Eigenleistung (Zucht)-Stuten

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  • werther
    antwortet
    Zitat von caspar Beitrag anzeigen
    Zerbrecht Euch doch nicht den Kopf über Leistungsvererbung.
    Zunächst muss man sich selbst fragen was ist das persönliche Zuchtziel?

    Ist es das Ziel einmal ein oder mehrere DM, EM, WM oder Olympia Pferde hervorgebracht zu haben??? Wieviele Pferde haben dieses körperliche und geistige Potential, sind in richtigen Besitzerhand, werden optimal gemanaged, haben den passenden Trainer und Reiter, ...? Wie viele treten an? Wie viele kommen wirklich an? Wie viele bleiben auf der Strecke? Werden dann durchgereicht? Und enden ggf. beim Metzger?

    Unser Zuchtziel ist bei weitem nicht so hochgestochen!

    Hübsche, freundliche, korrekte und gesunde Pferde. Fast alle verkauften Nachwuchspferde aus unseren Stuten werden zwar professionell gecoached - werden aber ausnahmlos von Mädchen und jungen Frauen - hocherfolgreich im Sport bis S** vorgestellt. Aus der direkten Stutenlinie (unsere aktiven Zuchtstuten, deren Mütter und Grossmütter - die ebenfalls bei uns in der Zucht standen) bislang > 10 Bundeschampionatspferde. Ein Indiz für allerhöchste Rittigkeitswerte bei ausgeglichenem Temperament mit drei ausgewogen guten Grundgangarten (im 8er Bereich).

    Und jetzt stellt sich uns die obige Frage: Was ist Leistungsvererbung?

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  • Bolaika2
    antwortet
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß in den bäuerlichen Betrieben, vor allem, wenn es sich um Familienbetriebe mit Milchvieh handelt, oft keine Zeit mehr zum selbst reiten bleibt.
    Und fehlt dann noch der eigene, zweibeinige Nachwuchs, der ggf die selbst gezogenen Pferde vorstellt, wird´s schon eng.
    (Die Ur-Ur-Großmutter einer meiner 2jährigen wurde von meiner Mutter vor 40 Jahren auf Jagden und ländlichen Turnieren geritten . Da weiß ich schon, auf was ich mich bei dem Stutenstamm einlasse, auf genügend Nachkommen hab ich selbst gesessen. Auch wenn ich kein ambitionierter Turnierreiter war, sondern "nur" angeritten habe, weitergeritten haben dann talentiertere Leute.)

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  • Silbermond09
    antwortet
    Zitat von Annemarie Beitrag anzeigen
    Erfahrungen solcher Züchter kann man sich mit vielen Mio Euros nicht kaufen, auch mit millionenfachen I-Net oder alten Bücher-Recherchen nicht.
    Auch dies ist eine wichtige Aussage. Doch wo sind heute diese Züchter? Sie haben die Freude am Züchtern verloren und hören auf, weil es genügend Käufer gibt, die ihnen die Pferde bei Kauf schlecht machen wollen um sie billig zu ergattern. Beispiele dafür gibt es genügend. Bereits vor Kauf oder auch nach Kauf gibt es Gutachter, die für die Käufer arbeiten, damit ein gutes Pferd weiter unter seinem Preis evtl. gekauft werden kann. Wer will sich als Züchter heute noch damit herumschlagen? Eine Aussage einer erfahrenen alten Züchterin die letzten Tage war: Schenk ihnen ein Block und einen Stift, damit sie sich die Pferde malen können. Ob das nicht das Ende vieler erfolgreichen Züchter ist, die noch das Fachwissen ohne Bücher haben?

