Ist Dressurpferdezucht überflüssig ?

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  • Saoirse
    • 25.08.2016
    • 11

    Interessante Diskussion.
    Ich muss sagen - ich war am Wochenende bei den Munich Indoors und habe mir da etliche Springprüfungen angesehen (auch 1,40m aufwärts).
    Ab und zu - leider habe ich zu selten auf die Abstammugen geachtet - kam da ein Springpferd reingetrabt.. woah. Da blieb einem die Luft weg - Dressursattel drauf und los. Gut, die sind da jetzt natürlich keinen ordentlichen Schritt geritten. Das heißt ja aber nicht, dass diese (Spring-)Pferde nicht dazu in der Lage wären.

    Generell finde ich die Entwicklung "reines Dressurpferd" schwierig. Klar, jedes Pferd hat seine Stärken und Schwächen. Aber wenn Pferd jeden Sprung nieder reißt und sich bei Baumwurzeln fast die Beine bricht - wie soll es seine Beine dann gescheit im Seitwärts oder bei Pi und Pa ordnen?
    Es muss ja nicht hoch und mit einer bomben Manier springen, aber die Pferde müssen ihre Füße ordnen können.
    Ein bisschen Springblut versaut wohl kaum die GGA und es würde sicherlich helfen, die Dressurpferde wieder trittsicher, koordinationsfähig und mitdenkend zu machen.
    Sonst werden nämlich bald wirklich Plaketten für barrierefreie (Dressur-)Ställe vergeben werden (...müssen..).

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    • Fife
      • 06.02.2009
      • 4322

      ich stelle mal eine Linie auf damit man mal meinen Gedanken folgen kann

      Dressur - Reitpf.Dressureig. - vielseitiges Reitpf - Reitpf.Springeig. - Springer

      - ganz link oder rechts wird es Dauerhaft eine Sackgasse sein.
      - von jedem Extrem zum andern umzuzüchten wird mehrere Generationen brauchen, egal welche Richtung
      - das blütige vielseitige Reitpferd wird auch eventer sein können.
      Zuletzt geändert von Fife; 14.11.2016, 19:46.

      Kommentar

      • wilabi
        • 21.05.2008
        • 2319

        Zitat von Fife Beitrag anzeigen
        meistens wirst du in der 3ten Generation schlicht in der Zeit sein wo es eine getrennte Dressur oder Springzucht nicht findest. Es waren Reitpferde.
        Nee, Nee - in Hannover fing das Mitte/Ende der 80iger an. Weltmeyer x Bolero - die Anpaarung dürfte allein schon hunderte Male praktiziert worden sein. Das ist 20-30 Jahre her - davon ist nichts, aber auch gar nichts geblieben und zur damaligen Zeit waren das DIE Verkaufsschlager.

        Kann mir irgendjemand Pferde im Spitzensport nennen, das diese Abstammungsfolge in den hinteren Generationen noch hat. Mir ist nichts bekannt.

        Kommentar

        • hannoveraner
          • 11.06.2003
          • 3238

          Einer der erfolgreichsten Vererber seines Alters ist Danone. Mutter Weltmeyer-Bolero

          Zwar nicht Bolero aber ebenfalls ein "Springvernichter" als Muttervater hatte Warum Nicht, immerhin World Cup Final- Sieger wenn ich mich nicht irre.
          auch wenn ich mal was kritisches schreibe, ich meine es nicht persönlich  

          Kommentar

          • hopplahop
            • 20.01.2016
            • 1059

            Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
            Die Vertreter der Dressurpferdezucht sollten doch mal eine Stute auftreiben, die mehrere Nk für die schwere Klasse hatte und die 3 Generationen reines Dressurblut aufweist.
            Eine einzige fällt mir ein - und da ist die 3. Generation auch eher Springblut.
            Nicht mal eine Stute mit 2 Generationen Dressurblut kann ich auftreiben, die so etwas vorzuweisen hat. Alles nur einzelne Zufallstreffer ?










