufen und der Typ am Telefon hat gleich zu Anfang gefragt, ob das Gespräch aufgezeichnet werden darf und mein Mann verneinte dies. Da dann klar war, dass quasi frei und ohne Gefahr für den Versicherungsangestellten gesprochen werden konnte, riet dieser meinem Mann, dass wir was vom Rechtsanwalt schreiben lassen sollen. Denn das würde ziehen. Also gesagt - getan, meine RA ist gleichzeitig meine beste Freundin. Und der Schaden wurde übernommen.
            Die warten also auf RA- Schreiben! Läuft bestimmt bei den meisten so.

            Der Sebastian Marx wird wohl gut beraten sein, wenn er den RA einschaltet.

            Kommentar


            • Nickelo
              Nickelo kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Mir hat am meisten an dem Video von S. Marx zu denken gegeben, als er berichtet hat, die Versicherung habe sich danach erkundigt, ob er seine Pferde regelgerecht entwurmt habe. Er selbst konnte bzw. kann das offenbar beweisen. Aber man kann gut sehen, dass die Versicherung Wege sucht, nicht zahlen zu müssen
          • Duggi
            • 15.03.2022
            • 82

            Das Video von Sebastian Marx schlägt richtig Wellen, über 17000 Likes und über 3700 Kommentare! Wenn man sich das mal so durchliest, bekommt man richtig Angst. Kolik-OPs scheinen inzwischen meist 20000 Euro und mehr zu kosten. Einer schrieb sogar was von 56000 Euro Rechnung bei Abrechnung des 2fachen Satzes! Das kann doch kein normaler Mensch verdienen. So ist es auch kein Wunder, dass die Versicherungspreise explodieren.

            Kommentar


            • Marie_Mfr
              Marie_Mfr kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Wahrlich ein Wunder, wie das System vor der GOT-Erhöhung funktionierte.
          • Ramzes
            • 15.03.2006
            • 14593

            Unlauterer Wettbewerb ist in der Tiermedizin verpönt: Alle Praxen sollten GOT-konform und fair abrechnen. Ein Blick auf die aktuelle Diskussion zu Hausbesuchsgebühr und Tierversicherungen.

            s.Abschnitt Dr. Vogel , BTK , zu " Einzelfällen " .
            Inzwischen macht sich bei den Zahlenden eher das Gefühl breit , dass die Grenzen weitaus häufiger verschoben werden !

            Kommentar

            • Calippo
              • 24.06.2007
              • 581

              Noch einmal zu dem Video von Sebastian Marx: da wird einem ganz anders, wenn man anfängt, die mittlerweile über 3700 Kommentare zu lesen.
              Und dann einmal die Kosten für eine Behandlung (von Menschen) im Krankenhaus mit den Behandlungen von Pferden in einer Tierklinik vergleicht. Privat Versicherte werden das bestätigen können.
              Warum sollte das so exorbitant viel teurer sein? Weil der OP-Tisch größer ist vielleicht? Keine Ahnung, aber das passt doch alles vorne und hinten nicht mehr und ich frage mich, wer sich hier letztlich die Taschen füllt. Wahrscheinlich diese ganzen Gesellschaften, die Kliniken aufkaufen. Und wieso sollte dann Tierarzt ein so überlasteter, schwerer Beruf sein? Jedem Abiturienten mit dem entsprechenden NC könnte man doch einfach nur anraten, Tierarzt zu werden statt in die Humanmedizin zu gehen, bei den Gewinnmargen.

              Kommentar


              • Rigoletto
                Rigoletto kommentierte
                Kommentar bearbeiten
                Also an den tollen neuen Geräten u Möglichkeiten liegts nicht, die sind im Humanbereich ja auch vorhanden
            • Rigoletto
              • 03.08.2014
              • 415

              Auch das zweite Video stimmt zu 100%. Denn wenn der TA kostenmäßig so krass aus der Rolle fällt, dann spart man woanders. Notgedrungen. Ausbildung wird zu kurz kommen . Und ist eh schon so am absteigenden Ast

              Kommentar

              • hufschlag
                • 30.07.2012
                • 4168

                Leute, niemand zwingt einen, sein Pferd Kolik operieren zu lassen
                Muss man nicht

                Wer nicht versichert ist, wie ich, fragt vorab nach den Kosten

                Ich finde efinde, dass dieses " mir egal, zahlt die Versicherung " nicht länger funktioniert

                Solidargemeinschaft und so, vielleicht lernen einige wieder, was das bedeutet
                Keine vollkasko für " geschädigte"

                Kommentar


                • hufschlag
                  hufschlag kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Du hast es nicht verstanden: bei mir nicht
                  Ich weiß was ich für die Behandlung zu erwarten habe und mach das oder eben nicht

                  Wenn der Preis für mich passt, lass ich das machen, welcher Satz dabei steht, interessiert mich überhaupt nicht
                  Ich erfrage, was ich ganz unten unter dem dicken schwarzen Strich zu erwarten habe
                  Der Rest ist mir egal

                • Ramzes
                  Ramzes kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Klaro , bei einer Notfallbehandlung klapperst Du drei Tierärzte ab und lässt Dir ein " Angebot " jeweils schicken ...Ironie aus ...Hufschlag , ...