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  • Silbermond09
    antwortet
    Zitat von Ara Beitrag anzeigen
    Das ist richtig und bestimmt förderlich.
    Wenn man ein bäuerlicher Züchter ist, der die Zucht neben seiner eigentlichen Landwirtschaft betreibt (Rinder o.ä.) und die Möglichkeit hat, die Kosten der Pferdezucht gegen die Gewinne des anderen Landwirtschaftszweigs zu rechnen, hat man da enorme Vorteile. Außerdem habe ich den Zeitvorteil.
    Bin ich aber ein kleiner Züchter, der die Zucht mit einem anderen Job finanziert, kann ich nichts absetzten und gegen mein anderes Einkommen rechnen (man unterstellt dann beim Fiskus bei der Pferdezucht als Nebenerwerb immer Liebhaberei). Um eine kleine Pferdezucht aus versteuertem Einkommen zu betreiben muss man eine Menge arbeiten (bei mir mindestens 60 Stunden pro Woche). Das Resultat ist, dass ich immer weniger Zeit zum Reiten habe. Es gelingt mir noch meine jungen Pferde ab und an zu reiten, aber die Zeit reicht definitiv nicht mehr dazu 2 Jungpferde im Jahr turniermäßig zu fördern. Da bleibt nur der Beritt. Ich denke, dass das anderen auch so geht.

    Will man frühere Zustände zurück, dürften eigentlich nur noch Bauern züchten oder große rentable Betriebe (PS, Sprehe usw.).
    Dem schließe ich mich an.

    Über die Leistung einer Stute gibt doch die FN gut Aufschluß. Befindet sich die Stute im Leistungsstutbuch der Abt. B oder C so ist das aussagekräftig für die Leistung auch des Mutterstammes.

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  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Zitat von Annemarie Beitrag anzeigen
    Die bäuerlichen Züchter früherer Zeiten hatten eigentlich fast nur ihre eigene Nachzucht weiterverwendet. Die Leute kannten ihre Zuchtstuten über mehrere Generationen. Meist wurden die Jungpferde auch selbst angeritten/ausgebildet/weitergebildet.
    Das ist richtig und bestimmt förderlich.
    Wenn man ein bäuerlicher Züchter ist, der die Zucht neben seiner eigentlichen Landwirtschaft betreibt (Rinder o.ä.) und die Möglichkeit hat, die Kosten der Pferdezucht gegen die Gewinne des anderen Landwirtschaftszweigs zu rechnen, hat man da enorme Vorteile. Außerdem habe ich den Zeitvorteil.
    Bin ich aber ein kleiner Züchter, der die Zucht mit einem anderen Job finanziert, kann ich nichts absetzten und gegen mein anderes Einkommen rechnen (man unterstellt dann beim Fiskus bei der Pferdezucht als Nebenerwerb immer Liebhaberei). Um eine kleine Pferdezucht aus versteuertem Einkommen zu betreiben muss man eine Menge arbeiten (bei mir mindestens 60 Stunden pro Woche). Das Resultat ist, dass ich immer weniger Zeit zum Reiten habe. Es gelingt mir noch meine jungen Pferde ab und an zu reiten, aber die Zeit reicht definitiv nicht mehr dazu 2 Jungpferde im Jahr turniermäßig zu fördern. Da bleibt nur der Beritt. Ich denke, dass das anderen auch so geht.

    Will man frühere Zustände zurück, dürften eigentlich nur noch Bauern züchten oder große rentable Betriebe (PS, Sprehe usw.).

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  • caspar
    Ein Gast antwortete
    @fanniemae abgekürzt kann man zusammenfassen.
    Es gibt leider zu viele Produzenten von Pferden, Zuchter mochte ich die nicht nennen, deren Lesekuenste erheblich besser sind als die Fahigkeit ein Pferd zu beurteilen. Dies ist so, leider auch in der Richterschaft.
    Für diese Menschen ist ein schwarz auf weiß zu lesender Leistungsnachweis der Krückstock, mit dessen Hilfe sie durch die Pferdezucht humpeln.
    Der Erfolg unserer Zucht liegt jedoch in der Arbeit und dem Pferdeverstand unserer Altvorderen begründet, die in Zeiten des Natursprunges von den Hengsten in der Nachbarschaft den fur ihre Stute richtigen aussuchten.

