Der bewegungslose Reitunterricht - oder "Betreutes stehen"

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  • Sabine2005
    • 17.06.2005
    • 7761

    Der bewegungslose Reitunterricht - oder "Betreutes stehen"

    Der bewegungslose Reitunterricht
    Gibt`s nicht? – oh doch

    Seit einiger Zeit beobachte ich den neuen Trend (?) des bewegungslosen Reitunterrichts.

    Nun, wie muss man sich das vorstellen:

    Das läßt sich ganz kurz beschreiben.

    Der Reiter sitzt zwar die ganze Zeit auf seinem Pferd, aber mehr als ins Viereck reinreiten und rausreiten gibt es hier nicht an aktiver Bewegung.

    Der ganze Reitunterricht findet dann mehr im Zirkel stehend statt (damit zumindest die restlichen Reiter noch reiten können) mit endlosen Erklärungen des Reitlehrers.

    Das kann über Monate so gehen…

    Nun, wer ist hier das Reitklientel?

    Pferd: Meist sehr stark übergewichtig und kaum in die Gänge zu bringen.

    Reiterin: Eher so der Typ, der konditionell nach 5 Min schlapp macht und Luft schnappen muss.

    Der Reitlehrertyp (m/w/d). Eher Typ Catweasel (falls den noch jemand kennt). Ob die Person überhaupt mal selber auf einem Pferd gesessen hat, bzw. selber zumindest auf E Niveau reiten kann…. Kann ich nicht beantworten. Aber gut, immerhin kann diese Person bewegungslosen Reitunterricht in epischer Länge lehren.

    Entwicklung nach 6 Monaten:

    Reel gesehen – KEINE (meine Meinung).

    Aber Irgendwie ist dieses Klientel damit glücklich… oder zumindest suboptimal beschäftigt.

    Welche Kuriositäten beobachtet Ihr aktuell so?


  • Mondnacht
    • 01.12.2009
    • 2459

    #2
    Das gibt es bei uns auch! Es wird dann ganz viel gelobt und ständig wird der Reiter wieder in die Mitte des Zirkels gerufen, um noch mal eine genaue Erkärung zu bekommen. Bei uns ist dann aber wenigstens auch Schritt Reiten dabei! Dauer ca. 15/20 Minunten! Die Reitschülerin steigt immer ganz glücklich vom Pferd. Vielleicht verstehen wir das falsch und es handelt sich eigentlich um eine Therapiestunde mit Pferd?

    Kommentar


    • Elfi
      Elfi kommentierte
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      Also mir fällt da spontan eine "Reiterin" ein, für die, bzw. eigentlich für das Pferd, wäre Herumstehen eigentlich ein Segen, da belästigt sie wenigstens das Pferd untendrunter nicht. Das ist aber genau so ein Problem wie auch untenstehend beschrieben, das Herumgestehe ist ja ganz okay um etwas erklärt zu bekommen, leider scheitert es dann in Folge einfach an der aktiven Übung und das schon allein deshalb (stelle ich zumindest krass vermehrt fest) weil diese Schüler einfach sich nicht mehr anstrengen wollen. Die haben keine Körperspannung, keine Kondition, kein bisschen Kraft (den Zügel sollte man zumindest festhalten können wenn das Hoppa sich am Bein kratzen will) und NULL Ehrgeiz/Willen. Wenn die auch nur warm werden unter den Achseln, dann sind die maximal durch den Wind. Und so kanns halt nicht funktionieren, es ist halt ReitSPORT und meiner Meinung nach kommt Qualtität halt von Qual (des Reiters, nicht des Pferdes!). Die Wenigsten sind so talentiert, dass sie sich nur draufsetzen und es läuft super, die Anderen müssen sich das eben erarbeiten und das geht einfach nur mit körperlicher Anstrengung. Dazu kommt noch die Konzentration, ich kann manchmal gar nicht sagen warum mir der Schweiß von der Nase tropt, ist es die Körperspannung oder die Konzentration? Für mich ist das selbstverständlich, dass ich ALLES an diesem Tag, in dieser Unterrichtseinheit für mich körperlich und mental mögliche aufbiete um aus der Unterrichtseinheit ein Maximum an Trainings-/Lernerfolg mitzunehmen. Allein schon wegen den teilweise horrenden Preisen die hier aufgerufen werden. Bin mal bei einem Kadertrainer geritten, es war warm und ich war nach 20 Minuten fix und alle und hatte den Gedanken "wann hört das hier endlich auf?". Hab dann ans Geld gedacht und die letzten 10 Minuten auch noch gut durchgezogen. War super, der Unterricht. Aber das ist halt anscheinend bei den Meisten anderen Reitern nicht mehr gefragt..... Vielleicht liegt es auch daran, dass diese Rumsteher eher Freizeitreiter sind und kein klares "Turnierziel" vor Augen haben? Die machen halt dann eher langsam und in Ruhe im Stehen...
  • Nickelo
    • 16.07.2024
    • 94

