Züchten wir am Markt vorbei ??

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  • Furioso-Fan
    • 12.08.2004
    • 10939

    #301
    Zitat von Tambo Beitrag anzeigen
    Übrigens sind Andalusier auch Warmblüter.......

    Shiraly, Ara... vielleicht solltet ihr es auch mal anders betrachten-.... Die Pferde überzeugen durch Rittigkeit angenehmen Umgang, sehen auch noch toll dabei aus.
    Aber das tun meine Oldenburger, Hannoveraner, Hessen auch!
    Und sind an die hiesigen Futtergewohnheiten, das Fliegenzeuchs adaptiert, müssen nicht tausende von Kilometern geholt werden, wo ich deren Aufzuchtbedingungen nicht kenne, häufig genug auch nicht die Ausbildung.

    Aber mit den neuen Rassen wird eine neue Reitphilosophie bedient; Menschen, die sich ganz explizit vom FN-Sport abgrenzen aus ganz verschiedenen, sehr häufig sehr gut nachvollziehbaren Gründen. Oder ein scheinbar anderer Turniersport (Westernreiten, so anders ist er dann aber wohl auch nicht) spannender erscheint, passender. Man vielleicht eher Träume und Sehnsüchte ausleben kann als beim schwarz-weißen Dauergezänk Sonntags morgens um 7.

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    • Tambo
      • 23.07.2003
      • 1876

      #302
      FF, auch im Ausland kann man reiten und viele Käufer von Lusitanos, die ich kenne, wenig PRE Käufer, sorry, haben sich den Kauf reichlich überlegt, die Pferde vor Ort angeschaut, und die Aufzuchtbedingungen sind auch nicht unbedingt schlechter als hierzulande. Große Flächen und Weidehaltung das ganze Jahr mit Junghengstherden bietet nicht jeder Züchter, hier

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      • Furioso-Fan
        • 12.08.2004
        • 10939

        #303
        ja, sicher, aber sind deswegen die Pferde automatisch schöner "sehen auch noch toll dabei aus")?
        Meine inzwischen recht barocke Schimmeline ist ein wunderschönes Pferd - auf sie passen alle Attribute, aber sie hat das gekrönte O auf dem Hintern...
        Wie oft bin ich zu ihren aktiven Zeiten gefragt worden, ob der Andalusierhengst auch deckt...
        Was ein bischen mehr Mähne und ein gut herangerittener Körperbau aus einem Oldenburger Meedchen so alles machen können...

        Kommentar

        • Tambo
          • 23.07.2003
          • 1876

          #304
          FF, aber wieviele Hengste mit barockem Aussehen decken noch in der Warmblutzucht?

          Meine Schimmelstute hat ein H auf dem Hintern würde ansonsten aber als PRE durchgehen (alte Gotthard Linie). Nur leider findet man diesen Typ Pferd kaum noch in der modernen Sportpferdezucht..... Und mit ihr züchten mag ich nicht mehr (Arthrose) und so lange warten bis das Fohlen reitbar ist.. auch nicht.....

          Kommentar

          • Furioso-Fan
            • 12.08.2004
            • 10939

            #305
            Tambo, der Vater ist der hier:


            Also alles andere als ein barocker Hengst, sondern ein sporterprobter, leider in die USA verkaufter Dressurhengst, der durch eine sehr gute Rittigkeitsvererbung hervorsticht laut Zuchtwertschätzung.

            Kommentar

            • Tambo
              • 23.07.2003
              • 1876

              #306
              FF, ist sowieso zu spät bei mir, meinen kleinen Lusi behalte ich.

              Kommentar

              • Tanja22
                • 19.08.2004
                • 2346

                #307
                Furioso, der ist gut. Ob der Hengst auch deckt

                Ja, Mähne ist dunkel, weil ich gehöre auch zu den Käufern der dunkle Pferde mit wenig Abzeichen...her mit den Geboten!

                Übrigens haben wir auch einen Mix: Mutter Hannoveraner, Vater Holsteiner=Mecklenbuger!