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  • Annemarie
    Ein Gast antwortete
    Die bäuerlichen Züchter früherer Zeiten hatten eigentlich fast nur ihre eigene Nachzucht weiterverwendet. Die Leute kannten ihre Zuchtstuten über mehrere Generationen. Meist wurden die Jungpferde auch selbst angeritten/ausgebildet/weitergebildet.
    Ein gutes Beispiel dafür sind jetzt noch hoch erfolgreiche Züchter in Westfalen wie Borgmann, Gronebaum, Rüscher-Konermann u.A. Diese Leute kauften/kaufen so gut wie nie fremde Stutfohlen dazu. Warum auch ? Seit vielen, vielen Pferde-Generationen haben sie gute eigene Stuten samt ihren guten Stutfohlen.
    Sie haben in jedem Jahr einige sehr gute eigene Stutfohlen, kennen die Mütter, Großmütter, Ur-Großmütter und alle anderen Vorfahren und Verwandten. Keiner kann diesen Züchtern eine irgendwie negative Zucht-Bilanz vorwerfen.

    Erfahrungen solcher Züchter kann man sich mit vielen Mio Euros nicht kaufen, auch mit millionenfachen I-Net oder alten Bücher-Recherchen nicht.

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  • dressurpferde@email.de
    antwortet
    Selber reiten ist ein extrem wichtiger Bestandteil, der häufig stark unterschätzt wird.
    Aber Sportleistung ersetzt das nicht, insbesondere nicht bei den Hengsten! Denn speziell für den Grand Prix Sport ist das Anforderungspotenzial so vielfältig, dass da bei einem 3jährigen, wenige Wochen unter dem Sattel, nur grobe Vermutungen angestellt werden können. Und neben Nerv und Einstellung etc. (nein, zwanghaft durchgeknallt ist nach meinem Dafürhalten noch immer nicht erforderlich oder auch nur förderlich) ist auch gerade die körperliche wie geistige Langzeitbelastung von ganz entscheidener Bedeutung.

    Haltbarkeit ist sogar die Schlüsselfunktion ohne die alles weitere sinnlos verpufft!!!

    Dass Stuten nicht alle selbst 10 Jahre im Sport getestet werden können, bevor sie in die Zucht gehen, ist selbstverständlich. Aber aus direkter Verwandschaft ist dann schon ein hilfreicher Hinweis, wenn man dort entsprechend erfolgreiche Pferde findet.

    Sind eben viele Bausteine, die zur Entscheidungsfindung beitragen!

    Wenn der Stutenstamm, direkte Verwandschaft, Abstammung etc. stimmen, kann eine Stute auch ohne größere Gefahren direkt in den Zuchteinsatz gehen. Aber der Mangel an Informationen bei der Stute selbst muss Ausgleich in anderen Bereichen finden.

    Mangelnde Haltbarkeit bei der Stute oder in ihrer Vererbung wären ein ganz klares Ausschlusskriterium und Hengste im Pedigree die hierfür eindeutig bekannt sind, würden zumindest die Alarmglocken klingeln lassen und dürften nicht vorne im Papier stehen.

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  • angie
    antwortet
    @ fanniemae:

    Das kann ich voll und ganz unterschreiben - allerdings habe ich meine Zuchtprodukte auch immer selbst angeritten und vorgestellt...

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  • werther
    antwortet
    Zitat von fanniemae Beitrag anzeigen
    wenn züchter selber reiten würden dann würden sie anders anpaaren
    Korrekt! Ein mir bekannter Zuchtleiter gab einmal sinngemäss von sich: Die besten Pferde kommen von Züchtern welche selbst aus dem Sport kommen oder dem Sport sehr eng verbunden sind. Züchter die also die Qualität ihrer Zuchtprodukte unter Reitgesichtspunkten beurteilen können.

    Zitat von fanniemae Beitrag anzeigen
    eigenleistung ist ein wichtiges kriterium, steht aber nicht mehr ganz oben
    In meinem Fall falsch! Ich habe mein eigenes Gefühl, meine eigene Beurteilung. Aber diese Meinung will ich während der täglichen Ausbildung im Ausbildungsstall, auf SLP und ABP unter Turnierbedingungen bestätigt haben. Erst unter echten Prüfungsbedingungen (Vorbereitung, LKW Transport, fremde Umgebung, fremde Pferde, Abreiten, Prüfung, Siegerehrung, Regeneration, ...) sehe ich ob das Jungpferd ganze Drumherum der Turnierreiterei souverän und ausgeglichen meistert.

    Wenn sich meine höchst persönliche Meinung mit der Beurteilung des erfahrenen Profi-Ausbilders, den Ergebnissen von SLP und Turnierergebnissen in ABP deckt/übereinstimmt und das Jungpferd das ganze Prozedere souverän und ausgeglichen meistert - dann ist es eine wirklich Gute welche in die Zucht gehört!