    #3
    Ihr seid nicht allein. Beide Formen gibt es hier auch. Es ist „Glücks-Zeit mit dem Pferd“. Als Reitunterricht würde ich es gar nicht mehr bezeichnen, da es kein Ziel gibt, das mit reiterlicher Technik zu tun hat. Wichtiger ist es, Verständnis für das Tier zu vermitteln.

    Für die Pferdewirtschaft ist dieses Phänomen ein Segen. Die Pferdefreunde haben und brauchen in der Regel ein eigenes Pferd, das Pferd ihres Vertrauens. Alle anderen sind entweder zu schnell ( „da weht einem ja der Winde um die Nase“) oder zu wild („die geht beim Führen so schnell, die kann ich nicht von der Koppel holen“).
    Für die Pferde selbst öffnet sich dort ihr Tor ins Paradies. Alle diese Pferde werden liebgehabt. Fressen bester Qualität wird geliefert. Wenns wo zwickt, kommt der Osteopath oder eine Auszeit in der Wassergymnastik (scheint mir der neueste Trend). Man weiß schließlich, was man dem Herzenspferd schuldig ist. Schließlich holt es einen einmal täglich aus der Isolation (Wohnung) oder gibt einem eine ruhige Auszeit von der stressigen Arbeit. Herzerwärmend ist auch das Gefühl, gebraucht zu werden (Ausmisten, Fliegenspray …. „Schau wie sie schaut, so schaut sie nur bei mir“) und das Gefühl, die Monotonie des Alltags hinter sich lassen zu können und etwas Neues, „Abenteuerliches“, zu lernen, nämlich wie weich die Nase ist oder wie sich 600kg im Normalmodus dirigieren lassen. Und wer glaubt denn noch, dass Pferde Lauftiere sind? Sie sind längst Couch-Potatoes.

    Reitlehrer sind übrigens nicht die einzigen, die ihre Rolle im Wandel sehen. Ein befreundeter Fahrlehrer erzählte letztens, dass er seine erste Schulungsstunde seit einiger Zeit schon mit der Frage beginnt, ob der Fahrschüler Radfahren könne. Diejenigen, die noch nie auf einem Rad gesessen sind, kosten ihn die letzten Nerven. Wollen sie gar Motorrad fahren lernen, lehnt er ab, bis sie ihm eine Schlangenlinie auf dem Fahrrad vorfahren können.

    Kommentar

    • Flix
      • 31.01.2011
      • 28

      #4
      Och… ist das nun “Früher war alles besser” die Drölfzigste??
      In den 60ern gab’s für betuchte aber unbegabte Herrschaften wenigstens ein Sektchen für die Damen und Schnaps für die Herren.

      Ich feiere den Trend in dem der Reiter körperlich genauso gedrillt und perfekt sein muss, wie das Pferd. Sprich bewusst ernährt, Krafttraining, Ausdauer und Mobility — bevor er das gute Tier belästigt.
      Schlank durch rauchen allein reicht nicht mehr.

      Kommentar

      • Nickelo
        • 16.07.2024
        • 94

        #5
        Interessanterweise streift sogar eines der Zwischeninterviews mit Nicole Uphoff heute in Aachen kurz dieses Thema. Ich kenne (aus dem Netz) bislang nur ihre Videos zum Erarbeiten verschiedener Lektionen. In diesen leitet sie ausnahmslos junge Kaderreiterinnen auf sehr talentierten Pferden an. Jetzt nennt sie die Fortbildungen, die sie anbietet „Ich erklär dir das Pferd“ und führt aus, sie informiere darüber, „wie ein Pferd funktioniere, auch anatomisch“. (ARD. 12.8.26, min 22).

