Schulpferdrente

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  • Neuzüchter
    • 09.04.2003
    • 2149

    Schulpferdrente

    jaja die sind total fir und wollen geritten werden ....

    Schulpferde mit 20 - 21- 22 Jahren die von Kindern durch die Bahn gequetscht werden?

    Natürlich ist es subjektiv und individuell wann ein Pferd beim Reiten zusetzt, aber das ist es letztlich bei Rennpferden auch, trotzdem hat man sich dort Regeln gegeben.

    Das Ponys im Schulbetrieb sterben passiert wirklich. In der Bahn ist es wohl selten und auch in großen Sport schon jungen Pferde passiert. Wenn ein 14 jähriges Kind aber in zwei Reitställen schon drei Ponys erlebt hat , die in der einen Woche noch mitgehen müssen und in der nächsten Woche tot quittiert sind und Schulies um 20j. als normal gelten ..... die Sozialisierung die mit dem Umgang mit Tieren assoziiert wird, kann ich nicht erkennen
    Auch Freizeitpferde sin Profis!
  • Nickelo
    • 16.07.2024
    • 85

    #2
    Wirklich schlimm! Und sicher nicht so selten, wie es zu wünschen wäre. Jeder weiß das. Nicht umsonst steht unter so vielen Verkaufsanzeigen „nicht an Händler und Reitschulen“.
    Ein anderes Bild über Reitschulen steht dann hinter dem folgenden Artikel, dem Editorial der Reiterjournal 7\2026? Dabei stehen die dort genannten erfolgreichen Reiterinnen für mich nicht für die typischen Reitschülerinnen. Natürlich zeigen sie, dass man mit Fleiß, Talent und Hingabe zum Erfolg kommen kann, aber dahinter steht ein eigenes Pferd. Im Fall von F.S. Lucas betreiben die Eltern einen Pensionspferdebetrieb. Sehr schade, dass so selten gelungene Reitschulkonzepte gezeigt werden.
    In dem Vortrag aus letzter Woche, „Brauchen wir Pferde“, werden (sehr) alte Pferde explizit als Partner für Bodenarbeit und Spaziergänge gesehen.
    Es verschleiert immer noch viel an der Realität, dass „man über Geld nicht spricht“, oder zumindest nur hinter vorgehaltener Hand. Reitstunden und der Unterhalt von turnierfähigen Pferden kostet jede Menge und wird nur selten von Reitschülern bzw. deren Eltern bezahlt.
    Leider ließ sich gerade nichts verlinken.
    Ds Editorial lässt sich unter Reitturniere.de nachlesen (24.6.26). Zu den Kosten von Reitstunden bzw. eines Reitbetriebes finde ich die FacebookSeite der Reitschule SL (Neumarkt bei Nürnberg) erfrischend ehrlich. Zum Thema z.b. den Post vom 11.6.26.

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    • juno
      • 26.06.2011
      • 725

      #3
      in unserem Verein sind Schulpferde da, die schon über 10 Jahre dort im Betrieb mitgehen. Die tun mmir so leid. Für einen Wallach hat meine Freundin schon ein Kaufangebot abgegeben, sie hat einen eigenen kleinen Hof mit privater Pefrdehaltung und Weide. Aber der Verein will ihn noch nicht abgeben. Weil auch der Markt für zuverlässige, brave Schulpferde so gering ist, müssen die Alten, Eingearbeiteten so lange "durchhalten" wie es nur geht.

