Zu wenige Trakehner-Leistungspferde in der Dressur?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • druenert
    • 25.11.2009
    • 1999

    Zitat von SimSchoen Beitrag anzeigen
    Ich habe mich auch mit Betel jetzt mal ein bißchen auseinander gesetzt:

    43 erfolgreiche Turnierpferde sind eingetragen bei der FN - Die Brände bunt gemischt. Seine Nachkommen tun sich vor allem in Springen und Geländeprüfungen hervor - altersgemäß / der älteste Nachkomme ist 12, ein slow. Warmblut. 800 € LGS, läuft mit seiner reiterin bis L-springen.

    Erfolgreichster nachkomme des Betel ist der Trakehner Feldheger (LGS 1632 €) , geb. 2007, er war mit Janet Wiesner bis CIC* erfolgreich, dieses Jahr hauptsächlich im Juniorenbereich unterwegs.

    Dan folgt das o.g. slow. WB und direkt darauf ein weiterer Trakehner aus 2008, Frauenschwarm (LGS 800 €/ davon 670 in 2014) siegreich bis Gelände L.

    Die Trakehner-Nachkommen geben ein recht gutes Bild im Jahrbuch ab - Zu Hannover scheint er nicht so gepasst zu haben - zumindest den Gewinnsummen nach
    Ich habe eine Reihe von Betel xx-Nachkommen gesehen, sowohl aus Holsteiner-, Trakehner- und Hannoveraner-Müttern.
    Mein Fazit: Leistungsmäßig (überwiegend Springen) nicht ganz uninteressant aber keine Überflieger. Durchweg alle waren zu klein. Er selbst ist mit 165 angegeben, was mir deutlich übertrieben scheint.

    Kommentar

    • Osterlerche
      • 16.09.2009
      • 2203

      Diese russischen Gene wurden in den Trakehnerzuchten der damaligen RGW Länder renge ausgetauscht und man hat die züchterrische Ausichtung nach anderen Aspekten als in Deutschland gesehen.
      Als erstes war, wie auch in der ehemaligen DDR die Beschickung des westlichen Marktes mit leichtrittigen gut ausgebildeten Sportpferden Vorraussetzung aller Zuchten.
      Man kann ,wenn man sich die Trakehner Pfede mal anschaut immer sehen ,daß sie oft totz schwacher Reiter gute Leistungen erbingen.Die Einbingung von viel Vollblut arabischer und englische Populationen haben immer wieder garantiert,daß die Pferde totz Vorfahren (schwere Mütter- wie die Stute Cma von Ciecieruk -) nie zu schwer wurden und nie zu nah vewandt.
      In den späteren Jahren konnte man dann diese Linien miteinander verknüpfen ,nachdem ihre sportlichen Leistungen bewiesen waren.
      Das Leistungspüfungssystem in der damaligen DDR und UdSSR waren sehr gut und sie waren gut dokumentiert in den einzelnen Gestüten und Prüfungsanstalten . Angelehnt auch an das System in Trakehnen.
      Leider entsprachen die eingeführten Hengste (trotz oft hervorragender Leistungen )nicht dem ,was der deutsche Züchter sich unter dem Trakehner vorstellte oder erwartete .
      Die Springgene (Lichtblick-Nerv-Ralf-Markwart-Pythagoras -)
      wurden so fast vollständig eleminiert und sie kommen in der Anpaarung mit anderen Populationen erst wieder zum Tragen (Korsar) .
      Es fällt auf ,daß die springbetonten Trakehner aus Linien mit Araradblut (Hunnenkönig),Polarstern und oder Termit ,Tertzky, Hyperion zurück gehen.
      Wespazjan auch ein Hunnenkönigsohn.
      Wenn man in Deutschland wieder Anschluß finden will ,sollte man ehe man das Stutbuch öffnet lieber die noch verbliebenen Gene in Polen oder Russland und den Nachfolgestaaten der UdSSR nutzen ,gezielt.
      Aber das sind nur Gedankenspiele.

      Kommentar

      • SimSchoen
        • 23.12.2008
        • 164

        Zitat von druenert Beitrag anzeigen
        Diese Argumentation greift m. E. aber zu kurz. So nützlich und sinnvoll die Beschäftigung mit Vorfahren und Verwandten auch sein mag, so wenig bietet sie Gewähr für eine erwartungsgemäß positive Vererbung. Dies gilt innerhalb von Rassen und umschriebenen Zuchtgebieten, erst recht bei Verwendung von Outcross oder "Kreuzungspaarungen" bzw. fehlendem Blutanschluss.
        ......
        Man kommt um das Ausprobieren und Sammeln von Erfahrungen mit der Nachzucht nicht herum.
        Ich glaube nicht, dass da Züchterschelte oder ein Schimpfen auf die Unfähigkeit der Zuchtleitungen weiter hilft.
        Gerade in Punkto Blutanschluss finde ich, das wir bei den Trakehnern in einer recht guten Ausgangssituation sind. Wir haben unglaublich blutgeprägte Wurzeln.

