WDR die diskussion
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Na ja, aber bei seinen Spitzenreitern, die auch diesen seltsamen Ausbildungsmethoden frönen, hat er sich ja wachsweich aus der Affäre gezogen und alles auf die Holländer umgelegt.
Seitdem ich diesen Menschen mal über die Spanier und ihre Pferde hab herziehen hören, im Fernsehen, fand ich schon, dass er eine sehr chauvinistische Meinung hat.
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Hmm, ich persönlich habe selten so ein gutes Interview gelesen.
Es ist wunderschön ehrlich...und er wird sich damit sicherlich nicht nur Freunde gemacht haben.
Vor allem was man so zwischen den Zeilen lesen kann, sagt so einiges.
Ich kann nur hoffen, dass man sich wieder auf alte Werte besinnt. Weniger spektakulär....und dafür reell.
Wie wäre es mal wieder die Schaukel einzuführen?
Da würden sich die Holländer sicher freuen.....
P.S. Im Moment sind mir die Amerikaner die sympatischsten Reiter!!!
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Ja,
gestern hatte ich wohl zuerst nur den ersten Teil gelesen.
Bis zu der Stelle wo er sagt, dass wenn man schon früh genug mit der Rollkurmethode anfängt, dass es dann für das Pferd nicht schlimm sei, da sich die Muskulatur daran gewöhnt hätte (in meinen Augen: blödsinnige Aussage...die Pferde, die das nicht lange mitmachen, sieht man ja später gar nicht mehr...die sind längst im Kochtopf)
Aber er äußert sich schon sehr deutlich ablehnend zu dieser Methode.
Auch ok ist, dass er das Wort Quälerei noch nicht in den Mund nimmt, ehe dies nicht wissenschaftlicht belegt ist (und das wird es m.E. nie ganz).
Auch die Kritik an den Richtern und der Verweis auf die sichtbaren neg. Anzeichen in den Prüfungen dieser Methode...gut.
Aber dennoch widerspricht er sich dann nachher, wenn es um die deutschen Reiter geht. Das was er da M.S. und I.W. zuspricht, dass nämlich außergewöhnliche Pferde ev. auch mal außergewö. Maßnahmen brauchen, dass spricht er doch den Holländern zuvor ab.
Da hätte doch klar und deutlich dasselbe, wie zu AvG gesagt, nämlich dass er dagegen ist und dass er diese Sache für Falsch hält und dass man die neg. Auswirkungen schon sähe, dass hätte er doch 1:1 auch für die dt. Kanditaten sagen können. Warum da wieder dieses rumgeeier. Er will sich diese Kandidaten halt doch "warmhalten", anstatt sie zum "Abschwören" zu bringen.
Und zu Schluß noch ein Widerspruch:
Zum einen sagt er, man könne ja nicht an den Reitern vorbei, die vor den (zuvor zurecht kritisierten) Richtern gut dastehen, auch wenn sie Methoden anwenden, die nicht der klass. Skala entsprechen. Danach sagt er, nein, dem Erfolg werden keine grundsätzlichen Überlegungen geopfert.
Na, wenn das nicht zweizüngig ist...
Gruß
horsmän
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Also ich finde, daß Herr Schmezer da deutliche Worte spricht auch über Werth und Schaudt.
"manches regelt sich in der Prüfung von selbst"
" ich kann doch keinen Weltrekordler zu hause lassen"
"ich arbeite am liebsten mit H.Schmidt zusammen"
Dem ist doch nicht viel hinzuzufügen.
Aber die Krönung fand ich die Äußerung, die Holländer sollten ruhig so weiterreiten, daß würde den Deutschen nur nützen.
Recht hätte er, wenn sich die Deutschen wieder auf die klassische Ausbildung besinnen.
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Das ist der Bundestrainer. Natürlich darf der sich nicht öffentlich gegen die eigenen Landsmänner stellen, sonst ist er seinen Job los! Das gehört zu seinem Job, seine eigenen Reiter zu unterstützen, ob er das will oder nicht.