    Ungeprüft würde ich niemals eine Stute in die Zucht nehmen!
    Zuletzt geändert von werther; 24.06.2013, 23:53.

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  • fanniemae
    antwortet
    Zitat von Arame Beitrag anzeigen
    Ich höre immer wieder gute Stuten hier guten Stuten da... Gute Stuten sind schwer zu kriegen, man sollte nur noch mit (sehr) guten Stuten züchten, etc...

    Das ist mir auch klar. Es ist einfach so, dass die Grundqualität (und Gesundheit) bei einer Zuchtstute passen muss... Zu gut gibts nicht.

    ABER wie sieht es mit der Eigenleistung im Sport aus?!
    Wie wichtig ist das? Wie wichtig ist es für euch persönlich?

    Ist es ein Muss, dass sich eine Zuchtstute unter dem Sattel bzw. im Sport bewiesen hat?
    Würdet ihr mit einer rohen Stute züchten ohne die Qualitäten als Reitpferd zu kennen?
    Wann hat sich eine Stute für euch bewiesen und ist sozusagen "zuchtwürdig"?
    Kann man das an Erfolgen und Platzierungen festmachen oder zählen für euch nur Reitgefühl und Reiteigenschaften?
    Welche Platzierungen erwartet ihr bei einer "guten", sportgeprüften Stute?
    Welchen Stellenwert hat der Sport für die Zucht seitens der Stutengrundlage generell?

    Freue mich auf eure Meinungen!
    ich spare mir mühsame 16 seiten dieses themas und komme einfach mal zurück zur ausgangsfrage, die ich für sehr interessant und vor allem relevant halte.

    "Welchen Stellenwert hat der Sport für die Zucht seitens der Stutengrundlage generell?"
    die absolute gretchenfrage!

    rein genetisch sind sporterfolge unerheblich weil eigenleistung nunmal nicht vererbt wird.
    bevor ich einen totilas nutze bitte ich doch lieber herrn gal um eine samenspende u hoffe auf einen fähigen reiter&ausbilder, der mir dann die pferde der nächsten generationen ebenso dahinreitet wie herr gal das tut...

    alleridngs sind unsere ansprüche heute mangels eigener anderer erkenntnisse inzwischen eben so, dass wir eigenleistung als ein qualitätsmerkmal für zuchtpferde stilisieren. weil es einfach ist und für jeden nachvollziehbar und man selber keinen pferdeverstand benötigt hohe eigenleistung zu feiern. aber was nützt die beste eigenleistung wenn das pferd (stute oder hengst) sich in seinen genetisch relevanten (und vor allem: begehrenswerten!) merkmalen nicht vererbt?
    gar nichts.

    was ist gegen eine stute zu sagen, die niemals im sport war aber jahr für jahr hervorragende fohlen produziert, ganz egal in welcher anpaarung, und diese sich unter dem sattel später auch entsprechend darstellen?
    gar nichts.
    im gegenteil.
    jeder der eine solche zuchtstute sein eigen nennt sollte dankbar sein.
    man findet solche stuten nur ganz selten.

    weil das so ist und man erst nach einigen jahren wirklich weiss woran man mit einer solchen stute überhaupt ist, schalten wir heute eigenleistung als ein wesentliches weil einfach zu definierendes qualitätsmerkmal vor. früher war das anders. da liefen nicht die hengste im sport sondern die stuten brachten leistung - jeden tag. auf dem feld, vor dem wagen und mitunter auch auf dem tunrier.
    haben wir damals die falschen hengste gekört oder die falschen stuten rekrutiert?
    mitnichten.
    die erfolgreichen stutenstämme von einst rekrutieren sich alle aus solchen anpaarungen un dhaben uns weit gebracht. manch ein gefeierter hochleistungssportler heutzutage bringt uns aber mangels genetischer rundumqualität heute in nicht wieder gutzumachende sackgassen.

