Pferdemarkt:Gucci oder Aldi..
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Absolute Zustimmung Schnaggels ! So ein bisschen kommt's ja durch die Hunter-Prüfungen. Aber da steckt doch so viel unerkanntes Potential drin! Mehr Prüfungen in die Richtung und mehr Atmosphäre statt Gruppengewusel auf ländlichen Turnieren.
Ein Beispiel fiel mir noch ein: letztens haben sich Bekannte von mir, absolute Anfänger und Späteinsteiger, ein Pferd gekauft. Nach einiger Suche eine erfahrene, liebe WB-Stute. Warum? Weil sie ihrem Reitlehrer vertraut haben, der ein Pferd für sie ausgesucht hat. Und der ihnen zuvor angemessenen Erwachsenen-Anfänger-Unterricht geboten hat, mit einem erwachsenen Umfeld und einem Bierchen danach. Hätten sie dieses Umfeld nicht gehabt, hätte es auch etwas ganz anderes werden sollen. Und die interessieren sich für Turniersport, auch wenn sie bisher nur ihrem Reitlehrer zuschauen fahren!
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Dem pflichte ich eindeutig bei,das Turnierreiten ist für ältere ambitionierte Hobbyreiter schlichtweg uninteressant-frustrierend ,teuer und wenig stilvoll.Zitat von marquisa Beitrag anzeigenIch glaube,dass da noch ein anderer Aspekt hinzukommt.
Die Käufer,die sich vom WB abwenden,haben schon vorher in den meisten Fällen der FN den Rücken gekehrt,weil sie mit dem Ausbildungskonzept nicht konform gehen,sich nicht gut aufgehoben fühlen,nicht den passenden Unterricht finden,von Rollkurbildern abgeschreckt werden,usw.
Ob die in anderen Szenen auf Dauer glücklich werdensei mal dahin gestellt.
Aber das macht die Sache gerade im Freizeitsektor nicht einfacher,ist der Kunde erst mal abgedriftet,so wird es ungleich schwieriger,ihn wieder zurückzuerobern.
Da mit Preisschnäppchen zu locken kann auf dauer nicht funktionieren.
Der Sportreiter ist dort doch noch einfacher zu handhaben,der will ein Warmblut.
Das ganze System der Warmblutreiterei muss einfach wieder interessant für die breite Masse werden.
Dadurch wenden sich sehr viele dann eben auch vom Warmblut ab (ich nicht da ich überzeugt bin
im WB-Sektor "mehr Pferd" für mein Geld zu kriegen.
Bei der FN anzusetzen halte ich hier in dieser Diskussion für die bis jetzt beste Idee.
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Finy,Barbara:
Einzelschicksale,ihr haltet euch doch wohl nicht für deutsche Durchschnittsreiter,ansonsten kanns um unsere deutsche Reiterei ja noch nicht so schlimm bestellt sein *grins*
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Ein Gast antworteteIch wünschte, auf diese Fragestellung könnte man eine fundierte Antwort finden, denn ich denke tatsächlich, dass es in diese Richtung geht. Die sinkenden Zahlen an Vereins- und Turnierreitern sprechen dafür.Zitat von Zauberfee Beitrag anzeigen...Vielleicht will der moderne Mensch von heute ja nicht mehr das Sportliche Warmblut sondern will in seiner spärlichen Freizeit eher durch die Gegend getragen werden...?
Die Freizeit ist heute oft knapper als das Geld und in dieser wenigen freien Zeit möchten die meisten Hobbyreiter einfach ohne Stress und entspannt Spaß mit ihrem Pferd haben. Ggf. gestresst aufsteigen und entspannt absteigen, stark vereinfacht formuliert. Das entspricht eher dem "durch die Gegend tragen lassen" als der Sportreiterei.
Und dafür fehlen oft die passenden Pferde (weil, wie auch in diesem Thread weiter vorne zum Ausdruck kam, solche Pferde von ambitionierten Züchtern dann gerne als "devot" abgewertet werden, was m. E. was ganz anderes ist als ein innerlich entspanntes Pferd, das auch mal einen Reiterfehler verzeiht - und somit aus Züchtersicht kein gewünschtes Zuchtziel).
Es müssen also im Grunde hinsichtlich der Nachfrage wohl verschiedene Märkte bedient werden. Das Problem ist nur, dass die "Produkte" in der "Reifephase" etc. die gleichen Kosten verursachen, egal ob sie hinterher hochsportlich oder rein freizeittauglich sind.
Also wird es für Züchter wohl immer eine Mischkalkulation bleiben. Die absolut gelungenen Zuchtprodukte müssen die anderen mitfinanzieren.
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Ich bin auch teilweise so eine Ausnahme ... Mit 11 angefangen zu reiten, aber erst mit 18/19 Unterricht bei einem richtig guten RL bekommen. Ich reite heute noch regelmäßig (1 bis 2mal pro Woche) Unterricht bei dem Sohn des RL von damals (auch qual. RL) und habe im Laufe der Jahrzehnte alle unsere Pferde selbst ausgebildet (Mann und Sohn reiten auch).Zitat von marquisa Beitrag anzeigenFiny,das ist aber eher die Ausnahme.