        Ein Blick ins Hauptgestüt Trakehnen zeigt, dass hier viel arabisches Blut mit von der Partie war, fast 18% ox bei Flügel (dabei auch gut 64% xx) beispielsweise, der als gravierender Inzuchtfaktor beim “Typgraveur” Dampfross zu finden ist. Man ging “orientalisch” ins 20. Jahundert in Trakehnen. Nana Sahib x, später sein Enkelsohn Cancara (v. Master Magpie xx), Fetysz ox, Adamas ox und Lowelas ox wirkten als Haupt- oder Landbeschäler. Arabische Stuten waren ein großer Bestandteil der gemischten Herde in Bajohrgallen.

        Mickle Fell xx (Vater des Thunderclap xx – Begründer der weltberühmten Trakehner Fuchsherde), Perfectionist xx, St. Simon xx, Sahama xx, Snyders xx und Paradox xx.

        Der Trakehner des frühen 20. Jahrhunderts war nahezu ein angloarabisches Pferd! Auch wenn die Phänotypen dies im Eindruck nicht aufdrängten.

        Und eben mit einem Favoritas xx finden wir hier auch wieder den Blutanschluss zu Hauf.

        Die Verwandten / Vorfahren sollten vom Modell natürlich passen, schön,wenn es entsprechende Erfahrungen in Punkto Vererbung gibt, aber meist / manchmal sind doch diese recht dürftig. Viel wichtiger werten wir bei unseren Selektionsentscheidungen das Thema Leistungsbereitschaft und Interieur, aber auch hier sind die Informationen oft nur in homöopathischen Dosen verfügbar. Pferde aus dem Ausland mit wenig Nachkommen .... Da muss dann eben doch der Bauch entscheiden.

        Ohne in den Bereich der Schelte abfallen zu wollen, würde ich mir schon eine intensivere und qualifiziertere Auseinandersetzung mit dem Thema wünschen.

        Ein simples Beispiel: warum nicht einmal das Schaufenster Vollblut in den Verbandsmedien qualifiziert aufarbeiten?

        Wir konnten für uns bislang keinen passenden xx-ler finden, haben wohl Halbblut genutzt, aber das Vollblut kam bislang mit - soweit Stand heute bewertbar, weil noch sehr jung - recht ordentlichem Erfolg über den AA.

        und weil es grad noch hierher passt, immer noch aktuell ist, Zitat Hans-Joachim Köhler 1982:




        "An diesem derzeitigen Zustand haben die Züchter die wenigste Schuld, so sehr man sie auch beschuldigt, das ,,Kind mit dem Bade‘‘ ausgeschüttet zu haben. Was sollen die Züchter anderes tun, als Blutenthaltsamkeit zu üben, wenn zuchtdirigierende Experten bei Hengstankäufen, Stutenschauen und anderen Gelegenheiten dauernd auf die Nachteile des Vollbluts verweisen und dementsprechend kören und prämiieren [...]"


        Es geht laut Köhler nicht ohne Blut, wenn man weiß,


        “daß die Scholle schnell wieder vergröbert, daß das Urblut nicht versiegt ist, sondern weiterlebt, wenn auch mehr aus dem Hintergrund wirkend, daß also das Rezept der Väter und Urgroßväter, nur tropfenweise mit Edelblut zu arbeiten, dadurch überholt ist, daß die Tropfen heute schon recht ergiebig sein müssen, wenn das Leistungsniveau gehalten werden soll.”

        Kommentar

        • druenert
          • 25.11.2009
          • 1999

          Zitat von SimSchoen Beitrag anzeigen
          Gerade in Punkto Blutanschluss finde ich, das wir bei den Trakehnern in einer recht guten Ausgangssituation sind. Wir haben unglaublich blutgeprägte Wurzeln.

          Zitat Hans-Joachim Köhler 1982:




          "An diesem derzeitigen Zustand haben die Züchter die wenigste Schuld, so sehr man sie auch beschuldigt, das ,,Kind mit dem Bade‘‘ ausgeschüttet zu haben. Was sollen die Züchter anderes tun, als Blutenthaltsamkeit zu üben, wenn zuchtdirigierende Experten bei Hengstankäufen, Stutenschauen und anderen Gelegenheiten dauernd auf die Nachteile des Vollbluts verweisen und dementsprechend kören und prämiieren [...]"


