@wilabi
In meinen Augen hast du in deiner Interpretation einen grundsätzlichen Denkfehler der da lautet: Spitzenpferd= unrittig /schwer bedienbar und am besten noch nicht mal anschaubar.
Wo läuft denn ein grosser Teil der in Belgien/ Frankreich gezogenen "unrittigen" Springpferde? Eigentlich in der ganzen Welt, egal ob in Europa, Amerika, Asien oder dem Arabischen Raum. Und das sind zum Teil Gebiete, die wir hier als reitsportliches Entwicklungsland betrachten. Die Pferde aber laufen erfolgreich, fast egal, wie schwach die Reiter da oben drauf sind. Also muss in Punkto Leistungsbereitschaft/ Rittigkeit doch irgendwo eine Menge funktionieren. Wenn das nicht so wäre, müssten uns ja unsere hübschen, schön springenden, gut zu reitenden, super selektierten Pferde "Made in Germania" von aller Welt förmlich aus der Hand gerissen werden. Das ist nur leider nicht so.
Das Erfolgsgeheimnis der Belgischen Pferdezucht
Einklappen
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Ich provoziere jetzt bewußt:
die Deutsche Pferdezucht ist nicht mehr bzw. immer weniger in der Lage, die von einem
Weltmarkt für Spitzensportpferd geforderten Markt zu bedienen
(das fängt schon beim Fohlenmarkt an: die Durchschnittspreise für die ausgesuchten Spitzenfohlen in
Holstein 2014 waren miserabel, weil schlicht viele frühere Käufer z.B. aus Benelux nicht mehr kamen)
das zu lange Festhalten an traditionellen Strukturen, z.B. viele 3. und 4. klassige Landgestütshengste..,
die extreme Ausrichtung auf einen Fohlenmarkt (der eigentlich über die Verbände im Bezug auf die Gesamtgeburtenzahl zahlenmäßg nur rudimentär existiert),
der extreme Einsatz von ungeprüften und nicht Sportbewahrten Junghengsten
(Jahrelang haben die Gazetten d. Zuchtverbände proklamiert: die Junghengste stellen den
Zuchtfortschritt !..)
ein überholtes 200 jähriges Körsystem : an der Hand und im Freilaufen als alleinige Informations-
grundlage für eine lebenslange Zulassung zur Zucht !
Verbandsabhängige Vermarktungsstrukturen aller "Tattasals vor 100 Jahren" , die den Kontakt zu den Spitzenreitern und -Ställen verloren haben an hochspezialisierte Trainer und Verkaufsställe
(wenn ich 150000 Euro investiere, dann möchte ich auch ein entsprechendes "Einkaufserlebnis",
ein Ambiente das passt (dieses kleine 1 x 1 beherrscht heute jedes Autohaus)
eine Züchterschaft, die sich in wenigen Jahren radikal geändert hat: aus bäuerlichen Wurzeln hin zu
liebenswerten , passionierten Neueinsteigern, die erst mal viel viel Lehrgeld bezahlen , falls sie
denn überhaupt länger als 3 Jahre aktive Züchter bleiben, und d.h. es ging wahnsinnig viel Know How verloren (die verbände reagieren ja mit netten Seminarangeboten, -jedes Jahr in jeder Pferdezeitung wieder und wieder: wie man Heu macht..., daß Pferde Auslauf brauchen.. und frisches Wasser-- die meisten Pferdezeitungen hat man doch mangels interessantem Inhalt in 6 Minuten durch!)
Zuchtleiter OL/OS Dr. Sch.Schleppinghoff hatte anläßlich unserer Bezirksversammlung 2014 eine
interessante Statistik:
In welchen Alter erhalten OL anerkannte Hengste die meisten Stuten?
nicht verwunderlich : mit großem Vorsprung sind die ungeprüften 3 und 4 jährigen Hengste
diejenigen , die über 70 % der Stuten decken-- die Nachzucht- und eigenleistungsgeprüften Hengste
decken nur einen verschwindend geringen Anteil !
Tja , habe ich gedacht aber die Springpferdezüchter! Pustekuchen !
Da sieht es genauso aus ! 3- und 4 Jährige Hengste decken mit Abstand die meisten Stuten
dann folgt noch einmal ein kleiner Pick 5-6 jährige durch Hengste, die beim Bundeschampionat
auffielen- populär gemacht wurden.
si sieht die Realität in Deutschland aus ....
Grade ist "Der Hannoveranner "gekommen, bin mal grade 5 Minuten weg hihiZuletzt geändert von DINA; 26.02.2015, 17:43.
