Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : bundeszucht(en); ein-blick in die zukuft der deutschen zuchtgebiete
duntroon
18.06.2007, 15:00
orientieren sich in zukunft weitere zuchtverbände in richtung bundeszuchten - wo liegen eurer meinung nach vor und nachteile für verbände und verbraucher?
hmmm.....je größer ein Zuchtverband ist desto mehr Geld und Fachpersonal kann er für die Vermarktung einsetzen.....
.....und weil das Fachwissen immer weniger wird, wird die Vermarktung immer wichtiger....man sieht es deutlich an der Hengst-Vermarktung.....wo ein Hengst nicht groß im Sport rausgestellt wird und/oder Werbung gemacht wird, hat er auch nix zu decken und wenn er noch so gut ist....
....auf der anderen Seite könnte ich mir vorstellen, dass bei großen Verbänden der No Name-Züchter vielleicht eher untergeht....
.....es ist so wie in der Wirtschaft:
wenn der Konkurrenz-Druck größer wird, schlucken die großen Konzerne die kleineren Firmen....das kann von Vorteil sein: billiger produzieren und günstiger anbieten.....
......aber auch von Nachteil - z.B. Daimler mit seinem Chrysler-Klotz am Bein - die haben sich jetzt wieder getrennt.....
kleinere Verbände oder kleinere Firmen können auf Spezialwünsche Ihrer Kunden eher eingehen (Nischenproduktion)....die Mitglieder oder Aktionäre haben mehr Mitbestimmungsrecht....
Ist ein zweischneidiges Schwert....
Auf der einen Seite schreit man nach besserer/ persönlicher Betreuung und auf der anderen Seite möchte man natürlich zB die besseren Vermarktungsmöglichkeiten eines evtl Bundeszuchtverbandes nutzen...?!
Ich persönlich habe schon einen gewissen "Nationalstolz" auf mein Brandzeichen und bin da auch sehr loyal.... Für mich käme nie ein anderes Brandzeichen in Frage, das kenn ich halt von klein auf :rolleyes2:. Das ist so und bleibt so, nach dem Motto halt. Von daher gesehen nehme ich von einem Bundeszuchtverband sowieso Abstand!
fanniemae
18.06.2007, 23:45
das sehe ich anders als monti. ob kleinere verbände nun grad kleineren züchtern oder no-names eher zum vorteil gereichen wage ich zu bezweifeln.
der wiedererkennungswert ist u bleibt gering(er).
PRODUZIEREN (u damit vorab investitionen leisten) müssen weiterhin die züchter, nicht der verband.
ob sie dadurch besser verkaufen können wird sich zeigen.
wirklich profitieren werden hier in erster linie die grossen verbände
höchstselbst. ob jedoch an qualität - das lass ich mal dahingestellt.
ganz sicher aber in mark und pfennig.
allen voran die beiden Hs u O - weil die nichts zu verlieren haben.
ausrichter v fohlenschauen od stutenschauen sind meist ehrenamtlich, erhöhte fixkosten halten sich im verhältnis zur masse sehr in grenzen, die wahrscheinlichkeit jedoch auf diesem wege überregional die eine oder andere "qualität" abzufischen ist wesentlich höher.
die grosse masse die diese verbände erreichen deckt über aufnahme u eintragungsgebühren den erhöhten verwaltungspersonalaufwand. eine halbtagskraft mehr dürfte über wenige hundert stuten u fohlen mehr bezahlt sein.
die geschichte mit daimlerchrysler hinkt deshalb weil chrysler seit langem rote zahlen schrieb, enormen umstrukturierungsbedarf hatte, marktanteile stetig verlor u weiterhin über jahre abschreibungen verursachte.
daimler musste all das ersteinmal aufs buch nehmen und bei negativ-x anfangen.
das trifft aber auf hannover (oldbg oder holstein) nicht zu wenn sie in hessen oder sonst einem defizitären zuchtgebiet einzug halten weil sie mit einer sauberen schwarzen null dort anfangen und von vonherein marktanteile gewinnen ohne dafür einen unkalulierbaren anlaufkostenblock erstmal investieren zu müssen. darüberhinaus VERFÜGEN sie ja bereits über marktanteile in fremdzuchtgebieten, sie gestalten lediglich die "ausbeutung" derselben nun wesentlich effizienter weil leichter zugänglich.
im sinne von nationalstolz stört mich eher die verwässerung der stutenbasis wenn man es gebietsfremden stuten nun leichter macht an das vermarktungstechnisch begehrtere H (hanno od holst) zu kommen die sich im individuellen fall nur durch qualität sonst nicht dafür qualifizieren würden, nun aber allein der formalität wegen es doch können.
