Das Erfolgsgeheimnis der Belgischen Pferdezucht

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Ramzes
    antwortet
    Zitat von wilabi Beitrag anzeigen
    @Ramses
    Das war bis hier hin eine Diskussion relativ nah an einem wichtigen Thema, die wie ich weiss auch von verantwortlicher Seite einiger Verbände verfolgt wird. Muss das jetzt sein ?
    Ich höre ja auch schon auf , dann können wir weiter über
    " weiche Eigenschaften " reden !!!

    Einen Kommentar schreiben:


  • wilabi
    antwortet
    @Ramses
    Das war bis hier hin eine Diskussion relativ nah an einem wichtigen Thema, die wie ich weiss auch von verantwortlicher Seite einiger Verbände verfolgt wird. Muss das jetzt sein ?

    Einen Kommentar schreiben:


  • Ramzes
    antwortet
    Zitat von Kluger Hans Beitrag anzeigen
    Nur eine kurze Anmerkung zu Ramzes und dann sollte dieses Nebenthema innerhalb dieses Threads auch erledigt sein:

    Die von den Nazis angekurbelte Pferdeproduktion wurde nur im geringen Maße für die Kavallerie benötigt, sondern in erster Linie für die bespannten Einheiten. Im Sommer 1941 als Deutschland die Sowjetunion überfiel, wurden nur bei dieser Aktion 600.000 Pferde auf Seiten der Wehrmacht eingesetzt und damit mehr Pferde als Fahrzeuge. Insgesamt waren die Pferdeverluste auf deutscher Seite im Zweiten Weltkrieg höher als im Krieg von 1914 bis 1918, obwohl es im Ersten Weltkrieg noch jede Menge Kavallerie-Einheiten gab.

    s. Tabelle Viehzählung , der Bestand nahm um eine halbe Million Pferd ab und zwar VOR Kriegsbeginn , strategisch hätte man mind. 6 J. vorher mit einer substantiellen Bestandserhöhung anfangen müssen ,
    wenn denn dem die strategische Bedeutung zugemessen wäre ,
    wie von Kluger Hans behauptet .
    1933 3.408
    1934 3.370
    1935 3,390
    1936 3.410
    1937 3.434
    1938 3.446
    1939 3.023
    1940 3.093

    Beutepferde in der Statistik ? Die kamen danach dazu ,
    bzw. füllten auf .
    Requirierung von Pferden im Inland , die dann vermehrt
    der Landwirtschaft fehlten .

    404 - Das Bundesarchiv online: Ihre zentrale Anlaufstelle für historische Dokumente, digitale Sammlungen und Informationen zur deutschen Geschichte. Besuchen Sie uns!

    Die zunehmende Bedeutung des Pferdes im Rußland-
    Feldzug war quasi " aus der Not " heraus geboren
    ( Unternehmen Barbarossa stockte - Winterfeldzug Rußland , zunehmende Probleme Treibstoffversorgung , Nachschub Fahrzeuge ,
    techn. Probleme - " Morast " , etc. etc. )
    http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2...erlauf/seite-2
    " Geplant " waren vier Monate !
    Zuletzt geändert von Ramzes; 27.02.2015, 15:42.

    Einen Kommentar schreiben:


  • wilabi
    antwortet
    @Couer
    Dass die Holsteiner, gemessen an der FOhlenanzahl im Sport noch eine überragende Rolle spielen ist unbestritten.
    Aber:
    Kein deutsche Zuchtverband hat einen derartigen Aderlass verkraften müssen. Von 5102 reg. Fohlen in 2009 sind die zurück auf 2995 in 2013. Ich denke in 2014 haben die ihre Population halbiert.
    Wenn dann die These zutrifft Spitzensportprodukte=Spitzenvermarktung, dann ist das verwunderlich.

    Die Holsteiner werden schrittweise von diesen Märkten genauso abgekoppelt, wie die anderen Verbände. Sieh dir die Platzierungslisten der erste Youngster-Tour in Göteborg an - 1 Holsteiner, sonst dominierten die in Skandinavien. Dto. Sunshine-Tour, Dto. Wellington. Der radikale Rückgang der Pferde wir das weiter beschleunigen. Gerade in diesen Prüfungen ist die Verdrängung der deutschen Verbände drastisch.