                Das Paradoxe mit den Barockpferden ist, dass zumeist der spanische oder andalusische Ausschuß hier her verkauft wird. Die guten Pferde behalten sie selber, dass was da nicht geht läßt sich immer noch teuer nach Deutschland verkaufen. Mit zumeist Narben auf dem Nasenrücken.
                Und ja, auch über meinen Mann, selber gesehen und von seinen Erzählungen her, läßt sich oft nichts gutes über diese Pferde sagen.
                Oft tatsächlich ältere Damen, gerne als Hengst importiert und entweder nicht reitbar wegen diverser charaterlicher Mängel oder Dauerpatient (die kriegt dann mein Mann).
                Die Preise gehen tatsächlich stets ab 10000,-€ los, ob da der Transport drinnen ist weiß ich nicht.
                Und fast alle hatten diese wunderbaren Narben der Sereta oder wie dat Ding heißt...
                Die Friesen ebenso wie die Isländer gerne Patienten wegen Haut und Haar, also neben Ekzem Pilz, Mauke etc.

                Aber ich glaube, dass bei diesen Pferden einfach eine ganz bestimmte Sparte Mensch/Frau dran sitzt. Und die kriegt man so oder so nicht auf unsere "normalen" Warmblüter, da können sich unsere Züchter einen Wolf züchten.

                Ebenso wie die eingefleischten Westernreiter. Die wenigsten, die was auf sich halten, würden sich mit einem Hafi oder Hanno außer in den Wald in eine Arena trauen. Wobei das ja auch nicht das Ziel ist.

                Mit den qualifizierten Reitlehrern ist es wirklich ein Kreuz, ich habe hier auch schon versucht, jemanden zu finden, nachdem unsere "alte" wegen Job nicht mehr konnte.

                Gott sei Dank konnten wir sie bequatschen und zahlen ihr auch das entsprechende Geld, so das es sich für sie lohnt.
                Wie gesagt, und das in einer Pferdehochburg soll schon was heißen. Ich finde, das zeigt doch, wie schlecht es darum bestellt ist.
                Und ohne Lehrer keinen Nachwuchs oder?

                Kommentar

                • moonlight
                  • 04.06.2002
                  • 4239

                  #308
                  Ich finde die Frage hochinteressant, verstehe aber die Richtung der Diskussion nicht so ganz. Ehrlich gesagt fürchte ich, dass die gezüchteten Produkte gar nicht so verkehrt sind, der Markt heute aber eben nicht das Fohlen/Jungpferd als "Rohprodukt" verlangt, sondern das gut ausgebildete Reitpferd mit entsprechenden Turniererfolgen. Die Zahlungsbereitschaft ist immer noch da, aber nicht mehr für das Fohlen oder den rohen/angerittenen 3- oder 4jährigen, sondern für den 6-8jährigen zum "Losreiten"

                  Und diese Beobachtung bezieht sich nicht nur auf das Freizeeitreiter-Segment (in das ich Turnierreiter jeglicher Klassen im regionalen Bereich, Amateure eben, miteinbeziehe), sondern leider auch auf den Topsport. Ich weiß wovon ich rede, wir züchten Springpferde mit entsprechender Qualität. Früher brauchte man 20-25 Pferde eines Jahrganges, um am Ende noch 5 unter dem Sattel zu haben - der Rest wurde als Fohlen oder roh übers Freispringen ab Hof verkauft. Heute hat man ALLE Pferde bis wenigstens 4 - die meisten eher bis 5/6/7jährig, bis man reelles Geld (Kostendeckend!) dafür bekommt.

                  So lange muss erst mal jedes Pferd gesund und unfallfrei aufgezogen und aufwendig ausgebildet werden.

                  Sollte der Markt sich in Richtung Asien erweitern, dann Prost Mahlzeit: Da stehen zwar Millionen potenzieller Kunden vor der Tür, die brauchen aber einen idiotensicheren Schlepper. Die Ausbildung der Pferde für solche Zwecke bedeutet eine hervorragende Dressurausbildung sowie JAHRELANGE Turniervorstellung, damit die Pferde wirklich unbeirrbar sind. Keine so wünschenswerte zukunft aus unserer Sicht...