aber auch da wird langfristig die qualität entscheiden u potentielle käufer werden auf suche nach einem holst, oldbg od hannoveraner weiterhin die angestammten hauptbrenntermine und auktionsplätze in verden vechta u nms besuchen - bleibt die frage ob es sich da für einen lokal abgeschiedenen züchter wirklich rechnet wenn er nicht auch dort ausstellen kann?
nur wenn ich ein produkt anders labele heisst das nicht dass sich der inhalt ändert.
weshalb letztendlich unter den züchtern wohl nur die profitieren werden die ohnehin qualität liefern die dem entspricht was der potentielle käufer erwartet wenn er selber nur eines bestimmten brandes wegen vor ort auftaucht.
womit dann wiederum 90% der züchter leer ausgehen werden, lediglich den oberen zehn prozent hat man es leichter gemacht ihre verkaufschancen zu erhöhen.
KirstinE
19.06.2007, 08:32
Ich kann nur hoffen, das der HOLSTEINER ein Holsteiner bleibt und kein Misch mAsch wird durch eine Verbindung zu einer Bundeszucht. Ich bin strikt gegen einen Zusammenschluss.
Kirstin
duntroon
19.06.2007, 11:27
@kirstenE - bundeszucht würde nicht bedeuten, daß das stutbuch geöffnet wird.
@Fanniemae
....ich hab Dunties Beitrag falsch verstanden: Bundeszucht - Trakehner Modell ? brennen bundesweit ? .....er wollte eigentlich nochmal genau erläutern....
....trotzdem nochmal kurz zu den Zusammenschlüssen:
Daimer/Chrysler war als Negativ-Beispiel gemeint und damit gebe ich Dir recht....beide Partner zu wenig Gemeinsamkeiten und einer davon in den roten Zahlen.......
Zusammenschuss Hannover/Hessen:
Hessen schuldenfrei
Zucht auf Hannover Basis (vor allem Nord-/osthessen)
Vermarktungszentrum Alsfeld vermarktungsmäßig vor der Frankfurter Hintertür
außerdem:
diejenigen Hessenzüchter, die schon 20 Jahre und mehr auf Oldenburger Basis gezüchtet haben, konnten ohne Probleme nach Oldenburg gehen.....
diejenigen, die auf Holsteiner Basis gezogen haben sind jetzt wohl bei den Oldenburger Springern, da sich ja Holstein als "Spezial-Springpferdezuchtverband" sieht und wohl die Luken ziemlich dicht gemacht hat....
.....und alternativ dazu bleiben für die Hessen immer noch die Süddeutschen Verbände .....
mir wäre es lieber gewesen, wenn uns Hannver VOR dem Bau des Vermarktungszentrums Alsfeld geschluckt hätte.....hab damals dagegengestimmt, weil ich der Meinung war, dass das für uns Züchter aus dem kleinen Zuchtgebiet zu teuer wird.....:blush2:
duntroon
21.06.2007, 10:39
ja monti, bundeszucht -> trakehnermodell ..
und nicht das schon ausreichend besprochene theme zusammenschlüsse!!!
wie steht es eigentlich um meckpom und dem thema bundeszucht?
@duntroon
.....bitte erläutere dieses "Trakehnermodell" mal genauer.....mir ist das auch nicht so geläufig....
duntroon
21.06.2007, 11:25
im gegensatz zu den hauptsächlich regional tätigen warmblutverbänden betreut der trakehnerverband die züchter in der ganzen bundesrepublik, aufgeteilt in einzelne zuchtbezirke.
wie interessant ist sowas für die anderen verbände?
pro und contra?
....und wie wird das mit dem Brennen gemacht ?
....Ausbildung (SLP, HLP) ?
....Vermarktung ?
....jeweils wechselnde verschiedene Standorte ?
.....wie bekommen die für einen Standort eine genügend große Anzahl von Hengsten, Stuten, Fohlen und/oder Auktionspferden zusammen ?
:confused:
ja monti, bundeszucht -> trakehnermodell ..
und nicht das schon ausreichend besprochene theme zusammenschlüsse!!!
wie steht es eigentlich um meckpom und dem thema bundeszucht?