    Die o.g. Platzierungsliste kannst dir einrahmen, wird eine Rarität werden. Entspricht der Haltung, die unsere Hannoveraner seit 20 Jahre pflegen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Kluger Hans
    antwortet
    Nur eine kurze Anmerkung zu Ramzes und dann sollte dieses Nebenthema innerhalb dieses Threads auch erledigt sein:

    Die von den Nazis angekurbelte Pferdeproduktion wurde nur im geringen Maße für die Kavallerie benötigt, sondern in erster Linie für die bespannten Einheiten. Im Sommer 1941 als Deutschland die Sowjetunion überfiel, wurden nur bei dieser Aktion 600.000 Pferde auf Seiten der Wehrmacht eingesetzt und damit mehr Pferde als Fahrzeuge. Insgesamt waren die Pferdeverluste auf deutscher Seite im Zweiten Weltkrieg höher als im Krieg von 1914 bis 1918, obwohl es im Ersten Weltkrieg noch jede Menge Kavallerie-Einheiten gab.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Ramzes
    antwortet
    Zitat von Kluger Hans Beitrag anzeigen
    Zum von DINA angeführten Thema Körsystem. Natürlich geht das in Deutschland zurzeit noch praktizierte Körsystem weitestgehend an der Realität vorbei. Es ist allerdings keine 200-jährige Einrichtung wie sie oben schrieb. In Trakehnen, der wohl ältesten deutschen Reitpferdezucht, wurden bis nach dem Ersten Weltkrieg die dreijährigen Junghengste vom Landstallmeister unter dem Sattel begutachtet und dann für die Zucht zugelassen. Das heutige deutsche Körsystem mit zweieinhalbjährigen Hengsten, deren letztendlich Beurteilung altersbedingt unsicher ausfallen muss, ist ein Produkt der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Mitte der 30er Jahre wollten die Nationalsozialisten im Sinne der Aufrüstung eine möglichst rasche Ankurbelung der Pferdeproduktion (dieses Wort benutze ich absichtlich). Der Gedanke der Masse ging ganz klar vor Qualitätsstreben. Strategisch und rüstungspolitisch mag diese Idee der Nazis vielleicht richtig gewesen sein. Spätestens aber mit der mehr oder weniger ausschließlichen Nutzung des Pferdes als Partner für Sport und Freizeit ab Anfang der 70er Jahre hatte sich dieses Körsystem überholt. Dafür, dass die deutschen Zuchtverbände immer noch diesem in Sachen Qualitätserkennung erwiesenermaßen untauglichen System anhängen, gibt es nur zwei Gründe: Geldgier und die übermächtige Stellung der Hengsthalter in den Verbänden. Im Sinne eines echten Zuchtfortschritts und eines Erhalts der Konkurrenzfähigkeit mit anderen Zuchtnationen, der ja von allen immer wieder so gerne proklamiert wird, gehört dieses System eher gestern als heute abgeschafft.


    Anm : 1935 wurden die 3 Kavalleriedivisionen aufgelöst und das
    Personal den Infanteriedivisionen zur Bildung von berittenenen
    Aufklärungsabteilungen zugewiesen .
    Nur in Ostpreußen blieb eine Kavallerie - Brigade bestehen .
    ...unvermindert Ausbau motorisierter Einheiten ...
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_v..._der_Wehrmacht Liste der Kettenfahrzeuge der Wehrmacht

    Beim erneuten Marsch nach Osten 1941 gab es für Sicherungsaufgaben
    im rückwärtigem Land Weißrussland eine zusätzliche
    SS- Kavallerie , die allerdings hauptsächlich den Massenmord
    an der jüdischen Bevölkerung praktizierte , beim Heer dann eine
    Kosakenbrigade aus russischen Freiwilligen .
    ( aus : Hitlers Wehrmacht 1935 - 1945 , R.D. Müller )



    Freiherr von Boeselager war derjenige , der überzeugen konnte ,
    wieder vermehrt berittene Truppenteile aufzubauen .


    Anmerkung : Mitnichten gab es weder strategisch noch
    rüstungspolitisch die Idee im Dritten Reich die
    Pferdeproduktion bewußt in ein Rüstungskonzept einzubinden .
    Zuletzt geändert von Ramzes; 27.02.2015, 12:55.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Coeur
    antwortet
    Zitat von DINA Beitrag anzeigen
    Natürlich ist die deutsche Pferde Genetik nicht schlecht, aber andere talentierte Tierzüchter selektieren sie anders und kombinieren geschickt. Und unter den Blinden ist der Einäugige König !