Als Anwalt muss man auch voll hinter seinen Mandanten stehen, ob man sie nun mag oder nicht.
Als Arzt muss man seine Patienten auch bestmöglichst behandeln,a uch wenn man vielleicht der Meinung ist, xy sei selbst schuld, dass er besoffen gegen einen Baum gefahren ist.
Ich finde, für seine Position hat er schon eine ganze menge durchblicken lassen.
ich denke auch, wären Piccolino und Bonaparte halbwegs in Normalform gewesen, er hätte Weltall nicht mitgenommen!
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Eine etwas andere Sichtweise:
Undogmatische Gedanken zum scheinbaren Widerspruch zwischen der aktuellen internationalen Reitweise und ihrer Methoden und der klassischen richtlinienorientierten Ausbildung von Pferden.
Die internationale Reitsportszene scheint in allen Funktionen gespalten zu sein. Betroffen sind die Reiter, Trainer, Richter, Funktionäre und, ganz wesentlich, das Publikum.
Offensichtlich tief frustriert vom chronischen Erfolg einer Seite, begann man auf breiter Front zu überlegen, wie diese Situation dauerhaft zu ändern sei. Mit besserem Reiten und besseren Pferden konnte man zwar den einen oder anderen Erfolg erreichen. Wirklich in Frage stellen konnte man die Überlegenheit der anderen Seite aber nicht.
Da eine verbesserte Prüfungsleistung nicht reichte, dieser Input alleine nicht genügend brachte, bewirkte man eine Änderung der Regeln (z. B. Abschaffung der Schaukel, Aufwertung von Piaffe und Passage) und erzeugte in den zuständigen Gremien die Entscheidungen, von denen man im Viereck zu profitieren hoffte. Dass dabei die Richter nicht außen vorbleiben konnten, ist klar. Über die Art und Weise, die Richter dazu zu bewegen, nunmehr Darbietungen nicht nur zu akzeptieren, die man zuvor wenigstens kritisiert hätte, sondern sogar gut zu finden und unter Aufgabe der richterlichen Unbefangenheit („Danke, Anky!"
direkt zur Akklamation überzugehen, kann nur spekuliert werden.
Wer nun die nationale Brille aufsetzt, irrt. Es geht eben nicht um Nation A gegen Nation B. Der nationale Zusammenhang ist Schnee von gestern. Die Globalisierung hat den Reitsport endgültig erreicht und begonnen, ihn grundlegend zu verändern. Der Streit um die Reitweisen ist nur vordergründig und für die Galerie von Interesse, für die er wohl auch inszeniert wird.
In Wirklichkeit geht es um die Konkurrenz verschiedener Geschäftsmodelle, um die Vormachtstellung in den Märkten. Wenn mein Produkt dauernd nur zweiter Sieger ist, bekommt es schnell das Image der Zweitklassigkeit. Aber welcher Kunde kauft bewusst und freiwillig fraglich mindere Ware? Eben, keiner, jedenfalls solange nicht, als eine Alternative besteht.
Das zweite Geschäftsmodell musste also die so genannte USP (unique selling propostion = einzigartiges Verkaufsversprechen) für sich besetzen, was nur über den internationalen Erfolg und die Beeinflussung der Gremien gelingen konnte. Dabei hat es einen wichtigen Vorteil für die meisten Kunden. Es geht ja nicht um die gymnastizierende Ausbildung und Entwicklung der Möglichkeiten des Pferdes, die zugegebenermaßen nicht einfach zu verstehen sind und in der Praxis viel verlangen, also entsprechend unattraktiv sind und von vielen deswegen nur als Lippenbekenntnis benutzt werden. Die mechanistische Abrichterei als Reitmodell ist viel attraktiver. Das kann der letzte Tölpel, der im richtigen Reiten bisher nur dilettierte. Im Zweifel kann er sich entsprechende Apparate kaufen. Insoweit bin ich gespannt, wann ein Cleverle mit einer aktualisierten Variante des Spanischen Reiters nebst zugehörigem Theoriekonvulut auf den Markt kommt und richtig Kohle macht.