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Ein Gast antworteteZitat von wilabi Beitrag anzeigen
Es muss auch festgehalten werden, dass der Markt für diese Pferde quantitativ relativ klein ist und weitgehend in der Hand von wenigen Playern. Für den normalen 2-Stuten-Züchter ist es a) schwer , Zugang zu finden und b) schwer unter vernünftigen Kosten genetisch/qualitativ "mitzuhalten". Im Grunde ist der Zug "Leistungszucht" für die klassischen Verbände längst abgefahren und die Konzentration wird sich durch die beschriebenen Praktiken genetisch und auch in der Vermarktung schneeballartig fortsetzten. Dann wird die reine Leistungszucht nach belgischen Muster für den kleinen Züchter immer mehr zum Idealismus.
Der Zug ist abgefahren. Das sehe ich auch so. Selbst wenn der Durchschnittszüchter scharf selektiert und das Glück hat alle 4-5 Jahre ein Spitzenpferd zu züchten, bleiben ihm die Ausbildungs- und Vertriebskanäle für den Spitzensport grundsätzlich versperrt. Dort tummeln sich die großen Player und die haben i.d.R. kein Interesse an diesen Zuchtprodukten. Da müssten sie etwas vom Kuchen abgeben. Selbst wenn es dem Durchschnittszüchter gelingt, ein "Spitzenprodukt" zum Spitzenpreis an den Mann zu bringen, wird es ihm nicht gelingen in der Gesamtheit wirtschaftlich zu züchten. Selbst wenn ich meine "Ausschussfohlen" zum Schlachter bringe, habe ich noch nichts verdient, sondern nur meine Verluste begrenzt. So lange der "zweite Markt" nicht bereit ist, kostendeckende Preise für ordentliche Sportpferde zu zahlen, wird sich daran auch nichts ändern. Wenn ich ordentliche Sportpferde schreibe, meine ich kein A-L Pferde, sondern bedienbare, gesunde Sportler für den Bereich ab M aufwärts.
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Natürlich hat die Belgier die reine Leistungsselektion dahingebracht. Das ist unbestritten.
Die Frage ist doch, ist es wirtschaftlich, züchterisch und ideell lohnenswert, diesen Weg zu kopieren ?
Wird hier immer glorifiziert mit Hinblick auf Weltrangliste und internationalen Sport, immer verbunden mit einer gewissen Arroganz, weil man glaubt, sich damit züchterisch und wirtschaftlich auf dem allein glückselig machenden Weg befindet.
Es bleibt festzuhalten, dass diese Art der PFerdeerzeugung auch mit hohem Ausschuss verbunden ist - kann nur reduziert werden durch die massenhafte Kombination hoch veranlagter Stuten/Hengste über ET. Mathematisch/Technisches Kalkül ausgerichtet auf ein einziges Merkmal statt Pferdezucht als Gesamtkunstwerk. Ideell, ethisch oder wie immer man die weichen Faktoren nennen will, nicht akteptabel. Da sagen die "Hardcore"-Leistungszüchter: Sch...egal. Da der Ausschuss (siehe belgische Körung) kaum als Plan B für den Amateur-Markt taugt (Kein Typ, Rittigkeit etc.) ist auch der "Messer & Gabel"-Parcours einzukalkulieren.
Es muss auch festgehalten werden, dass der Markt für diese Pferde quantitativ relativ klein ist und weitgehend in der Hand von wenigen Playern. Für den normalen 2-Stuten-Züchter ist es a) schwer , Zugang zu finden und b) schwer unter vernünftigen Kosten genetisch/qualitativ "mitzuhalten". Im Grunde ist der Zug "Leistungszucht" für die klassischen Verbände längst abgefahren und die Konzentration wird sich durch die beschriebenen Praktiken genetisch und auch in der Vermarktung schneeballartig fortsetzten. Dann wird die reine Leistungszucht nach belgischen Muster für den kleinen Züchter immer mehr zum Idealismus.
Mir erschließt sich nicht mehr, warum viele das so toll finden.
Und es deutet sich an, dass es vielleicht auch anders geht.Zuletzt geändert von wilabi; 26.02.2015, 16:09.
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Völlig richtig! Und die Grenze der Wirtschaftlichkeit von ET wird deutlich sinken wenn Züchter eine nüchterne Gesamtkostenkalkulation anstellen (würden) und z.B. die Kosten für die nicht oder kaum absetzbare "Ausschussqoute" einbeziehen (würden). Wenn es gelingt, diese Ausschussqoute mit Hilfe von ET nur um wenige %punkte zu reduzieren, werden die Mehrkosten sehr, sehr schnell kompensiert sein. Die genomische Selektion kann diesen Effekt dann wahrscheinlich nochmal deutlich beschleunigen.