    leistungssportliche eigenleistung ist ein sinnvoller indikator, aber kein alleinstellungsmerkmal.
    vor allem sollte ein mangel an eigensleistung kein knockout-kriterium sein wenn ein solches pferd sich durch seine nachzucht beweist.
    im umgekehrten fall sollte man mit einer schlecht/nicht sich selbst positiv vererbenden zuchtstute trotz aller eigenleistung ganz sicher nicht weiter züchten.
    selbiges gilt für hengste im leistungssport.
    s-erfolge sind ne tolle sache und beeindrucken leicht.
    was nützt mir aber der schönste s-erfolg wenn der hengst sich nicht vererbt?
    statt auf eigenleistung rumzureiten sollten wir also lieber unser auge schulen, die ersten fohlenjahrgänge unter die lupe nehmen, "anderen" den vorzug lassen solange ein hengst sich nicht durch sattelreife nachkommen bewährt hat und uns selber ein kritisches bild von der nachzucht machen, ganz besonders ab dem sattellfähigen alter.

    ... und um auf eine von arames ausgansfragen zurückzukommen:
    "Kann man das an Erfolgen und Platzierungen festmachen oder zählen für euch nur Reitgefühl und Reiteigenschaften?"

    genau das!
    meine erste garnitur zuchtstuten ist nun in dem alter, dass ich die nachkommen die ich behalten habe selber reiten kann.
    und das zählt für mich mehr als alles andere.
    ein gutes reitgefühl, ein echtes sattelpferd - mit so einer tochter züchte ich gern weiter u erspare ihr vor allem die gerade in hannover für 3jrg stuten doch recht unaltersgerechte leistungsprüfung.
    eigenleistung im sport gern - nach dem ersten fohlen dann 5jährig in gereiftem alter.

    ... und last but not least:
    "Würdet ihr mit einer rohen Stute züchten ohne die Qualitäten als Reitpferd zu kennen?"
    genau so habe ich angefangen. meine stammstuten habe ich als fohlen gekauft und hatte keine ahnung was ich mir da eigentlich zugelegt hatte.
    beide haben 3jrg hervorragende SLPs abgeliefert, die ältere habe ich selber in allen disziplinen im sport geritten, für die jüngere war gleich nach dem ersten fohlen klar dass die ganz sicher nicht mehr zurück in den sport geht weil man eine solche vererbungssichere stute nicht alle tage findet.
    zehn jahre weiter kann man das rückblickend auch schön so erzählen.
    alles richtig gemacht.
    glück gehabt.
    heute weiss ich dass die nachkommen funzen.
    damals habe ich das nicht gewusst.
    weil ich heute aber weiss was ich an den müttern habe gehe ich mit den töchtern sehr viel sensibler um.
    natürlich sollen die sich auch im sport beweisen.
    aber das wichtigste und wesentliche sind meine ganz persönlichen eigenen eindrücke zum individuellen pferd, insbesondere dann ab 3jrg unter dem sattel. danach wird entschieden ob zucht oder nicht und da lass ich mir auch nicht reinreden.
    wer sollte besser in der lage sein zu beurteilen als ich selbst ob ein junges pferd unter dem stattel funktioniert oder nicht?
    das weiss ich nach kuzer zeit selber ganz sicher ob ich mit so einer stute weiter züchten will oder nicht.
    und weil das so ist hat sich mein ganz persönliches perspektivisches denken im hinblick auf zuchteinsatz in den letzten paar jahren rapide gewandelt.

    eigenleistung ist ein wichtiges kriterium, steht aber nicht mehr ganz oben.
    heute steht ganz oben:
    wenn züchter selber reiten würden dann würden sie anders anpaaren.


    @arame: danke dir sehr, du hast da ein tolles thema aufgemacht!
    wäre schön wenn es nicht geschrottet würde...

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  • Annemarie
    Ein Gast antwortete
    Zitat von Llewella Beitrag anzeigen

    Nach einigen Theorien hier dürfte ich mit dieser 16jährigen Stute ja eh nicht züchten - kommt eh nix bei rum, weil sie ihre Energien aufgebraucht hat. (Ich kann der Theorie zwar theoretisch folgen, glaube aber trotzdem daran, daß ein gutes Fohlen fällt - so ich denn den richtigen Hengst gewählt habe...)
    Wenn sie mit 16 noch gesund und fit ist, sind ihre Energien sicher noch nicht verbraucht.
    Anders würde es aussehen, wenn sie erst 9 oder 10 wäre und schon Verbrauchserscheinungen zeigen würde.