                  Kommentar

                  • Tanja22
                    • 19.08.2004
                    • 2346

                    #309
                    Und solche Preise.....stimmt, machen den Markt kaputt.
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                    • Tambo
                      • 23.07.2003
                      • 1876

                      #310
                      Tanja, die meisten Besitzer von Iberischen Pferden hab ich auf Reitlehrgängen als aktive Reiter oder direkt in Portugal, (als Reiter), kennengelernt, war wohl eine andere Klientel. Bei den PRE bzw. was hierzulande als PRE verkauft wird... wäre ich auch sehr vorsichtig....

                      Die Lusis finde ich sehr blutgeprägt und eher etwas für den Reiter, der sich auch in der hiesigen Zucht ein Pferd mit viel XX Blut kaufen würde.

                      Moonlight, interessant, ich dachte zumindest die Springreiter würden noch nach Freispringen einkaufen und selber ausbilden..... Moderne Zeiten.....

                      Kommentar

                      • moonlight
                        • 04.06.2002
                        • 4239

                        #311
                        Wir verkaufen viel an internationale Springställe. Die haben früher wirklich rohe Pferde gekauft, wenn das Freispringen entsprechend war. Heute rümpfen die meisten die Nase, wenn man einen 4jährigen platziert rausholt - das dauert noch zu lange, bis der international Youngster Tour gehen kann!

                        Kommentar

                        • Tambo
                          • 23.07.2003
                          • 1876

                          #312
                          Lacridevelvet. Ich spreche von Lusitanos.... Das ist nicht nur ein anderes Zuchtbuch sondern ein anderes Land......

                          Kommentar

                          • Ramzes
                            • 15.03.2006
                            • 14760

                            #313
                            Zitat von Tanja22 Beitrag anzeigen
                            Ein bißchen Spaß muß sein....... Schalalalalala

                            Kommentar

                            • Santica
                              • 16.02.2009
                              • 2216

                              #314
                              @ Tanja
                              Wenn die letzte Verkaufsanzeige als 2jährige so aussieht, dann aber gute Nacht. So sehen bei mir Jährlinge aus, nur besser.

                              Kommentar

                              • Ramzes
                                • 15.03.2006
                                • 14760

                                #315
                                Na , Na , Na http://www.horse-gate-forum.com/show...lieb-Smalltalk

                                Kommentar

                                • Kittyhawk
                                  • 27.09.2008
                                  • 455

                                  #316
                                  @moonlight

                                  Full ACK zu all Deinen Aussagen. Gutes Geld - so denn man Sportreiter als Klientel anvisiert - gibt es nur noch für reife, sehr gut ausgebildete und funktionierende, reife Pferde. Klar verkauft man auch hin und wieder eine "Freispringkanone" für ordentliches Geld, aber das sind aus meiner Erfahrung eher die Ausnahmen, denn die Regel. Die Kunden wollen die Qualität sehen und unter dem Hintern spüren, und das geht erst ab 5-7 Jahren. Zumindest bei Springpferden und meinen Ostblockkunden...

                                  Traurig dabei: Für die Masse der Springpferdezüchter ist - so sie nicht selbst ausbilden und vermarkten - dabei nix mehr drin. Ich kenne eine Menge Klassepferde, die in den letzten zwei Jahren 3- und 4-jährig für UNTER 6.000 EUR (mit gutem TÜV) an Profis / Händler verkauft wurden. Jetzt - gut geritten und platziert - stehen da ganz andere Preise dran und werden auch bezahlt.
                                  Neuestes Beispiel: Ein Freund von mir ist ein relativ großer Händler, sein Sohn reitet ab und an im Bundeskader...Hat vor 14 Tagen in Holstein ein Paket von vier Pferden geholt, 1 x Zweijährig, 2 x Dreijährig, 1 x Vierjährig. Gesamtkosten: 12.000 EUR mit TÜV. Der Züchter brauchte dringend Bargeld, Stall voll...Aktuelle Abstammungen, zwei davon springen frei wie bessere Pferde, die anderen zwei überdurchschnittlich...

