Wiesenhof beschwert sich über die ARF Reportage

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  • #61
    Naja, ich verstehe schon was sie meint. Der Drogenhändler weist ja auch jede Schuld von sich und sagt, wenn keiner meine Drogen kaufen würde, dann würde ich keine handeln. Der Vergleich hinkt natürlich weil es ja nicht strafbar ist, eine Hühnerfarm zu betreiben und das Risiko, am Verzehr der Produkte das zeiltiche zu segnen hoffentlich deutlich geringer ist als bei harten Drogen.
    Deiner Argumentation kann ich auch folgen, natürlich liegt die Verantwortung für das Geschehen am Markt erstmal bei der Nachfrageseite. Man darf aber nicht vergessen, dass die nennen wir es mal Lobby sehr geschickt die menschliche Natur auszunutzen vermag. Man kann aber nicht jede Kaufentscheidung für ein billiges Industrieprodukt als Zustimmung zum Status Quo werten. Jedes Umfrageergebnis spricht dagegen und ich finde es nicht zulässig, diese recht eindeutige Mehrheitsmeinung zu ignorieren mit dem Argument, dass wir ja einen weit höheren Anteil an tierschutzkonform Zeug hätten, wenn die Nachfrage da wäre. Ich möchte sogar so weit gehen, dass die industrielle Agrarwirtschaft auch nicht 'menschenschutzkonform' ist, denn der Job des Hühner ein- und ausräumens ist mit Sicherheit auch keiner um den sich die Arbeitnehmer reißen. Für einen Schlachter kann ich mir auch angenehmeres Arbeiten vorstellen, als bei Atlas am Band zu stehen und im Akkord Schweinehälften zu bearbeiten. Die Lebensqualität leidet nicht nur bei den Tieren sondern auch bei den Menschen. Selbst viele Landwirte geben zu, dass sie eigentlich lieber ganz anders wirtschaften würden.
    Das gleiche gilt für die immer noch trotz allen Widerstands zulässigen Schlachtvieh-Lebendtransporte. Bei kaum einem anderen Thema ist es so offensichtlich, dass der Bürgerwille in unserer aktuellen politischen Landschaft bestenfalls Randbedeutung hat...

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    • gina
      • 06.07.2010
      • 1857

      #62
      glücksgraf

      Zitat von gina
      santana

      frei nach dem motto: erlaubt ist was gefällt ?
      bzw
      profit bringt?



      Also @gina, demnach kauft du nur Fleisch von einem Biobauern um die Ecke, auch die Wust kommt immer vom Fleischer der auch sein Wurst selber macht?

      ist zwar für die wiesenhof diskuss unrelevant
      aber
      wenns dich so brennend interessiert......
      yep,
      ich kaufe ausschliesslich produkte, die nach meinen ansprüchen produziert worden sind.
      mein schönes geld wandert nicht in taschen von wiesenhof,müller, nestle und co


      und wenn ich ne wurst will-
      schlachte ich selbst ;-)
      schweine ohne management haltung- dafür fühlen sie sich zeitlebens sauwohl-
      kriegen was anständiges zwischen die zähne und haben ausreichend zeit so zu werden, wie ich sie gerne auf dem grill habe ;-)

      schmeckt besser- ist gesünder und und spart gegenüber aufgemotzten blendern enorm viel geld

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      • gina
        • 06.07.2010
        • 1857

