Genomische Selektion

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  • Kareen
    PREMIUM-Mitglied
    • 06.01.2001
    • 7470

    #41
    Also die zitierte Studie aus Belgien führt ja eher den Beweis, dass die Selektion auf OCD nicht zu einer Abnahme der Inzidenz geführt hat. Im Gegenteil, es gab in den letzten Jahren mehr OCD, als vor 20 Jahren.
    Es darf spekuliert werden, woran das liegt.
    Meine Hypothese ist, dass es die absolut fehlende Selektion auf irgendeine Art von Leistung ist, weil sich mehr oder weniger jeder Nichtperformer heute ungehemmt vervielfältigen darf, solange irgend ein Verband ihm vorher einen Körstempel verpasst und er ohne hinzufallen durch die sog. Sporttests kommt.
    Und da mit den Körurteilen aus Vermarktungsgründen auch inflationär umgegangen wird, findet schlicht kaum noch nennenswerte züchterische Selektion statt. Dass die Härte da nur nachlassen kann, sollte eigentlich auch ohne umfangreiche Studiendaten auf der Hand liegen.
    Dann nimmt man noch die sich ausbreitende Unfähigkeit und/oder fehlende Bereitschaft, Pferde nachhaltig auszubilden dazu und eine Prise Vorliebe für frühreife Pferde, die am besten auch noch zu jeder Zeit aussehen sollen, wie direkt aus dem "Bullenkatalog", damit sie zu jeder Zeit marktfähig sind, und schon hat man den Salat. Die niedrigsten OCD-Raten haben meiner Erfahrung nach oft die größten Bagaluttenzüchter, die sich um alle modernen Erkenntnisse und Empfehlungen mal genau gar nicht scheren und die alteingesessene Meinung vertreten, Jungpferde müssten sich eher großhungern. Das wird die Futtermittelindustrie und die Fraktion "ich gebe alles und am besten ganz viel davon" nicht gern hören, aber es ist so. Meine paar Verwahrlosten, die ich über die Jahre so rehabilitiert habe, hatten komischerweise auch alle top Röntgenbilder, obwohl definitiv als Jungpferde alles andere als optimal aufgezogen. Zu viel Gewicht auf den wachsenden Knochen und zu schnelles Wachstum sind ganz sicherlich Faktoren, die man bei der OCD-Thematik nicht außer Acht lassen darf.

    Ob nun genomische oder konventionelle Selektion: Solange auf alle Möglichen Äußerlichkeiten selektiert wird, aber nicht auf Gesundheit und Resilienz, darf man sich nicht wundern, wenn es mit beidem steil bergab geht.

    Kommentar

    • Ramzes
      • 15.03.2006
      • 14638

      #42
      Kareen , das hat aber lange gedauert .
      Ja , das schrieb ich ja korrekterweise , in etwa zitiwrt aus dem " result , discussion " der OCD - Langzeituntersuchung .
      Bestimmt hast Du auch den Hinweis der Untersuchenden gelesen , dass Umweltbedingungen wie Aufzucht , Bewegung , Fütterung mit Defiziten diesen Effekt OCD - Monitoring überkompensieren .
      Dir ist aber sicherlich klar , dass BWP insgesamt strenger
      selektiert , um da mal bei der untersuchten Population zu bleiben .
      Grosshungern ....Mästen ..., bezeichnen wir ähnlich wie die Autoren doch das Ganze als ausgewogen füttern .

      Ich nehme an , weder Deine eigenen , noch die Aufzuchtkandidaten der Kundschaft wurden eben weder grossgehungert noch gemästet . So wie es durchaus auch andere praktizieren , ausgewogen .

      Also wozu die Polemik .

      Einen sehr grossen Einfluss hat regelmässige , nachhaltige Bewegung . Nicht im " Vorgarten " , sondern mit der Möglichkeit auch mal eine Strecke von 100m plus zu gallopieren .

      Kommentar

      • Ramzes
        • 15.03.2006
        • 14638

        #43
        Genomische Selektion auf OCD ist so einfach nicht umsetzbar .
        Zum einem gibt es unterschiedliche Befunde an unterschiedlichen Gelenken u.a.
        Zum anderen benötigt man evaluiert belastbare , aussagekräftige Marker ., multigenetischer Ursache (excl.
        Umweltfaktoren als evtl. separater Bewertungsblock )

        Zum anderen hat es früher keine vergleichenden Studien gegeben mangels Röntgen .Der Handschlag hat den Pferdehandel besiegelt . Lahme Kandidaten aus welchem
        Grund auch immer gingen früher je nach Einstellung des Besitzers zu Rekonvaleszenz u.a. in die Wurst .

        Die Röntgentechnologie hat sich ja nun gewaltig entwickelt . 50 j. Befunde / Nichtbefunde dürften dann mit heutiger Standardmethode so auch nicht vergleichbar sein .

        Die weiteren sensibleren Diagnostikverfahren kommen heutzutage ja noch dazu , bzw. Erforschung Aussagefähigkeit .
        Low-field MRI helps researchers describe the range of abnormalities present in the sagittal groove of the proximal phalanx in sport horses.


        Investigation of the potential of an acoustic AI system for use in bridge monitoring at bridge expansion joints.

        Acoustic Emission , Technologie , um auch Mictofissuren in Pferdeknochen , insbes. Gliedmassen , frühzeitig feststellen zu können ....

        Kommentar

        • Ramzes
          • 15.03.2006
          • 14638

          #44


          Zu alledem gibt es immer mal wieder neue Erkenntnisse mit neuen Fragen zum Knochenstoffwechsel .
          Osteozyten , Kanalsystem Flow als Sensoren für Belastungsumbau ....

          Kommentar

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