Pferdemarkt:Gucci oder Aldi..

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  • C-Inkognito
    antwortet
    @Lisa

    Für einen Großteil der Leute hier ist es Hobby? Wo ist denn "hier"? Im HG etwa??? Virtuelle Pferde züchten ... ich muss leicht grinsen. Hier ist ein Sammelsurium von den unterschiedlichsten Personen unterwegs - von wirklichen Pferdekennern, engagierten Züchtern, Sportlern, naiven Hobbytussies die nicht rechnen können, bis hin Spinnern die alles besser wissen. Du gehörst eindeutig zur vorletzten harmlosen Gruppe.

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  • Lindenhof
    antwortet
    Liebe Lisa,
    wie kann man nur so "blond" sein (entschuldige an alle wirklich Blonden hier im Forum)! Vielleicht hier eine Geschichte, die besser zu verstehen ist:

    Es gab da mal einen sehr seriösen Züchter, der vor Jahren, als es noch einen halbwegs angepassten Preis für die Nachzucht gab (da kaufte man sich noch ein Fohlen, weil man sich keinen Drei- oder Vierjährigen in der Qualität so einfach leisten konnte) regelmäßig gezüchtet hat. Er hat sich mit viel Mühe einen Stutenstamm aufgebaut, Herzblut und Arbeit nebst Geld investiert.

    Nun denn, mit 2008 kam die böse Wirtschaftskrise, die Preise sackten (wie der Züchter damals dachte) in den Keller. Er wurde aber mit den Worten getröstet, dass sich das alles wieder geben wird und Worte wie "antizyklisch" fielen. Da er dieses Hobby (das ihm auch in der Vergangenheit keinen Reichtum einbrachte, aber wenigstens halbwegs kostendeckend war) liebte, hielt er an seinem Traum fest, reduzierte zwar seine Zucht, schickte seine alten Zuchtstuten in die Rente, behielt nur zwei seiner besten Zuchtstuten in der Zucht und züchtete "auf kleinem Niveau" weiter. Nun hat man halt einfach eine sehr, sehr lange Produktionszeit in der Pferdezucht. Der Züchter hatte viel Herz und zog seine Nachzucht bis drei- vierjährig immer auf. Nun, mit einem Jahr Vorlaufzeit und der Aufzucht, hat er nun leider den Stall voll - weil er besser gar nicht gedeckt hätte. Dazwischen hatte er Pech, eines seiner Jungpferde verletzte sich, der Tierarzt stellte aber eine gute Prognose auf Heilung aus. Das Pferd hat er nun auch im Stall stehen - zwar lahmfrei, aber eben mit einem deutlichen Schönheitsfehler. Das geht jetzt nun doch zum Schlachter - weil es überhaupt nicht mehr verkäuflich ist. Der König Kunde ist so heikel geworden, dass nur noch das Beste, Schönste und Billigste für ihn in Frage kommt - was "Beschädigtes" kommt da gar nicht in die Tüte.

    Nun - die Moral in der Geschicht': Dereinst konnte man ein kleines Vermögen mit Pferden machen, wenn man vorher ein großes hatte. Heute ist er trotz dem ehemals großem Vermögen pleite... Aber wen juckt's? Bei der Insolvenz kommen die Schnäppchenjäger noch besser zum Zuge...

    p.s.: Nix gegen Züchter für den echten Eigenbedarf...

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  • Calli-Jane
    Ein Gast antwortete
    Ich kann mich Lisa nur anschließen.
    Vor lauter Besessenheit, endlich den Mega-Kracher zu züchten, werden Jahr um Jahr jede Menge amateur-untauglicher Pferde auf den Markt geworfen, die leistungsmäßig aber für den Profi zu durchschnittlich sind.
    Der Bedarf an rittigen, unkomplizierten, absolut durchschnittlichen Pferden, die gesund sind und im ländlichen Bereich sowohl in Springen wie Dressur im L-Bereich einfach nur Vergnügen machen, mit denen man sich auch in einer M nicht total blamiert und am Wochenende entspannte Runden im Busch möglich sind, dabei noch hübsch anzusehen, ist um ein Vielfaches höher als der Bedarf an Spitzenpferden.