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Wirtschaftlichkeit, angestrebter Zuchtfortschritt und Behandlung des sog. "Ausschusses" hängen direkt miteinander zusammen.Zitat von Kareen Beitrag anzeigen-Grundannahme: Die Zucht der genannten Großanbieter mit entsprechend hohem Einsatz ist wirtschaftlicher als das alterhergebrachte Kleinzüchten mit wenigen Stuten und weniger Einsatz. Frage: Wo steht das? Mein Eindruck ist eher der, dass der motivierende Faktor eher das subjektive Erfolgsgefühl ist und wirtschaftliche Verluste dafür einfach in Kauf genommen werden.
-Bei der Frage was mit dem züchterischen Ausschuss passiert oder wie viel davon 'anfällt' sind wir wieder bei einem meiner Lieblingsthemen: Warum gibt es keinen Totenschein für Sportpferde, es wäre doch ausgesprochen hilfreich und auch gar nicht so schwierig, die Abgangsursachen und -Zeitpunkte für die eingetragenen Sportpferde zu erfassen und auszuwerten.
Ich behaupte, dass es sich bei der augenscheinlich so erfolgreichen Spitzenspringgenetik um eine ziemliche Mogelpackung handelt. Im Klartext: Das ist eine Ex-und-Hopp-Selektion und schon aus tierschutzgründen abzulehnen. Es müsste erstmal der Nachweis angetreten werden, dass den beleuchteten Spitzenprodukten nicht (wie das zu erwarten ist) eine ebenso drastisch nach unten abweichende Menge an Abfallprodukten gegenübersteht.
Genausowenig wie der "Tante-Emma-Laden" mit Aldi oder Lidl wirtschaftlich konkurrieren kann, kann dies der kleine Hobbyzüchter mit PS oder Brabander.
Wirtschaftlich interessant in der Pferdezucht ist ausschließlich das Hochpreissegment. Dies bedeutet ausschließliche Verwendung von Spitzengenetik, deren optimierte züchterische Ausbeute und Maximierung des möglichen Zuchtfortschrittes.
Das Ausmaß des Zuchtfortschrittes hängt zum einen von einer optimierten Anpaarung und zum anderen von der Schärfe der Selektion ab.
Aus der Selektionsschärfe und der angestrebten Wirtschaftlichkeit ergibt sich, was als "Ausschuss" betrachtet wird.
Mitnichten gehe ich davon aus, dass holländische oder belgische Großzüchter objektiv mehr "Ausschuss" produzieren als wir.
Anders ist dort lediglich die Einstufung und der Maßstab sowie die Art des Umganges mit den so aussortierten Tieren.
Der größte Minusfaktor für die Wirtschaftlichkeit einer Pferdezucht ist, wenn viel Geld in Pferde investiert wird, deren Qualität keine Renditeerwartung ermöglicht.
Tatsächlich gilt unter den heutigen Rahmenbedingungen eine positive Renditechance nur für einen sehr kleinen Bruchteil aller gezüchteten Pferde.
Wir sollten uns also nichts vormachen: rein wirtschaftlich betrachtet produzieren wir alle 80 - 90% "Ausschuss". Die Quote dürfte beim Laien-Hobbyzüchter eher noch höher sein und beim Profi, der ausschließlich sich mit Spitzengenetik abgibt, geringer.
Vielleicht ist es möglich, mit der Genomischen Selektion die "Ausschussquote" auf 70% zu senken.
ET und sonstige biotechnologische Methoden sind, wie alles andere auch, wirtschaftlichen Gesetzen unterworfen. Sie werden sich in dem Maße verbreiten, wie sie wirtschaftlich sind. Egal, ob uns dies gefällt oder nicht.
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Aber ist Leistung nicht die beste Selektion?Zitat von wilabi Beitrag anzeigenDas bezweifle ich. Gerade die grösseren Zuchtstätten in Belgien entziehen sich den Zwängen der über Verbände geregelten Selektionsbedingungen. Die kennen nur 2 für sie richtigen Selektionsparameter: Leistung und Profit.
Bei der Körung kreuzten Mammuts auf, die auf den hiesigen Körplätzen das letzte Mal in den 60iger Jahren gesichtet wurden.