        Ich denke einfach, dass Reitlehrer berücksichtigen müssen, dass die Sportlichkeit aller Personen gleich welchen Alters und ihr Wissen über Tiere durch die Gegebenheiten des Alltags erheblich abnimmt.

        Kommentar


        • Nickelo
          Nickelo kommentierte
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          So einfach sehe ich die Sache nicht. Dass Profis, die am Tag 5 Pferde reiten, und zwar in 60iger oder gar 70iger Hallen oder auf Plätzen mit Top-Böden, die abgezogen und bewässert werden, selbst fit sind und fitte Pferde haben, ist mir schon klar. Perfekte Trainingsbedingungen und Trainingsperfektion bezogen auf den eigenen und den PferdeKörper gehören definitionsgemäß zum Profileben. Richard Vogel sagt z.b. selbst im Interview zu Aachen: „Ich mache viel Gleichgewichtsübungen, das ist von Natur aus nicht meine größte Stärke, und natürlich auch Koordinationsübungen.“ 
          Aber wieviele Prozent der Reiter gehen mit dieser Ernsthaftigkeit zum Pferd und finden diese Trainingsbedingungen vor ? Wieviel Prozent der Reiter unterhalb der Profi-Ebene reiten nicht nur, sondern trainieren sich und ihr Pferd? Wie viel Prozent der Reiter haben neben Schule und Beruf die Zeit, das Wissen und die Möglichkeiten? 
          Da liegt im Amateurturniersport schon einiges im Argen. Erst vor Kurzem schleppte sich vor meinen Augen bei fast 40 Grad in der Mittagshitze nicht nur ein Pferd mühsam durch eine regionale  LDressur. 15 Starter, Wertnoten von 5,00 bis 6,5. Trabverstärkungen oder Galopp bisweilen gerade noch zu identifizieren. Ein Kommentar von nichts desto trotz gut gelaunten Eltern einer Reiterin um die 18 lautete sinngemäß: Dafür dass er die ganze Woche nicht geritten wurde, war das doch ganz gut… Auch die Reiterinnen vermittelten nicht den Eindruck, dass Sport unter der Woche bzw. bei Hitze eine Selbstverständlichkeit ist. 
          Der Verein freute sich jedenfalls über recht große Starterfelder und eine insgesamt gute Atmosphäre. Ob ein Turnierstart unter solchen Bedingungen nötig oder möglich ist, muss einfach einjeder selbst entscheiden. Geschadet hat es den Pferden wahrscheinlich nicht, „happy“ sahen die Pferde aber keinesfalls aus.
          Dieser Sommer ist zumindest hier mehr als pferdesportungeeignet. Drinnen wie draußen staubt es, der Springplatz bzw. die Wege zum Galoppieren sind steinhart, die Halle um 21 Uhr überfüllt. Wie soll da ein Trainingsplan umgesetzt werden? 
          Ergebnis des Ganzen: Pferd und Reiter sind einfach mal so ein Jahr älter geworden. Und ich glaube, dem Pferd gefällt das Betüddelt werden.

          Es ist natürlich begrüßenswert, wenn es andern Orts sportlicher läuft…

        • Sabine2005
          Sabine2005 kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Gegenfrage: Welcher Reitlehrer versteht mit unterschiedlichen Schülerkörpern richtig zu lehren?

          Jeder lebt nur in seinem eigenen Körper

          Wie weiss mein 1,90 m Gertenschlanker Reiter, wie sich reiten für mich : kurze Beine, Dicke Oberschenkel, kurzer Oberkörper, Uran Uran Arme, anfühlt?

        • Ramzes
          Ramzes kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          ...was sind Uran Uran Arme ,...strahlen die ??

          Ehrlich gesagt finde ich Deine Selbstbeschreibung absolut nicht passend ! Okay...klaro kein Runway Model ,...aber wer spielt schon gerne mit Knochen , der 1,90 Reitlehrer ?
          Es macht doch Spass , wenn man sich und sein Pferd halbwegs im Einklang weiss , ...reiten zur eigenen Freude und zur Freude des Pferdes .
      • juno
        • 26.06.2011
        • 728

        #6
        Für die Reiter, die sich niccht ins hofangrenzende Gelände trauen, gibt es bei uns im verein auch das "betreute Ausreiten" bz. "ausführen". Gerne ältere Damen zwishen 60-65, den Traum von eigenen Ross erfüllt, trauen sich nicht in den Wald, weil die Pferde da ja "so wild" werden. Klar, wenn das Pferd unter der Woche nur "betreutes Stehen" hat und auf dem Paddock auch nur die Frischluftzeit absteht, freut es sich, wenn es sicch endlich mal in der Natur bewegen kann. Also mietet man sich einen Reitlehrer, der das Pferd dann am Strich begleitend führt, und der Reiter sitzt drauf. wohlgemerkt, der Reitlehrer reitet nicht selbst mit, sondern läuft 1h mit der Reitschülerin durh den Wald!

