Stückelberger-Seminar in Alsfeld

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  • Furioso-Fan
    • 12.08.2004
    • 10940

    Stückelberger-Seminar in Alsfeld

    Am Samstag ist Christine Stückelberger in Alsfeld, Thema der PM Tagung ist "Harmonie von Reiter und Pferd ist das höchstes Ziel der klassischen Ausbildung!"
    Wer von Euch wird da sein?

    http://www.pferd-aktuell.de/Persoen....dex.htm
  • Birgit
    • 18.02.2002
    • 747

    #2
    ich überlege zu kommen, wenn man auch ohne vorbestellte Karte dort hin kann.

    Viele Grüße
    Birgit

    Kommentar

    • Furioso-Fan
      • 12.08.2004
      • 10940

      #3
      Hier ein kurzer Bericht.
      Der Hessische Reit- und Fahrverband hatte 6 Reiterinnen und Reiter ausgewählt, ihre Pferde vorzustellen, von der vierjährigen Remonte bishin zum erfolgreichen S-Paar. Er nutzte auch die Chance, mindestens 2 seiner Kader-Mitglieder vorzustellen; da sich leider nicht alle Reiter mit Namen vorstellten, ihre Pferde leider auch nicht - bis auf Herr Balzer Weltpoet - fehlt leider ein wenig an Information über Pferd und Reiter.
      Zunächst zu Frau Stückelberger: konzentriert, gut verständlich, höchst engagiert im Sinne der korrekten Ausbildung von Reiter und Pferde, Kritik SEHR diplomatisch vortragend, aber im konstruktiv. Ich hätte mir noch mehr zu den z.T. hemmenden Sitzfehlern gewünscht, sie hat das immer postiv im Sinne des Optimums verpackt und die "Zieh- und Quetschgesellschaft" angeprangert. In diesem Sinne auch Korrekturen, es war so beindruckend, wenn die Pferde durch mehr Loslassen, weniger treiben, mehr fühlen und sitzen innerhalb von Sekunden anders liefen. Wenns mir nach gegangen wäre, hätte ich noch 3 Stunden da sitzen können.
      Pferd 1, eine vierjährige Rubinstar N Stute mit sehr guten GGA, zu eng vorgestellt, guckig und nicht immer gehorsam - böse Zungen (wie meine) haben das auch schon von der Abstammung mehrfach gehört - wurde "hochgeholt" und an ihrer Zufriedenheit und Losgelassenheit gearbeitet; das Pferd hat da laut Reiterin ein Manko und auch deswegen letztes Jahr noch keinen erfolgreichen Turniereinsatz verbuchen können.
      Pferd 2, Dominique Nadine Anthes, Hessen-Kader, dürfte diejenige gewesen sein, die was die Vorstellung des Pferdes und ihres Reitstiles betrifft, die deutlichsten Korrekturen erfuhr. Das Pferd selbst, ein wenig beeindruckender Brauner mit viel Mechanik, (den Anthes wohl erst kurz hat), aber wenig Gang, zeigte die üblichen Probleme eines Pferdes, was zu früh auf Versammlung durch "Halten" geritten worden ist, Im Trab passageartige spanntritte, kein Schritt mehr. Er war auch durch die Reitereinwirkung stellenweise schon schwer korrigierbar.
      Pferd 3, ein ehemaliges Springpferd mit deutlichen Gebäudedefiziten, ist von seiner neuen Besitzerin vom Spring- zum Dressurpferd umgestellt worden. Immer gerne zu tief, mit Fehlern in den Wechseln. Entweder wars das Vorführsyndrom oder die erfolgreiche Arbeit in diesen Minuten: er zeigte nur gute Wechsel und konnte schnell "entlassen" werden.
      Pferd 4, Weltpoet mit Ralf Balzer, brachte Stückelberger zum Schwärmen; Manko bei dem Hengst vielleicht Genick nicht immer höchster Punkt, bzw. vor der Senkrechten, könnte mehr Bergauf sein, hier wurde an Feinheiten geschliffen, die der höchst rittige Hengst sofort umsetzte. Die Wechsel einfach nur traumhaft.
      Da Stückelberger ja auch als internationale Richterin unterwegs ist, vergab sie bei Reitern auch Noten für Lektionen, erklärte, warum sie hier eine 6, da eine 9 gab.
      Weltpoet, ein Hengst, der mir immer mehr gefällt. Wenn Dillenburg das fördern kann, ein hengst, der sicher mal national oben mitgehen könnte.
      Pferd 5, Katharina Schneider mit Dr. Snuggles, sicher eines der besten Paare, was die hessische Nachwuchsszene derzeit hat, gefiel durch sensibles und einfühlsames Reiten. Hier war es die Arbeit an der guten und an der "steiferen" Hand, vor allem die halben Pirouetten, und an den Verstärkungen.
      Zum Schluß Erich Geier mit einem Fuchs, dessen Probleme schon sichtbar waren, als er die Halle betrat: ein Pferd mit eigentlich sehr guter, auf Kadenz angelegter Hinterhand und einem kaum ausgebildeten Hals, der laut Reiter immer zu tief geht und Probleme mit den Wechseln zeigt. Ein sehr großer Reiter, stark einwirkend mit viel Sporen und zu hoher Hand. Stückelberger arbeitete mit ihm am Sitz und der Einwirkung - weniger treiben, Hand runter, Sporen raus und vom Sitz geschmeidiger und weniger in Rücklage, und innerhalb von Minuten sah man das Pferd "hochkommen" und mehr hinten untertretend.