Und Vigo oder auch Nabab waren auf ihrer Körung bestimmt keine Hingucker und vielleicht auch in jungen Jahren nicht die besten ihrer Art aber bei ihnen hat es für ganz oben gereicht. UND sie geben das auch noch weiter und das ist doch das Entscheidende in der Springpferdezucht.
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und weil die belgier eben diese mammuts per et nutzen sind sie da wo sie sind & d steht da wo es steht ?Zu meiner "züchterischen Zielfindung" habe ich mir über CMH sowohl die Körung, als auch das Hengstespringen der 5 und6j in B angesehen. Sollte auch mal jeder tun, wer meint, dass man das als Vorbild nehmen sollte. Bei der Körung kreuzten Mammuts auf, die auf den hiesigen Körplätzen das letzte Mal in den 60iger Jahren gesichtet wurden.
machst du an dieser stelle nicht scheinbar ewig währenden fehler, dass du selektierst auf schön, typvoll, smart & erst im nachgang auf stangen?
das bsp darco zeigt doch, dass angesichts der biomechanischen grenzbereiche in denen sich der sport bewegt in den ergebnislisten NICHT zu lesen ist- welchem phenotyp ein plaz entsprechen muss.
hier gehe ich überhaupt nicht konform - die bucha tauglichen lattenrutscher würden sich sehr schwer tun den anforderungen gerecht zu werden.Und beim Hengstespringen gab es viele "kalte Stangenvernichter" auf. Jede ländliche BC-Quali hat hierzulande besseres Durchschnittsniveau.
Natürlich einige absolute Spitzen, aber der Rest war gut für M+G-Springen (=MEsser und Gabel)
zum einen reden wir über deutlich längere parcours, zum anderen über fortwährende überprüfung - nicht wie bei uns einmalige qualifikation.
und es geht um null - im springsport sicher eine nicht unwesentliche komponente.
die abgelieferten parcours in z haben es im september gezeigt - über die länge & anforderungen geht den biestern die luft gerne mal aus. ansonsten hätten die ergebnislisten ( mit einigen ausnahmen ) eine andere sprache gesprochen.
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...sicher sind die hochspezialisiert. Die wissen was sie tun.Zitat von wilabi Beitrag anzeigenDas bezweifle ich. Gerade die grösseren Zuchtstätten in Belgien entziehen sich den Zwängen der über Verbände geregelten Selektionsbedingungen. Die kennen nur 2 für sie richtigen Selektionsparameter: Leistung und Profit.
...Wenn man von der Pferdezucht leben will/muss, kann es kaum andere Parameter geben. Es hilft einem ja auch kein Verband bei der kostendeckenden Vermarktung nicht so gelungener Produkte.
https://angloeuropeanstudbook.co.uk/interviews/i2/joris-de-brabander-aes-is-trendsetter
Hier ein Interview mit Brabander, in dem er 2013 ankündigt, die NK und Hengste seines ET-Imperiums bei A.E.S registrieren zu lassen, weil die ihm mit den eigenen Hengsten freie Hand lassen.
Da kann man jetzt sagen: Soll er doch, der Mann ist so gut, dass das richtig ist und die "Studierten" der Verbände sind mit ihren Zuchtrichtlinien und "Studierten" alle doof.....
Aber am Ende ist das aber die gleiche Situation, wie in D: Wenn da mal ein Verband versucht, echte Selektion (bedeutet auch "Ausselektieren") versucht, dann laufen die Betroffenen zum Nachbarverein und lassen da registrieren. Die Folge: Es wird fast alles anerkannt.
...Wer sagt denn eigentlich, dass die Selektion, wie sie in Deutschland auf der Hengstseite betrieben wird, die einzig glückseeligmachende Form der Selektion ist? Die Weltrangliste Springen jedenfalls nicht, trotzdem Deutschland ein vielfaches an Zuchtstuten hat.
Zu meiner "züchterischen Zielfindung" habe ich mir über CMH sowohl die Körung, als auch das Hengstespringen der 5 und6j in B angesehen. Sollte auch mal jeder tun, wer meint, dass man das als Vorbild nehmen sollte. Bei der Körung kreuzten Mammuts auf, die auf den hiesigen Körplätzen das letzte Mal in den 60iger Jahren gesichtet wurden.
Und beim Hengstespringen gab es viele "kalte Stangenvernichter" auf. Jede ländliche BC-Quali hat hierzulande besseres Durchschnittsniveau.