    Aktuelle Stichprobe: Tunnier in Göteborg dieses Wochenende, siehe Horsetelex Ergebnisse:
    gestern abend 1,50 Springen: 1 bis 10 Platz: 3 x OS !! , 2 x KWPN 2 x SE 1 x SWB, Westf., BWB
    Holst 0 Hann 0, schau die Ergbennisse in Spanien an ..., in Wellington....
    Ich möchte nichts schlecht reden, aber nur eine ehrliche schonungslose Analyse kann einen weiterbringen ( das habe ich als 10 jähriger im Erste Hilfe Kurs gelernt:
    ERKENNEN-ÜBERLEGEN-HANDELN (hihi, hat mir mein ganzes Leben geholfen)

    Bitte, das war eine Einlaufprüfung, da gehen die besseren eine Schnupperunde und werden für Sonntag vorbereitet, am Sonntag gibts Geld nicht bei der Einlaufprüfung.

    Hier mal ein Beispiel:FEI Worldcup in Zürich 1,60 *****
    ich denke die Holsteiner brauchen sich was die internationalen Erfolge angeht nicht zu verstecken:

    7 Holsteiner unter den ersten 12 Pferden!

    Offizielles Ergebnis

    Platzierte Teilnehmer

    1. 53 Carlo Alvarez Moya, Sergio ESP 110000.00 C 0 penalties 39.39 sec
    SCH 14y.W /Contender/Cascavelle/HOLST/GER42975/ Marta Ortega jump-off

    2. 104 Molly Malone V Allen, Bertram IRL 45000.00 CH 0 penalties 39.48 sec
    SCH 11y.S /Kannan/Cavalier/AES/102UT81/ Ballywalter Farms jump-off

    3. 6 Casall ASK Bengtsson, Rolf-Göran SWE 25000.00 CH 0 penalties 40.91 sec
    B 16y.H /Caretino/Lavall I/HOLST/GER27997/ Verband der Züchter des Holsteiner jump-off

    4. 78 Flora de Mariposa Leprevost, Penelope FRA 15000.00 CH 0 penalties 44.51 sec
    F 10y.S /For Pleasure/Power Light/BWP/103IR58/ Madame Geneviève Megret jump-off

    5. 90 PSG Future Fuchs, Martin SUI 12000.00 CH 4 penalties 39.68 sec
    B 11y.W /Cashandcarry/Lorentin I/HOLST/102XS77/ Schildknecht, Peter jump-off

    6. 99 Quorida de Treho Duguet, Romain SUI 10000.00 CH 4 penalties 40.44 sec
    F 11y.S /Kannan/SF/103AH04/ Duguet Christiana jump-off

    7. 36 VDL Groep Verdi Tn N.O.P. Van der Vleuten, Maikel NED 8000.00 CHF 8 penalties 41.06 sec
    B 13y.H /Quidam de Revel/Landgraf I/KWPN/NED41570/ Stal vd Vleuten & Team Nijhof jump-off

    8. 40 Catwalk IV Whitaker, Robert GBR 7000.00 CHF 1 penalty 64.74 sec
    12y.H /Colman/Corleone/HOLST/102XV23/ Clare Whitaker & Mandy Hall round 1

    9. 21 Cool and Easy Dreher, Hans-Dieter GER 6000.00 CHF 1 penalty 65.19 sec
    SCH 11y.W /Contender/Riverman/HOLST/103QY22/ Bücheler Paul round 1

    10. 59 Espyrante Deusser, Daniel GER 5000.00 CHF 4 penalties 59.04 sec
    F 11y.S /Obourg/Pauillac de Meia Lua/BWP/103PV52/ Stephex Stables round 1

    11. 37 Lacrimoso 3 HDC Delaveau, Patrice FRA 4000.00 CHF 4 penalties 60.95 sec
    DB 11y.H /Landjunge/Cascavelle/HOLST/102WS51/ Haras des Coudrettes round 1

    12. 111 Lintea Tequila Tops-Alexander, Edwina AUS 2000.00 CHF 4 penalties 61.03 sec
    B 12y.S /Campbell/Corrado II/HOLST/SLO40109/ Stal Tops B.V. round 1

    Einen Kommentar schreiben:


  • DINA
    antwortet
    zu den Ausführungen von Kluger Hans:

    was Trakehnen angeht: 1993 habe ich das ehemalige Hauptgestüt besucht, seit meiner Kindheit
    und den Erzählungen der Ostpreussen war es mir ein wahnsinniges Bedürfnis einmal dorthin zu
    kommen (wir haben ein paar kleine Eichenbäumchen vom Hauptbeschälerstall entführt, die
    wachsen jetzt vor unserem Stutenstall, und Sentimentalität zugegeben: Trakehnererde, und jedes
    unserer Trakehnerfohlen hat mal daran geleckt..), also damals habe ich mich mit der sogenannten "Verkabelung" . d.h. die Auswahl und die Verteilung Trakehner Junghengste an die
    Landgestüte eingehend befasst: Einmal Jährlich kamen der Oberlandstallmeister, der Landstallmeister Trakehnens und der ostpreussichen Landgestüte zusammen in Trakehnen und die jungen Hengste wurden ungeritten zugeteilt.
    Dabei stand damals als wesentliches Attraktivitätsmerkmal der Junghengste die Lieferung von Remonten für die Kavallarie im Vordergrund.
    Dann wurde wohl immer auch kräftig gefeiert! wie hat die engl. Journalistin Jane Godell so schön gesagt:"i In England kommt man zu Mittagessen und bleibt bis zum Abendessen , in Ostpreussen kam man Freitag und blieb bis Sonntag!"
    und dann wurden die Hengste zur Hengstleistungsprüfungsanstalt überstellt, halt für 1 Jahr, und nicht wenige Hengste ca. 25 % flogen dann wieder aus dem Kader. Ungeprüfte Hengste wurden so weit mir bekannt nicht eingesetzt,
    und die Mutterstuten in Trakehnen waren ja auch ausgiebig 3 jährig unter dem Sattel getestet auch im Jagdfeld bevor sie eventl. in die Zucht gingen. Ach, wenn ich das so schreibe, habe ich grade wieder das Gefühl in mir, wie ich 1993 auf dem Balkon des weißen Schlosses in Trakehnen stand und von oben herabschaute auf den Vorplatz , wo einst das Tempelhüter Denkmal stand...

    Natürlich ist die deutsche Pferde Genetik nicht schlecht, aber andere talentierte Tierzüchter selektieren sie anders und kombinieren geschickt. Und unter den Blinden ist der Einäugige König !

    Aktuelle Stichprobe: Tunnier in Göteborg dieses Wochenende, siehe Horsetelex Ergebnisse:
    gestern abend 1,50 Springen: 1 bis 10 Platz: 3 x OS !! , 2 x KWPN 2 x SE 1 x SWB, Westf., BWB
    Holst 0 Hann 0, schau die Ergbennisse in Spanien an ..., in Wellington....
    Ich möchte nichts schlecht reden, aber nur eine ehrliche schonungslose Analyse kann einen weiterbringen ( das habe ich als 10 jähriger im Erste Hilfe Kurs gelernt:
    ERKENNEN-ÜBERLEGEN-HANDELN (hihi, hat mir mein ganzes Leben geholfen)

    und wie bei den Autos und Marken: nur sehr wenige können oder wollen sich ein Premiumprodukt
    leisten: Porsche-, S- Klasse ,Bentley : aber in jeder Werbung steht
    welches "S-Klasse-Feature" Technik, Ausstattung, Schnick-Schnack aus den S-Klassen auch
    in den A-B-C Klassen zufinden sind...
    und so ist es auch m.E. in der Pferdezucht: wenn das Premiumsegment einer Pferdemarke
    schlecht aufgestellt ist, dann strahlt das g e w a l t i g nach unten hin aus, Begehrlichkeiten
    wollen geweckt, gepflegt und erhalten werden!
    Nichts ist schneller vergessen, auch im Pferdesport, wie der Erfolg oder Zuchtrankings von gestern !

    Ein letztes Noch: Hoch interessant finde ich das Editorial von Herrn Ulrich Hahne, stellvertretender Hann. Zuchtleiter, im akt. Der Hannoveranner. " Sportlich anpaaren "
    Leider bin ich Medientechnisch eine Niete, vielleicht kann jemand begabteres einmal den Text hier posten.
    Auch seine Ausführungen: "Signal in Richtung Sport" Seite 30-31 sind lesenswert.
    Zuletzt geändert von DINA; 27.02.2015, 12:07.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Coeur
    antwortet
    Zitat von Ara Beitrag anzeigen
    Das sich die Gesamtheit der deutschen Zucht den Anschluss an die Weltspitze durch das bestehende Kör- und Zuchtsystem verloren hat, ist sicher richtig. Ich glaube aber nicht, dass durch besseren Rahmenbedingungen und andere Zuchtmentalität (nicht optimale Stutengrundlage, Fohlizüchter) der deutsche Durchschnittszüchter am Verkaufskuchen des Pferdeexports in die oben genannten Länder beteiligt wäre. Da die dort bestehende Nachfrage allemal durch die Zuchtfabriken abgedeckt werden kann. Es wird für den Züchter egal sein, ob diese nun in Deutschland, Frankreich, Belgien oder Holland stehen.
    Jetzt nur mal langsam mit den jungen Pferden und schüttet das Kind bitte nicht mit dem Bade aus!

