Muß das sein?

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  • #21
    Da mach' Dir mal lieber nichts vor. Zumindest bei Großpferden kann man mit der nötigen Präparation einiges 'ranreiten'. Dass das BC in eine falsche Richtung weist (und läuft), ist sicher nicht von der Hand zu weisen.
    Viel schlimmer finde ich aber das Gereiße auf den Stutenprüfungen. Da fragt nämlich keine Sau danach, ob das Tierchen überhaupt schon 3 ist. Erfahrungsgemäß läßt denen auch kaum einer eine wirkliche Ausbildung angedeihen sondern es wird sich einfach draufgesetzt, gas gegeben und dann 'wo steht das Klavier'... Noch dazu im Kalten und ohne Aufwärmprogramm, vom Freispringen woll'n wir mal gar nicht reden...

    Feld-Stutenprüfungen fangen oft im Februar an. In Verden wird eine Stationsprüfung angeboten, die Ende Januar beginnt, das heißt eine Stute, die Pech gehabt hat, und eventuell zu einer physiologisch normalen Zeit (sagen wir Mitte Mai) zur Welt kam, aber zur ersten verfügbaren Prüfung angemeldet wurde, geht spätestens ab Anfang November an die Arbeit und da ist sie gerade mal Zweieinhalb, wenn ich richtig rechne. Weide ist wahrscheinlich schon viel eher nicht mehr drin, denn zum 'von der Weide holen' reicht es ja bei den meisten Züchtern noch. Weiß auch nicht was sie sich davon versprechen, Stuten zu scheren, Decke draufzutun und dann im Stall vor sich hinmodern zu lassen.
    Auslauf organisieren ist dann aber meist zu viel Aufwand. Dann holter die polter noch am Tag vor der Abreise eine Vollimpfung rein, Boostern kann man dann ja schon im 'Ausbildungsstall'. Trense eingepackt und ab dafür. Die Profis ärgern sich dann, wieso der blöde Esel nicht mal die Füße gibt und bekommen mitgeteilt, dass die Stute in 8 Wochen SPÄTESTENS die Prüfung in der Tasche zu haben hat...
    Traurig traurig.

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    • MissInschallah

      #22
      na bei den hlps ist das ja zum glück nicht so, da muss man vorreiten, und wenn die merken, der hengst ist gerade mal 3 tage unter`m sattel heißt`s danke schön, kommen sie bitte wieder, wenn er weiß, wie man geradeaus läuft. ich find es gibt immer zwei seiten, finde zum teil besser, wenn junge pferde ne gute ausbildung bekommen und dann auch mal schwitzen müssen, als wenn alles so lasch gemacht wird und dann auf einmal per überfall-kommando, oder dreijährige nicht fachgerecht angeritten werden, mit viel gezerre im maul, in den rücken fallen etc., weil der reiter null und nichts vom anreiten junger pferde versteht. sowas seh ich auch fast jedes wo auf turnier, und da werde ich sauer. dann lieber fachgerecht ausgebildet, als nichts halbes und nichts ganzes. und ich finde bei dem thema auch, dass konsequenz und härte zum teil verwechselt wird. wenn ein bereiter sein pferd mal durchtreibt, weil es scheut, heißt es direkt, der ist aber hart, wenn er es nicht machen würde, würde das tierchen aber wahrscheinlich an jeder ecke stehenbleiben. mit dem am zügel gehen ist es dasselbe, dann lieber konsequent durchgeritten, als bei vielen amateuren zu sehen, die denken, sie tun ihrem pferd was gutes, wenn sie es bis 6 mit dem kopf nach oben rennen lassen, nur um das tierchen bloß nicht zu überfordern.

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      • #23
        Quote from MissInschallah, posted on Apr. 05 2003,23:29
        weiß nicht, bei leuten die ich kenne, herrscht die these vor, dass man ne`m dreijährigen noch nicht viel anreiten kann, sondern entweder er kann`s oder er kann`s nicht, und wenn ein trab 1a ist, braucht er ja auch nicht dementsprechend rausgeritten werden.
        das is ja etwas blauäugig. wie kareen schon anmerkte, da kann man sehr viel präparieren. und machen wir uns doch nix vor. spätestens auf dem bucha werden die reitpferde nicht mehr in altersgemäßer remontehaltung präsentiert. die, die vorne mitmarschieren sind zum überwiegenden teil in einer form vorgestellt, die man normalerweise erst bei einem gut l-reifen pferd vermuten würde, wenn man denn idealist wäre. nur versammlung und aufrichtung haben, grob gesagt, bei einer 3 od. 4 remonte nichts zu suchen.