Natürlich einige absolute Spitzen, aber der Rest war gut für M+G-Springen (=MEsser und Gabel)
Ich wiederhole mich gern: Das Erfolgsgeheimnis liegt bei denen in wenigen hochspezialisierten und grossen Zuchtbetrieben, die relativ geschlossen und auch unabhängig von jeglicher Verbandsregulierung agieren.
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Am Ende ist alles eine Frage der Kosten. Es machte aber eben überhaupt keinen Sinn, mit jeder x beliebigen Stute ET zu betreiben, nur weil es technisch machbar ist. ET kostet Geld, egal ob für den TA, die Leihstuten, oder die daraus fallenden Fohlen, die dann auch noch ein paar Jahre aufgezogen werden müssen, ehe man die testen kann, ob es Sportlewr werden könnten. Vom Spitzensport will ich hier nicht mal reden. Und das Geld nimmt der normale Züchter um die Ecke, mit seiner ganz normalen Stute jetzt mal eben so in die Hand? Das glaube ich nicht.Zitat von Arielle Beitrag anzeigenWieso sollte ET in der Breite nicht vorstellbar sein? Die Kosten, wenn man eine eigene Empfängerstute nimmt, liegen mittlerweile im ähnlichen Bereich wie die Decktaxen in diesem Jahr vielfach gestiegen sind und vielleicht entwickeln sich Spezialisten die es für die Hälfte machen? Siehe Kosten Röntgenbilder.
Für den Spitzensport erlaubt es eine noch viel schärferer Selektion ohne die Geburtenzahlen entsprechend runterfahren zu müssen. Und für die breite Masse könnten "Designer-Pferde" geschaffen werden, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für unterschiedliche Anforderungen die jeweils gewünschten Merkmale aufweisen.
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Das bezweifle ich. Gerade die grösseren Zuchtstätten in Belgien entziehen sich den Zwängen der über Verbände geregelten Selektionsbedingungen. Die kennen nur 2 für sie richtigen Selektionsparameter: Leistung und Profit.Zitat von Benny Beitrag anzeigenDie Belgier sind ja nicht wegen ET Spitze, sondern weil sie, wie Gina schon ausführte, ihre Springpferde scharf selektieren. Erst dann kommt ET ins Spiel.
Hier ein Interview mit Brabander, in dem er 2013 ankündigt, die NK und Hengste seines ET-Imperiums bei A.E.S registrieren zu lassen, weil die ihm mit den eigenen Hengsten freie Hand lassen.
Da kann man jetzt sagen: Soll er doch, der Mann ist so gut, dass das richtig ist und die "Studierten" der Verbände sind mit ihren Zuchtrichtlinien alle doof.....
Aber am Ende ist das aber die gleiche Situation, wie in D: Wenn da mal ein Verband versucht, echte Selektion (bedeutet auch "Ausselektieren") versucht, dann laufen die Betroffenen zum Nachbarverein und lassen da registrieren. Die Folge: Es wird fast alles anerkannt.
Zu meiner "züchterischen Zielfindung" habe ich mir über CMH sowohl die Körung, als auch das Hengstespringen der 5 und6j in B angesehen. Sollte auch mal jeder tun, wer meint, dass man das als Vorbild nehmen sollte. Bei der Körung kreuzten Mammuts auf, die auf den hiesigen Körplätzen das letzte Mal in den 60iger Jahren gesichtet wurden.
Und beim Hengstespringen gab es viele "kalte Stangenvernichter" auf. Jede ländliche BC-Quali hat hierzulande besseres Durchschnittsniveau.
Natürlich einige absolute Spitzen, aber der Rest war gut für M+G-Springen (=MEsser und Gabel)
Ich wiederhole mich gern: Das Erfolgsgeheimnis liegt bei denen in wenigen hochspezialisierten und grossen Zuchtbetrieben, die relativ geschlossen und auch unabhängig von jeglicher Verbandsregulierung agieren.Zuletzt geändert von wilabi; 26.02.2015, 15:13.
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Wieso sollte ET in der Breite nicht vorstellbar sein? Die Kosten, wenn man eine eigene Empfängerstute nimmt, liegen mittlerweile im ähnlichen Bereich wie die Decktaxen in diesem Jahr vielfach gestiegen sind und vielleicht entwickeln sich Spezialisten die es für die Hälfte machen? Siehe Kosten Röntgenbilder.Zitat von Benny Beitrag anzeigenET wird nichts für die Breite der Pferdezucht. Dazu müsste sich der Pferdemarkt radikal verändern und die Preise für normale Pferde und Freizeitpferde müssten radikal steigen. Wozu sollte man mit einem Pferd, egal ob es Freizeit oder L läuft, ET machen? Das wäre wirtschaftlicher Unfug.