War das ne ernste Frage, dunti? Meckpom als Zuchtverband? Hast du die Züchterforum-Ausgabe mal vor ein paar Monaten gelesen? Der Präsident des Mecklenburger Verbandes arbeitet für Sprehe :D, einem Hengsthalter im Oldenburger Ländle! Sorry, aber die zerschießt es eher, als dass die mal über Bundeszucht nachdenken! Das ist mit Sicherheit kein Weg wie man sich in der Öffentlichkeit präsentieren sollte! Man bedenke nur mal das Richtverhalten solcher Personen auf zentralen Veranstaltungen a la Körungen, Anerkennungen, Fohlen- oder Stutenschauen! Ich bin dort kein Mitglied und habe mit dem Verband an sich auch nichts zu tun und es geht mich von daher auch wenig an, aber hier an den Stammtischen im hannoverschen Hochzuchtgebiet macht sich solch ein Verband damit zur Lachnummer, sorry! Und somit geben die ja fast noch Steilvorlagen für feindliche Übernahmen oder Abwanderungen.....
disillusion
19.07.2007, 22:38
@monti
möglich dass du hier eine antwort auf deine frage findest.
http://www.trakehner-verband.de/verband/struktur.html (http://www.trakehner-verband.de/verband/struktur.html)
http://www.trakehner-verband.de/_resources/_pdf/Satzung%202006%20Kreuth.pdf
;)
Ginella NB
20.07.2007, 22:33
Gestern bei der Fohlenschau war auch der ganze Tisch der Meldestelle mit ausschliesslich Sprehe-Katalogen vollgepackt. :confused:
Und auch noch mit Lauda auf der Titelseite...... :001_unsure:
Mir kommt sowas eher komisch vor......
Jeder zweite Springreiter hat ja auch schon deren Logo am Hals.....
Sponsoren in allen Ehren, aber wo soll das noch hinführen?
Entsteht da nicht eine ungesunde finanzielle Übermacht?
Gestern bei der Fohlenschau war auch der ganze Tisch der Meldestelle mit ausschliesslich Sprehe-Katalogen vollgepackt. :confused:
Und auch noch mit Lauda auf der Titelseite...... :001_unsure:
Mir kommt sowas eher komisch vor......
Jeder zweite Springreiter hat ja auch schon deren Logo am Hals.....
Sponsoren in allen Ehren, aber wo soll das noch hinführen?
Entsteht da nicht eine ungesunde finanzielle Übermacht?
So was regelt der Markt irgendwann, kannst du glauben!
ich bin der meinung es sollte ein deutsches dressur und ein deutsches springpferd geben. warum ist ein und dasselbe pferd mit hannozeichen mehr wert als mit sachsen brand. die hengste werden mit ihren nachkommen ja doch in alle verbände reingebracht. ichhabe eine hanno stute,gedeckt mit würthemberger hengst das fohlen oldenburgisch eingetragen. das ist doch ein deutsches pferd!
friedeburg
30.08.2007, 21:46
"... warum ist ein und dasselbe pferd mit hannozeichen mehr wert als mit sachsen brand..."
Wegen den Mütterstämmen und dem Marketing.
....ich habe mal in einem wissenschaftlichen Beitrag gelesen, dass ca. nach der 6. Generation vererbungstechnisch nix mehr rüberkommt - nicht mehr relevant ist....
....auch wenn man die stutenstämme seit Adam und Eva aufzählen kann, sind hauptsächlich die letzten 5 bis 6 Gen. wichtig.....
ich war als "Hessenzüchter" Späteinsteiger, züchte seit ca. 20 Jahren (aber nicht kontinuierlich) und hab jetzt in der einen Familie auch schon die 4. Generation....
....die meisten alteingesessenen Züchter in den "Nachzuchtgebieten", die ich damals als Zuchtneuling kennengelernt habe, hatten ihre Stutenstämme schon länger und/oder sie haben sich Stuten aus Oldenburg, Hannover oder Holstein dazugekauft....
z.B. Heinrich Habich, der damals für Hessen und Oldenburg und das Ausland Hengste geliefert hat !
friedeburg
03.09.2007, 13:46
Das der Einfluss bestimmter Vererbungsmerkmale auch in der 5. oder 6. Generation, manchmal sogar noch später, immer noch deutlich erkennbar sein kann, zeigen doch z. B. die väterlichen Linien eines Absatz, bzw. Abglanz ganz deutlich. Ein Abanos verleiht auch heute noch einer großen Zahl seiner Nachkommen diesen ganz besonderen Schmelz. Auch einen Sacramento Song XX kann man noch viele Generationen später erkennen. Ebenso wie Ladykiller XX zum Teil sehr lange erkennbar bleibt. Und das dies nicht nur die optischen Merkmale betrifft, sondern wie im Falle von Quattro/ Quaterback auch Merkmale, wie z.B. die Elastizität ist kaum zu übersehen.
Wenn man nun davon ausgeht, dass der Mutterstamm die Nachzucht noch viel stärker prägt, kann man wohl kaum davon ausgehen, dass nur die ersten Generationen wichtig sind.