                                  Man kann momentan eine Menge vielversprechende Springpferde - wohlgemerkt roh oder gerade angeritten - für so dermaßen kleines Geld kaufen, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Problem dabei: Um diese zu "veredeln", müssen auch die Schnäppchen ordentlich gearbeitet werden. Sprich: Es ist derzeit gar nicht so viel Kapazität an ordentlichem Beritt da, wie es brauchbare Schnäppchen gibt. Ergo, versauern die jungen Talente weiter im Züchterstall oder landen als billige Freizeitpferde irgendwo...

                                  Kommentar

                                  • moonlight
                                    • 04.06.2002
                                    • 4239

                                    #317
                                    @ Kittyhawk: Da haben wir ja das gleich Gefühl... Nicht die Zuchtprodukte an sich sind am Markt vorbei, sondern der Markt fragt nach weiter veredelten Produkten. Einen Schritt weiter in der Wertschöpfungskette. Das lohnt sich aber auch nur, wenn man es selbst machen kann - in Beritt geben bis 7jährig macht wirklich nur bei einem Ausnahmepferd Sinn, und auch das muss gesund und unverletzt bleiben!

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                                    • caspar

                                      #318
                                      @kittyhawk

                                      voll unterschreib !
                                      Die Zeiten in denen man die Hoffnung verkaufen konnte sind definitiv vorbei.
                                      Haben das die Züchter noch nicht bemerkt ?
                                      Heute kann oder will aber auch kaum noch einer ein junges Pferd ausbilden.

                                      Kommentar

                                      • Schillingshof
                                        • 15.10.2010
                                        • 103

                                        #319
                                        man muss als Züchter erstmal einen langen Atmen aufweisen, dann die lieben Pferde gut ausbilden und auch Zeit haben sie vorzustellen. Wenn dann ein Käufer um die Ecke kommt hofft man nur das das Pferd dort auch bleibt und sich die Besitzer gut um den kleinen Schatz kümmern.
                                        Hatte mal einen Pintowallach, 1,60m geritten gefahren sehr hübsch und lieb im Umgang und auch sonst.
                                        Es haben Anfänger angrufen und wollten den haben, weil er ja so hübsch ist...ich habe da immer so meine Zweifel...
                                        ich mein, der Wallach ist bei uns groß geworden und war nie woanders, sowas kann ich doch nicht ruhigen gewissens einen Anfänger mitgeben. Weiß ich ob der Gute im neuen Stall auch so ist?
                                        Eine Dame hatte sogar Angst vor größeren Pferden (hä warum ruft sie dann bei mir an???) habe Ihr abgeraten.
                                        Habe aktuell von 2 Abwärts...gute Abstammung und super Benehmen etc. werde Sie wohl selbst ausbilden müssen und dann mit 5-6 Jahren erst verkaufen, sonst ist eine Kostendeckung gar nicht drinne...
                                        wir mussten das Züchten deshalb auch erstmal einstellen, weil der Stall voll ist und ich nichts zu verschenken habe. Die Zeiten wo Fohlen gut verkauft wurden sind glaube ich vorbei, es wollen sich immer weniger Leute die Zeit für die Youngsters nehmen...

                                        Stimme Kittyhawk voll zu

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                                        • Kittyhawk
                                          • 27.09.2008
                                          • 455

                                          #320
                                          @moonlight

                                          Nicht die Zuchtprodukte an sich sind am Markt vorbei, sondern der Markt fragt nach weiter veredelten Produkten. Einen Schritt weiter in der Wertschöpfungskette.
                                          Ein wahres UND weises Wort, das aber leider von der Masse der Produzenten nicht erhört werden wird...


                                          in Beritt geben bis 7jährig macht wirklich nur bei einem Ausnahmepferd Sinn, und auch das muss gesund und unverletzt bleiben!
                                          Wiederum sehr treffend...Wenn aber der Markt offensichtlich reifere, gut ausgebildete Pferde verlangt, wird die Härte der Pferde immer wichtiger. Was nutzt ein 6-jähriges Ausnahmepferd, das trotz vorsichtigem Aufbau und Turniereinsatz, aufgrund gesundheitlicher Gebrechen, immer wieder "den gelben Zettel" einreicht? Und davon gibt es zunehmend mehr, TROTZ Top-Röntgen-TÜV dreijährig... Zwei oder drei Jahre viel Kosten und Mühe und am Ende "mit Zitronen gehandelt"...

                                          Kommentar

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