Die Belgier sind ja nicht wegen ET Spitze, sondern weil sie, wie Gina schon ausführte, ihre Springpferde scharf selektieren. Erst dann kommt ET ins Spiel.
Für den Spitzensport erlaubt es eine noch viel schärferer Selektion ohne die Geburtenzahlen entsprechend runterfahren zu müssen. Und für die breite Masse könnten "Designer-Pferde" geschaffen werden, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für unterschiedliche Anforderungen die jeweils gewünschten Merkmale aufweisen.
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Der Vergleich mit den Hühnern nennt man Analogien ziehen. Hilft manchmal mehr als Bauchgefühl.Zitat von gina Beitrag anzeigenschade, dass sich dieser sehr interessante th schon wieder verzettelt
die hühnernr hat hier überhaupt keinen bezug @ramzes .....ausser wenn man eine brücke schlagen will zur "hühnchenzucht" in d auf dem springpferde sektor ;-)
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Ein Gast antworteteDer massenhaft Einsatz von ET erleichert den Weg an die Spitze aber ungemein. Ohne ET wäre es viel schwerer bis garnicht möglich aus Spitzen-(Sport)stute so zahlreiche NK zu ziehen. Die dann wieder in den Sport gelangen.Zitat von Benny Beitrag anzeigenDie Belgier sind ja nicht wegen ET Spitze, sondern weil sie, wie Gina schon ausführte, ihre Springpferde scharf selektieren. Erst dann kommt ET ins Spiel.
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ET wird nichts für die Breite der Pferdezucht. Dazu müsste sich der Pferdemarkt radikal verändern und die Preise für normale Pferde und Freizeitpferde müssten radikal steigen. Wozu sollte man mit einem Pferd, egal ob es Freizeit oder L läuft, ET machen? Das wäre wirtschaftlicher Unfug.Zitat von CoFan Beitrag anzeigen@wilabi Sicher altmodisch, aber das Rezept Erfolg zu Erfolg ist dahinter auch zu erkennen. Küche, Cornet, Ratina ^^
Aber noch einmal die Frage: Was schätzt Ihr denn, wie sich dieses Modell weiter entwickeln wird? Weiterhin eher für die lukrativen Spitzenpferde oder wird das auch ein breiteres Segment erobern?
Die Belgier sind ja nicht wegen ET Spitze, sondern weil sie, wie Gina schon ausführte, ihre Springpferde scharf selektieren. Erst dann kommt ET ins Spiel.
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[QUOTE][Es müsste erstmal der Nachweis angetreten werden, dass den beleuchteten Spitzenprodukten nicht (wie das zu erwarten ist) eine ebenso drastisch nach unten abweichende Menge an Abfallprodukten gegenübersteht. Warum sollte das System Belgische Springpferdezucht die Naturgesetze derartig aushebeln? /QUOTE]
warum sollte der ausschuss in der quote ähnlich sein, wenn die ausgangsprodukte eine viel spezifischere selektion erfahren haben?
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schade, dass sich dieser sehr interessante th schon wieder verzettelt
die hühnernr hat hier überhaupt keinen bezug @ramzes .....ausser wenn man eine brücke schlagen will zur "hühnchenzucht" in d auf dem springpferde sektor ;-)
der einsatz von et ist zunächst mal nur mittel zum zweck gewesen & dieser heisst :
strenge Selektion auf Mutter- und Vaterseite durch im Hochleistungssport bewährte Hengste,
die Offenheit für alle Genetik egal wo sie herkommt
(auch Traber!) egal aus welchem Land (Mexiko..) sie kommt, wenn sie nur geeignete Eigenschaften mitbringt (Stichwort: keine Scheuklappen) und den konsequenten Einsatz Eigenleistungsgeprüfter Hengste, strenge Selektion auf eine Gebrauchsrichtung: hier Springpferd
Zitat von DINA Beitrag anzeigenHier im Thread vermischen sich die Themata:
der ET ist allein wegen der geringen Anzahl zur Zeit nicht das Geheimnis des Erfolgs der
belgischen (Spring)pferdezucht, sondern m.E. die Offenheit für alle Genetik egal wo sie herkommt
(auch Traber!) egal aus welchem Land (Mexiko..) sie kommt, wenn sie nur geeignete Eigenschaften mitbringt (Stichwort: keine Scheuklappen) und den konsequenten Einsatz Eigenleistungsgeprüfter Hengste, strenge Selektion auf eine Gebrauchsrichtung: hier Springpferd
Das gleiche machen uns die Niederländer und Dänen mit den Dressurpferden vor:
strenge Selektion auf Mutter- und Vaterseite durch im Hochleistungssport bewährte Hengste, gezielte
Förderung der Talente und Management in Profi Hände: nach dem Motto:" tue Gutes und lass viel darüber reden.."., die Erfolge bei Championate sprechen für sich, und das lockt auch Sponsoren an,
die Geld einfließen lassen um Spitzenpferde im Land zu halten, was nicht Deutschland schon lange nicht mehr gelingt...