    Wir haben jetzt ZWEI JAHRE nach einem entsprechenden Pferd gesucht, sind tausende von Kilometern gefahren, haben jede Menge Geld für AKUs bezahlt, die samt und sonders nicht okay waren, und außer einem Lissabon-Nachkommen (der dann 4 Chips an unmöglichen Stellen hatte) war keines wirklich DAS Pferd mit brauchbarer Doppelveranlagung.

    Wo sind sie denn hin, die Pferde, die früher die typischen Mannschaftspferde waren, mit denen auch schwächere Reiter beide Disziplinen reiten konnten? Die breite Masse sind nunmal durchschnittlich begabte Amateure, die keinen nervigen, schlecht zu sitzenden Strampler brauchen, der beim ersten Fasan im Busch einen Infarkt bekommt.
    So ein Pferd ist weder Gucci noch Aldi, es gäbe ein weites Feld dazwischen, was anscheinend keiner beackert, anders kann ich mir die Situation nicht erklären.

    Also reihen auch wir uns jetzt bei den "Vermehrern" ein und sehen zu, unser hübsches Durchschnittspferd mit begrenzter Begabung selbst zu ziehen. Wie bedauerlich, dass wir reiterlich nicht so gut sind wie das brillante Pferdematerial, was anscheinend jeder hier mühelos züchtet
    Zuletzt geändert von Gast; 26.08.2013, 22:47.

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  • Greta
    antwortet
    Lisa, glaub mir das Problem ansich sind weder die Hobbyzuechter noch die vom Finanzamt als professionelle Zuechter.... Das Problem spielt sich viel weiter oben ab. Auf einer Ebene, die wir alle nicht beeinflussen können.... Und das wird noch viel schlimmer werden.. Ich prognostiziere das ja schon länger, in ein paar Jahren gibts nur noch 3 Grosse Zuechter, die werden den gesamten Markt bedienen..... Ein ganz paar wenige werden überleben. Vielleicht ist Dein Konzept da auch gar nicht das schlechteste

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  • Lisa83
    antwortet
    Achso, dann ist es also ganz einfach nicht mehr zu den "Vermehrern" zu gehören, ich lasse einfach noch mehr decken, damit noch mehr Pferde auf dem Markt sind, weil dann kommt das Finanzamt und dann bin ich kein Hobbyzüchter mehr. *ironieaus*

    Ganz ehrlich, keiner von euch wird dazu gezwungen mit mehreren Stuten zu züchten, aber alle beschweren sich über die Marktlage, dann lasst doch eure Stuten leer oder habt nur eine davon.

    @Calt und nein, in meinem Fall ist es keine Milchmädchenrechnung, denn ich lasse EINE Stute ab und zu decken, die ich sowieso habe.
    Also rechne ich, was mich das Fohlen und dessen Entstehung kostet. Und nicht was die Stute kostet und gekostet hat.

    Aber laut euch "Züchtern" haben ja eh schon alle keine Ahnung, die den Stamm nicht bis 1890 v. Chr. kennen. Vllt sollten die ganzen "Züchter" aber alle mal selber ihre Stuten und Nachzucht reiten, statt auf den Stämmen "herumzureiten".
    Dann gäbs vllt auch mehr "Gebrauchspferde", die nämlich, die auch Amateure gut bedienen können!
    Sicher möchte jeder den Superkracher züchten. Aber wieviele Pferde werden schon an die Ludger Beerbaums dieser Welt verkauft? Wieviele habt ihr "Züchter" schon an diese verkauft?
    Da reite ich doch lieber mit meiner rittigen, artigen Nachzucht auf den ländlichen Turnieren herum, kann die alleine verladen usw. als eins von den Pferde vom "Züchter" zu kaufen, was für die Profis nicht gut genug ist, für mich als Amateur aber nicht bedienbar, weil ja nur auf Leistung gezogen wird und der Rest (insb. Rittigkeit!) aussen vor gelassen wurde. Und natürlich muss ich da trotzdem noch so viel zahlen, weil die Mutter 3j. SLP gemacht hat (danach aber nicht mehr unterm Sattel war) und eine Runde auf der Eliteschau außenrum getrabt ist!?
    Und weil ich ja dann nur "Vermehrer" wäre darf ich eurer Meinung nach die eigene sehr rittige und leistungsbereite Stute nicht decken lassen, weil euch das die Preise kaputt macht?
    Ist klar...