          Es geht laut Köhler nicht ohne Blut, wenn man weiß,


          “daß die Scholle schnell wieder vergröbert, daß das Urblut nicht versiegt ist, sondern weiterlebt, wenn auch mehr aus dem Hintergrund wirkend, daß also das Rezept der Väter und Urgroßväter, nur tropfenweise mit Edelblut zu arbeiten, dadurch überholt ist, daß die Tropfen heute schon recht ergiebig sein müssen, wenn das Leistungsniveau gehalten werden soll.”
          Mag sein, dass die Ausgangssituation bei den Trakehnern in puncto Vollblutanschluss vergleichsweise gut ist.
          Auch die Blut-Analyse zur Zeit des Hauptgestüts Trakehnen will ich nicht bestreiten.

          Ich glaube aber nicht, dass das Fehlen vollbluttypischer Eigenschaften aktuell das Kernproblem des heutigen Trakehners und der Hauptgrund für seine geringe Repräsentanz im Spitzensport ist.
          Hierfür sehe ich vielmehr die über Jahrzehnte zu schwache Selektion auf Reitsporteigenschaften verantwortlich. Hier gibt es eine Herkulesaufgabe nachzuholen! Ob für deren Verbesserung ausgerechnet ausschließlich auf Rennleistung selektierte Pferde die erste Wahl sein können, halte ich für ziemlich zweifelhaft.
          Trotzdem bin ich keinesfalls gegen eine dosierte Zufuhr möglichst hochklassigen Vollbluts.
          Diese ist allerdings unter den heutigen Gegebenheiten um ein Vielfaches schwieriger und anspruchsvoller, als zu Köhlers Zeiten 1982!
          So sehr ich Köhlers Meinung und Wissen schätze, so wenig taugen die Rezepte von 1982 für die heutigen Herausforderungen in der Pferdezucht.

          Kommentar

          • HDT
            • 08.03.2010
            • 2155

            So Unrecht hatte Köhler nicht. Würden Verbandsveratwortliche Vollblutnachkommen, sowohl auf Stutenschauen, als auch auf Körungen vermehrt nach vorne stellen würden Züchter dazu motiviert, vermehrt Vollblut einzusetzen.

            Kommentar

            • druenert
              • 25.11.2009
              • 1999

              Zitat von HDT Beitrag anzeigen
              So Unrecht hatte Köhler nicht. Würden Verbandsveratwortliche Vollblutnachkommen, sowohl auf Stutenschauen, als auch auf Körungen vermehrt nach vorne stellen würden Züchter dazu motiviert, vermehrt Vollblut einzusetzen.
              Dieser Punkt mag sein. Das wird allerdings häufig in seiner Tragweite überschätzt.
              Verkaufen muss man sie hinterher allein. Da nützt es wenig, wenn sie nur aus politischen Gründen nach vorne gestellt werden.

              Kommentar


              • Zitat von druenert Beitrag anzeigen
                Insgesamt sehr interessante Diskussion mit qualifizierten, kenntnisreichen Beiträgen!

                Diese Argumentation greift m. E. aber zu kurz. So nützlich und sinnvoll die Beschäftigung mit Vorfahren und Verwandten auch sein mag, so wenig bietet sie Gewähr für eine erwartungsgemäß positive Vererbung. ...................
                Man kommt um das Ausprobieren und Sammeln von Erfahrungen mit der Nachzucht nicht herum.
                Ich glaube nicht, dass da Züchterschelte oder ein Schimpfen auf die Unfähigkeit der Zuchtleitungen weiter hilft.
                Kann ich mich denn so schlecht ausdruecken,dass ich laufend falsch verstanden werde ?

                Wo habe ich denn,gesagt ,dass man nur um die Voefahren wissen muesste,dann sei alles in Butter ?

                Aber wo waere die Logik,dass,- wenn ich mich bei den Warmbluetern genauestens darum bemuehe mir Verwandtschaft eines Hengstes anzuschauen,alle Informationen - wie es zB in den Koer-Katalogen aufgefuehrt wird ueber den Mutterstamm zu sammeln usw.,usw, - aber bei den Vollbluetern,die nicht fuer den Reitsport gezuechtet sind,wo ich fast keine - in Bezug auf Reitsport - Ergebnisse finden kann,dass ich also da,mir noch nicht einmal die Mutter,den Vater und/oder Geschwister anschaue ?

                Diese Frage habe ich hier im Forum bestimmt schon 10x denen gestellt,die etwa so wie Du argumentiert haben - aber keiner gab eine Antwort ; muss ich annehmen,dass sie keine haben - dann ist ihre Kritik aber entwertet !
                Zuletzt geändert von Gast; 04.09.2014, 00:43.