KirstinE
03.09.2007, 15:03
Warum beschränkt man sich nicht auf die großen 4 - Hanno, Holstein, Oldenburger und Trakehner?? Die agieren doch bundesweit.
Kirstin
.....Absatz wird 2 bis 3 fach von hinten hochgeholt und gebündelt.....Ladykiller 4fach und mehr......Ramiro/Ramzses z.T. 6fach.....und das in den vorderen 1. bis 6. Generationen....
@Kirstin
.....diese Entwicklung läuft zur Zeit - immer mehr Zusammenschlüsse weil die Vermarktung weltweit immer teurer wird und eine immer größere Konkurrenz auf dem Weltmarkt herrscht für das Produkt deutsches Sportpferd......wird ja auch Zeit.....Ländergrenzen wie im Mittelalter......:rolleyes2:
@hebelei
Sorry, das ist Unsinn was Du schreibst. Deutschland wird auch nie ein bundesdeutsches Auto erschaffen, nur weil BMW; Porsche; VW und Audi modellgleiches, vergleichbares, ähnliches schaffen.
Der Käufer möchte eine bestimmte Marke fahren/reiten/besitzen, weil er ein bestimmtes Ansehen/Prestige meint damit erwerben zu können oder tatsächlich erwirbt.
Aus Sachsen (bitte nicht falsch verstehen) lässt sich das gut so sehen, nur manche Verbände haben eben jahrzehnte investiert in Stutenbasis/Vermarktung/Ansehen/Prestige und ich als Verbandsmitglied möchte davon profitieren und möchte kein sozialistisches Inheitsbreiprodukt züchten noch besitzen.
Frage mal einen Australier oder Amerikaner (der mit Pferden zu tun hat) was ihm zu deutschen Pferden einfällt. Der wird wie aus der Pistole geschossen "Hannovarian", Holsteiner und/oder Westphalian nennen ...
Das ist der verdammt langen Aufbauarbeit/Werbung etc. der Verbände zu verdanken, selbstverständlich auch den Züchtern, aber der Brand macht es eben aus.
Sicher werden über kurz oder lang kleinere Verbände sich den grösseren anschliessen wollen und müssen.
Ich fahre auch lieber Mercedes als Kia oder den guten alten Lada!
Na ja, es ist doch so, dass in Oldenburg Holstein drin ist.
In Westfalen Hannover, in Holstein ist Frankreich, Vollblut und Trakehnen drin.
In den Süddeutschen ist sowieso alles drin.
Und in der Europäischen Sportpferdezucht, von West nach Ost alles gemischt durcheinander.
Da ist doch eifersüchtiges Revierabgrenzen ganz schön lächerlich, oder ?
Und was die Amis betrifft, für die besteht Deutschland sowieso aus Bayern und dort regiert König Ludwig :lach:
Das hat mit "eifersüchtigem Revierabgrenzen" doch bitte nichts zu tun. Wir müssen da auch die "Martkanteile" denken, z.
B. an die Kontakte ins Ausland zwecks Vermarktung der Produkte. Hannover verkauft in der Regel pro Auktion mindestens 50 % ins Ausland. Das kommt ja nicht von ungefähr. Ich meine ich habe gut reden, bin im Hannoverband, und da wo Hannoveraner drauf steht ist auch in der Regel Hannoveraner drin.
Mit Fremdbluteinkreuzungen vom Verband geregelt und genehmigt.... Stutbuch ist geschlossen seit Satzungsänderung im letzten Jahr. Ich bin der Meinung, dass ein Verwässern der Stutenbasis nicht von Vorteil ist, Hengste können kontrolliert zugeführt werden und das ist bei den Hannos auch nicht so einfach...
Aber es kann ja jeder so halten wie er will und wie jeder meint es für sich am besten geregelt zu bekommen.
Die meisten der "unbedarften Hobbyzüchter" kaufen den Samen doch eh nach Katalog und haben die Hengste, die sie nutzen teilweise noch nie gesehen. Das Forum wimmelt ja von solchen Fragen ... wenn sich jeder die Mühe machen würde die in Frage kommenden Hengste selbst in Augenschein zu nehmen, wäre dieses Durcheinander der Blutlinien sicher nicht so wie Du es oben erwähnst. Nicht jeder aus Bayern fährt nach Holstein oder nach Meckpom - oder umgekehrt - um den Hengst bei der Arbeit zu sehen.
Das vererbungstechnisch nach der 6.Gen. nichts Relevantes mehr rüberkommt ,...wird sich erst in Zukunft zeigen , wenn Forschungen am Pferde-Genom weiter voranschreiten.
Die Vererbung der Schimmelfarbe beweist jedenfalls "sichtbar" das Gegenteil !
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