    Was die Springpferdzucht angeht, und darüber reden wir hier, hat die deutsche Pferdezucht im besonderen die Holsteiner/OS/Wetsfalen nach wie vor eine führende Position.

    Viele Internationale (Championate) Turniere / Platzierungslisten werden angeführt von deutschen Pferden. Zudem haben viele Pedigrees unserer Nachbarn deutsche Grundlage, da brauchen wir uns nicht verstecken und können dieses nach wie vor selbstbewusst vertreten.

    Zugegeben es ist vieles enger geworden und andere haben auch gute Konzepte und Pedigrees in der Springpferdezucht.

    Aber ich gebe zu bedenken ob die Belgier mit Ihren Trackern langfristig und nachhaltig erfolg haben werden?

    Zudem bin ich auch optimistisch was die Marktbreinigung angeht, will heisen, dass wir in wenigen Jahren normale Verhältnisse im Pferdeverkauf haben werden und es wieder eine Nachfrage nach einfachen/rittigen/gesunden Springpferden für Tante Erna geben wird.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Zitat von C-Inkognito Beitrag anzeigen
    ET und Klonen ist da ein ganz anderes Thema. Beim ET kann man DAS massenhaft vermehren, was so natürlich sein Grenzen hätte. Beim Klonen kann man DAS vermehren, was natürlich gar nicht funktionieren würde. Kosten sind da, klar. Aber wenn man das im großen Stil betreibt, und Erfolge (besonders finanzieller Art) sich einstellen, dann funktioniert das bei den großen Züchtern im Markt. Das hat dann sowohl Marketinggründe (berühmte Namen lassen sich gut vermarkten, wenn man dementsprechende Kunden hat), Ausbildungsgründe (die Großen im Markt haben dementsprechende Strukturen), als auch ganz klar genetische Gründe (es werden im Schnitt weniger Nieten produziert, wenn man nur mit erfolgreichen Sportpferden züchtet).
    Die erfolgreichen Zuchtstätten haben sich von einer landwirtschaftlichen Zucht hin zu einer industriellen Zucht entwickelt. Es ist wirklich blauäugig zu glauben, dass dort der kleiner Züchterkrämer mithalten kann. Diese Tatsache entbindet den kleinen Züchter nicht von einer scharfen Selektion seiner Stutengrundlage, jedoch ist diese Selektion und die überlegte Anpaarung kein Garant mehr für eine wirtschaftliche Pferdezucht (die sich selbst trägt). Es wird sicher unter den Züchter Einige geben, die durch ihre Vernetzung und Eingliederung ins bestehende System züchterisch und auch finanziell weiter erfolgreich sein werden. Aber auf die breite Masse wird das nicht zu treffen.

    Die Verbände haben das sicher auch schon erkannt. Ich denke nicht, dass die alle blind sind. Ein offnener und ehrlicher Umgang mit den Tatsachen wäre jedoch selbstschädigend. Das System läuft, weil tausende kleine Züchter es finanzieren und glauben irgendwann ihren Einsatz vergütet zu bekommen.