            Ist das reines Dressurblut in Deinen Augen? Ich denke, das könnte man so sehen. Alle Stuten sehr eng miteinander verwandt. Zufallstreffer?

            Kommentar

            • carolinen
              • 11.03.2010
              • 3548

              Ich denke, er meinte eine aktuelle Stute, die mehrere Nachkommen in der schweren Klasse hat. Nicht mehrere mit einem Nachkommen. Ob Einstand als reiner Dressurvererber dasteht ?

              Willkommen zurück - Deine freundliche Art und Ausdrucksweise war mir schon öfter als mir bekannt aufgefallen.
              Herr - Laß es Hirn regnen oder Steine - egal - Hauptsache Du triffst !

              Kommentar

              • anthea7819
                • 17.04.2012
                • 1304

                @ Wilabi
                Die Frage ist doch, was ist "reines" Dressurblut?

                Was verstehst du unter einer reinen Dressurpferdegenetik.

                Kommentar

                • wilabi
                  • 21.05.2008
                  • 2319

                  Zitat von hannoveraner Beitrag anzeigen
                  Einer der erfolgreichsten Vererber seines Alters ist Danone. Mutter Weltmeyer-Bolero

                  Zwar nicht Bolero aber ebenfalls ein "Springvernichter" als Muttervater hatte Warum Nicht, immerhin World Cup Final- Sieger wenn ich mich nicht irre.
                  Ok ich relativiere meine Aussage auf "ist wenig geblieben". Im Falle Danone hat es vielleicht auch die Vererbungswucht des DeNiro geheilt.
                  Aber es geht ja nicht um Einzelfälle , sondern um TENDENZEN. Das Hochzuchtgebiet der Hannoveraner war mal das alte Land. Mit kernigen Stuten nach dem Strickmuster Grande x Duellant. Dann kam Bolero. Das hat auf breiter Front noch wunderbar funktioniert. Ende der 80iger haben sie dann alle bei Bade einen Antrag auf Weltmeyer gestellt. Und von da an ging es genetisch bergab. Und heute findest du da oben nichts mehr in den Pedigrees der hann. Spitzendressurpferde. Jetzt kommt mir nicht "alles verkauft", "Generationenwechsel".
                  War das jetzt Zuchtfortschritt ?

                  Kommentar


                  • Man kann noch mehr Beispiele dafür nennen, dass es erfolgreiche Dressurpferde ohne Springblut gibt. Das beweist jedoch nicht, dass das Aneinanderreihen von "nur" Dressurblut (Spezialzucht) zu einer höheren Anzahl an guten Dressurpferden oder zu einem qualitativ besseren Dressurpferd führt. Wobei immer noch die Frage steht, was man unter einem erfolgreichen Dressurpferd versteht (über 80 %)?

                    Genau so viele Beispiele lassen sich finden, wo erfolgreiche Dressurpferde im Hintergrund vermehrt Springgeneitk aufweisen.

















                    Im Übrigen hat De Niro 3 NK bei der FN gelistet, die im Springen S-erfolgreich sind. Das beweist aber nicht, dass De Niro ein Springvererber ist.

                    Wolkenstein II (trotz Worldcup) hat 13 S-erfolgreiche NK im Springen. Einer lief sogar in 2015 recht erfolgreich beim Hamburger Derby. Auch ihn würde ich im Umkehrschluss nicht als Springvererber einsetzen.

                    Bleibt immer noch die Frage, bei welchem Zuchtansatz ist die Erfolgsquote höher und die Ausschussquote (Pferd ist als ordentliches Reitpferd nicht geeignet) am Geringsten? Wobei man wirklich erst einmal den Kreis der Trefferquote (Erfolgsquote) definieren muss.

                    Was mir bei jungen Springpferden auffällt ist, dass sie bereits beim Anreiten unter ihren Körper fußen. Bei reinen Dressurpferden, sieht das anders aus. Sie laufen vermehrt hinten raus.