      Insgesamt ein höchst beeindruckendes Seminar, das einmal mehr zeigte, wie gut unsere Pferde mit uns arbeiten "wenn man sie nur ließe". Stückelbergers Plädoyer für pferdegerechte Ausbildung, weg vom Ziehen und Quetschen, hin zum "Fühlen und Spüren" und die praktische Umsetzung innerhalb von Minuten im positiven Sinne war nicht nur Demonstration der klassischen Ausbildung, sondern auch eine Anklage gegen Rollkur und die Tenzenz zur gesundheit-schädigenden Reitweise. Sie erläuterte dies an einigen Beispielen wie etwa den Trabverstärkungen: "Weniger ist mehr" - nämlich nach ein, oder zwei langen Seiten aufzuhören und das Pferd zu belohnen, alleine zur Schonung des Pferdes.
      Der hessische Reit- und Fahrverband hatte die Reiter und Pferde gut gecastet - vom verrittenen Blender über den S-Crack bishin zum ehemaligen Springpferd wurden die Probleme des momentanen Dressursportes an 6 Beispielen eindrucksvoll belegt. Und die 6 Pferde waren nicht nur die hochpreisigen Spitzenpferde, sondern man sah auch Tiere, die wohl für Otto Normalverbraucher erschwinglich sind und die durch die Arbeit ein beeindruckend Niveau erreichen.
      Ich persönlich hätte mir mehr Möglichkeit zum Fragen gewünscht - das war für mich aber der einzige kritikpunkt.



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      • #4
        @FF- wir waren auch da (die mit der Sattelkritik- das war ja auch eine fürchterliche Prothese!!!- war meine Freundin).

        Ich stimme Dir in allen Punkten zu- es war ein traumhafter und lehrreicher Nachmittag!
        Heute früh habe ich es direkt umgesetzt und es war teilweise ein anderes Pferd :-)))
        Anschauungsunterricht bringt oft mehr als ständiges Erzählen von unten!

        Danke, Frau Stückelberger!