    Das sich die Gesamtheit der deutschen Zucht den Anschluss an die Weltspitze durch das bestehende Kör- und Zuchtsystem verloren hat, ist sicher richtig. Ich glaube aber nicht, dass durch besseren Rahmenbedingungen und andere Zuchtmentalität (nicht optimale Stutengrundlage, Fohlizüchter) der deutsche Durchschnittszüchter am Verkaufskuchen des Pferdeexports in die oben genannten Länder beteiligt wäre. Da die dort bestehende Nachfrage allemal durch die Zuchtfabriken abgedeckt werden kann. Es wird für den Züchter egal sein, ob diese nun in Deutschland, Frankreich, Belgien oder Holland stehen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Kluger Hans
    antwortet
    Zum von DINA angeführten Thema Körsystem. Natürlich geht das in Deutschland zurzeit noch praktizierte Körsystem weitestgehend an der Realität vorbei. Es ist allerdings keine 200-jährige Einrichtung wie sie oben schrieb. In Trakehnen, der wohl ältesten deutschen Reitpferdezucht, wurden bis nach dem Ersten Weltkrieg die dreijährigen Junghengste vom Landstallmeister unter dem Sattel begutachtet und dann für die Zucht zugelassen. Das heutige deutsche Körsystem mit zweieinhalbjährigen Hengsten, deren letztendlich Beurteilung altersbedingt unsicher ausfallen muss, ist ein Produkt der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Mitte der 30er Jahre wollten die Nationalsozialisten im Sinne der Aufrüstung eine möglichst rasche Ankurbelung der Pferdeproduktion (dieses Wort benutze ich absichtlich). Der Gedanke der Masse ging ganz klar vor Qualitätsstreben. Strategisch und rüstungspolitisch mag diese Idee der Nazis vielleicht richtig gewesen sein. Spätestens aber mit der mehr oder weniger ausschließlichen Nutzung des Pferdes als Partner für Sport und Freizeit ab Anfang der 70er Jahre hatte sich dieses Körsystem überholt. Dafür, dass die deutschen Zuchtverbände immer noch diesem in Sachen Qualitätserkennung erwiesenermaßen untauglichen System anhängen, gibt es nur zwei Gründe: Geldgier und die übermächtige Stellung der Hengsthalter in den Verbänden. Im Sinne eines echten Zuchtfortschritts und eines Erhalts der Konkurrenzfähigkeit mit anderen Zuchtnationen, der ja von allen immer wieder so gerne proklamiert wird, gehört dieses System eher gestern als heute abgeschafft.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Ramzes
    antwortet
    Zitat von monka Beitrag anzeigen
    fängt an mit auf dem Turnier pinkeln, fressen, mit ständigen Transporten,fremder Umgebung, fremden Boxennachbarn klarkommen. Das kann nicht jedes Pferd.
    Hatte selber ne Stute, deren Turniereinsatz wg pinkeln eingeschränkt war und kenne einen Hengst dessen Einsätze aus selbem Grund penibel geplant werden müssen.
    Na , vielleicht läßt sich das Pinkeln mit " Genomik " selektieren . ( Ironie - aus ) .

    Sollte die GERMANISCHE Zucht demnächst also verstärkt auf " Pinkler "
    selektieren ?
    So wird das Erfolgsgeheimnis der Belgischen Sportpferdezucht wohl
    für immer ein Geheimnis bleiben ( Ironie an ) .

    Einen Kommentar schreiben:


  • monka
    antwortet
    Zitat von Ramzes Beitrag anzeigen
    Kannst Du mal " weiche Eigenschaften " näher beschreiben ?
    Ist das der Wimpernaufschlag , die Farbe Fells , die Länge der
    Mähne , die Art des Wieherns ???
    fängt an mit auf dem Turnier pinkeln, fressen, mit ständigen Transporten,fremder Umgebung, fremden Boxennachbarn klarkommen. Das kann nicht jedes Pferd.
    Hatte selber ne Stute, deren Turniereinsatz wg pinkeln eingeschränkt war und kenne einen Hengst dessen Einsätze aus selbem Grund penibel geplant werden müssen.
    Zuletzt geändert von monka; 27.02.2015, 07:18.

    Einen Kommentar schreiben:


  • C-Inkognito
    antwortet
    Zitat von Ramzes Beitrag anzeigen
    Kannst Du mal " weiche Eigenschaften " näher beschreiben ?
    Ist das der Wimpernaufschlag , die Farbe Fells , die Länge der
    Mähne , die Art des Wieherns ???
    Wimpernaufschlag -> Aufschlag JA, Aussehen Wimpern NEIN

    Farbe Fells -> NEIN

    Länge der Mähne -> NEIN

    Art des Wieherns -> JA

    Weiterhin "weiche Eigenschaften": Rittigkeit, Härte, Springvermögen, Springablauf, Elastizität im Bewegungsablauf, Leistungsbereitschaft, ... für den sportlichen Erfolg die wichtigsten Faktoren.

    Einen Kommentar schreiben:


  • CoFan
    antwortet
    An die genomische Selektion glaube ich in naher Zukunft auch nicht. Eben aus den von C-Inkognito genannten Gründen.