Die führende Nation ist in den Gremien nicht in dem Maße repräsentiert, wie es ihrer tatsächlichen Bedeutung entspricht. Kein Wunder: Internationale Verbände werden durch die angeschlossenen Nationen konstituiert und sind eine Proporz- und Kompromissveranstaltung. Kompetenz und Können sind im Zweifel eher hinderlich, besonders dann, wenn nicht alle daran teilhaben.
Was lag also näher, als auf diesem Weg die Vorherrschaft zurückzudrängen, und dem zweiten Geschäftsmodell nach vorne zu verhelfen? Nichts!
Wenn sich die Wogen nach Aachen geglättet haben werden, wird man zum Tagesgeschäft übergehen und ermitteln, wo man im Markt steht und wie hoch die eigenen Anteile sind.
Die romantische Debatte über die Reitweisen und darüber, ob das eventuell Tierquälerei sein könnte, wird verstummen. Wieder wird ein Tabu beseitigt sein. Von nun an ist alles richtig und vertretbar, was schön aussieht, in wessen Augen auch immer, erfolgreich ist und vor allen Dingen Umsatz bringt. Ab sofort kann sich jeder, wie schon an der Basis, seine eigene Reitlehre zimmern. Je erfolgreicher er ist, umso unangreifbarer wird er sein.
Auf der Strecke bleiben die Pferde und die Menschen, denen es tatsächlich um reiterliche Grundsätze und um das Wohl der Pferde geht. Diese Horsepeople werden in den so genannten Expertenkreisen längst als mentales Auslaufmodell verspottet und lediglich im Zusammenhang mit Festveranstaltungen und Laudationes benötigt, wenn überhaupt.
Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er sich dazu stellen will. Für den Sportsektor befürchte ich, dass sich die meisten zulasten der Pferde für den zweiten Weg entschieden haben.
BG
GusStein
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@ gusStein
was soll man zu Deinem großartigem Artikel sagen.......
Am Besten gar nichts erst mal, er bringt es einfach auf den Punkt und ich bin irgendwie wahnsinnig berührt, daß ein wildfremder Mensch meine Gedankengänge und Meinung so phantastisch formuliert zu Papier bringen kann (kann ich leider nicht so). Ich bin einfach nur beeindruckt.
Ich werde deinen Artikel jetzt erst mal ausdrucken (dieses analytische Denken, toll) und immer wieder durchlesen, er geht einfach runter wie Öl.
Nur kurz dazu noch, daß ich mit Wonne ein mentales Auslaufmodell, sprich horsepeople, bin und bleiben werde. Und da ich schon immer das gemacht habe was ich will, komme ich mir auch nicht verspottet oder sonst was vor. Das geht in Ordnung so.
LG Elvis
PS. Ich seh mich schon in die USA jetten, um dort große Dressurturniere zu besuchen, da ich ein großer Fan von Balkenhol, und dieser Art zu reiten, bin. Die US-Dressurmanschaft praktiziert eine tolle Art der Dressurreiterei. Günther Seidel ist z.B. eines meiner großen Vorbilder. (Nebenbei, beeindruckend sein nichtfrustierter Gesichtsausdruck!
Schön....
Ebenso Carola Koppelmann
Einen traumhaften , schönen Sommertag auch noch!!!!
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ich erinnere mich jedenfalls noch sehr plastisch an Goldstern, obwohl ich zu seinen Glanzzeiten ja echt noch klein war (so 10-12)
man, selten so ein miesgelauntes Pferd gesehen, im Stall hat der ja nach allem getreten und gebissen und auf dem Platz war der auch nicht ohne...
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Das, was ich auf Barockturnieren bei uns seh, sind Reiter und Pferde, die Freude an ihrer Sache haben, korrektes Reiten, saubere Piaffen und Passagen, KADENZ in der Versammlung. Gut, der starke Trab eines Warmbluts fehlt dann vielleicht...
Dafür darf ich auch in schöner selbstgewählter geschmackvoller Reitkleidung reiten, und muss nicht diesen einfallslosen Pinguin-Lock nehmen.
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