        Kommentar


        • Schimmeltier
          Schimmeltier kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Ich bin fein damit, wenn "ältere Damen zwischen 60- 65 J." sich auf ihrem Pferd betreut durch den Wald führen zu lassen. Warum auch nicht?

          Jede Zeit, die man mit oder auf seinem Pferd verbringt ist kostbar und sollte mit Freude erfüllt sein.

          Die Ansprüche an den betreuenden Reitlehrer sind hoch; es ist ja nicht nur ein bissel Gassigehen mit Kundenpferd samt Besitzer obendrauf. In gewisser Weise braucht unser Reitlehrer besondere psychologische Fähigkeiten für den Umgang mit Ross& Reiter.
          Es ist doch ähnlich wie beim Berufsbild eines Friseurs: Haareschneiden ist die eine Seite der Arbeit, aber ein GUTER Friseur ist für den Kunden zusätzlich auch immer ein bisschen Therapie- Ersatz, ein guter Zuhörer und Unterhalter (wenn der Kunde das will). Es gibt Leute, die nur wegen dieser Kombination zum Friseur gehen!

          Reitlehrer schneiden natürlich keine Haare; sie verziehen höchstens mal eine Mähne oder die Miene; doch völlig emphatielose Reitlehrer werden sich schwertun, "betreutes Pferdeausführen mit Reiter" anzubieten; oder sie lernen es neu dazu.
          ...wenn man Geld verdienen möchte und gerne mit Pferde UND Menschen umgehen mag.

        • Elfi
          Elfi kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Also ich finde das jetzt auch nicht nett solche Leute so anzugehen! Immerhin hat die gute Dame ja erkannt, dass es an ihr liegt weil sie Angst hat. Und sie will etwas dagegen tun indem sie sich fachkräftige Unterstützung holt. Es ist ja auch schon positiv anzumerken, dass sie sich anscheinend kein übermotorisiertes Warmblut o.ä. gekauft hat, sondern ein Kaltblut, vermutlich weil sie dachte die sind schon mal ruhiger.
          Das hat doch auch nichts mit der Tätigkeit des Vorstandes zu tun, sonst dürften Reitvereine ja nur noch von Olympiasiegern geleitet werden? Als Vorstand sind eher Dinge wie Organisationsgeschick, Auftreten in der Öffentlichkeit, Kenntnis von rechtlichen Aspekten, Führungstalent, Diplomatie etc. gefragt. Egal ob Du Dich in den Wald traust.

        • Rigoletto
          Rigoletto kommentierte
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          Unser Vorstand reitet auch nicht ganz so bombe, dafür kann er sehr gut mit Menschen umgehen. Ist bestimmt wichtiger, gerade bei den ganzen spinnerten Reitern
      • max-und-moritz
        • 04.06.2006
        • 3438

        #7
        ...und ein Kaltblut kann man nicht automatisch vor eine Kutsche spannen bloß weil es ein Kaltblut ist. Das braucht ebenso Ausbildung wie zum Reiten.
        Wer neue Wege scheut, muß alte Übel dulden.

        Kommentar


        • max-und-moritz
          max-und-moritz kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Ich habe auch das kleine Fahrabzeichen, der Kurs war für mich Streß hoch 3.

          Die Lehrerin hat gesagt, es gibt nichts Schlimmeres als einen Reiter auf dem Kutschbock...

          Nach ich glaube 2 Jahren habe ich wieder mit dem Fahren für immer aufgehört, meiner Meinung nach ist es weit gefährlicher als Reiten. Man ist einfach zu weit weg vom Pferd und hat weniger Möglichkeiten zur Einwirkung.