        da reit ich die kleinen lieber 10min am tag und hab nachher ein pferd, was die anforderungen, die ihm in entsprechendem alter gestellt werden, auch erfüllen kann...
        willkommen im club der tugendhaften. wenn man sein eigener herr ist, ist sowas machbar.

        in meiner ausbildung war ich ua bei einem dressurausbilder, der dafür bekannt ist, pferde erst mit 6/7 rauszubringen, die dann schon das level von höheren prüfungen gehen können, aber nicht in den material- und aufbauschlachten verballert wurden. mit so einer einstellung geht einem dieses schautreten natürlich am ... vorbei, aber da spielen wir auch in einer anderen liga. nach der ausbildung und während des studiums war ich hin und wieder als auktionsbereiter unterwegs. wenn man in einer zwischenauktion an die 100 kandidaten im aufgebot hat, ist das fließband-arbeit. das gros der kunden will die pferde in einem ganz bestimmten rahmen präsentiert bekommen. das zauberwort heißt spektakulär und hat ganz und gar nichts mit reeler ausbildung zu tun. als züchter ist für mich spätestens seit diesen intermezzi das thema auktionsbeschickung durch. bei einer elite-auktion wird genauso geballert, nur hat man da ein paar wochen mehr zeit die pferde verkaufsgerecht "fertig" zu machen. der ein oder andere hatte vielleicht schon mal das zweifelhafte vergnügen auktionspferde unter den sattel zu kriegen. im günstigsten fall hatten die einen guten ausktionsreiter (ja, auch die gibt es udn wenn ich in die verlegenheit komme auf auktionen zu kaufen, ist der reiter ein wichtiges kriterium), der den spagat zwischen auktionsberitt und irgendwo noch pferdegerechter ausbildung hingekriegt hat. trotzdem kann man diese kreaturen erst mal für einige woche therapieren, damit die runterkommen können und bisher war immer noch back to basics angesagt. wie gesagt, der auktionsreiter spielt keine unerheblich rolle und ist oft der faktor, der die spätere brauchbarkeit im hinblick auf eine reele grundausbildung mitbestimmt. und was auf den auktionen in reinkultur vorexerziert wird, determiniert in abgeschwächter form den markt für dressurnachwuchs und die vorbereitung auf das bucha. und seid mal nicht so naiv zu glauben, daß die mehrheit der potentiellen kundschaft ein losgelassenes, dem alter entsprechend vorgestelltes pferd sehen will. das kriterium heißt lampen austreten und dementsprechendes reiten divergiert mit einer vernünftigen pferdeausbildung. natürlich gibt es ein paar leute, die versuchen beides unter einen hut zu kriegen- also die reele grundausbildung und warendorf als saisonziel. im einzelfall gelingt das auch mal. aber nicht ohne grund sieht man die meisten materialkönige im großen sport nicht mehr. meine persönliche erfahrung in diesem bereich war, daß man spätestens in w'dorf mit einem remontemäßig vorgestellten pferd keine chancen auf vordere plazierungen mehr hat. bei dem ganzen aufwand lass ich die youngster dann lieber auf der wiese starte 1-2 jahre später durch. im hinblick auf die aussbildung des pferdes sinnvoller, im hinblick auf die vermarktung natürlich ein wirtschaftlicher verlust.

        zum thema 3-jährige: meine werden alle langsam und schonend geritten und ich finde es besser, als bis 4 oder 5 gar nichts zu machen, und dann auf einmal den gedanken zu bekommen: hui, mein pferd ist schon 5 und kann noch gar nichts, und jetzt mach ich ihn mal schnell mit 1h voll-power-training dementsprechend a oder l-reif.
        na ja. das ist mir zu sehr black and white. ideal ist es die 3jährig anzureiten, wegstellen, im herbst bis in den nächsten frühsommer in arbeit nehmen und nach ein paar turnierchen nochmal wegpacken. dann können die, wenn nix schiefgelaufen ist, mit 4 l-angeritten sein und im nächsten jahr reele chancen in aufbauprüfungen haben. ausgenommen ich will mit 3/4 verkaufen.