    Ihr müsst eben einfach bedenken, dass es beim Großteil der Leute hier Hobby ist. Und Hobbys kosten Geld.
    Und wenn es Menschen gibt, die sich jedes Jahr wieder über die Fohlenpreise beschweren, vllt einfach mal nicht decken lassen und evtl. sogar den Stutenbestand verkleinern.
    Das ommt nämlich selbst in meiner "Milchmädchenrechnung" raus, dass mehr Pferde auch mehr Geld kosten

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  • Calt
    antwortet
    So etwas nennt man hier Milchmädchenrechnung.
    Macht aber nix, es gab schon mal einen Politiker, der seine Steuererklärung auf einen Bierdeckel machen wollte, und viele haben es ihm geglaubt :-)

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  • silas
    antwortet
    Lisa, spätestens das Finanzamt rechnet uns allen vor, ob wir Hobbyi / Liebhaberzüchter sind, oder Steuerpflichtige Züchter. Da kann ein Jahr mit nur drei guten Verkäufen plötzlich Deine doch sehr individuelle und scheinbar durch viele Vorurteile besetzte Sicht ganz nett über den Haufen werfen. Dies eine Jahr wird in dem mehrjährigen Beurteilungszeitraum sicherlich die Ausnahme gewesen sein, aber das interessiert dann niemanden.

    Sorry, aber jemanden mit diesem finanziellen Konzept sehe ich dann eher als Vermehrer.

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  • tina_178
    antwortet
    Zitat von Lisa83 Beitrag anzeigen
    @tina
    wenn du SO rechnest, muss ich dann als Hobby(!)reiter auch so rechnen?
    Nein - ich rechne so. Du wolltest ja eingangs nur wissen, wie manche sagen können, dass sie mind 5.000 € für ihr Fohlen haben müssen - nun weißt Du es und verstehst es auch.

    Zitat von Lisa83 Beitrag anzeigen
    DAS wird dann wohl immer ein echtes Minusgeschäft!
    Für viele ja - eben Hobby...

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  • Fife
    antwortet
    Zitat von tina_178 Beitrag anzeigen
    Genau so - Du hast es verstanden! Und wenn jemand einen hochwertigen Stamm hat und eine Stute für die Zucht aufzieht, die reiten und Prüfung machen läßt, vielleicht noch die StPr bekommt, der hat, wenn die Stute 4-j ist, er wenig selbst gemacht hat und für alles zahlen muss, da einen Wert von ca. 25.000 € stehen, wenn die Stute in die Zucht geht. Wenn die Stute dann in 15 Jahren 10 Fohlen bringt, muss man auf jedes Fohlen noch 2.500 € als Umlage für die Anschaffung der Stute draufrechnen. Das ist BWL - Kostenrechnung und erfaßt das Geld, was tatsächlich fließt im Laufe der Jahre. So kommen einige Züchter sogar auf 7.500 € und manchmal mehr an Selbstkosten für ein Fohlen.
    so ist es. Und wenn es günstiger verkauft wird ist das ein Geschenk an den Käufer.

    die Abfohlrate ist so um 66-70% => 3 Zuchtjahre bringt 2 Fohlen (im Durchschnitt)

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  • Lisa83
    antwortet
    @tina
    wenn du SO rechnest, muss ich dann als Hobby(!)reiter auch so rechnen?
    Also Box, TA, Schmied, Zusatzfutter, Spritkosten und das dem Gewinn (oder eben nicht) einer ländlichen Turnierprüfung gegenüberstellen?
    DAS wird dann wohl immer ein echtes Minusgeschäft!