                    Weiterhin kommt sicher das heutige Erscheinungsbild des reinen Dressurpferd seiner vermeintlich besseren Eignung für den Dressursport entgegen. Durch ihre "Schäferhundkontruktion" täuschen sie oft unser Auge hinsichtlich einer guten Bergaufbewegung.

                    Weiterhin wird innerhalb der Ausbildung das mögliche Bewegungpotenzial der Springpferde nicht gefördert und zum Teil auch weggeritten. Welcher Springausbilder leistet denn noch richtige Dressurarbeit mit den jungen Pferden? Das sehe ich selbst derzeit bei meiner Stute. Kurz nach dem Anreiten hatte diese wesentliche bessere Bewegungen als jetzt, wo sie bereits einen L-Parcour springt.

                    Ich kann den Vorteil der reinen Dressurpferdezucht nicht erkennen. Trotzdem ich gestehe ich ein, dass der Züchter sich schon ein Zuchtziel setzen muss. Will ich ein Dressurpferd züchten, werde ich anders anpaaren müssen, als wenn ich ein Springpferd züchten will. D.h. aber nicht, dass ich unter Verwendung der Springgenetik kein vernünftiges Dressurpferd züchten kann.
                    Zuletzt geändert von Gast; 15.11.2016, 09:28.

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                    • wilabi
                      • 21.05.2008
                      • 2319

                      Das ist nicht das, was ich meinte. Wo sind Stuten, die -wie bei den Springpferde gehäuft vorkommend - die mal 3 Nk für S gebracht haben? @Hannoveraner hat so was - aber sonst ?
                      Der Stamm da oben ist mir auch bekannt. Argentan ist für mich kein reiner Dressurpferdevererber. Bonard de Charry stand, bzw. steht in einem Ausbildungsstall hier in der Nähe. Das ist ein gutes Dressurpferd. Da kann man sagen, "es kommen immer wieder gute PFerde" - Genetik aus den hinteren Regionen, die mit jeder weiteren Generation weniger wirkt ?

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                      • dressurpferde@email.de
                        • 15.02.2012
                        • 913

                        Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
                        Nee, Nee - in Hannover fing das Mitte/Ende der 80iger an. Weltmeyer x Bolero - die Anpaarung dürfte allein schon hunderte Male praktiziert worden sein. Das ist 20-30 Jahre her - davon ist nichts, aber auch gar nichts geblieben und zur damaligen Zeit waren das DIE Verkaufsschlager.

                        Kann mir irgendjemand Pferde im Spitzensport nennen, das diese Abstammungsfolge in den hinteren Generationen noch hat. Mir ist nichts bekannt.
                        Danone wurde doch schon genannt.

                        Die Mutter Well Done (Weltmeyer - Bolero - Windhuk) konnte mit De Niro drei gekörte Söhne stellen. Danone I +II Erfolge bis S*** bzw S****, Der Designer aktuell bis Inter I auf dem Weg Richtung Grand Prix. Desweiteren einen Sohn von Donnerhall mit Erfolgen in Inter I.

                        Auch Rapunzel (Rubin Royal - Donnerhall - Hitchcock - Matcho AA) ist jedem bekannt. In Anpaarung an Damon Hill (Donnerhall - Rubinstein) konnte sie die Ausnahme Pferde Damon's Delorange, Damon's Satelite, Damon's Devine und Damon's Divarouge (altergemäß bis M) stellen.

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                        • wilabi
                          • 21.05.2008
                          • 2319

                          Zitat von Ara Beitrag anzeigen
                          Das beweist jedoch nicht, dass das Aneinanderreihen von "nur" Dressurblut (Spezialzucht) zu einer höheren Anzahl an guten Dressurpferden oder zu einem qualitativ besseren Dressurpferd führt. .
                          Es geht um Tendenzen:
                          Die Formel
                          Bewegungshengst x Bewegungshengst x Bewegungshengst = Laufmaus
                          tritt in gehäufter Form auf.
                          Siehe November-Auktion Verden (ich verkneif mir Beispiele mit Rücksicht auf die gebeutelten Aussteller)

                          Besonders, wenn die 3 Generationen absolute Springvernichter beinhalten. Zuchtwerte von 50-70 .
                          Ist das ein Indiz für die zunehmend schwindenden Saft auf dem Rücken und HB ?
                          Wie gesagt - es geht um die Summe von Einzelerscheinungen, aus der man Tendenzen ableiten muss.