        #63
        Zitat von Kareen Beitrag anzeigen
        Naja, ich verstehe schon was sie meint. Der Drogenhändler weist ja auch jede Schuld von sich und sagt, wenn keiner meine Drogen kaufen würde, dann würde ich keine handeln. Der Vergleich hinkt natürlich weil es ja nicht strafbar ist, eine Hühnerfarm zu betreiben und das Risiko, am Verzehr der Produkte das zeiltiche zu segnen hoffentlich deutlich geringer ist als bei harten Drogen.
        Deiner Argumentation kann ich auch folgen, natürlich liegt die Verantwortung für das Geschehen am Markt erstmal bei der Nachfrageseite. Man darf aber nicht vergessen, dass die nennen wir es mal Lobby sehr geschickt die menschliche Natur auszunutzen vermag. Man kann aber nicht jede Kaufentscheidung für ein billiges Industrieprodukt als Zustimmung zum Status Quo werten. Jedes Umfrageergebnis spricht dagegen und ich finde es nicht zulässig, diese recht eindeutige Mehrheitsmeinung zu ignorieren mit dem Argument, dass wir ja einen weit höheren Anteil an tierschutzkonform Zeug hätten, wenn die Nachfrage da wäre. Ich möchte sogar so weit gehen, dass die industrielle Agrarwirtschaft auch nicht 'menschenschutzkonform' ist, denn der Job des Hühner ein- und ausräumens ist mit Sicherheit auch keiner um den sich die Arbeitnehmer reißen. Für einen Schlachter kann ich mir auch angenehmeres Arbeiten vorstellen, als bei Atlas am Band zu stehen und im Akkord Schweinehälften zu bearbeiten. Die Lebensqualität leidet nicht nur bei den Tieren sondern auch bei den Menschen. Selbst viele Landwirte geben zu, dass sie eigentlich lieber ganz anders wirtschaften würden.
        Das gleiche gilt für die immer noch trotz allen Widerstands zulässigen Schlachtvieh-Lebendtransporte. Bei kaum einem anderen Thema ist es so offensichtlich, dass der Bürgerwille in unserer aktuellen politischen Landschaft bestenfalls Randbedeutung hat...



        wenn von politischer seite die rahmenbedingungen geschaffen würden um die exzesse einzudämmen jenseits von "sachzwängen " wäre der konsument (jeder bildungsschicht ) nicht alleine in der pflicht.
        wo ist das prob diesbezügliche vorgaben zu machen?

        ach ja , ich vergass-
        sachzwänge...........

        und gerne sieht auch die politik den konsument - eher weniger denn mehr aufgeklärt-
        lässt sichs so doch viel leichter agieren- regieren

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        • gut-stavenow
          • 09.12.2008
          • 359

          #65
          @ santana
          wenn ich es richtig verstanden habe und du metzger/-in bist, dann muss dir doch aufgefallen sein, dass die qualität des fleisches aus industrieller erzeugung eine deutlich andere ist, als die aus artgerechter haltung. insbesondere beim schwein und geflügel.
          @ramzes
          natürlich gibt es auch auf der anderen seite extreme.
          ich frage mich allerdings, was du uns damit sagen willst, ist die massentierhaltung im stil von wiesenhof für dich ok ? das kann ich mir nur vorstellen, wenn jemand aus wirtschaftlichen zwängen zur massentierhaltung gezwungen ist. mit landwirtschaft im eigentlichen sinne hat diese haltungsform ja nun wirklich nichts zu tun. nicht nur der tierschutz bleibt auf der stelle, auch die belastung der umwelt ist massiv.
          und bevor jemand an meiner qualifikation zweifelt, ich bin gelernte landwirtin und habe den grössten teil meiner praktischen zeit in einem der grössten schweinemast und -aufzuchtbetriebe absolviert.

          ihr habt sicher recht, wenn ihr fordert das die politik andere rahmenbedingungen setzen sollte und vor allem auch die förderpolitik überdenken muss. aber wir alle wissen, dass die politik an den marionettenfäden der lobbyisten hängt und selbst haarsträubende skandale kaum dazu führen, dass etwas geändert wird. nun kann man vielleicht noch etwas erreichen, wenn man bei der wahl entsprechend sein kreuzchen macht, viel hoffnung habe ich aber auch da nicht.

          darum ist es so wichtig die verbraucher immer wieder auf die probleme aufmerksam zu machen, um doch den ein oder anderen zu erreichen, der sein essverhalten überdenkt, nicht nur über die produktionsbedingungen, sondern auch über die gesundheitlichen folgen des übermässigen fleischkonsums. wie schon weiter oben geschrieben, sehe ich da durchaus veränderungen, der zuwachs des biomarktes (mit allen problemen, die auch hier entstehen) und die zunahme an vegetarisch lebenden menschen spricht für sich.
          Zuletzt geändert von gut-stavenow; 01.09.2011, 13:09.
          stute von don crusador x matcho