    "Funktioniert im Spitzen-Parcours" setzt sich aus sehr vielen einzelnen Eigenschaften zusammen, inklusive der Bedienbarkeit durch den Reiter. Körperlich bedingte Faktoren wie Sprungvermögen, Haltbarkeit kombiniert mit charakterlichen Faktoren etc.

    Das wird so laufen, wie bei der genetischen Veranlagung beim Menschen über Intelligenz - selbst wenn man diese Vielzahl von genetischen Faktoren, die Intelligenz beeinflussen können abschliessend bewerten KÖNNTE (was Experten schon anzweifeln) - ist am Ende besonders entscheidend, was der Mensch aus der bei Geburt genetisch bedingten Intelligenz macht bzw machen kann (durch Einflussfaktoren in der Kindheit/Jugendalter, die einen heftig hohen Einfluss auf das Endergebnis haben).

    Da wird in der Pferdezucht nur mit Try and Error beizukommen sein - dazu braucht man dann viele Versuche um gesicherte Erkenntnisse zu erzielen. Und im Gegensatz zur Fleischproduktion habe ich von vorne herein gar keine so hohe Anzahl an Versuchen und kann die Bewertung "Erfolg oder nicht" erst nach einer längeren Zeitspanne vornehmen.
    Zuletzt geändert von CoFan; 26.02.2015, 20:48.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Arielle
    antwortet
    Zitat von DINA Beitrag anzeigen
    Ich provoziere jetzt bewußt:

    die Deutsche Pferdezucht ist nicht mehr bzw. immer weniger in der Lage, die von einem
    Weltmarkt für Spitzensportpferd geforderten Markt zu bedienen
    Die Deutsche Pferdezucht, das umfasst alle Player in dieser Branche. Wir haben aber nicht nur den wohl bedeutendsten Player überhaupt sondern auch ein paar weitere die in der obersten Liga mitspielen und auch für die Zukunft gut aufgestellt sind. Mit Landespferdezucht, mit Landgestüten die noch Aussenstellen betreiben!!!!! und mit Zuchtverbänden klassischer Prägung hat das allerdings nur noch wenig gemein.

    Fast alle Deine anderen Punkte finde ich gar nicht provokativ. Leider sind sie wohl einfach nur richtig.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Ramzes
    antwortet
    Kannst Du mal " weiche Eigenschaften " näher beschreiben ?
    Ist das der Wimpernaufschlag , die Farbe Fells , die Länge der
    Mähne , die Art des Wieherns ???

    Einen Kommentar schreiben:


  • C-Inkognito
    antwortet
    Zitat von Jule89 Beitrag anzeigen
    @druenert: Danke für die Erklärung, aber ich habe nicht auf eine Erklärung der genomischen Selektion abgezielt, die friesian netterweise schon richtig stellte, sondern inwiefern du den Nutzen einer genomischen Selektion beim Pferd über den Nutzen von ET bei Spitzensportpferden siehst.

    Die genomische Selektion wie sie in der Rinderzucht betrieben wird, ist nicht 1 zu 1 auf das Pferd übertragbar. Schon allein durch die bewerteten Merkmale, welche beim Pferd nun mal nicht quantitiv sondern qualitativ sind. Dieser Effekt wird aber glücklicherweise durch die zunehmende Verbreitung der linearen Beschreibung minimiert. Hinzu kommt die Annahme, das wohl die meisten Merkmale polygen vererbt werden und somit viele verschiedene Gene an der Ausprägung eines Gens beteiligt sind. Rechnet man dann noch die geringen Heritabilitäten hinzu, sowie den bei vielen Merkmalen (ganz besonders Rittigkeit) immensen Einfluss des Faktors Umwelt (Reiter!), ist das Bild das sich bei Auswertung der SNP-Arrays ergibt, höchstwahrscheinlich sehr...sagen wir mal...heterogen. Um da aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, brauchen wir eine sehr große Lernstichprobe (aber das hat irgendwer oben schon mal erwähnt...).