                Kommentar


                • Und es ist natuerlich besonders witzig,weil dies bei mir nicht nur Theorien und Thesen sind, - dann koennte ich es ja noch verstehen - sondern die Resultate der von mir gezogenen 1/2 Blueter - teils sind es sogar reine Vollblueter - sprechen in der Leistung fuer sich.

                  Kommentar


                  • Warum koennte das Trakehner Stutbuch nicht fuer einige ueberragende Hengste geoeffnet werden -wie es die Holsteiner gemacht haben?

                    Selbst die Vollblueter haben die 8-Generationen Klausel - so koennte es fuer diese 1/2 Trakehner ein STUTBUCH II geben ,die nach einer gewissen Generationen-Folge wieder ins urspruengliche Stutbuch aufgenommen werden.

                    Wiederum : Selbst die Englaender gaben den "JERSEY ACT" auf,nachdem sie gesehen hatten,dass sie ihrer eigenen Rennpferdezucht schadeten,wenn sie bestimmte Amerikaner - bzw - Franzosen ausklammerten.
                    Zuletzt geändert von Gast; 04.09.2014, 01:30.

                    Kommentar

                    • cps5
                      • 07.07.2009
                      • 1586

                      Ich fürchte, wenn das Stutbuch für ausgesuchte Warmbluthengste geöffnet würde, würde folgendes passieren: Der Markt, der nun einmal bestimmt, würde wegen der Präsenz in den Köpfen der Käufer vor allem die Trakehner fordern, die ihre Blutlinien mit D-, R- oder F-Blut gemischt haben. Da Züchter, soweit sie die Zucht als Haupteinnahmequelle haben, sich diesem Markt mehr oder weniger beugen (wie sie das damals getan haben, als - auch von den Käufern - der Typ bei der Bewertung eines Pferdes überhand genommen hat), und der Trakehner würde - ebenso wie jetzt die Vollblüter - mit jeder Generation nach hinten verschwinden.

                      In einem anderen Thread habe ich gelernt, wie wenig Edelblutanteile viele Dressurpferde heute bereits haben. Wenn du den Trakehner jetzt sozusagen "aufweichst", wirst du die einzige Zukunftschance verspielen, wieder in absehbarer Zeit auf "bluthaltige Gene" zurückgreifen zu können. Denn noch sind die immer schwerer werdenden Warmblüter durchaus in der Lage, entsprechende Ergebnisse im Großen Sport zu erzielen, vor allem, weil sie ja immer mehr "unter sich" sind. Einer muss ja schließlich gewinnen. Dann muss man tatsächlich wieder wie in der Nachkriegszeit Vollblüter nach dem Gießkannenprinzip einsetzen, um auf Dauer rausgezüchtete Reitpferdeigenschaft (exterieur- und interieurmäßig) in die Population einzubringen. Und der Trakehner in Reinkultur - und nur dieser wäre zur Veredelung in der Lage - stünde dann auch nicht mehr zur Verfügung.

                      Bis dann ein Umdenken am Markt stattfindet, wären die Züchter, die nach wie vor an Vollblut glauben, entweder aus Frust von der Bildfläche verschwunden oder einfach, weil sie finanziell nicht mehr in der Lage waren, weiterzumachen.

                      Wenn die Trakehner Population so groß wäre wie die in Hannover oder Oldenburg, könnte ich mich eventuell mit einem Stutbuch II anfreunden, aber im Moment wäre das Harakiri, und zwar auf Dauer für die gesamte deutsche Pferdezucht.

                      Die Entwicklung in der Gegenwart zeigt ja, dass Vollblut derzeit am Markt nicht "in" ist. Die langfristigen Folgen, eine der wenigen deutschen Zuchten mit hohem Vollblutanteil zu verwässern, wäre in Verbindung mit der "blutleeren Mentalität" der Züchter hierzulande, verheerend.
                      Zuletzt geändert von cps5; 04.09.2014, 07:39.

                      Kommentar

                      • SimSchoen
                        • 23.12.2008
                        • 164

                        Zitat von carlo Beitrag anzeigen
                        Warum koennte das Trakehner Stutbuch nicht fuer einige ueberragende Hengste geoeffnet werden -wie es die Holsteiner gemacht haben?

                        Selbst die Vollblueter haben die 8-Generationen Klausel - so koennte es fuer diese 1/2 Trakehner ein STUTBUCH II geben ,die nach einer gewissen Generationen-Folge wieder ins urspruengliche Stutbuch aufgenommen werden.
                        Ääääh neee, bitte nicht.