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          • #66
            stimmt, mir ja....aber...wieviele können das noch??? Wieviele wissen noch, wie ein saftiges Steak roh aussieht und gute Qualität schmeckt, usw.!!! Gerade meine Generation (30j und jünger) können doch nicht mal Apfel und Birnengeschmack unterscheiden, wissen doch gar nicht mehr, wie man eine gute Suppe oder Sauce ansetzt, das Fett Geschmacksträger ist,....kann ich noch endlos weit fortsetzen....da brauch ich gar nicht weit schauen. Da reicht es, wenn ich meinen Freunden mal beim Kochen über die Schulter schaue, da kommt mir oft das kalte Grausen,...
            Naja, das führt vom Thema weg. Ja, ich behaupte mal, ich kann das unterscheiden. Und ich lege Wert auf gute Qualität, wenn ich Fleisch esse. Denn, auch wenn ich Fleischer bin, esse ich rel. wenig Fleisch!

            Ich fände es sehr wichtig, wenn in der Schule mehr über Ernährung und alles drumherum gelehrt werden würde, damit sich die Kinder hoffentlic später mal nicht nur von Fertiggerichten und Junkfood ernähren, sondern selber (gesund) kochen und auf eine gute Qualität wert legen,.....

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            • #67
              In dem Zusammenhang fand ich diese Nahrungsmittelwoche richtig prima, ich weiß nicht mehr wo die war ob auf ARD oder doch eher Arte. Jedenfalls gab es dort richtig viel Talk zum Thema. Tim Mälzer hat gekocht um seinen Kampf gegen das Tütenessen demonstrativ zu illustrieren. Das finde ich z.B. einen super Ansatz wenn jemand, der populär ist seinen Status dafür einsetzt anderen etwas von seinem Wissen zu vermitteln. Es ist wirklich ein jämmerlicher Zustand, wenn in Familien das gemeinsame Kochen und Essen sprichwörtlich auf der Strecke bleibt. Hat auch was mit Kulturverlust und Verarmung and Sozialbindungen zu tun... Und das nimmt umsomehr zu je weiter sich die eigene Lebenswelt vom Nahrungsmittel entfernt.

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              • Ramzes
                • 15.03.2006
                • 14590