      Kommentar

      • MissCatania
        • 31.05.2025
        • 2

        #4
        Sehr schade, dass Schulbetrieb auch hier immer komplett negativ gesehen wird. Nicht jeder Schulbetrieb behandelt seine Pferde schlecht, nicht in jedem Schulbetrieb gibt es Massenabfertigung und nicht jedes ältere Pferd sollte grundsätzlich nicht mehr geritten werden. Da sollte man vielleicht mal ein bisschen differenzieren und nicht alles über einen Kamm scheren.
        Einpaar Beispiele:
        22j Pony, über 10j im Betrieb, seit mehreren Jahren nur noch bedingt reitbar (Arthrose) 1-2x pro Woche Schritt/Trab mit leichten Kindern. Wir haben uns dazu entschlossen dieses Pony, was hier allen sehr am Herzen liegt und schon so lange da ist, nicht einfach abzuschieben, sondern es in seiner gewohnten Umgebung und festen Gruppe zu belassen. Das Pony wird fast täglich von den Kindern umsorgt, gelegentlich ein bisschen geritten und die Kinder haben ein Pony um Führtraining, Ponyspiele zu machen oder einfach nur Auftrensen zu üben. Nein, wirtschaftlich ist das ganz und gar nicht, aber ich finde es auch nicht richtig, ein Pony was so viele Jahre treue Dienste geleistet hat, einfach abzuschieben. Sehr häufig lese ich Anzeigen wo langjährige Sport/Freizeitpartner als Beisteller verkauft werden sollen, an Endplatz selbstverständlich. Sportlich nicht mehr "nutzbar" und dann muss das Pferd für ein jüngeres Platz machen, DAS finde ich unfair dem Partner Pferd gegenüber...

        22j Oldenburgerstute, war viele Jahre in der Zucht, hat einpaar körperliche "Wehwehchen" (ein Bein hat nach einer Thrombose einen kaputten Lymphabfluss, Senkrücken). Ich bin stolz darauf, dass wir dieses Pferd durch konsequentes Training (in jeder Unterrichtseinheit wird besonders darauf geachtet, das Pferd gut über den Rücken zu arbeiten, geschmeidig zu sitzen/nicht zu stören, etc) und regelmäßige Bewegung (aber natürlich keine Überlastung) so gut in Schuss haben. Es wird hier IMMER für deutlich jünger gehalten, besonders da sie viel Go hat und super fein zu reiten ist. Warum um alles in der Welt, sollte man dieses Pferd nicht mehr reiten? Die körperlichen Baustellen wären sicherlich deutlich schlechter ohne Training und ohne Bewegung (schon nach zwei Stehtagen ist das Bein wesentlich geschwollener). Es gibt drumherum so viele Pferde, die zB mit 10j unreitbar sind, mit 14j deutlich älter wirken und unfitter laufen, etc. Da kann man auf diese ältere, fitte Stute doch stolz sein...

        Generell finde ich diese Haltung gegenüber Schulbetrieben schwierig. Der Reitsport hat sowieso ein Nachwuchsproblem, wo und wie sollen Interessierte denn reinschnuppern können? Reitsport ist so extrem teuer geworden, wenn jeder der sich kein eigenes Pferd leisten kann, direkt wegfällt, bleiben noch weniger Reiter übrig... (ich weiß, es gibt auch Reitbeteiligungen: Aber gibt es so viele, dass jeder Schulbetriebsreiter unter kommt? Und wer gibt sein Pferd einem kompletten Anfänger?)
        Nachteilig für die Pferde im Schulbetrieb ist sicherlich, dass sich unerfahrene Reiter ausprobieren, aber macht jeder andere Reiter immer alles richtig? Dafür sehe ich es als großen Vorteil der Schulpferde, dass sie immer unter Kontrolle geritten werden. Wenn etwas entgegen dem Pferdewohl läuft, ist es Aufgabe/Pflicht der Reitlehrer dieses in die richtigen Bahnen zu lenken (zB zurück an die Longe, Sitzschulung, etc.) oder im Zweifel eine Stunde auch mal zu beenden wenn es fürs Pferd gerade nicht mehr tragbar ist.

        Kommentar


        • Neuzüchter
          Neuzüchter kommentierte
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          "bedingt reitbar"? und das als Schulpferd - ernsthaft?

        • MissCatania
          MissCatania kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Ja, bedingt reitbar und ich habe es ja oben auch konkretisiert: Mit einem "Pensum" von 1/2x wöchentlich 30min Reiten mit leichten Kindern ist das Pony lahmfrei. Wo genau ist jetzt das Problem? Ich sehe da jetzt auch keinen Unterschied zu Bodenarbeit oder Spazierengehen, aber das wäre wahrscheinlich in Ordnung...