Die Allermeisten würden von regelmäßigem Unterricht sehr profitieren,Reiter und Pferd!
Für meine beiden Pferde habe ich mehrfach von Profis richtig viel Geld geboten bekommen ...
Dabei betrachte ich mich auch als gehobenen Freizeitreiter ohne Turnierambitionen.
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Finy,das ist aber eher die Ausnahme.
Die Allermeisten würden von regelmäßigem Unterricht sehr profitieren,Reiter und Pferd!
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mal wieder OT aber: ich glaube nicht dass es nur an fehlender Ausbildung liegt. Reiten (im Sinne der FN) hat für mich mit sportlichkeit, Körpergefühl und vorallem mit "Gefühl fürs Pferd" zu tun...das kann man nur sehr begrenzt lernen. Da steht eher ein Talent im Vordergrund. Mein Unterricht bis zum 16. Lebensjahr bestand aus 1mal jährlich einer Woche Reiterferien. Ich hatte immer RBs, die ich ohne Aufsicht und Anleitung ritt. Try and Error war die Devise, Bücher lesen, anderen zuschauen. Heute habe ich ca. 1x pro Monat Unterricht, dennoch ist es mir möglich junge Pferde auszubilden.
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Ja,die gibts,aber diejenigen,die ihre Pferde für nen Appel und ein Ei irgendwo im Hinterhof parken und kein Geld in Ausbildung investieren,können niemals unsere Zielgruppe werden,das gilt gleichermaßen für Züchter als auch Ausbilder.
Die Reiterei ist und bleibt ein Luxussegment,welches man sich schlichtweg erlauben können muss,so blöd sich das anhört.
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Stimmt, viele haben nicht mehr den Biss, oder sagen wir mal, die Interessen haben sich verlagert.
Ein Pferd hat keinen USB Anschluss, keinen eingebauten Aschenbecher, kein Handy Ladekabel und Gummistiefel in schwarz sind schon lange Out ;-)
Verpflichtung ist nicht mehr so gefragt Heute. Ich warte gerade auf einige LKW mit Stremmer Sand, zum Reitplatz nachfüllen. Wozu das Ganze?
Ich bin wohl Gucci.
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Und dann haben wir in der Tat das Ausbilderproblem. Ich habe Glück und kann einmal wöchentlich zu einem Pferdewirtschaftsmeister zum Unterricht fahren (ich kann da auch nur hin, weil er mein Pferd mal vier Monate in Beritt hatte und mich "nachbetreut"...der nimmt niemand außerhalb seines Stalles)...
Auf den Hof (sofern Halle überhaupt vorhanden...es gibt immer mehr Offenställe hinterm Haus) kommt bei uns in der Gegend kein Pferdewirt-/ oder Meister....es ist eine Katastrophe....und viele sind nicht bereit 30 Euro oder mehr wöchentlcih in ihre Reitausbildung zu investieren...viele können sich das auch schlicht weg nicht leisten!
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Ich denke die Zahl der Reiter, die nicht für die Warmblutzüchter zu gewinnen sind, wird immer größer.
Bei mir im Dorf hat ein neuer Stall aufgemacht. Offenstall ohne Halle, ohne Platz. Es werden 12 Pferde auf engem Raum gestapelt. Es handelt sich ausnahmslos um Traber, Kaltblüter aus Schlachterrettungen etc.
Die Besitzer haben keinen Anspruch auf Reitausbildung -die sind zufrieden, wenn sie in ihrer Freizeit durch die Gegend getragen werden.
Und dann kenn ich auch die solventere Klientel hier in der Gegend, die sich mit irgendwelchen Andalusischen Mischlingen oder auch echten PRE (je nach Geldbeutel), wahlweise auch Isländern schmückt und froh ist, dass das Tier keine Bewegung hat - sonst könnten sie es nicht sitzen...ich denke es hapert einfach an der Reitausbildung der Menschen.
Ein Warmblut zu reiten erfordert in der Regel eine gewisse Sportlichkeit. Durch die Warmblutzucht hat sich das Gangvermögen, der Schwung, die Größe der Pferde enorm verbessert - aber sie sind eben nicht mehr von jedermann zu reiten...
Vielleicht züchtet man die Warmblüter ja doch am großen Markt vorbei?? Vielleicht will der moderne Mensch von heute ja nicht mehr das Sportliche Warmblut sondern will in seiner spärlichen Freizeit eher durch die Gegend getragen werden...?
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Finy,das liegt aber auch daran,dass viele "Ausbilder" auf dem Markt sind,die selbst kaum durch eine A* kommen.
Es gibt doch schließlich genügend Trainer C,die für einen Zehner rauskommen,wozu dann das Vier- oder Mehrfache bei einem Profi bezahlen?
Das ganze Ausbildungssystem muss überarbeitet werden,auch das der Ausbilder selbst!