                        Diese Diskussion ist im Übrigen GsD auf der diesjährigen Hauptversammlung ad acta gelegt worden.

                        Wir haben ja eine 6 Generationen-Klausel, nur eben kein zweites Stutbuch dazu.

                        @ Druenert: Ich möchte Dir zu einem Teil gerne zustimmen „mangelnde Selektion auf Reiteigenschaften“ wobei ich hier gerne etwas differenzierter herangehen würde. By the way gehöre ich zu denen, die mit sehr großer Begeisterung die Sattelkörung kommen sehen.

                        Wir haben im Grundsatz ein spätreifes Pferd, kören aber als erster im Jahr und erwarten, dass die zweijährigen aussehen wie sechsjährige und trampeln wie Totilas. Und irgendwann hat man die Mords Trab-Bewegung, mal mit Dressureignung gleich gesetzt, weil es sich ja auch einfach am besten vermarkten lässt.

                        Ich denke nicht, dass wir ein Rittgkeitsproblem haben. In der großen Masse lassen sich unsere Pferde doch sehr gut und sehr einfach bedienen. Wir haben genügend Größe, genügend Rahmen, genügend Modernität. Wenn Du heute noch durch die Bank ordentlichen Schritt sehen willst, gehst Du am besten zu den Trakehnern. Der ist doch vielen anderen im Laufe der letzten Jahre abhanden gekommen. Die Galoppaden sind gut und lassen sich vor allem ausbilden. Im Trab darf man uns gerne noch zu wenig „Knieaktion“ vorwerfen - so denn man diese denn zwingend wollte.

                        Meines Erachtens fehlt einigen Linien schlicht und ergreifend die nötige Härte um die Ausbildung in die hohe Klasse passieren zu können. Leider besteht aber eine gewisse Korrelation zwischen diesen und jenen, die so schön treten können…. Und so sind es eben dann auch nicht diese Hengste die im großen Sport ankommen, sondern die anderen, vielleicht etwas schlichteren und weniger spektakulären, die aber leider aufgrund ihrer geringeren Spektakularität auch weniger Chancen als Vererber bekommen. Wie ich schon einige Posts zuvor schrieb, ist dies kein Trakehner Problem, sondern ein gesamtdeutsches. Als einer der Trakehner Züchter die gerne über den Tellerrand sehen, kann ich sagen, dass auch die anderen nur mit Wasser kochen, allerdings aus ihrer größeren Masse doch in der Lage sind, mehr Klasse zu produzieren.

                        Ich ziehe als lebendiges Beispiel wieder Brancusi heran: Er stammt aus einer spätreifen Familie, ist mit 55% Spezialblut in den ersten 5 Generationen versehen und dementsprechend jugendlich präsentierte er sich zweijährig zur Hengstvorauswahl. Der Trab war normal gut. Sehr gut sein Schritt, sehr gut seine Galoppade. Dreijährig konnte er ebenfalls vor allem mit seiner überragenden Galoppade und seinem super Schritt punkten. Trab immer noch gut, aber nicht spektakulär. Vierjährig blieben erst genannte GGA, der Trab war plötzlich aber um Klassen ausdrucksstärker, fünfjährig kommt er noch anders rüber…. Plötzlich vermisst keiner mehr das Spektakel, allerdings ist er Wallach….. KEINER!! der in 2011 gekörten, kann die Erfolge eines Brancusi aufweisen.

                        Sein Onkel Kaiserkult TSF wurde in NMS zunächst abgewiesen, sein Vater Kaiserdom TSF erhielt die direkte Zulassung 2001 dann vermutlich nicht zuletzt wegen der Erfolge seines Bruders auf den Championaten. Auch die beiden, eine spätreife Sorte.

                        Im Sinne der Härte würde ich mir wieder mehr, vor allem aber das richtige Blut wünschen. Eine bessere Aufklärung der Züchter und natürlich muss auch der Mut zum Blut irgendwo / irgendwie belohnt werden. Wir sollten aufhören Modellen aus anderen Zuchten hinterher zu hecheln - wir haben ein anderes Pferd, mit einer anderen Ausrichtung und anderen Stärken. Auf diese sollte man sich konzentrieren finde ich. Und dazu gehört die Blutprägung ganz klar.

                        Kommentar

                        • basquiat
                          • 02.10.2005
                          • 2836

                          Zitat von SimSchoen Beitrag anzeigen
                          Ääääh neee, bitte nicht.

                          Diese Diskussion ist im Übrigen GsD auf der diesjährigen Hauptversammlung ad acta gelegt worden.
                          Es wurde leider nur in der Öffentlichkeit ad acta gelegt, damit in der Züchterschaft wieder Ruhe einkehrt.........