                #68
                Gut Stavenow , ...wie in dem link beschrieben der " mob " , also die Fleischesser , die Masse also , es wird das möglichst preiswert produziert .Ist es Deiner Meinung nun aber angebracht , einen der grössten Schweinemastbetriebe ( ich nehme an , schon zu DDR - Zeiten ) als ein zahlenmäßiges Extrem auf der anderen Skala der Betriebe nun als Beispiel zu nehmen für alle anderen Mastbetriebe , egal wie groß oder wie klein ?
                Der Verbraucher hat schon lange , lange vor der Grenzöffnung ( 25 J. ) die Möglichkeit gehabt , z.B.Scharrelschweine auf Stroh gehalten , div. Markenfleisch-Programme und Biofleisch zu kaufen .
                Die Programme sind z.T. eingestellt worden und Biofleisch Schwein / Rind wurde zeitweise von den Erzeugern mangels Nachfrage sogar trotz des höheren Aufwandes zu Preisen konventionell - erzeugter Ware verkauft ( nach Abebben der BSE - Krise ) .
                Alle Lippenbekenntnisse der Verbraucher versickerten so nach und nach , selbst in Einkommenskreisen , die es sich leisten könnten , sonst müßte doch in Baden - Würtemberg der Verbrauch an Bio-Ware identisch sein mit dem Wahlergebnis an der von Dir zitierten Stelle ! Ist es aber in der Realität nicht , s. 3.Tabelle im link Öko-England http://www.agrarheute.com/england-biomarkt GER - 70,7 € / Kopf und Jahr .
                Ja , und ich gehe mit Dir konform , das habe ich schon sehr oft gesagt , das die Essensgewohnheiten und die Bewegung aufeinander abgestimmt werden sollte .
                Da Du ldw. involviert bist , weißt Du doch , wo die Milch und die Eier herkommen , ...also wäre die tatsächliche Konsequenz nicht vegetarisch , sondern vegane Ernährung , wie im link beschrieben ??
                Übrigens zu keiner Zeit in der Geschichte der Menschheit bislang möglich gewesen , da es erst in unserer jetzigen narzistischen Wohlstandsgesellschaft für den Einzelnen erstrebenswert scheint .
                Die Kappung der Obergrenze der Fördermaßnahmen ist im Gespräch
                http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_23601.html wo man dazu sagen muß , das die Schweizer Bauern die höchste Subventionierung zusammen mit Japan haben .
                So wie der Verbraucher den Tante - Emma - Laden / Schlachter im Stich gelassen hat , so hat er sich auch durch sein Verhalten zu preisgünstigen Lebensmitteln zwangsläufig auch zu ökonomisch größeren Produktionseinheiten in der Landwirtschaft entschieden .
                Mit dem freigewordenen Teil seines Familienbudgets ( 12 - 14 % für Nahrungsmittel ) ist man in der Lage , in anderen Wirtschaftsbereichen zu konsumieren mit den ebenfalls vorhandenen Lobbyisten-Interessenvertretern .
                Die Geschichte der DDR - Produktionseinheiten ist daher bitte schön auch im historischen Licht der Kollektivierung zu sehen . Und Investoren haben wir hier in der Gegend auch .

                Inzwischen wird aber fast jede Stallanlage in Planung , sogar von Biobetrieben , entsprechend behandelt in der Öffentlichkeit .

                Derzeit sind die Schweinepreise im Keller http://www.frankenpost.de/regional/w...rt2448,1729713 und da redest Du von wirtschaftlichen Zwängen ? WElche Wirtschaft ist denn Deiner Meinung nach losgelöst von wirtschaftlichen Zwängen ????
                Und dieser Preisdruck mit den neuen Anforderungen an die Schweinehaltungsverordnung ( s. Sauen ) und den entsprechenden Investitionen , in den meisten Fällen Familienbetriebe klammerst Du als Fachkundiger total aus ??
                Weder die konventionelle ldw. , noch die biologische Landwirtschaft ist losgelöst von wirtschaftlichen Zwängen . Genau das Gegenteil ist der Fall , eingebunden in die Tendenzen der Volkswirtschaften
                http://www.agrarheute.com/england-biomarkt und des globalen Marktes - Wettbewerb .
                Oder glaubst Du ernsthaft , die biologisch wirtschaftenden Betriebe hierzulande haben keine Konkurrenz aus dem Ausland , wo für die Supermarkt-Ketten günstiger auch in größeren Partien eingekauft werden kann ?
                http://www.gfrs.de/infoservice/2011-2/ z.B. Kanada
                Die Biobranche ist doch inzwischen auf dem besten Weg zu ähnlichen Strukturen .
                Da der Verbraucher sich nur in homöopathischen Dosen an den Direkt-ab-Hof-Einkauf wenigstens bestimmter Segmente und das auch nur sporadisch erinnert , wird sich daran nichts ändern .
                Trotzdem bleibe ich bei meiner Aussage , daß Bestandsgröße nicht zwangsläufig Tierquälerei bedeutet .Diese Pauschalverurteilung einer ganzen Branche z.B. ab 100 Sauen , 1000 Mastschweine ( oder wo sind bei Euch die Grenzen , wo glaubt ihr denn seien Minimal-Grenzen ökonomisch betrachtet ?) lehne ich ab .
                Schließlich erhalten viele von Euch auch Einkommen von Konzernen , Großbetrieben etc. , Staat und nicht aus 2 Mann -Betrieben .Genauso lehne ich eine Pauschalverurteilung von bestimmten anderen Berufsgruppen ab . Schwarze Schafe gilt es überall herauszufiltern .