    Das was der überwiegende Teil hier macht ist doch Hobbyzucht. Und Hobbys kosten nun mal Geld, mir fällt zumindest spontan keins ein, wo man Geld verdient?

    Und in der Realität wird bei Leuten, die davon (also Zucht und Verkauf) leben müssen wohl an allen möglichen und unmöglichen Ecken gespart. Denn ja, es gibt sie immer noch, die über die Wintermonate zu dritt in einer Einzelbox ohne Auslauf stehen, die Zuchtstuten, die einmal im Jahr, nämlich vor der Fohlenschau, zum Schmied gehen. Wer was anderes erzählt, hat wohl noch nicht die Augen aufgemacht. Natürlich macht das nicht jeder, aber eben genug.
    Ganz ehrlich, das möchte ich nicht durch einen Fohlenkauf unterstützen, da mache ich das lieber selber und eben sogar günstiger, weil ich eben nicht die Stutenkosten mitrechne, weil die eh bei mir ist.

    @gina: nett/brav klingt immer so abwertend. Ich sprach in meinem Beispiel von "keine Olympiaqualitäten".
    Wenn die später ländlich M/S gehen ist es doch schon mehr als die meisten Reiter in ihrem Leben reiten!
    Du musst eben bedenken, dass der Großteil der Pferde im Hobbyreiterhänden ist. Und die brauchen nett/brav (was bei mir Rittigkeit mit einschliesst!) schon mal als allererstes.

    Ich verstehe ja, dass ein qualitätvolles Pferd seinen Preis hat, völlig zurecht und egal in welchem Alter.
    Aber ich finde einfach nicht, dass man das im Hobbybereich alles so aufrechnen darf. Weil eben HOBBY!!!
    Dass Leute, die davon leben das anders machen müssen, ist völlig klar.
    Nur wird da schon mal komplett wirtschaftlich gedacht. Z.B. gibts da eben "Aufzuchtverluste", da wird an jungen Pferden mit Ataxie, Knochenzysten, diversen irreparablen Schäden nicht rumgedoktort, sondern da gibts die Endlösung, weil wirtschaftlich.
    Da erhalten alte Stuten, die Jahr für Jahr Fohlen hatten und evtl erst noch im Sport waren nicht jahrelang Gnadenbrot, da gehts nach dem Absetzen des letzten Fohlens auf direktem Weg zum Schlachthof.
    Und selbst mit jahrzehntelanger Zuchterfahrung und sehr gutem Genpool gibts nicht nur Olympiapferde!
    Auch da müssen die besseren Fohlen die schlechteren mit durchziehen, was die Kosten angeht.
    Zuletzt geändert von Lisa83; 25.08.2013, 22:29. Grund: Rechtschreibfehler

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  • bella
    antwortet
    ...
    Zuletzt geändert von bella; 17.11.2013, 14:45.

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  • gina
    antwortet
    @lisa

    dein rechenbsp beruht auf der tatsache, dass der genpool deiner stute vorhanden ist.
    dies ist aber nur dann der fall, wenn in der vergangenheit der grundstein dazu gelegt wurde.
    ebenso verhält es sich mit der zukunft, dass was du heute produzierst soll morgen früchte tragen.
    wenn du nun genetisch im -hauptsache nett und brav - bereich bleibst, werden dir zwangsläufig features verloren gehen, die - auch für den haus/hobbygebrauch die basis bilden, die ein !gutes reitpferd! ausmacht.

    konform gehe ich absolut mit deiner aussage, dass div züchter im laufe der zeit den "überblick" verlieren und jahr für jahr fohlen /pferde auf den markt schmeissen,
    denen ausser brav und lieb nichtr viel mehr mitgegeben wurde.

    schade um jede pferdeseele, für die mühseelig ein unterkommen gesucht werden muss......