                          Bitte jetzt nicht wieder die Holsteiner mit schlechten Oberlinien anführen. Immerhin reicht bei denen die Kraft aus dem Buckel immer noch, um auf breiter Front über 1,60 zu kommen.

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                          • hopplahop
                            • 20.01.2016
                            • 1059

                            Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
                            Das ist nicht das, was ich meinte. Wo sind Stuten, die -wie bei den Springpferde gehäuft vorkommend - die mal 3 Nk für S gebracht haben? @Hannoveraner hat so was - aber sonst ?
                            Der Stamm da oben ist mir auch bekannt. Argentan ist für mich kein reiner Dressurpferdevererber. Bonard de Charry stand, bzw. steht in einem Ausbildungsstall hier in der Nähe. Das ist ein gutes Dressurpferd. Da kann man sagen, "es kommen immer wieder gute PFerde" - Genetik aus den hinteren Regionen, die mit jeder weiteren Generation weniger wirkt ?
                            Du hattest geschrieben:

                            Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
                            Die Vertreter der Dressurpferdezucht sollten doch mal eine Stute auftreiben, die mehrere Nk für die schwere Klasse hatte und die 3 Generationen reines Dressurblut aufweist.
                            Dann habe ich "mehrere" wohl falsch verstanden - ich dachte, Du meinst mit "mehrere" mehr als einen.

                            Argentan war sicherlich der klassische Doppelvererber ohne wirklichen Schwerpunkt. Einstand hat kein Springen vererbt. Mozart auch kein Springpferd - Halbblüter, der Vollblut ins Pedigree brachte. Sowohl die eine Argument- als auch Argentan-Stute mit zwei Nachkommen bis Klasse S, jeweils angepaart mit Dressurblut. Auch die Weiterzucht mit Laurie, Donnerhall, und Brentano II reines Dressurblut. Springgene jeweils immer nur sehr weit hinten zu finden ... aber wenn Du andere Beispiele wolltest, nun gut. Ich kann zumindest Deiner These nicht zustimmen. Wenn man mit wirklichen Dressurhengsten anpaart, dann kann man meiner Meinung nach effektiver Dressurpferde züchten, auch wenn sicherlich ein Bewegungshengst mit Springgenen durchaus eine Alternative sein kann - aber nicht zwingend muss.

                            Kommentar

                            • hopplahop
                              • 20.01.2016
                              • 1059

                              Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
                              Es geht um Tendenzen:
                              Die Formel
                              Bewegungshengst x Bewegungshengst x Bewegungshengst = Laufmaus
                              tritt in gehäufter Form auf.
                              Ich glaube, das liegt eher an der Selektion der Zuchtstuten auf Seiten der Züchter. Da haben viele eine rosarote Brille auf, und meinen, nur weil "berühmt gezogen", muss man damit züchten.

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                              • hannoveraner
                                • 11.06.2003
                                • 3238

                                Was mich bei der Diskussion etwas irritiert, ist die Konzentration auf die Hengstnamen in dem fallenden Pedigree. Es gab auch früher Stämme, die nicht oft überdurchschnittliche Sportpferd lieferten. Das wird nicht unbedingt besser, wenn drei zu ihrer Zeit populäre Hengste aneinander gereiht werden.

                                Andererseits war es schon immer eine schwierige Herausforderung, den passenden Anschluss zu finden. Vor 30, 40 Jahren waren skandinavische Dressurpferde in, dann Westfalen und Holsteiner, daraufhin Hannoveraner bis zu den Holländern.
                                Wach bleiben, ruhig bleiben, dran bleiben.
                                auch wenn ich mal was kritisches schreibe, ich meine es nicht persönlich  

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                                • wilabi
                                  • 21.05.2008
                                  • 2319

                                  Zitat von hannoveraner Beitrag anzeigen
                                  .
                                  Wach bleiben, ruhig bleiben, dran bleiben.
                                  ...und mal über den Zaun sehen.