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        • nino
          • 05.06.2004
          • 259

          #24
          Ich finde man sollte mal ganz ehrlich sein: Wer will denn schon auf Auktionen, Leistungsprüfungen, BuCha... Pferde sehen, die halt "einfach nur rund laufen"? Ich denke, die Zuschauer drängen doch auch danach, dass die 3-jährigen schon eine mega Aufrichtung haben, ihre Beine wer weiß wie hoch schmeißen und spektakulär aussehen. Pferde sind nunmal ein Geschäft und wer da nicht mitzieht, weil er ein schlechtes Gewissen hat oder sich mal Gedanken macht, der ist eben draußen.
          http://www.parino.de.ms

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          • #25
            Wenn man den jungen Pferden halbwegs gerecht werden will, dann müßte man so konsequent sein und sämtliche Prüfungen für 3 j. Pferde verbieten (einschl. Bucha etc.).
            Das gleiche gilt für Auktionen, HLP und ähnliches.

            Das wird man aber nicht durchsetzten können, da zu viel Geld dranhängt und die entsprechenden Lobbyisten Einfluß haben.

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            • MissInschallah

              #26
              mhm, ich finde das wie viel kritischer, will heißen, wenn man 3-jährigen in reitpferdeprüfungen komplette marathon-strecken im galopp zumutet, oder die richter sich abwenden, wenn die pferde nicht zu 100% zusammengeknallt sind. sowas ist nämlich bei einem 4-, 5- oder 6-jährigen pferd meiner meinung nach genauso schlimm...es ist so oft der fall, dass richter keine gute note mehr geben, wenn das pferd einmal wegspringt oder sich ne`n blumentopf genauer anschaut. mich macht sowas richtig sauer, weil wann soll ein dreijähriger denn bitte schön mal genauer hinkucken dürfen, wenn nicht in einer jungpferdeprüfung?

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              • Cordero
                • 30.01.2003
                • 549

                #27
                Bei uns in der Schweiz gehts da ein wenig anders zu und her. Für junge Schweizer Pferde (die in der Schweiz gezüchteten Pferde erhalten einfach einen Schweizer Brand und laufen unter der Rasse CH, auch wenn Mama Holsteiner und Papa Franzose) gibts den Feldtest, eine Art Ausbildungsprüfung, die an verschiedenen Daten von Sommer bis Herbst stattfindet. So kann man den Dreijährigen auch etwas später anreiten wenn nötig und erst im späteren Herbst an den Test gehen. Der Feldtest ist an einem Tag und besteht aus Vorführen, Vorreiten, Freispringen etc., den kann man bestehen oder nicht. Ausserdem gibts speziell für die CH-Pferde Promotionsprüfungen in Dressur, Springen und VS. Während der Saison kann man sich in speziell dafür ausgeschriebenen Prüfungen für den Final im Herbst qualifizieren. Da ist alles unterteilt in Prüfungen für vierjährige, für fünfjährige, sechsjährige und ältere Pferde. Wobei die Springen immer viel mehr Teilnehmer haben und auch das grösste Interesse auf sich ziehen, im Gegensatz zur Dressur... schade. Ich kann leider nicht beurteilen wie die Pferde im Vergleich zu denen in Deutschland laufen, habe aber das Gefühl dass die hier schon noch weniger weit sind, es herrscht kein so extremer Druck wie wenn man sich für ein Bundeschampionat qualifizieren möchte. Aber man sieht schon auch ziemliche Unterschiede unter den gleichaltrigen... das schöne an der Dressur ist dass die Programme nach Ende vom Richter kommentiert werden, er sagt was über die Stärken und Schwächen des Pferdes und über den Gesamteindruck. Das ganze läuft aber schön friedlich ab! Es ist aber kein Muss an Promotionsprüfungen teilzunehmen, es ist mehr so ein Status den man sich als Züchter dazuerwerben kann, v.a. wenn man das Pferd verkaufen möchte.
                Verkaufsaktionen für junge Elitepferde gibts hier schon auch, bloss war ich noch nie anwesend und kann leider nicht beurteilen wie es dort zu und her geht. Kann mir aber vorstellen dass es weniger schlimm ist weil wir halt einfach (noch) nicht solche Mengen Spitzenpferde haben! Oder war schon ein Schweizer mal anwesend?
                Mein eigener, in Deutschland gezogener Holsteiner wurde erst mit 4 Jahren angeritten, er war mit 3 einfach noch zu mickrig. Ich bin echt froh hat ihm die Züchterin diese Zeit gelassen. Er ist allgemein spätreif und auch jetzt, mit 6 Jahren, im Kopf immer noch ein Kind. Ich habe das Gefühl er würde so einen Schnelldurchlauf nie mit sich machen lassen. Bei ihm muss man schon sehr konsequent sein, aber auch viel Feingefühl und v.a. Zeit und Geduld mitbringen, weil sonst gar nichts mehr geht. Aber zum Glück stehe ich unter keinem Druck

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