                l Es gab hier mal einen Threat zum Thema Schlachten , da habe ich alle hier mit Adressen und links zur Direktvermarktung bombardiert .
                Erzähle mir nicht , daß jetzt seit dem damaligen Datum hier alle direkt und zwar dauerhaft einkaufen .
                Im übrigen sollte sich jeder bei Marianne zum Schlachten und Wursten melden , so wie es früher vor knapp 30 - 40 J. noch in vielen Familien , besonders auf dem Land , aber auch in der Stadt üblich war . Da wurde z.B. ein halbes Schwein beim Schlachter bestellt ,trotz der damals im Vergleich zu heute wesentlich schwierigeren Vorratshaltung von Fleisch .
                Zuletzt geändert von Ramzes; 01.09.2011, 17:59.

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                • Mondnacht
                  • 01.12.2009
                  • 2459

                  #69
                  @ Ramzes: An die ganzen Links erinnere ich mich noch gut, aber wir haben da definitiv kein Bedarf. Wir kaufen zwar nicht immer BIO, aber die Schlachter unseres Vertrauens lassen auch bei uns in der Gegend schlachten.
                  Davon ganz abgesehen hatte ich mal meinen Pferderentner auf einem konventionellen Hof mit Rindern untergestellt. Die haben für die Markenprogramme der großen Ketten produziert, z. B. Gutfleisch. Da war ich regelmäßig und fand die Haltung der Tiere immer voll in Ordnung. Die Pferd liefen zum Teil mit den Rindern auf der Wiese, alles machte einen gepflegten Eindruck und das Futter bestand vor allem aus Silage. Einen weiten Weg zum Schlachthof hatten die Tiere auch nicht, also warum sollte man von so einem Hof kein Fleisch kaufen??

                  @ Kareen: Die Themenwoche zum Essen war in der ARD, fand ich auch gut. Leider erreicht die ARD aber nicht die Zielgruppe, die gucken eher Privatfernsehen...
                  Mein Sohn lernt jetzt in der 5. Klasse Gesamtschule kochen, finde ich Klasse.
                  Achso, ich habe gerade so gar keine Lust aufs Kochen, jeden Tag was neues, gesundes usw. Ich habe Koch- Burn Out und würde lieber Fertigmenüs kaufen, aber bei dem Gedanken wird mir schon ganz anders....

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                  • #70
                    Kannst du bei uns kaufen :-) Im großen Kessel gekocht und in Dosen gefüllt! Richtige Hausmannskost!
                    Melde dich bei Facebook an, um dich mit deinen Freunden, deiner Familie und Personen, die du kennst, zu verbinden und Inhalte zu teilen.

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                    • Ramzes
                      • 15.03.2006
                      • 14590

                      #71
                      Mondnacht , da hast Du mich falsch verstanden , ...ja warum sollte man von so einem Hof nicht noch einen wesentlich größeren Anteil kaufen ?! Jetzt ganz allgemein , nicht gegen Dich . Ich meinte , der Verbraucher hat es schon sehr lange Zeit in der Hand , von solchen konventionell-wirtschaftenden Höfen zu kaufen , selbst über die Discounter , die ja nun mal den Hauptteil ausmachen .
                      Zuletzt geändert von Ramzes; 01.09.2011, 17:49.

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                      • Mondnacht
                        • 01.12.2009
                        • 2459

                        #72
                        Weißt du, das mit dem Verbraucher ist so eine Sache, so viele haben gar keine Lust sich mit der Lebensmittelproduktion aus einander zusetzen. Auch in unserem Bekannten und Freundeskreis bin ich manchaml über die Naivität echt erschrocken. Einige kaufen nur Bio, da haben es ja alle Tiere gut...
                        Und dabei sind die meisten unserer Freunde eher mit einem höheren Bildungsstand gesegnet.


                        Hallo Santana, das sieht ja ganz appetitlich aus, aber ich bin leider so weit weg ( oder verschickt ihr auchß).