Natürlich gibt es ordentliche Amateurreitlehrer und schlechte Profis,keine Frage.
Wir FN Leute,ob Züchter,Reiter oder RL müssen mit gutem Beispiel vorangehen und den Leuten erstrebenswerte Perspektiven aufzeigen,die sie erreichen können,die sie als nachahmenswert empfinden.
Die allermeisten Reiter wollen keine zusammengezogenen Strampelpferde mehr sehen,denen die Augen aus dem Kopf quellen,sie wollen "gut reiten" und brauchen dafür Vorbilder,denen sie vertrauen.
Dann steigt auch die Akzeptanz,für die begleitende Ausbildung Geld auszugeben.
Deshalb ist es auch schwer,einen guten Ausbilder zu finden,die sind ausgebucht und zwar mit Langzeitkunden.Das sollte auch für die Ausbilder selbst ein Anreiz sein,die sich jetzt noch mit Kurzzeitkorrekturen vergurkter Zossen ihren Unterhalt verdingen müssen.
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@see you...ich wollte damit auch nur ausdrücken, dass man diese Reiter (und es sind verdammt viele) nie und nimmer für die Warmblutfraktion gewinnen wird!
Calli-Jane... genauso sehe ich das auch
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finy, na klar gibt es das - genauso oft, wie es in anderen Sparten furchtbare Reiter gibt und ganze Reitställe, die ein furchtbares Reitniveau haben. Dann fangen wir bei einer Grundsatzdiskussion "wo wird besser / pferdegerechter geritten" an und sind bei einem ganz anderen Thema.
Mir ging es um den solventen Freizeitreitermarkt abseits der Schnäppchenjäger, den die WB-Zucht kaum mehr erreicht.
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Ein Gast antworteteUnd ein weiterer Grund für den Boom bestimmter Spezialrassen ist, auch wenn es die Züchter von Leistungspferden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, schlicht die Optik, die viele Freizeitreiter anspricht. Ein "begrenztes" Pferd muss wenigstens optisch im Stall was darstellen, wenn man Bewunderung schon nicht für die Leistung bekommen kann, dann tröstet ein "Ooooh, ist der hübsch!" doch sehr
see you, über Dein Beispiel musste ich gerade sehr schmunzeln, wie gut das trifft kann ich direkt bestätigen: Meine Mutter, die nur noch freizeitmäßig entspannt ins Gelände gehen und ein bißchen auf dem Platz herumreiten möchte, hat sich tatsächlich gerade nach längerer, vergeblicher WB-Suche einen 4-jährigen Freiberger angeschafft. Sie hätte vor 10 Jahren NIEMALS auch nur über einen Freiberger nachgedacht, aber nach 6 Monaten Suche (Pferd sollte brav, kräftig im Fundament, geländesicher und halbwegs ordentlich grundausgebildet sein) hat sie sich dafür entschieden.
Preislich lag das Pferd bei gut 8 TE, wenig geritten, aber gefahren.
Ich hätte ihr ja meine Stute angeboten - die genau die von Dir genannte grelle, guckige und hochelektrische Springversion ist.
Die Spezialrassen-Züchter/-Vermarkter haben anscheinend noch "Schlüsselwerte", besondere Eigenschaften, die sie vermarkten können bzw. für die es einen Markt gibt. Individuelle Rassemerkmale, die ihre Interessenten finden. Das ist beim Durchschnitts-WB eher nicht der Fall.
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oft sind hier aber auch die Reiter begrenzt! Ich kenne viele die nach "FN" begonnen haben, es aber schlichtweg körpelich bez. Talentmäßig nicht umsetzten konnten und dann z.B in den "Western"-Sektor abwandern (kein Turnier, dafür reicht es hier auch nicht) aber am langen Zügel im Western Jog und Vierschlag Galopp durch die Halle Eiern klappt halt prima, da is kaum Bewegung im Rücken und das Tierchen macht von alleine bestimmt keinen Tritt zu schnell! Mit einem WB funktioniert das never ever (Ausnahmen bestätigen die Regel)Die ambitionierten Freizeitreiter hätten schon Lust auf WB - vor allem, wenn sie sich fortbilden und dann sehen, wo ihre Freizeitrassen begrenzt sind
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und das WB darf gerade dann nicht die "Billige Alternative" zu den Spezialrassen sein. Es muss eine Vorzüge zeigen, aber dafür brauche ich auch das Material! Ich sehe zu viele Leute, die auf Freiberger oder so etwas umsteigen, um normale FN-Dressur zu reiten, eben weil sie mit so einem Pferd auch Kind und Kegel losschicken können, ohne dass etwas passiert. Da ist das grelle Springprodukt, das aber nicht für höhrere Aufgaben taugt, genauso falsch wie ein KWPN-Zuchtversuch, der dann doch Passschritt geht und nicht zum Ausbildungs-Dressurpferd taugt. Das ist nämlich dann wirklicher Überschuss - wer will so etwas im Stall stehen haben?
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