                • hufschlag
                  hufschlag kommentierte
                  Kommentar bearbeiten
                  Du, wenn dein Horizont da endet..

                  Den letzten Notfall, Kolik, hatte ich vor 5 Jahren
                  Bin in die Klinik, Infusion und gesagt, operiert wird nicht, was mich erwartet

                  Und ich reite schon länger ich weiß, wer utopische Rechnungen stellt und wer nicht
              • Nickelo
                • 16.07.2024
                • 64

                So ein schwammiger Artikel! Gibt es tatsächlich noch gar keinen offen einsehbaren Fragenkatalog für die Evaluierung? Wer wird wozu genau befragt? Es hängt am Personenkreis und den Fragen, welches Ergebnis die Evaluierung bringen wird. Es muss doch irgendwo ein Exemplar geben, wenn die Evaluierung bereits 2026 stattfinden soll… Weiß jemand, was der „ganzheitliche Ansatz/Betrachtung“ ist, von dem M. Richenhagen spricht ?
                Die GOT soll 2026 evaluiert werden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung fordert eine umfassende Bewertung.

                Kommentar

                • Ramzes
                  • 15.03.2006
                  • 14593

                  Mit einer Umfrage im Rahmen ihrer Masterarbeit untersucht Elena Karthäuser die Auswirkungen der neuen GOT auf die Pferdehaltung.

                  Umfrage anlässlich einer Masterarbeit ...

                  Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Auswertung zweier Umfragen, wel-che die Auswirkungen der neuen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) auf die Pferdehaltung in Deutschland analysieren. Die Umfragen richteten sich an Pferde-halter und Tierärzte und wurden online durchgeführt. Insgesamt nahmen 14.021 Pferdehalter und 250 Tierärzte an der Befragung teil. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Anpassung der GOT zu einer erhöhten finanziellen Belastung für Pferdehalter beitragen. Auffallend ist, dass einige Pferdehalter berichten, sie nehmen aufgrund der gestiegenen Gebühren seltener tierärztliche Leistungen in Anspruch. Besonders kritisch wird die neue Hausbesuchsgebühr gesehen, welche für jeden behandelte Pferd anfällt und von vielen Pferdehaltern als unrecht emp-funden wird. Auf der anderen Seite berichten die befragten Tierärzte von gestiege-nen Einnahmen seit GOT-Novellierung, wodurch die wirtschaftliche Situation vieler Praxen verbessert wird. Gleichzeitig kommt es jedoch zu einer höheren Arbeitsbe-lastung durch den erhöhten sozialen Druck von Seiten der Kunden. Die Anpas-sung der Gebühren hat dazu beigetragen, das Berufsbild des Tierarztes attraktiver zu machen, was langfristig dem Fachkräftemangel entgegenwirken könnte. Trotz-dem gibt es auch unter den Tierätzen Bedenken hinsichtlich der Angemessenheit einiger neuen Gebühren und der möglichen negativen Folgen auf das Tierwohl, wenn Tierhalter aus Kostengründen notwendige Behandlungen hinauszögern oder ganz darauf verzichten. Die Ergebnisse der Umfragen werden ausführlich dargestellt und mit der bestehen-den Literatur in Zusammenhang gebracht. Es wird deutlich, dass die finanziellen Auswirkungen der GOT-Anpassung auf die Pferdehaltung groß sind und einer wei-teren Beobachtung bedürfen. Klar wird, dass die Anpassung der Gebühren not-wendig war, um das wirtschaftliche Handeln der Tierärzte zu ermöglichen. Möglich-erweise sind erneute Anpassungen notwendig, um zu ermöglichen, dass sowohl die wirtschaftliche Stabilität der Tierarztpraxen als auch das Wohl der Tiere gewähr-leistet bleiben. Insgesamt liefert die Arbeit wertvolle Einblicke in die komplexen Zusammenhänge zwischen tierärztlichen Gebühren und der Pferdehaltung in Deutschland. Sie bietet eine fundierte Grundlage für weitere Forschungen und Diskussionen, um eine nachhaltige und faire Regelung der tierärztlichen Gebühren zu erreichen.