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  • bella
    antwortet
    Ich weise vorab darauf hin, das Nachfolgendes nichts mit meiner persönlich Meinung o.ä. zutun hat.

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    Zuletzt geändert von bella; 17.11.2013, 14:46.

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  • tina_178
    antwortet
    Zitat von Lisa83 Beitrag anzeigen
    Und wer sich Stuten extra zum Züchten kauft und davon ausgeht, dass die sich immer selber finanzieren durch Fohlenverkauf, der ist selber Schuld...
    ... oder ist so gut und qualifiziert, dass er +/- 0 raus kommt, weil er intelligent züchtet und nicht vermehrt.

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  • tina_178
    antwortet
    Zitat von Lisa83 Beitrag anzeigen
    Wäre das so, müsste man ja sogar noch die Kosten, die eine leer gebliebene Stute verursacht beim nächsten Fohlen mit drauf rechnen!
    Genau so - Du hast es verstanden! Und wenn jemand einen hochwertigen Stamm hat und eine Stute für die Zucht aufzieht, die reiten und Prüfung machen läßt, vielleicht noch die StPr bekommt, der hat, wenn die Stute 4-j ist, er wenig selbst gemacht hat und für alles zahlen muss, da einen Wert von ca. 25.000 € stehen, wenn die Stute in die Zucht geht. Wenn die Stute dann in 15 Jahren 10 Fohlen bringt, muss man auf jedes Fohlen noch 2.500 € als Umlage für die Anschaffung der Stute draufrechnen. Das ist BWL - Kostenrechnung und erfaßt das Geld, was tatsächlich fließt im Laufe der Jahre. So kommen einige Züchter sogar auf 7.500 € und manchmal mehr an Selbstkosten für ein Fohlen.

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  • Lisa83
    antwortet
    Dann hab ich deins mal nachgerechnet und komme auf knapp 2000€ OHNE den Unterhalt der Stute, denn ich bleibe dabei, als Hobby(!)züchter habe die Stute sowieso, die kostet also immer. Und die muss sich nicht durch den Fohlenverkauf finanzieren!
    Wäre das so, müsste man ja sogar noch die Kosten, die eine leer gebliebene Stute verursacht beim nächsten Fohlen mit drauf rechnen!
    Und wer sich Stuten extra zum Züchten kauft und davon ausgeht, dass die sich immer selber finanzieren durch Fohlenverkauf, der ist selber Schuld...

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  • tina_178
    antwortet
    mal ein bisschen Kostenrechnung für Dich, Lisa83

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  • Lisa83
    antwortet
    Ich finde den Vergleich irgendwie seltsam.
    Soll das wieder hauptsächlich ein Angriff auf "Hobbyzüchter" oder Eigenbedarfzüchter sein?