        • Rigoletto
          Rigoletto kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          In deiner Ecke könnten wir sogar die gleiche Fahrlehrerin gehabt haben: Die Ruhland Katharina? Ich hab sie super gefunden. Wir sind mal mit dem Zweispänner an einer Baustelle vorbeigezuckelt, Straße ging gerade bergab und die Pferde haben sich erschrocken und angefangen zu galoppieren. Ich hab mir so ins Hemd gemacht, ich dachte jetzt ist alles aus. Und die Theorie ist auch wirklich anspruchsvoll.

        • max-und-moritz
          max-und-moritz kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Gerlinde Mayr hatte mit mir das zweifelhafte Vergnügen :-)

          Ich hatte dann später selber ein paar unschöne Begegnungen auf der Straße, die mich im Sattel kaum gekratzt hätten. Da steht man im Notfall auch bergab / bergauf/ über einen Graben halt ein paar Meter in der Wiese, aber mit Kutsche hinten dran ist es um einiges problematischer...!
      • Rigoletto
        • 03.08.2014
        • 421

        #8
        Bei jungen, gerade angerittenen Pferden finde ich eine Begleitung im Gelände schon echt sehr hilfreich, schon rein als psychologische Stütze. Werden wir beim Kleinen ganz sicher wieder so machen.
        Aber es stimmt schon auch, dass es viele "Rumsteher" gibt. Besser als die, die einem blöd reinreiten. Allerdings ist es anstrengend, wenn solche einem ihre "Erkenntnisse" ans Knie schrauben wollen. Ich war mal mit einer in der Halle, die hatte gerade so eine externe Bodenarbeittussi da. Eigentlich durfte man an dem Stall Bodenarbeit und Longieren nur in der Longierhalle machen, aber nun gut. Was sie gemacht haben: Führen im Schritt und stehen bleiben und gehen und stehen ... immer schön auf dem Hufschlag. Trainerin war sichtlich genervt und zwar von meiner Anwesenheit, weil sie die Halle lieber alleine gehabt hätte. (Ja, ich mags auch nicht so gerne, wenn mir beim Leute verarschen wer zuschaut).
        Die Besitzerin vom Pferd kam dann später daher, meinte "hoffentlich haben wir dich nicht zu sehr gestört, aber das war heute echt wichtige Körperarbeit". Ich dachte ich höre nicht recht und konnte auch nicht an mich halten in der Situation. Ich hab ich gesagt, dass ich da nix von Arbeit gesehen habe. Stehen und losgehen ist Erziehung, das ist keine Arbeit!!! Naja, sie ist dann verschnupft abgezogen. Eigentlich kann es mir egal sein, wenn sich jemand so dermaßen verarschen lässt. Aber dreist ist es schon, den Leuten für sowas Geld abzuknöpfen

        Kommentar


        • Elfi
          Elfi kommentierte
          Kommentar bearbeiten
          Haha, ja das kenn ich, wobei ich das auch mal gemacht habe. Hatte bei einem Profi (also echte klassische Dressur, nix Schwurbel) mein Pferd zur Bodenarbeit, wollte langfristig den Grundstein für Pi+Pa legen. Das wollte ich halt richtig lernen. Und da fängst halt an mit RICHTIG Halten. Wie in der Dressur. Auf allen Vieren. Nicht irgendwie! Also zig mal Angehen/Halten. Ich muss sagen: Das war schon Arbeit! Vor allem für mich, mich da so zu konzentrieren und meine Pfoten unter Kontrolle zu haben, ist auch als eher kleine Person bei einem wuchtigen Pferd gar nicht so einfach. Wenn wir alleine waren waren auch wir auf dem Hufschlag wegen der Bande, gerade am Anfang ist es tatsächlich eine Herausforderung das Pferd gerade zu halten. Und dann noch weitere Lektionen, mein Endgegner war die Volte, das Ding hab ich nicht hingekriegt! Da hat man von oben doch wirklich eine viiiieeel bessere Übersicht. Ich hatte das Problem, dass meine Augen dann immer auf Bauhöhe beim Pferd waren und ich auser Fell nix mehr gesehen hab, also auch schwer eine Kreislinie einhalten konnte. Vorteil war dass das Pferd schon M ausgebildet war, sowas wie Schulterherein geht dann leichter. Aber ja: Ihr glaubt nicht wie lange wir das Halten geübt haben!!! Obwohl das Pferd das auf dem Turnier bei X durchaus fast immer gut gemacht hat.

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