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  • Llewella
    antwortet
    Wenn ich das hier so lese, bin ich echt gespannt, als was sich meine Stute so erweist. Die ist über Jahre hinweg erfolgreich in M**-Dressur, gewinnt jedes Jahr eine oder zwei M* und die einzigen Jahre in denen sie ausfiel, waren die, wo ich schwanger war Selbst ausgebildet hab ich sie und mit nem guten Profi im Sattel wäre die auch noch weiter oben platziert als was ich geschafft habe. S bin ich mit ihr geritten, aber nicht platziert - das erste Pferd mit dem ich überhaupt so weit kam.

    Nach einigen Theorien hier dürfte ich mit dieser 16jährigen Stute ja eh nicht züchten - kommt eh nix bei rum, weil sie ihre Energien aufgebraucht hat. (Ich kann der Theorie zwar theoretisch folgen, glaube aber trotzdem daran, daß ein gutes Fohlen fällt - so ich denn den richtigen Hengst gewählt habe...)

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  • werther
    antwortet
    Zitat von Calt Beitrag anzeigen
    Wenn ich schöne lange Pommes haben will, muss ich immer die dicksten Kartoffeln neu aussetzten. Sonst gibt es kleine Pellkartoffeln
    Der ist gut ;-)

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  • caspar
    Ein Gast antwortete
    Ich habe gerade eine Stute aus Italien zurück geholt, die wir vor 10 Jahren als Springpferd, ländlich S plaziert dort hin verkauft haben.
    Von den Springpferde-spezialisten wurde sie auf Grund ihrer Abstammung nie ernst genommen.
    http://www.sporthorse-data.com/d?i=10922222

    Was sie nicht daran gehindert hat auch international im Springsport erfolgreich zu sein.

    Wo doch die Beurteiler immer der Meinung sind, mit der Abstammung kann ein Pferd nicht springen können.
    Diese Stute hat einen Bruder, der S-Dressur erfolgreich ging und eine Schwester die S-Springen erfolgreich war.
    Und jetzt ist uns doch tatsächlich letzthin unser Vollbluthengst ausgebüchst und hat sie gedeckt -


    Das ist Praxis - das Gegenteil von Theorie

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  • Calt
    antwortet
    So ist es Werther, leider sind 80 % unserer Pferde heute, besser als Ihre Reiter. Und ich sehe da in den nächsten 5-10 Jahren trauriges auf uns zu kommen. Die Zucht hat sich in den letzten 20 Jahren weiter entwickelt. Die Reiter an der Basis nicht, habe ich so das Gefühl.
    Ich setzte selber die Messlatte für eine Zuchtstute höher, als für ein reines Reitpferd. Ich habe auch schon qualitativ gute Pferde verkauft, weil sie mir nicht gut genug waren.
    Die StPr wird ja hier oft belächelt, meine Stuten haben alle die StPr, sowie deren Mütter und Großmütter auch. Dann kommen noch Titel, wie Leistungsstute, oder Schausieger bei jeder Stute dazu. Und sie sind zum größten Teil, aus eigener Zucht.
    Da ist es dann auch fast egal, für welchen Hengst man sich entscheidet. Da stecken aber auch Jahrzehnte Arbeit und Auslese drin. Denn, wenn sie von Natur aus keine guten GGA haben, und ein gutes Exterieur. Dann können sie es auch nicht weitergeben an ihre Nachkommen.
    Wenn ich schöne lange Pommes haben will, muss ich immer die dicksten Kartoffeln neu aussetzten. Sonst gibt es kleine Pellkartoffeln ;-)

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  • werther
    antwortet
    Zitat von gina Beitrag anzeigen
    womit der satz- das gute in den sport - das beste in die zucht wieder an bedeutung gewinnt. ein - wie auch immer "gemachtes" pferd wird niemals seine augenscheinlichen höhepunkte vererben können
    So ist es. Daher die hohe Bedeutung der Eigenleistung (SLP, RPF, ABP) in jungen Jahren - denn hier sind die Auswirkungen der Umwelteinflüsse (Training, Reiter, Management, ...) noch nicht so gross. Und das was die Pferde in jungen Jahren "natürlich" zeigen - das können sie auch weitergeben.

