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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Maissilage bei Pferden?



KSebastian008@aol.com
05.12.2002, 22:30
moin. Wir haben in diesem Jahr zum ersten mal Mais für unsere Pferde angebaut und wollen in den nächsten Tagen mit der Fütterung beginnen,wie sind Eure Erfahrungen???
Wie lange sollte man den die Silomiete zu lassen,sind 8 Wochen genug ???
MfG Sebastian http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/thumbs-up.gif

harry
06.12.2002, 13:34
Also ich halte nicht viel von Mais-zufutterung. Ein pferd is kein kuh. Es ist zu eiweissreich und am sonsten wenig futterwert. So, einmal in die 2 wochen ein bischen mais schadet nicht viel, am sonsten wohl.

06.12.2002, 18:19
hallo!

also mein pferd steht (seit einem jahr) in einem stall, wo 3x am tag die kombination mais/hafer gefüttert wird (dazu noch heu) und die (zum größten teil erfolgreiche sport-) pferde haben sich noch nie beschwert!

ronja http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/xmas.gif

donnerdinero
06.12.2002, 19:31
Quote from KSebastian008@aol.com, posted on Dez. 05 2002,21:30
<div id="QUOTE"></div>

hallo&#33;&#33;&#33; mais und hafer zu mischen ist schon ok,,,,aber maissilage hab ich noch nicht geshen,,aber hier was dazu&#33;&#33;ein grosser vorteil der maissilage ist in ihrer nährstoffzusammensetzung&#33;&#33;sie ist eweisarm,und nergiereich(stärkereich), durch ihren einsatz kann der in vielen rationen bestehende übersschuss an eiweis abgedeckt werden und der energiebedarf voll ab gedeckt werden&#33;10-15kg maissilage können 2-3kg heu und 0,5 bis 1,5kg hafer ersetzen&#33;&#33;beim einsatz der silage ist auf eine ausreichendde mineralstoff und vitaminversorgung zu achten, da der mais hiervon nur spuren beinhaltet&#33;&#33;vile betrieb lobeb den guten futterzustand und das glänzende fell&#33;&#33;unbedingt drauf achten das die umstellung nicht zu rasch geschieht,,am besten ca 14 ta´ge minimum&#33;&#33;&#33;



gruss nadine

Kareen
07.12.2002, 22:39
Zur Zusammensetzung: 1 kg Maissilage in Teigreife enthält im Schnitt 270 g Trockensubstanz, 58 g Rohfaser (ziemlich wenig im Vergleich zu Heu), 3,1 Megajoule verdauliche Energie (weniger als Stroh&#33;), 16 g verdauliches Rohprotein (zur Erhaltung benötigt ein 600 kg-Pferd 365 g pro Tag), 0,9 g Calcium (also mehr als reines Getreide, aber immer noch viel weniger als Heu/Gras), 0,7 g Phosphor, 0,1 g Natrium (wenig), und 6 mg Carotin (für eine Konserve ziemlich viel, aber viel weniger als Gras/frisches Heu).
Für Silage aus vollreifem Mais sind die Werte 320 g TS, 78 g Rfa, 3,4 MJ/DE, 15 g vRp, 1,0 g Ca, 0,8g P, 0,1 g Na, 6 mg Carotin.

Die tierärztliche Standardauffassung bezüglich Silage im Allgemeinen geht wohl dahin, dass Silage an sich nicht schädlich ist, dass es aber oftmals an der geforderten Qualität hapert, auf die Pferde nun mal erheblich empfindlicher (Fehlgährungen, Pilztoxikosen etc.) reagieren als Wiederkäuer.
Der Trockensubstanzgehalt sollte der Verträglichkeit und Haltbarkeit zuliebe 25% nicht unterschreiten. Die Häckselung sollte grob (über 5 cm) sein, was sich nicht gut mit der Herstellungs von Silage verträgt, die ja möglichst gut durch Bakterien aufgeschlossen werden soll -&gt; erfordert relativ feine Zerkleinerung, damit die kleinen Biester auch überall hinkommen). Schimmel ist natürlich Mist (im wahrsten Sinne des Wortes). Die Anschnittsflächen des Silos sollten möglichst klein sein (wegen Verderb an der frischen Luft, und die Silage möglichst sofort nach der Entnahme verfüttert werden (gleicher Grund, es kann sonst zu alkoholischer oder essigsaurer Nachgärung kommen die - wer will schon ein beschwipstes Pferd - natürlich unerwünscht ist :)
Ich finde Maissilage für Pferde nicht so toll. Zum einen wegen des engen Calcium/Phosphor-Verhältnisses, das besonders für Jungpferde hinderlich ist. Dort sollte es nämlich nicht unter 1,5 liegen. Bei der Maissilage liegt es nahezu bei 1 (-&gt; relativer Ca-Mangel). Gleichzeitig gefällt mir der hohe Stärke-Anteil nicht. Stärke ist ein leichtverdauliches (also auch schnellverdauliches) Polysaccharid (auf deutsch Mehrfachzucker). Dieses führt ähnlich Schokolade beim Menschen ziemlich kurz nach der Fütterung zu einem schnellen Anstieg und nach reaktiver Insulin-Ausschüttung wieder Absenkung des Blutzuckerspiegels (sogenannte Peakbildung in der Analyse). Letzterer (Peak, also Spitze) wird neueren Untersuchungen zufolge für das Auftreten sowohl von Rehe (im Gegensatz zu der früheren Annahme vom zu hohen Eiweißspiegel als Auslöser) als auch OCD verantwortlich gemacht. Ich bin also bemüht, diese &#39;Zuckerspitzen&#39; bei der Fütterung der Jungpferde zu vermeiden (Ponys hab&#39; ich grade keine). Ergo gibt&#39;s bei mir Maissilage nur noch für die Rinder. Die Pferde kriegen über Winter Anwelksilage und Heu plus Mineralfutter, Karotten und nötigenfalls Hafer dazu.
Hoffe mein Ausflug in die Futteranalyse hilft Dir weiter :)
Akute gesundheitliche Konsequenzen sind wohl nicht zu befürchten, und bei ausgewachsenen Pferden würde ich Maissilage auch nicht komplett verteufeln, vorausgesetzt, sie ist von guter Qualität und die Gesamtrationsgestaltung haut einigermaßen hin.
Grundsätzlich denke ich, dass es wichtig ist, auf vielseitige Fütterung zu achten. Wenn dann in einem Rationsteil ein Defizit da ist, wird es sehr wahrscheinlich durch einen anderen Teil wieder kompensiert. Zumindest kommt es zu keiner gravierenden Unterversorgung. Es macht auf jeden Fall Sinn, seine Futtermittel genau unter die Lupe zu nehmen. Futtermittel-Analysen sind zwar recht kostspielig, können sich aber langfristig rechnen, vor allem beim Grundfutter, von dem unsere Pferde ja erhebliche Mengen aufnehmen. Darum haben Fehler im Grundfutter auch oftmals wirkliche Auswirkungen auf die Ernährungslage (Energiedefizit, Eiweißüberschuß, Vitamin- und Mineralstoff-Unterversorgung etc.)