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        • basquiat
          • 02.10.2005
          • 2836

          #5
          Danke, Furioso-Fan, für den ausführlichen Bericht. Er zeigt für mich ein grundsätzliches Dilemma des Reitunterrichts auf: Vom Reitlehrer wird erwartet, zu sagen, was man TUN soll. Das ist natürlich auch notwendig, um eine Reaktion des Pferdes zu erreichen. Was aber gerne vergessen wird, ist die Notwendigkeit, das Pferd auch IN RUHE ZU LASSEN, als Belohnung für die gewünschte Reaktion! Damit meine ich jetzt nicht die (auch wichtigen) Pausen, sondern das "Still-Sitzen bei leichter Hand". Erst in diesen Phasen wird echte Harmonie sichtbar.

          Dieser Aspekt gehört meiner Meinung nach schon im Anfängerunterricht berücksichtigt, sonst ist es nicht verwunderlich, wenn 99 % der Reiter aus dem Ziehen und Quetschen nie heraus kommen.

          LG Liesl
          Gestüt Pferdeschule Riegersburg

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          • Einfach Fabelhaft
            • 05.01.2007
            • 242

            #6
            Danke für Deinen Bericht FF! Der letzte Reiter mit dem großen Fuchs ist übrigens Erich Geier gewesen, nicht Thomas Geier. Das Pferd stammt ab von Regazzoni.

            Für mich war es auch ein sehr schöner und lehrreicher Nachmittag, ich habe viel mit nach Hause genommen. FF hat eigentlich schon alles gesagt, daher an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Frau Stückelberger, die durch wirklich kleine Korrekturen von einer Sekunde zur nächsten die Lektionen um z.T. 2 ganze Noten verbessern konnte.

            Mir hat auch die Vorführung von Weltpoet am besten gefallen, sehr gelassenes Pferd, tolle Wechsel, ruhig und einfühlsam sitzender Reiter.

            Kommentar

            • Furioso-Fan
              • 12.08.2004
              • 10940

              #7
              DAnke EF. Ich werde das ändern, ich dachte, ich hätte Thomas Geier verstanden. Weisst Du vielleicht auch, wer Reiterin 1 und 3 waren?

              Kommentar

              • Einfach Fabelhaft
                • 05.01.2007
                • 242

                #8
                Ich glaube, Reiterin 1 war Sabine Burg, das Pferd hat mich ja anfangs echt in Entzücken versetzt, allerdings muß man sich vor Augen halten, was ein 4jähriges Pferd mit einer solchen Bemuskelung schon alles arbeiten musste, um so auszusehen. Nichtdestotrotz ein Pferd mit sehr guter Qualität, finde ich. Wollen wir hoffen, dass es die Belastung aushält.
                Reiterin 3 kenne ich auch nicht, fand es allerdings schon eine beachtliche Leistung, ein Springpferd mit wahrlich weder überragendem Gangwerk noch super Exterieur so umzufunktionieren.

                Kommentar

                • Furioso-Fan
                  • 12.08.2004
                  • 10940

                  #9
                  Ich bin mir bei reiterin 1 nicht ganz sicher, ich hatte die anders in Erinnerung, aber Burgs Hänger stand auf dem Parkplatz.
                  Anonsten gebe ich Dir Recht: Die Stute hatte sicher schon eine menge KM auf den Rädern für ne vierjährige.



                  Kommentar

                  • Furioso-Fan
                    • 12.08.2004
                    • 10940

                    #10
                    Noch ein Nachtrag: Reiterin 1 Sabine Burg - mit Rubinstar N-Dunhill, Reiterin 3 die Richterin Ute Kombächer, Pferd Pokerface von Prestige Pilot-Weltmeyer, Erichs Geiers Pferd Renaldo, von dem ich hätte 100% wetten können, daß es ein Frisbee ist, stamm ab von Regazzoni - aber aus einer Frisbee Mutter, und war ganz klassisch vom Bewegungsmuster ein Frisbee

                    Kommentar

                    • Oppenheim
                      • 27.01.2003
                      • 3238

                      #11
                      Danke für diesen tollen Bericht.
                      Avatar: Elfentanz v. Polarpunkt - Kondor II - Opal (Trak.)

                      Es ist immer ein gutes Gefühl mit jemanden unterwegs zu sein, der das gleiche Ziel vor Augen hat!

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