    Ich finde immer ganz interessant, dass eure Fohlen alle mind. 5000€ kosten müssen, wenn sie als Absetzer verkauft werden. Das nur um +/- 0 raus zu kommen.
    Wieviele von euch sind den "Profizüchter"?
    Denn wenn ich nur aus Hobby züchte, dann rechne ich z.B. den Unterhalt der Stute NICHT mit ein, denn die habe ich eh, ob mit oder ohne Fohlen.
    Meine Stute wurde bisher immer sofort tragend, also rechne ich mal ca. 1000€ Decktaxe, 2mal TU sind vllt. 100€. Zum Besamen fahr ich zur Station, also keine extra TA-Kosten.
    Dann wird das Fohlen geboren, bis zum Absetzen vllt 100€ Schmied, dann beim Brenntermin fürs Chippen, Brennen, Pass, das waren 150€(??), auch mit Hämolytan o.Ä. und Wurmkuren bin ich noch lang nicht bei 5000€. Oder hab ich was vergessen?
    Btw. ich wäre nicht mal inklusive den 17 Monaten (Trächtigkeit und Fohlen bis zum Absetzen) Stallmiete bei dieser Summe. Und das nicht, weil mein Pferd irgendwo in Hintertupfingen auf ner Matschwiese vergammelt!
    Natürlich nur, wenn alles gut geht und keine TA-Besuche oder Schmied für orthopädische Korrekturen benötigt wird.
    WIE kommt ihr also auf 5000€?
    Bei einem 3j. Pferd sieht das natürlich wieder anders aus.
    Aber ne "Graupe" kostet in der Aufzucht dasselbe, aber lohnen tut es sich eben nicht, weil kaum einer (ab und zu findet sich ein "Dummer") wird für ein gangbefreites, vllt noch nicht mal besonders schönes Pferd so viel zahlen. - und keiner von euch kann mir erzählen er täte es!

    Wahrscheinlich wäre es sogar besser, wenn die Leute nur für ihren Eigenbedarf züchten würden, weil dann würden nicht an die 500 Stute im Jahr zu den Modehengsten gehen, sondern DANN überlegen die Leute viel genauer, dass Rittigkeit vllt eher VOR "schön und schwarz und strampeln" steht.

    Ich kann hauptsächlich von mir sprechen.
    Warum habe ich meine Stute decken lassen? Nun, ich habe immer gesagt, wenn das Fohlen später auch nur die Hälfte von ihrer Einstellung zum Sport, ihre Rittigkeit und Zuverlässigkeit hat, dann wird das schon ein tolles Pferd.
    Ich möchte ein Pferd, was nicht den ganzen Winter in muffigen Matrazenställen ohne Auslauf wohnen musste als Jungpferd, ich möchte von Anfang an wissen wie damit umgegangen wird und lieber meine eigenen Fehler machen, als ein 3j. Pferd zu kaufen, das schon völlig "über die Uhr" ist - da rede ich nicht mal von Auktionsgestrampel und zig Starts in RPF, sondern von Pferden, die 3 Jahre lang quasi keinen Menschenkontakt haben und dann "mal eben angeritten werden mussten, weil die verkauft werden sollen. Vertragen nun mal nicht alle.
    Dann habe ich mir einen Hengst gesucht, den ich persönlich aus dem tgl Umgang kannte und wusste, wie (positiv) die ersten unterm Sattel waren.

    Resultat: Erwartungen voll und ganz erfüllt. Das Fohlen ist 3j., hübsch, brav, gelehrig. Hat am Sprung vllt keine Olympiaqualitäten, aber brauch ich auch nicht.

    Und selbst die Züchter, die die Stutenstämme bis anno dazumal auswendig kennen züchten keine Olympiapferde am laufenden Band, das wäre ja auch zu einfach, wenn das so ginge.

    Beim 2. Fohlen selbes Spiel, Hengst kenne ich seit der Körvorbereitung, weiss ihn charakterlich sehr zu schätzen und habe nun über Jahre seine tgl. Arbeit unterm dem Sattel verfolgt.
    Fohlen ist auch sehr gut gelungen, aber erst Jährling, wie sie unterm Sattel wird, wird sich zeigen.


    Ich glaube, dass das größte Problem eben die Züchter sind, die jedes Jahr decken lassen und den Nachwuchs dann im Spätherbst verschleudern müssen, weil das nächste Fohlen ja schon wieder unterwegs ist. Auch hier in diesem Forum liest man das doch ständig.
    Da frage ich mich echt, warum man dann jedes Jahr wieder decken lässt und sich dann wieder beschwert, dass man nichts zu vernünftigen Preisen verkaufen kann. (ich spreche damit jetzt hier im Thread niemanden persönlich an, aber mir ist aufgefallen, dass es überwiegend die gleichen Leute in diesem Forum sind)
    DAS macht den Preis kaputt!
    Man denke nur an so Auktionen wie Bassum, da gehen Fohlen für unter(!) 1000€ weg, weil der Platz im Stall für die erwarteten Fohlen im Frühjahr gebraucht werden!
    Und diese Fohlen sind nicht alles Graupen.