                          Bernhard
                          Gestüt Pferdeschule Riegersburg

                          Kommentar

                          • cps5
                            • 07.07.2009
                            • 1586

                            Meines Erachtens fehlt einigen Linien schlicht und ergreifend die nötige Härte um die Ausbildung in die hohe Klasse passieren zu können. Leider besteht aber eine gewisse Korrelation zwischen diesen und jenen, die so schön treten können…. Und so sind es eben dann auch nicht diese Hengste die im großen Sport ankommen, sondern die anderen, vielleicht etwas schlichteren und weniger spektakulären, die aber leider aufgrund ihrer geringeren Spektakularität auch weniger Chancen als Vererber bekommen. Wie ich schon einige Posts zuvor schrieb, ist dies kein Trakehner Problem, sondern ein gesamtdeutsches. Als einer der Trakehner Züchter die gerne über den Tellerrand sehen, kann ich sagen, dass auch die anderen nur mit Wasser kochen, allerdings aus ihrer größeren Masse doch in der Lage sind, mehr Klasse zu produzieren.
                            So habe ich dies in dieser Klarheit bisher noch nicht betrachtet: Aber dazu fallt mir auch noch die "umgekehrte Betrachtungsweise" ein. Kann es sein, dass diese Pferde, denen der spektakuläre Trab antrainiert und/oder in wenigen Generationen angezüchtet wurde, deswegen nicht hart genug sind, weil sie mit einer ständigen Überbeanspruchung des Bewegungsapparates zu tun haben? Die für diesen Bewegungsablauf notwendigen Anstrengungen finden ja nicht nur auf dem Turnier statt, sondern werden täglich abgerufen. Das hat nicht zwingend etwas mit gesundheitlicher Härte tun, sondern mit ständiger Überlastung.

                            Pferde, die auf Gelderländer bzw. Alt-Oldenburger Basis gezüchtet wurden, scheinen dieses Problem seltener zu haben. Sie wurden aber als Kutschpferde für Repräsenationszwecke (Alt-Oldenburger) bzw. für den Fahrsport mit Wunsch nach einem spektakulären Erscheinungsbild (Gelderländer) über viele Jahrzehnte auf diese Bewegungsmöglichkeit gezüchtet.

                            Soldatenpferde, Vollblüter für den Rennsport und auch diejenigen Pferde, die für die Landwirtschaft eingesetzt wurden (besser gesagt deren Züchter und Nutzer), konnten mit dieser Bewegungsqualität freilich nichts anfangen und wurden dementsprechend nicht darauf selektiert.
                            Zuletzt geändert von cps5; 04.09.2014, 09:21.

                            Kommentar

                            • Martina62
                              • 30.12.2004
                              • 1051

                              Simone, kann Dir nur voll und ganz zustimmen.
                              Wir hatten ja unseren Zweijährigen zur Vorauswahl und für ihn kam das einfach zu früh.
                              Dafür war er aber noch bis Juni auf 24-Stundenweide und kam auch in der Vorbereitung jeden Tag auf Koppel.
                              Andere Junghengste waren bereits seit April in Vorbereitung!!!

                              Er ist jetzt 2 Wochen wieder zu Hause und man sieht jeden Tag, wie er sich Richtung Hengst entwickelt.
                              Hannover und Holstein haben ihre Vorauswahl noch nicht hinter sich und kören noch nach den Trakehnern, dabei machen bei den jungen Pferden wenige Wochen ganz viel aus.
                              Selbst der Vorbereiter sagte uns, dass er eigentlich Kinderarbeit machen würde und schon seit Jahren dafür plädiert, die Körung im November im November oder besser noch im Frühjahr durchzuführen.
                              Ich könnte mir vorstellen, dass dann ganz andere Pferde gekört werden würden...

                              Kommentar

                              • druenert
                                • 25.11.2009
                                • 1999

                                Zitat von SimSchoen Beitrag anzeigen
                                Zum Thema Favoritas: Auf dem letzten Hengstmarkt war bereits ein sehr interessanter Favoritas aus der Mutter des TSF Rudis Memory (i.Ü. der erfolreichste Trakehner Gribaldi Nachkomme / LGS
                                10.081,00 €
                                ). Leider verließ uns dieser Hengst ins Ausland.