    Ein gemachtes Pferd wird seine - durch Training, Reiter, Management, ... - erworbenen Höhepunkte nie und nimmer vererben können (siehe schwarzer Wunderhengst unter E.G. nunmehr unter M.R.).
    Zuletzt geändert von werther; 24.06.2013, 21:08.

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  • caspar
    Ein Gast antwortete
    gina, das ist mir viel zu theoretisch.
    und eines der Probleme im Pferdegeschäft heutzutage ist, dass eben zu viele Leute theoretisches Wissen, das sie aus ihren Fachgebieten mitbrachten in die Pferdezucht hinein pressten.
    Das mag noch gehen, wenn es um Milchleistung und Schlachtgewicht geht.
    Aber beim Reitpferd ist der Faktor Mensch, der oben sitzt und das Pferd bei dem, was es tun sollte oder möchte eben unterstützt oder behindert, viel zu groß, (mind. 50 % warscheinlich aber mehr) dass man eigentlich eine brauchbare Analyse nicht erstellen kann.

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  • gina
    antwortet
    Zitat von caspar Beitrag anzeigen
    Die wenigsten Reiter können doch mit einem Charakterpferd umgehen.
    Zerbrecht Euch doch nicht den Kopf über Leistungsvererbung. Überlegt lieber mal, wie man das reiterliche Niveau auf den Stand der Zucht anheben kann.

    In diesem Forum wird für meinen Geschmack deutlich zu viel theoretisiert.
    und dann ?
    glaubst du wirklich die handvoll, die reiten können lernen wollen
    regulieren den markt?

    wenn du hier

    Die Verkäufer kennen die Produkte besser als die Käufer. Was das bedeutet, zeigte der Ökonom anhand des Gebrauchtwagenmarktes, den er "Markt für Zitronen" nannte. Akerlof geht davon aus, dass Besitzer eines gut erhaltenen, wertvollen Gebrauchtwagens, eines "Pfirsichs", ihr Auto dort nicht zum wahren Wert verkaufen können. Grund: Auf dem Markt tummeln sich auch Besitzer von "Zitronen" - von Autos in schlechtem Zustand. Pech für die Käufer: Sie wissen nicht, ob der angebotene Wagen ein guter oder ein schlechter ist. Daher sind sie nur bereit, niedrige Preise zu zahlen - zu wenig für Anbieter von "Pfirsichen", die daher den Markt verlassen. Das Geschäft bricht zusammen.

    auto durch pferde ersetzt
    sind wir doch genau beim thema

    es wird doch zu 70% fröhlich mit stuten zum hengst gezogen, die vllcht aufgrund ihrer charaktereigenscheiften ein paar schleifchen errungen haben - aber das hat doch nix mit eigenleistung zu tun.
    das volk der "nichtwirklichreitenkönnenden" wird doch im übermass bedient, mit pferden die weder aufgrund ihres gangwerks, noch ihres leistungswillens von ebendiesen reitern bedient werden können.

    so weit weg ist das alles also gar nicht
    Zuletzt geändert von gina; 24.06.2013, 12:18.

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  • silas
    antwortet
    Zitat von gina Beitrag anzeigen
    ich würde hier
    verhalten durch schlecht und
    reiter durch das gesamte bedienungspersonal ersetzen
    Ich stimme Dir zu - nur darf man das Wort "schlecht" nicht öffentlich äußern. Dann kommt nach meiner Erfahrung irgendein Möchtegern-Guru um die Ecke und philosophiert über eine Spezialausbildungsmethode...... *schonumdieEckebinundnichtzuhöre*

    Deshalb wähle ich gern das Wort "verhalten".

    Caspar hat es sehr treffend auf den Punkt gebracht - wir züchten gute Pferde, wir brauchen wieder bessere Reiter! All diese lieben, engagierten Freizeitreiter, die bei jeder kleinen Schwierigkeit gleich "Gewalt" und "nicht artgerecht" brüllen, mit denen kannst Du kein Pferd fordern oder gar fördern. DAS fängt nämlich bei mir selber an.

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