                                  Ausgang meiner (zugegeben provokanten These) war die Beobachtung von guten Bewegungsabläufen bei Springhengsten. Da hat sich sicher kein Züchter bei einer Abstammungsfolgen z.B. Cornet/Lordanos Gedanken über Dressurbewegungen gemacht. Und doch schaffen sie es nicht, es ihnen ganz wegzuzüchten. Ganz anders als die durchschlagend springvernichtenden Dressurvererber. Da geht nach 2 Generationen nichts mehr.

                                  Selbst so ein Bewegungs-Legastheniker wie comme il fault (mit Ratina im Hintergrund) liefert oft Bewegungen, die m.E. weitaus praktischer für ein Dressurpferd sind.


                                  Und selbst StakkatoGold kann das:


                                  Und gleichzeitig wundere ich mich -wie in Holstein- über die tollen Sporttypen.

                                  Es gibt inzwischen Springhengste mit regelrechten Anti-Dressur-Pedigress wie Cristallo I (Cornet-CassiniI-Polydor - geradezu ekelhaft für einen Dressurreiter) - der hat einen Dressurindex über die Nachkommen von 125 !! BalousBellini (Balou x LordIncipitxcalypsoII) hat einen D-Indes von 120.
                                  Das war vom Züchter wohl kaum so geplant - und doch passiert es zufallsbedingt und ohne Vermarktungs-Blase - allein durch Qualität.

                                  Vielleicht kann mir DAS ja mal einer der anwesenden "Zuchtwissenschaftler" erklären.

                                  Für mich steht fest: Die Springpferdezucht ist daher in Hinblick auf den Bedarf des 95%-Amateurreiter-Marktes die bessere Lösung, wenn ich Bewegungsvermögen nicht aussen vor lasse in meinen Überlegungen. Spitzenprodukte in beide Richtungen schliesst das ja keinesfalls aus. Ich hab inzwischen einen Katalog von über 20 Hengsten, mit denen ich diese Philosophie umsetzen kann.

                                  Kommentar


                                  • Zitat von hopplahop Beitrag anzeigen
                                    Ich glaube, das liegt eher an der Selektion der Zuchtstuten auf Seiten der Züchter. Da haben viele eine rosarote Brille auf, und meinen, nur weil "berühmt gezogen", muss man damit züchten.
                                    Das ist nun ein Widerspruch in sich. Würden die drei "berühmten" (in der Dressurpferdezucht so geschätzen) aufeinanderfolgenden Hengste, tatsächlich nur ein Stück von ihrer vermeintlichen Dressurgenetik vererben können, müsste dort auch ordentliche Stuten stehen. Können sie sich nicht oder zumindest teilweise durchsetzen, könnte das letztlich nur bedeuten, dass es überhaupt nicht auf die Vererbungskraft dieser Hengste ankommt. Es käme dann ausschließlich auf den Stutenstamm an, der hinter der Zuchtstute steht. Also vermeintlich berühmte Hengste geben ihre Genetik nur weiter, wenn sie auf eine gute Dressurstute treffen? Das kann aber nicht sein.

                                    Es gibt viele Beispiele dafür, dass sich durch den Einsatz nur eines guten Dressurvererbers überhaupt erst ein ordentlicher Stamm mit erfolgreichen NK entwickelt hat. War der Stamm dann schon vorher ein guter Dressurstamm, oder erst nach dem Einsatz des Dressurhengstes?

                                    Pia v. Parademarsch I wurde mit Rubinstein angepaart. Dieses Romanze brachte mit Donnerhall- Damon Hill, mit Weltmeyer -Wisdom, mit Dancing Dynamite -Dana (alle S-erfolgreich). Wobei Damon Hill auch springen kann.