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                        • Ramzes
                          • 15.03.2006
                          • 14590

                          #73
                          Siehst Du , genau diese Pauschalverurteilung und Naivität ( Bio - da haben es ja alle Tiere gut / Konvi - MUSS ! einfach schlechter sein ) , besonders in den von Dir erwähnten Kreisen .
                          Es ist immer eine Fallanalyse , genau wie in jedem pferdehaltendem Betrieb / Privathalter .

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                          • Calippo
                            • 24.06.2007
                            • 581

                            #74
                            Santana, ich bin bei dir aus der Ecke und öfter mal in Löningen. Habt ihr dort einen Ab-Hof-Verkauf oder ein Ladengeschäft? Schlachtet ihr selbst? Bio oder "normal"?

                            Der Film selbst war meiner Meinung nach nicht objektiv genug. Er verfolgte aber auch einen ganz anderen Zweck, nämlich den Verbraucher wachzurütteln. Aber ob das gelingt, wage ich doch zu bezweifeln, solange hier im Sommer noch 2-3 mal wöchentlich gegrillt wird, dass sich die Tische biegen. Und angeblich braucht ein "richtiger Mann" jeden Tag Fleisch, sonst kann er nicht arbeiten (und anderes wohl auch nicht ). Im Ernst, so von einer Bekannten gehört.

                            Na ja, das Thema Geflügelfleisch ist jedefalls für uns schon seit Jahren gestorben (eine Art Protest gegen all die Legefarmen, Hähnchenmastanlagen und Elterntierfarmen), die alleine unser kleines Dorf im Umkreis von 2 km mit Landluft vom Feinsten beglücken.

                            Letztendlich aber kann man aber meiner Meinung nach die Zeit nicht zurückdrehen, selbst wenn jetzt alle Konsumenten auf Bio und artgerechte Produktion umsteigen würden. Alleine die Massen in den Städten zu versorgen, die nicht selbst die Möglichkeit haben, ein paar Hühnchen im Garten zu halten, die aber dennoch Fleisch auf dem Teller haben wollen.


                            Ach ja, ich hatte auch mal Hühnerhaltung. Ich hatte sehr viel Spaß an den Tierchen, jedes produzierte Ei konnte wahrscheinlich in Gold aufgewogen werden und letztlich sind die meisten an Altersschwäche gestorben, weil ich sie niemals hätte essen können.

                            Kommentar


                            • #75
                              @all, ja, wir haben einen kleinen Laden, der von Mittwoch bis Samstag auf hat. Und ja, wir verschicken die Dosen auch :-) rechnung liegt dann bei.
                              Bio haben wir leider nicht, der Versuch war da, aber: zu teuer und dann auch leider oft dem Kunden zu fett, tja....
                              aber, die Tiere sind aus der region, das Rindfleisch von Weiderindern, oft von einem Freund des Schlachthofbesitzers.
                              Ich freue mich über jeden, der vorbeischaut :-))

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                              • gut-stavenow
                                • 09.12.2008
                                • 359