Ich finde das Thema: "ET- Fluch ? oder Segen ?" ist so brisant, daß dieses Thema, weil wichtig und im Fluß einen eigenen Thread wert wäre.
So wie die Oldenburger mit dem Spartenverband OS offen sind für geeignete Genetik und dem klaren Ziel Springpferde mit internationalen Anspruch zu züchten und das in wenigen Jahren mit überragendem Erfolg, sieht man in dieinternationalen Ergebnisslisten der Tuniere,
so werden sich auch die Hardcore Dressurpferdezüchter in eigenen Zirkeln zusammen tun und Austausch suchen. Ich bin überzeugt, daß die Zucht von Grand Prix Pferden nicht dem Zufall überlassen bleiben darf, sondern nur durch die gezielte Kombination von eigenleistungsbewerten Hengsten und Stuten und strenge Selektion wieder ein Anschluß an die Weltspitze und
den Weltmarkt herstellen kann. Viele ,viele internationale Kunden landen in Niederlanden oder Belgien und werden dort bedient.
So wie in Hannover , viel zu spät- , ein Springpferdeprogramm aufgelegt wurde, so schreit es nach einem Grand-Prix-Dressurpferdeprogramm,
z.B. mit eigenen Fohlenringen und neu gefaßten Selektionskriterien.
Vielleicht auch an neuer Thread: Brauchen wir ein Grand-Prix-Dressurpferde-Programm ?
wo ist eigentlich das problem mal kurz die scheuklappen abzulegen & der realität ins aquge zu sehen-
der erfolg anderer zuchten beruht zu aller erst auf strenger selektion nach genau 1 parameter : SPRINGEN mit allen dafür erforderlichen attributen.
kann doch nicht so schwer sein zuzugeben, dass die törtchen züchterei mit all ihren auswüchsen nic ht zielgerichtet war & die ganz einfache erklärung für den erfolg anderer und den misserfolg der d springpferdezucht war.
darco - verlacht zu seiner zeit weil zu schwer, mit schädel & scheel dazu
heartbreaker - verlacht weil bescheuert & nicht rittig genug
dito toulon - die ersten toulon in holstein sind aus 2010, da hat toulon schon internat pr bestückt bis man sich dann doch überwunden hat, btw toulon macht auch schon mal schädel
desgleichen kannan baloubet etc
die liste lässt sich beliebig fortführen.
ehrlich gesagt lässt es den geneigten beobachter der szene schmunzeln, dass die arroganten d mit ihrer überheblichen art & ihrer trommel trommel strategie endlich mal einen auf den saxx kriegen ;-)
nachtrag : srry, aber auch os hat nicht allzu v iel dazugelernt - wer den prämien ring der springstuten os in rastede 2013 gesehen hat ....viel hoffnung bleibt da nicht, dass sich aus diesen ausgewählten stuten springspezifisch was besonderes rekrutieren lässt
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Ein Gast antworteteKlasse, endlich geht hier mal wieder richtig die Fachdebatte ab
Ein prima Thema und ganz viel sinnvolle Fleißarbeit, vielen Dank an wilabi!
Ein paar Anmerkungen:
-Grundannahme: Die Zucht der genannten Großanbieter mit entsprechend hohem Einsatz ist wirtschaftlicher als das alterhergebrachte Kleinzüchten mit wenigen Stuten und weniger Einsatz. Frage: Wo steht das? Mein Eindruck ist eher der, dass der motivierende Faktor eher das subjektive Erfolgsgefühl ist und wirtschaftliche Verluste dafür einfach in Kauf genommen werden. Weder bei PS noch bei den Betreibern der genannten Belgischen Gestüte handelt es sich soweit ich weiß um 'normale Menschen' sondern um höchst erfolgreiche Unternehmer bzw. sonstwie sehr vermögende Leute mit einem entsprechenden Budget und der Vision, etwas im Spitzensport darstellen zu wollen was dem einen mehr (Brabander) anderen weniger gelingt. Auch ist auffallend dass die Leistungsträger des von wilabi beleuchteten Spitzenspringsport-Segments selten 'Traditionszüchter' im Sinne von Mehrgenerationen-Zuchten sind, wie wir sie hier vorwiegend noch haben, die irgendwann mal eine Stammstute erworben und dann damit über teilweise mehrere Menschengenerationen hinweg arbeiten.