                                    Pias Halbschwester Penny von Pilot brachte in Anpaarung mit Landadel dagegen eine Springlinie hervor ging Diarado's Boy, Lagerfeld.

                                    Kommentar

                                    • Sabine2005
                                      • 17.06.2005
                                      • 7750

                                      Vor ein paar Jahren wurde ich in Australien mit dem Ausdruck "Avenue of Kings Papers" konfrontiert.

                                      Damit sind Pferde gemeint, die im Pedigree nur noch auf "berühmt, berühmter am berümtesten" gezüchtet werden (mit eher mässigem Erfolg).

                                      Und keine Sorge, ich habe Züchterisch nichts geleistet und werde weiterhin nur Leser dieses Themas bleiben.

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                                      • Coolness
                                        • 23.08.2005
                                        • 2009

                                        Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
                                        ...und mal über den Zaun sehen.

                                        Ausgang meiner (zugegeben provokanten These) war die Beobachtung von guten Bewegungsabläufen bei Springhengsten. Da hat sich sicher kein Züchter bei einer Abstammungsfolgen z.B. Cornet/Lordanos Gedanken über Dressurbewegungen gemacht. Und doch schaffen sie es nicht, es ihnen ganz wegzuzüchten. Ganz anders als die durchschlagend springvernichtenden Dressurvererber. Da geht nach 2 Generationen nichts mehr.

                                        Selbst so ein Bewegungs-Legastheniker wie comme il fault (mit Ratina im Hintergrund) liefert oft Bewegungen, die m.E. weitaus praktischer für ein Dressurpferd sind.


                                        Und selbst StakkatoGold kann das:


                                        Und gleichzeitig wundere ich mich -wie in Holstein- über die tollen Sporttypen.

                                        Es gibt inzwischen Springhengste mit regelrechten Anti-Dressur-Pedigress wie Cristallo I (Cornet-CassiniI-Polydor - geradezu ekelhaft für einen Dressurreiter) - der hat einen Dressurindex über die Nachkommen von 125 !! BalousBellini (Balou x LordIncipitxcalypsoII) hat einen D-Indes von 120.
                                        Das war vom Züchter wohl kaum so geplant - und doch passiert es zufallsbedingt und ohne Vermarktungs-Blase - allein durch Qualität.

                                        Vielleicht kann mir DAS ja mal einer der anwesenden "Zuchtwissenschaftler" erklären.

                                        Für mich steht fest: Die Springpferdezucht ist daher in Hinblick auf den Bedarf des 95%-Amateurreiter-Marktes die bessere Lösung, wenn ich Bewegungsvermögen nicht aussen vor lasse in meinen Überlegungen. Spitzenprodukte in beide Richtungen schliesst das ja keinesfalls aus. Ich hab inzwischen einen Katalog von über 20 Hengsten, mit denen ich diese Philosophie umsetzen kann.
                                        magst du uns den Katalog mal vorstellen?
                                        www.hof-bargenkoppel.de

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                                        • cps5
                                          • 07.07.2009
                                          • 1586

                                          Für mich steht fest: Die Springpferdezucht ist daher in Hinblick auf den Bedarf des 95%-Amateurreiter-Marktes die bessere Lösung, wenn ich Bewegungsvermögen nicht aussen vor lasse in meinen Überlegungen. Spitzenprodukte in beide Richtungen schliesst das ja keinesfalls aus. Ich hab inzwischen einen Katalog von über 20 Hengsten, mit denen ich diese Philosophie umsetzen kann.
                                          Das ist doch aber nur der heutige Stand und kann sich locker (wieder) ins Gegenteil verkehren, wenn man nicht aufpasst.

                                          Wenn du zwei Jahrzehnte weiter nach hinten gehst, hast du genau die sinngemäßen Probleme mit den so genannten Springhengsten und ihrer Rittigkeit gehabt, gerade in Hannover. Die Springlinien des Ferdinand, Gotthard, Agram und Domspatz sind ja nicht wegen ihres mangelnden Springvermögens verschwunden, sondern wegen mangelnder Rittigkeit, die dann vermehrt zum Tragen kam, als die Hallenturniere entstanden und auch die Freiluft-Parcours technischer wurden.