                                In diesem Jahr steht einer auf der Liste, der noch einen Tacken interessanter rüber kommt (m.M)

                                Favoritas x Heops x Parforce (http://www.sporthorse-data.com/d?i=11061889)

                                Ein Hengst, dessen Pedigree ich unter Leistungsgesichtspunkten als hoch interessant einstufe. Gesehen habe ich ihn leider noch nicht und ich hoffe, dass er in jedem Falle da sein wird.
                                Das klingt interessant. Da bin ich gespannt.
                                Es wäre schön gewesen, wenn der andere im Lande geblieben wäre und hier eine Chance bekommen hätte. Ein entsprechendes Strippenziehen der Zuchtleitung wäre wünschenswert gewesen.

                                Was die Nutzung anbetrifft, entscheiden allein die Züchter und nicht die Zuchtleitungen (die können viel erzählen), die auch allein das Ergebnis wirtschaftlich ausbaden müssen. Trotz für die Allgemeinheit wünschenswerter stärkerer Vollblutnutzung kann ich die Bedenken der Züchter gut verstehen.
                                Auch @Carlo ist meines Wissens durch seine Vollblutanpaarungen nicht reich geworden.

                                Ich habe mich mit Favoritas xx wegen seiner guten Sportleistungen und Abstammung ebenfalls beschäftigt, bin zu Greve nach Holland und später ein weiteres Mal zu Ahlmann gefahren, um ihn selbst und Nachzucht zu besichtigen. Dies hatte mich nicht überzeugen können, es zu wagen. Genausowenig wie bei Betel xx. Mag sein, dass dies ein Fehler war. Von allen Nachkommen hat mir der letztjährige Trakehner-Köraspirant mit Abstand am besten gefallen.
                                Gibt es von Favoritas xx noch funktionsfähiges TG?

                                Kommentar

                                • SimSchoen
                                  • 23.12.2008
                                  • 164

                                  Mal schnell ein Blick zu den BuCha :

                                  Bei den 5jährigen Dressurlern: Zauberlord von Lord Luciano, aus einer Friedensfürst-Mutter (selber übberagendes Springen / GP-Springen) - Wurde in Neumünster abgelehnt und erst nach sehr guter HLP anerkannt. Ist das zweite mal auf dem BuCha. Aktuell mit einer 7,5 auf dem 7. Platz (der es sicher nicht bleiben wird)

                                  Bei den 5jährigen VSlern Grand Acteur / aktuell 6. (wird sich sicher auch noch ändern) mit 8,5: Grand Acteur wechselte als nicht gekörter in NMS den Besitzer. Großmutter Garonne AA brachte bereits das M-Dressurpferd Gardist von Donaufeuer und die dritte Mutter Grandezza IV AA gehört zum selben Stutenstamm wie der Vererber Hill Anwar AA.

                                  Kommentar

                                  • hike
                                    • 03.12.2002
                                    • 6639

                                    War der Favoritas nicht ein Jahr in Deutschland zu geziehen bevor er übern großen Deich ging? Gekostet hat er 20 oder 23' also auch kein Geld für einen gekörten Hengst.
                                    Jede Reise fängt mit einem ersten Schritt an!

                                    Kommentar

                                    • Fife
                                      • 06.02.2009
                                      • 4322

                                      Zitat von hike Beitrag anzeigen
                                      War der Favoritas nicht ein Jahr in Deutschland zu geziehen bevor er übern großen Deich ging? Gekostet hat er 20 oder 23' also auch kein Geld für einen gekörten Hengst.
                                      jedenfalls ist das zu wenig Geld um dafür gratis Werbung in den Medien zu bekommen

                                      Kommentar


                                      • Zitat von druenert Beitrag anzeigen
                                        ........Ein entsprechendes Strippenziehen der Zuchtleitung wäre wünschenswert gewesen.......
                                        ------
                                        Was die Nutzung anbetrifft, entscheiden allein die Züchter und nicht die Zuchtleitungen (die können viel erzählen), die auch allein das Ergebnis wirtschaftlich ausbaden müssen. Trotz für die Allgemeinheit wünschenswerter stärkerer Vollblutnutzung kann ich die Bedenken der Züchter gut verstehen........
                                        -----------------------
                                        Auch @Carlo ist meines Wissens durch seine Vollblutanpaarungen nicht reich geworden.....
                                        Das ist ja ein ganz interessantes Aneinander-Reihen von Fakten - die teils eben keine sind ,aber so dargestellt werden!

                                        Fangen wir mit dem letzten an .

                                        Da soll ausgedrueckt werden:

                                        Der,der hier am meisten ueber Vollblueter predigt,sehr viel damit gezuechtet hat,angeblich das Patent-Rezept haben will - ist (von Dir ja ganz vorsichtig ausgedrueckt!) - "..auch nicht reich geworden ...." - direkter waere gewesen : Pleite gegangen ! So haette ich es ausgedrueckt.