Da werden einfach Stuten eingekauft und los. Das nur ganz wertfrei. Einfach eine andere Herangehensweise.
-Bei der Frage was mit dem züchterischen Ausschuss passiert oder wie viel davon 'anfällt' sind wir wieder bei einem meiner Lieblingsthemen: Warum gibt es keinen Totenschein für Sportpferde, es wäre doch ausgesprochen hilfreich und auch gar nicht so schwierig, die Abgangsursachen und -Zeitpunkte für die eingetragenen Sportpferde zu erfassen und auszuwerten. Nichts hält einen Züchter davon ab, zur Aufhübschung der eigenen Statistik einen frühen und diskreten Entsorgungsweg für seine nicht so Rampenlicht-geeignete Nachzucht zu wählen. Das gilt zwar für alle aber der traditionelle Klein- und oder Hobby-zuchtbetrieb tut sich schwer damit und wird eher versuchen, das Pferd auch mit wirtschaftlich größeren Abstrichen noch einer halbwegs bestimmungsgemäßen Nutzung zuzuführen und wenn es als Beistellpferd ist. Dass dieser Ansatz oft genug mehr der eigenen Gefühlslage als dem Pferd dienlich ist, stellt wohl kaum einer in Abrede, dennoch darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass heute mehr denn je die Vermeidung von 'Ausschussprodukten' im Mittelpunkt züchterischen Strebens stehen sollte und zwar nicht nur weil es zunehmend als unethisch aufgefasst wird, Tiere für die Tonne zu produzieren sondern auch deshalb weil diese Ausschussquote entscheidend das wirtschaftliche Wohl und Wehe der Zucht beeinflusst. Ich z.B. konnte über viele Jahre hinweg schwarze Zahlen schreiben nicht dank wer weiß wie teurer Spitzenprodukte die alles andere rausgerissen hätten sondern schlicht über eine niedrige Quote an 'Ausschuss' der sich nur mit großen Verlusten loswerden lässt.
Das verdanke ich weniger meinem eigenen Geschick als der Arbeit vorangegangener Generationen die zu einem Topstamm geführt hat aus dem selten etwas wirklich nicht marktgängiges herauskommt. Und es ist diese Genetik die gerade Hopps geht in Form zahlreicher älterer Stuten teilweise auch höchst erfolgreichen und durchgezogenen Stämmen.
Ich behaupte, dass es sich bei der augenscheinlich so erfolgreichen Spitzenspringgenetik um eine ziemliche Mogelpackung handelt. Im Klartext: Das ist eine Ex-und-Hopp-Selektion und schon aus tierschutzgründen abzulehnen. Es müsste erstmal der Nachweis angetreten werden, dass den beleuchteten Spitzenprodukten nicht (wie das zu erwarten ist) eine ebenso drastisch nach unten abweichende Menge an Abfallprodukten gegenübersteht. Warum sollte das System Belgische Springpferdezucht die Naturgesetze derartig aushebeln? Und mit Naturgesetzen hat man es zwangsläufig auch dann zu tun, wenn man mittels moderner Technik deren Einflüsse (Zufall/Grenzen der Fruchtbarkeit) so weit es geht auszuschalten versucht.
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Naja - dass sie selber ein Fohlen hat, heißt ja nicht, dass es keine weitere Fohlen per ET geben wird (gibt)? Vll hängt man das auch nicht an die große Glocke?Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
Erfolgsstute Küchengirl alias "die Küche" hat am vergangenen Samstag ein gesundes Hengstfohlen zur Welt gebracht. Der Kleine hört auf den Namen Cookie. Cookies Vater ist Comme il faut.
Der macht's noch auf natürlichem Wege. Scheinbar auch altmodisch.
DAS sind die Unterschiede.
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Bitte ?!Zitat von Tante Beitrag anzeigenoder man ist nicht so von ihrer Genetik überzeugt, dass man sie als ET Spenderstute hernimmt? Ihre Vollschwester ging "nur" bis M und steht jetzt im BLRFS als Schulpferd.
Küchengirl hat 3 international erfolgreiche Halbgeschwister und einen gek. Halbbruder !!
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