                                          Damals hatte man leider die unrittigen Springelefanten untereinander angepaart, um bloß nicht das Springblut zu vernichten, und hat dann hölzerne Kraftspringer erhalten, die schon bei den Profis unbeliebt waren - vom Amateur gar nicht zu reden. Das waren sozusagen die springenden Pendants der heutigen Schenkelgänger in der Dressur.

                                          Diese Springlinien sind alle verschwunden. Die, die jetzt noch übrig sind, kommen in erster Linie aus Holstein, aber auch Westfalen und Oldenburg, wo man die Stutenbasis mit Vollblut angereichert hat, anstatt Stämme und Linien mit denselben guten und schlechten Eigenschaften anzupaaren, so dass eine Weiterentwicklung nicht möglich war.

                                          Man muss sich doch nur die Pedigrees der Springhengste anschauen, die heute die Dressurpferdezucht so sehr bereichern und sich dann anschauen, was da an die leistungsfähigen Stutenstämme angepaart wurde: In Holstein waren das z. B. die Vollblüter Anblick xx, Cottage Son xx, Ladykiller xx, Ramzes x, Sacramento Song xx und der Halbblüter Cor de la Bryère, um nur ein paar zu nennen. In Oldenburg die vielseitig vererbenden Inschallah x (Anglo-Araber), die väterlichen Halbbrüder und Halbblüter Furioso II und Futuro sowie die Vollblüter Makuba xx und Vollkorn xx.

                                          Gerade aus Hannoverander Sicht besonders interessant ist Westfalen, da die westfälichen Stutenstämme zu einem bedeutenden Teil auf Hannover zurückgehen. Da wurde aber nicht das G-Blut mit dem F-Blut auf Teufel komm raus angepaart, sondern mit Vollblut veredelt. Hier sind die Namen Ramzes x, Angelo xx, Papayer xx, Pluchino xx, Sinus xx und andere.

                                          Genug großartige Vollblut-Vererber gab es in dieser Zeit auch in Hannover, sogar entsprechend der Größe des Zuchtgebiets in großer Anzahl. Aber keinem davon hat man die Chance gegeben, die Linie zu halten, weil zu klein, zu "heiß", zu wenig auf eine Spezialdisziplin ausgerichtet usw.

                                          Die doppelvererbenden alten Helden, die ja unbedingt in die Dressur-Schublade gesteckt werden mussten, weil sie das Springen nicht so ausschließlich vererbten wie ein Ferdinand oder Gotthard, sind dann natürlich im Laufe der Zeit bewusst oder unbewusst mit ausrangiert (weil entweder nicht genutzt oder zu ungeschickt und einseitig angepaart). Sie sind entweder verschwunden, oder so weit in der Abstammung nach hinten gerutscht, dass sie - ohne Linienzucht auf sie - keinen Einfluss mehr ausüben konnten.

                                          Der Wegfall der Doppelvererber und der Verzicht auf Vollblut war damals für den Springsektor einer Pferdezucht schädlich und ist es heute genauso im Dressurbereich. Das Schlimmste bei dieser Entwicklung ist dabei nicht so sehr das, was dabei entsteht, sondern das, was dadurch "vom Wagen gefallen" ist, und zwar unwiederbringlich.

                                          Die Schere zwischen Dressur- und Springpferdezucht klafft auf diese Weise immer weiter auseinander und verkennt, dass für Beides ähnliche Eigenschaften benötigt werden. Wenn man aber unbedingt die Hengste so vorstellen muss, dass auf der einen Seite Trab-Spezialisten alle Blicke von Züchtern und Hengsthaltern auf sich ziehen, deren Bewegungen man gar nicht sitzen kann, und auf der anderen Seite Springwunder so präpariert, dass sie den Reiter mit idiotisch hohen Sätzen in Wohnungsnot bringen, wird man vom Regen in die Traufe kommen.

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