                  Kommentar


                  • Nickelo
                    Nickelo kommentierte
                    Kommentar bearbeiten
                    Sehr interessant. Umfassend und gut verständlich.
                • Ramzes
                  • 15.03.2006
                  • 14593


                  Umfrage Uni Giessen

                  Kommentar

                  • Ramzes
                    • 15.03.2006
                    • 14593


                    ...Umfrage GOT Haustier allgemein

                    Ihre Meinung zählt! Jetzt an der anonymen Umfrage zu pferdetierärztlichen Leistungen teilnehmen Ihre Einschätzung ist gefragt! Die Teilnahme dauert nur 15 Minuten und ist vollständig anonym. Im Rahmen seiner Masterarbeit an der FU Berlin, Fachbereich Pferdemedizin, untersucht Christian Niederlein die Akzeptanz und Wertschätzung pferdetierärztlicher Leistungen unter Pferdehaltern. Ziel ist es, Unterschiede in verschiedenen Pferdehaltergruppen und

                    Umfrage Uni Berlin

                    Wie man sieht , Umfragen gab es diverse .
                    Ergebnisse müssen nun zusammengetragen werden ...

                    Kommentar

                    • Ramzes
                      • 15.03.2006
                      • 14593

                      Da können wir hier ja mal brainstorming machen :

                      HAUSGEBÜHR

                      ...der nächste bitte

                      Kommentar

                      • Nickelo
                        • 16.07.2024
                        • 64

                        Mehrfachsatz bei vorher terminierten einfachen Routine-Behandlungen (Impfen)
                        Mehrfachsatz bei Folgebehandlungen eines lange bekannten Problems (Verbandswechsel ….)

                        Kommentar


                        • schnuff
                          schnuff kommentierte
                          Kommentar bearbeiten
                          Nickelo, höheren Wert des Tieres schlägt sich auch in deutlich höherer Prämie der Versicherung des TA nieder.
                          ... wir gehen ja in der Regel alle davon aus, dass eine Behandlung schnell und gut ausgeht.
                          ... auch eventuell höherer Zeitaufwand, Event. Gefahr soll damit abgegolten werden.
                          ... wir kennen mittlerweile reichlich Tierhalter, die ihr Tier ( auch Kleintiere) nicht händeln können, nicht im Normalfall und schon gar nicht in Ausnahmesituationen, von Voraussetzungen zur"Bändigung", mal ganz abgesehen.

                        • Nickelo
                          Nickelo kommentierte
                          Kommentar bearbeiten
                          Danke für die Antwort, aber Irgendwie verstehe ich jetzt nicht ganz.
                          Es ist mir klar, dass ein höherer Versorgungsaufwand mit höherem Zeitaufwand und ein höheres Risiko gegeben ist, wenn ein Tier sich nicht gut Händeln lässt. Da ist ja dann der doppelte Satz verständlich. Risikozuschlag bekommen bei uns zumindest auch die Hufschmiede.
                          Aber die GOT spricht doch „vom Wert des Tieres“. Verhalten und die Erziehung des Tieres ist doch unabhängig von seinem (Geld)Wert. Es gibt extrem teure superbrave Katzen, Hunde und Pferde, die nicht einmal mit der Wimper zucken, wenn sie geimpft werden. Oder ist mit dem Begriff nicht der materielle Wert gemeint?

                        • schnuff
                          schnuff kommentierte
                          Kommentar bearbeiten
                          Nickelo, z.B. die Auktionsspitzen.
                          Behandelst du so ein "wertvolles" Tier, deckt das die normale Haftpflichtversicherung bei einem eventuellen "Behandlungszwischenfall" nicht ab. Du musst dann die Versicherungsprämie anpassen ( kennst du vielleicht von einer Lebensversicherung) und das ist dann doch schon deutlich teurer.
                          In Kliniken wird bei einigen Untersuchungen ect. auch explizit nach dem Wert gefragt

                      Andere Threads aus dieser Foren-Kategorie:

                      Einklappen

                      Themen Statistiken Letzter Beitrag
                      Erstellt von wilabi, 03.03.2023, 11:23
                      570 Antworten
                      29.020 Hits
                      4 Likes
                      Letzter Beitrag hufschlag
                      von hufschlag
                       
                      Erstellt von Ramzes, 28.11.2024, 12:58
                      120 Antworten
                      7.772 Hits
                      4 Likes
                      Letzter Beitrag Nickelo
                      von Nickelo
                       
                      Erstellt von Neuzüchter, 11.07.2017, 00:20
                      34 Antworten
                      2.630 Hits
                      0 Likes
                      Letzter Beitrag Nickelo
                      von Nickelo
                       
                      Erstellt von Hatice, 03.06.2025, 10:00
                      71 Antworten
                      6.961 Hits
                      0 Likes
                      Letzter Beitrag Rigoletto
                      von Rigoletto
                       
                      Erstellt von macarena99, 09.12.2019, 17:00
                      12 Antworten
                      7.078 Hits
                      0 Likes
                      Letzter Beitrag Nickelo
                      von Nickelo
                       
                      Lädt...
                      X