                                #76
                                @ramzes
                                finde ich gut, dass du mal nicht nur mit kopierten links argumentierst....
                                sicher gibt es auch landwirte, die innerhalb einer konventionellen (also nicht bio)haltung ihre tiere artgerecht halten. es sind aber nur wenige. ich beziehe mich hier mal vornehmlich auf die schweine und geflügel haltung, da die rindermast in den meisten fällen anders abläuft.
                                was ich ablehne ist eine konventionelle schweine/geflügelhaltung, die nicht artgerecht abläuft. artgerecht heisst für mich: ausreichend platz, frische luft, sonnenlicht, beschäftigung durch einstreu oder naturboden, natürliche futtermittel und ausreichend zeit für die mast.
                                sauenhaltung in ständern, abferkelboxen mit zwangsbügel für die sau, zu kleine boxen ohne natürliches licht und mit spaltenböden und dazu die turbomast (die perversion ist die broilermast innerhalb von weniger als einem monat) sind jedoch der alltag und das lehne ich kategorisch ab. deswegen esse ich trotzdem fleisch, aber eben aus entsprechendem hintergrund und maximal einmal pro woche. dann darf es auch gerne mehr kosten.
                                ich weiss, es gibt bestrebungen bei vielen landwirten, diese art der tierhaltung zu ändern und den tieren artgerechte bedingungen zu bieten. problem ist nur, dass es dafür kein eigenes qualitätslabel gibt, im sinne von: aus artgerechter tierhaltung. damit wäre es möglich, billiger als bio zu produzieren und sich trotzdem vom billigfleisch abzuheben. ich wäre sehr dafür. wie siehst du das ?
                                du schreibst weiter, dass du in bawüberg keine hinweise für eine änderung des kaufverhaltens erkennen kannst. nun kann ich die verhältnisse dort nicht einschätzen, ich kann aber von berlin/potsdam/hamburg berichten und dort macht quasi jede woche ein neuer biomarkt auf. die sind durchaus von unterschiedlicher qualität, aber die guten führen regionale fleischprodukte und an der theke wird umfangreich über die herstellenden betriebe aufgeklärt, wenn man fragt. ich war heute erst in berlin und habe mal die gelegenheit genutzt in unserem bioladen um die ecke nachzufragen.
                                stute von don crusador x matcho

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                                • gina
                                  • 06.07.2010
                                  • 1857

                                  #77
                                  aus diesem grund begrüsse ich die "bio" welle,
                                  ist sie doch zumindest eine kl chance nahrung bewusster zu machen.

                                  und klopft den konv so ein bisschen auf die finger.......
                                  die dann gerne laut aufjaulen- und versuchen alternativen anbau zu diskreditieren,indem sie studien auf ihre art interpretieren - üble nachrede ist auch eine form von hilfslosigkeit...:-)


                                  ich vermisse regularien bei der herstellung-sog konv - lebensmittel
                                  hier kann und darf ja wirklich alles in rauen mengen aufs feld gebracht bzw ins tier "versschafft " werden
                                  dazu die aufzuchtbedingungen.........sämtliche ethik wird hier dem profit geopfert.
                                  regeln / vorgaben nicht im sinne von - dies und das ist erlaubt- mit grauzonen-
                                  sondern-
                                  eine drastische ! reduktion der zusatzstoffe,
                                  verbote für aufmotzen mit hilfe von nano technologie,geschmackserzeugung per "hilfsstoffe"
                                  faire gestehungsbedingen,für mensch und tier
                                  ein bewusstsein vor allem auch der ärzte für die gefahren die aus der momentanen situation heraus entstehen-
                                  es kann nicht angehen, dass kinder mit ges defiziten wohl medikamentös behandelt, aber zu wenig aufklärung bzgl der ernährung aus der praxis gehen.

                                  das bgh sollte in dieser hinsicht deutlich seinen lobbyismus zurückschrauben und sich als die institution beweisen, die es letztlich sein soll- bundesgesundheitsministerium.


                                  in eigener sache:
                                  so,
                                  das wars erst mal für mich hier......

                                  war echt ein zum teil hitziger aber netter gedankenaustausch,
                                  leider habe ich gestern feststellen müssen, dass hier zensiert wird und unangenehme diskussionen einfach mal verschwinden.
                                  dazu bekommt man eine "nette " pn- fragen bzgl des einen oder anderen themas zu unterlassen.
                                  viele , die hier schreiben, haben echt rückgrat,
                                  einem forum würde dies auch gut zu gesicht stehen,
                                  ist immer ein zeichen von selbstbewusstsein........

                                  in diesem sinne........

                                  ....... vergesst mir die pferde nicht........
                                  Zuletzt geändert von gina; 05.09.2011, 06:45.