                                        Das ist eine sehr geschickt-strategische-indirekte Antwort ,auf meine Fragen von den Threads von gestern.

                                        Nur geht sie eben voellig an dem Punkt vorbei,den Du machen wolltest.

                                        Der Grund des Pleite-gehens war schlicht und einfach: meine Partner(50% ) - die ich seit 20Jahren geschaeftlich wie auch auf privater Ebene kannte und vertraute - nahezu von einem Tag auf den anderen ihren Teil nicht mehr bezahlen konnten; und dies auf Grund einer geschaeftlichen Situation ihrerseits in den USA .Die Krise fing in USA etwas frueher an als in Europa.

                                        Wenn man einen 5 Jahres-Geschaeftsplan hat,der aber nicht so eingehalten wird,wie die Abmachung war,dann kann man davon eben nicht ableiten:

                                        Der carlo ist mit den Bluetern nicht reich geworden,es ist schlichtweg eine Verdrehung!

                                        Womit ich aber aber auch nicht sagen will,dass wir alleine vom Verkauf unserer Halbblueter bzw Vollblueter reich geowrden waeren. - Genau deshalb hatte ich eben das Gesamt-Konzept:

                                        Reine Warmblueter: Trakehner u.Oldenburger - reine Vollblueter -Rennpferde(wo es z.B. zu Preisen wie 100,000Euro fuer die 2j OGMORE VALE v.SILVANO auf der Auktion in Baden-Baden kam) und dann erst die Halbblueter bzw reine Vollblueter fuer die Sportpferdezucht.

                                        Das sind die Tatsachen und Fakten ! - Auch wenn dies nicht zu diesem Thread gehoert,wenn aber Einwuerfe gemacht werden,mit denen ein Punkt gemacht werden soll - dann muessen die wirklichen Gruende auf den Tisch kommen.

                                        Die amerikanischen Partner sollten den US-Markt vor allem im Springen bedienen - sie sind im Springsport - und hatten schon ein Pferd,das sie von mir gekauft hatten -von dem ich aber nicht Zuechter war - fuer $300,000 verkauft.

                                        Zu Deinen anderen Punkten : ".....Ein entsprechendes Strippenziehen der Zuchtleitung wäre wünschenswert gewesen....." - Also nun ist auf einmal die Zuchtleitung gefragt !

                                        Wenn ich an anderer Stelle forderte,die Zuchtleitung muss in Bezug auf XX mehr tuen,dann meintest Du : Zuchtleitung's bashing sollte man nicht tuen!

                                        Und dann kommt die Aussage ,dass Du die Zuechter gut verstehen kannst kein Vollblut einzusetzten - dem stimmte ich ja schon frueher zu,denn so wie Deine Auffassung ist - und das ist natuerlich die von fast allen Zuechter - wie man an einen Vollbluthengst "herangeht" kann es auch nicht zu etwas anderem fuehren.

                                        Nach dem alten Grundsatz : Wenn ich immer dasselbe mache - kommt immer dasselbe heraus .
                                        Zuletzt geändert von Gast; 04.09.2014, 12:41.

                                        Kommentar


                                        • Die Rechnung laesst sich ja ganz einfach weiterfuehren - was mein Zuchtkonzept gebracht hat !

                                          Man betrachte nur einmal,was unsere Pferde produziert haben - z.B fuer meine Bekannte ,die von mir einige Trakehner gekauft hat ,darunter die Mutter von SCHWARZGOLD !

                                          Kommentar

                                          Andere Threads aus dieser Foren-Kategorie:

                                          Einklappen

                                          Themen Statistiken Letzter Beitrag
                                          Erstellt von Limette, 31.05.2024, 13:09
                                          40 Antworten
                                          2.194 Hits
                                          1 Likes
                                          Letzter Beitrag juno
                                          von juno
                                           
                                          Erstellt von Limette, 11.11.2024, 18:36
                                          4 Antworten
                                          639 Hits
                                          0 Likes
                                          Letzter Beitrag Ramzes
                                          von Ramzes
                                           
                                          Erstellt von Jacara, 26.12.2025, 15:01
                                          13 Antworten
                                          484 Hits
                                          0 Likes
                                          Letzter Beitrag Jacara
                                          von Jacara
                                           
                                          Erstellt von Coyana_78, 07.12.2025, 11:05
                                          23 Antworten
                                          752 Hits
                                          0 Likes
                                          Letzter Beitrag Boheme
                                          von Boheme
                                           
                                          Erstellt von Limette, 06.09.2025, 08:50
                                          7 Antworten
                                          441 Hits
                                          1 Likes
                                          Letzter Beitrag Limette
                                          von Limette
                                           
                                          Lädt...
                                          X