    Meine jungen Stuten sind auch nicht unverkäuflich, wenn die irgendwann mal jmd haben will und entsprechend zahlt, dann ist das ok.
    Aber die müssen nicht weg um des Platzes u/o der Kosten willen.
    Denn ich lasse eben ganz einfach nicht decken, wenn ich nicht mehr Pferde unterhalten kann u/o will.
    Zuletzt geändert von Lisa83; 25.08.2013, 17:43.

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  • tina_178
    antwortet
    Zu Gucci zum Einkaufen können Leute gehen, die sich nur ein Accessoire zum Schmücken leisten wollen oder auch solche, die sich komplett einkleiden. Zu Aldi können auch Gucci Kunden gehen. Will sagen: ich versuche eher den passenden Käufer/Reiter für mein Produkt zu finden, weil die Qualität bei gleicher Anpaarung eben von Kabinett bis Auslese reichen kann...

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  • Oh-Gloria
    Ein Gast antwortete
    Zitat von Sabine2005 Beitrag anzeigen
    Jemand hat mal einen Vergleich mit einem Winzer gemacht.

    Mal schafft es dieser Champagner zu züchten. Im nächsten Jahr reicht die Qualität leider nur zum Sekt. Das Jahr danach reicht das Erzeugniss auf dem selben Weinberg nur die Qualität vomTetra-Pack.

    Genau so kann es einem auch ergehen, wenn man eine vermeintlich geglaubte Passeranpaarung wiederholt.

    Meine Frage en Dich OhGloria, weil Du Dich ja hier häufiger negativ über Andere aus lässt, hast Du bist jetzt dem Markt nur Champagner geboten?

    Auch der Tetra-Pack findet bei Aldi einen Abnehmer
    Nein ich habe nicht nur "Champagner" -gezüchtet- .. Zu Champagner gehört aber mehr dazu wie ein "tolles" jahr ... und da gibts auch wieder unterschiede.

    An den "Tetra Pack" trinkern kommt man das ein oder andere mal vorbei, sieht des öfteren "Interessant aus"...

    Wenn wir schon beim Wein sind...

    Man kann ja nicht nur "Spitzenauslese" produzieren...oder man hat einen KLASSE Jahrgang, dann hebe ich mir diesen Jahrgang auf um ihn zu Veredeln - denn so mancher Wein gewinnt erst über die Jahre an QUALITÄT!!!. So nun weiter...

    Aus einem GUTEN ALTEN WEIN, wenn der um die 16 % hat, den kannst du verdünnen, aber er wird IMMER an Qualität verlieren und je mehr ich cerdünne - Sprich Zucker+Wasser um so mehr hab ich Tetra Pack. Zum anderen hat jede Region ihre QUALITÄT im Wein. WO findest du das heute???..

    Heute packt der eine mal Salz dazu, der andere schüttet entsprechnd wieder mehr Zucker rein...der dritte will es weg schütten, der andere hängt es ihm ab, und bietet es ihm an als "Auslese"...nur der "Kenner" - dem machst du da nix vor...
    Nur der "Panscher" lebt von der Dummheit der anderen, wenn er aber mal an einen anderen kommt - wirds eng.
    So siehts auch in der Pferdebranche aus...
    Aber wenn ich Tetra Pack "Auslese" habe, dann geht sie auch zu "Tetra Pack" Konditionen weg und das so schnell wie möglich... Auslese muss "reifen".
    Leider wird viel zu oft Tetra Pack für Auslese angeboten, das mag ja mal funktionieren...aber immer???...
    Naja ich Zweifel da des öfteren dran.

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