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                                  • Ramzes
                                    • 15.03.2006
                                    • 14590

                                    #78

                                    Gut Stavenow , und ich wünschte mitr , daß die Bio-Ldw. hier in GER auch ihre Karten offener
                                    auf den Tisch legt , z.B. gerade zu dem Thema Tierverluste , Ferkelverluste etc.
                                    Ergebnisse und Forschungsberichte - verbandsintern , bleiben Verschlußsache .GEHEIM

                                    Unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz sind da wesentlich offener und ehrlicher !
                                    Und so würde ich mir das wünschen .
                                    http://www.bio-austria.at/biobauern/...er_bio_huehner s. insbesondere Absatz zum Futter
                                    Zuletzt geändert von Ramzes; 02.09.2011, 09:16.

                                    Kommentar

                                    • hannoveraner
                                      • 11.06.2003
                                      • 3238

                                      #79
                                      ich glaube hier ist sehr viel richtiges geschrieben worden und es ist sehr interessant, wie die gegensätzlich anmutenden Standpunkte aufeinander prallen. Ramzes hat einen sehr realistischen Standpunkt in meinen Augen und wenn ich ihn richtig interpretiere, wehrt er sich vor allem gegen dieses "schwarz/weis"-malen, dass die eine Ecke die guten un die andere ecke die bösen sind. wir haben in jedem lager beides.

                                      Massentierhaltung ist kein Phänomen ob Bio oder konventionell sondern Massentierhaltung ist Phänomen unserer auf Profit ausgerichteten GEsellschaft. und das auf Angebots- als auch auf Nachfrageseite. Und das wird, wie in den anderen Wirtschaftszweigen in Deutschland; immer schwerer für einen ordentlich und reell arbeitenden Landwirt, mit "übersichtlichen" Tierzahlen auch selbst zu überleben. Übersichtlich sind ja 120 Kühe, 250 Sauen, paar tausend Hühner jeweils in seiner sparte. Die Zeiten von 15 Kühen, 25 Sauen und den 50 Hühnern sowie 40 Mastgänsen ist finaziell vorbei, würde aber eh mehr Arbeit erfordern als der 38,5 h-Stunden-Job in der 5 tage-Woche und 30 Urlaubstagen.....

                                      zu diesem thema darf man unterschiedlicher meinung sein, aber realisiert wird es so wie die nachfrage ist. und nicht anders.
                                      auch wenn ich mal was kritisches schreibe, ich meine es nicht persönlich  

                                      Kommentar

                                      • Ramzes
                                        • 15.03.2006
                                        • 14590

                                        #80
                                        Danke , Hannoveraner .
                                        Inreressant wären auch endlich einmal realistische Darstellungen der Nutztierhaltung vergangener Jahrhunderte . ES WAR NIE WIE IN DEN BAUERNHOF-KINDERBÜCHERN !!!
                                        Weder für Mensch noch für das Vieh , ...die gute alte Zeit hat es in der Form , wie sie sich in den heutigen Gehirnen festgesetzt hat , nie gegeben .
                                        Im großen und Ganzen waren Nahrungs-und Futtermittel immer knappes Gut .
                                        Es wurde immer wieder in Wellen je nach Ernte/andere Notzeiten in verschiedenen Graden der Gürtel enger geschnallt , bzw. das Vieh hat gehungert .
                                        Als Reform wurde mitte 1750 in vielen Teilen Europas die Einführung der Sommerstallhaltung angesehen http://webcache.googleusercontent.co...&ct=clnk&gl=de

                                        Einführung des Kleeanbaus - Sommerstallfütterung _ Anbindehaltung


                                        Für viele war gültig der Traum vom Sattwerden und nicht der Traum der BMI - Idealfigur , wieviele KJoule. wurden wohl damals so im Durchschnitt für die oft schweren Arbeiten verbraucht ( Landwirtschaft , Handwerk,Haushalt , Manufaktur/Industrie), was stand zur Verfügung .
                                        Das ist heute GsD anders , Gesundheit bedeutet heute u.a. nicht übergewichtig zu sein .



                                        Fixnet ist ein EU-Verbundsystem Forschung , N-Fixierung , Rhizobien

                                        http://www.oekolandbau.nrw.de/fachin...fuetterung.php Ferkelverluste Absetzen
                                        Zuletzt geändert von Ramzes; 02.09.2011, 16:30.

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