        • Ramzes
          Ramzes kommentierte
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          ...sie schreibt bedingt reitbar 1 - 2 mal pro Woche Schritt , Trab .
          Sprich eingeschränkt , angepasst .
          Bedingt reitbar in meiner Erinnerung mit bis 25 J. war eine kleine , bis ans Lebensende knapp 30 recht fitte , muntere Trakehner Rappstute , passend " Omi " genannt .
          Die ging damals 1 mal am Tag Anfängerstunde Kinder und hatte ab und an Spass an Galopp . Von 25 - 30 war sie Buddy für die Führzügelkinder und Anfänger- Putzmädels. Sie ist tatsächlich " eingeschlafen ".
          Der Schweif wurde abgeschnitten und an die Fanmädels zur Erinnerung aufgeteilt , die sich Bändchen geflochten haben .
          Der eine Braune , xx aus PL , wurde an Schülerin verkauft . Henk , der schwerere Holländerfuchs wurde umgeschult zum Einspänner Spazierenfahren .
          Tragisch war für einen Wallach Verkehrsunfall und ein anderer bekam plötzlich Ataxie mit 19 und kam auf der Weide nicht mehr hoch . Einmal noch mit Frontlader aufgestellt , ...beim nächsten Mal kam der Notschlachter , damals ...Pferdepass mit Schlachtpferdestatus war noch nicht erfunden .
          Freiwillige vor zum Saubermachen !
      • Nickelo
        • 16.07.2024
        • 85

        #5
        Wieder einmal ein Artikel, der den Wert der Ausbildung in den Mittelpunkt rückt, um die Krise des Reitsports anzugehen. Und wohl auch keine Überraschung, dass Ausbildung von Pferd und Reiter noch teurer wird.
        Die Kluft zwischen Sport- und Freizeitreitern öffnet sich immer weiter. Und der Reitsport steckt in einer tiefen Imagekrise. Welche Reformen und Ideen bieten Perspektiven für die Zukunft? Wir sprechen mit Persönlichkeiten, die Brücken bauen und fürs Pferdewohl einstehen.

        Kommentar

        • juno
          • 26.06.2011
          • 725

          #6
          mein Wallach, der schöne Fliegenschimmel, ein polnischer Anglo-Araber) war ja auch 3 Jahre im Schulbetrieb in unserem Verein. Er hat dort sehr gelitten, weil er einfach psychisch nicht in der Lage war, mit ständig "fremden" Reitschülern, Kindern, Erwachsenen, Anfängern, dicken, dünnen Menschen, klarzukommen.Und das geht bei vielen Pferden so. Die psychische Belasbarkeit wird oft unterschätzt. In meinem jetzigen Stall stehen 3 ex-Schulpferde aus diesem Verein, die alle gut ausgebildet waren, ordentliche Abstammungen hatten und eigentlich für jeden Schulbetrieb ein Gewinn gewesen wären. Aber bei denen spielte die Psyche nicht mit. Alle Pferde entwickelten im Schulbetrieb teils massive Verhaltensstörungen, die zum Teil nioh heute in Stressituationen wieder hochkochen. Auch bei meinem Wallach hatees drei (!!!) Jahre gebraucht, mich ich ihn anfassen konnte, ohne das er versucht hat, zu beißen. Und beim Auftrensen hat es noch länger gedauert, fast 10 Jahre, bis man ihn ohne Gegenwehr und 3 Mann festhalten auftrensen konnte, ohne einen Angriff auf die menschliche, körperliche Uversehrtheit zu fürchten. Ich kenne Pferde, die haben Jahre gebraucht, um sich von den psychischen Belastungen eines Reitschulbetriebs zu erholen. Zum Glück ist bei meine Verein der alte Vorstand weg und neue, jüngere Vorstände sind mehr am Schulpferdewohl interessiert und steuern da dann auch früher gegen, wenn erkannt wird, daß ein Schulpferd den psychischen Anforderungen nicht gewachsen ist.

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