    So und jetzt zurück zum Thema ET im Spitzensport
    Genomische Selektion. Selbst wenn sie reichlich Erkenntnisse bringen würde (statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen SNPs bei einzelnen Genen mit phänotypischen Eigenschaften beim Tier), wie sollte man sie ganz praktisch nutzen? Die allermeisten Eigenschaften sind über das Zusammenwirken von verschiedenen Genen angelegt. Dann gibt es in dem einen Tier sagen wir mal 10 "positive Eigenschaften" und gleichzeitig 10 "negative Eigenschaften" aufgrund von Erkenntnissen aus den SNPs. Züchte ich jetzt mit dem Tier oder nicht? Wie soll ich es verpaaren? Und wer sagt mir, dass mit dem aktuellen Kenntnisstand (der sich quasi stündlich ändert) selbst wenn alle 20 Eigenschaften "positiv" wären, ich das richtige Tier züchte? Vielleicht korreliert eine Eigenschaft nur schwach aber signifikant, ich selektiere drauf, und es stellt sich später raus, dass es ein Arte Fact war (z.B. weil die ausgewählten Individuen nicht vergleichbar waren, oder weil die Gruppengröße zu gering war). Das kann einfach nicht funktionieren in der Pferdezucht in der auf "weiche Eigenschaften" selektiert wird, und dies gerne mit Modeeinflüssen gepaart.

    ET und Klonen ist da ein ganz anderes Thema. Beim ET kann man DAS massenhaft vermehren, was so natürlich sein Grenzen hätte. Beim Klonen kann man DAS vermehren, was natürlich gar nicht funktionieren würde. Kosten sind da, klar. Aber wenn man das im großen Stil betreibt, und Erfolge (besonders finanzieller Art) sich einstellen, dann funktioniert das bei den großen Züchtern im Markt. Das hat dann sowohl Marketinggründe (berühmte Namen lassen sich gut vermarkten, wenn man dementsprechende Kunden hat), Ausbildungsgründe (die Großen im Markt haben dementsprechende Strukturen), als auch ganz klar genetische Gründe (es werden im Schnitt weniger Nieten produziert, wenn man nur mit erfolgreichen Sportpferden züchtet).

    Einen Kommentar schreiben:


  • 100%Holsteiner
    antwortet
    Zitat von DINA Beitrag anzeigen

    Tja , habe ich gedacht aber die Springpferdezüchter! Pustekuchen !
    Da sieht es genauso aus ! 3- und 4 Jährige Hengste decken mit Abstand die meisten Stuten
    dann folgt noch einmal ein kleiner Pick 5-6 jährige durch Hengste, die beim Bundeschampionat
    auffielen- populär gemacht wurden.
    si sieht die Realität in Deutschland aus ....
    Grade ist "Der Hannoveranner "gekommen, bin mal grade 5 Minuten weg hihi
    also das ist in Holstein definitiv nicht so. Hier können die ganz jungen Hengste froh sein wenn sie 20 Stuten kriegen...

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Zitat von DINA Beitrag anzeigen

    Tja , habe ich gedacht aber die Springpferdezüchter! Pustekuchen !
    Da sieht es genauso aus ! 3- und 4 Jährige Hengste decken mit Abstand die meisten Stuten
    dann folgt noch einmal ein kleiner Pick 5-6 jährige durch Hengste, die beim Bundeschampionat
    auffielen- populär gemacht wurden.
    si sieht die Realität in Deutschland aus ....
    Das hätte ich nicht gedacht. In meinem Umfeld kenne ich nur wenige und da auch nur im Einzelfall eine Stute, die Junghengste einsetzen.

    Anlässlich der Körung in Vechta 2014 wurde gesagt, dass ein Hauptprämienhengst bei den jungen Springvererbern schwer zu finden war, da die meisten nicht genügend Nachzucht hatten.

    Einen Kommentar schreiben:

Andere Threads aus dieser Foren-Kategorie:

Einklappen

Themen Statistiken Letzter Beitrag
Erstellt von wilabi, 11.01.2015, 22:14
3.257 Antworten
237.665 Hits
0 Likes
Letzter Beitrag Suomi
von Suomi
 
Erstellt von Fife, 23.01.2012, 10:15
279 Antworten
28.061 Hits
0 Likes
Letzter Beitrag Fife
von Fife
 
Erstellt von SaloIpa, 29.12.2015, 13:50
26 Antworten
3.685 Hits
0 Likes
Letzter Beitrag Nickelo
von Nickelo
 
Erstellt von Carley, 22.10.2021, 09:27
18 Antworten
1.784 Hits
1 Likes
Letzter Beitrag Suomi
von Suomi
 
Erstellt von Limette, 04.05.2024, 12:52
9 Antworten
816 Hits
2 Likes
Letzter Beitrag Greta
von Greta
 
Lädt...