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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pferd bei Auktion kaufen, gute Idee?



DressageRoyal
30.10.2008, 10:02
Hallo,

mal eine Frage rein interessehalber.
Wäre es für einen "Normalo" sinnvoll mal bei einer Auktion vorbeizuschauen? Kann man dort das ein oder andere Schnäppchen ergattern oder gehen die Pferde meist nur zu uferlosen Preisen weg?

Oder hat hier vielleicht wer sein Pferd bei einer Auktion erstanden und kann mal berichten?

Bina1
30.10.2008, 10:12
Ich habe mir schon Pferde bei Auktionen gekauft und wenn man flexibel ist und sie sich genau angeschaut und ausprobiert hat kann man was schönes finden.
Da mir zu Hause der goldene Esel fehlt, fixiere ich mich nicht auf einen und schau schon mal auf die, die sich an dem Tag schlechter präsentieren.:blush2:
Manchmal hat man Glück und findet so was GUTES:D

Viel Glück

Kareen
30.10.2008, 10:59
Stimme Bina's tips zu. Niemals auf einen einzigen Kandidaten festlegen, den bekommt man zu 85% sowieso nicht :)
Ich fahre sehr gern ganz zu Beginn der Testphase probieren. Erstens hat man dann viel mehr Ruhe, die Pferde sind noch nicht 'durchgenudelt' und außerdem lässt es sich auch unauffälliger Gucken. Muss ja nicht gleich jeder mit der Nase auf die eigenen Favoriten gestoßen werden...
Bei den Zwischenauktionen wird es oft erst gegen Ende so richtig hektisch. In den zwei Tagen vor der Auktion kommen die ganzen einschlägigen 'Wühltischkäufer'. Außerdem darf man sich nicht darauf verlassen, dass ein wenig probierter Kandidat automatisch billig werden wird.
Außerdem macht es sich manchmal bezahlt, mehrmals gucken zu fahren. Manch einer, der am ersten Tag noch herumgespackt ist, entwickelt sich erstaunlich weiter. Andere die am Anfang noch gut gingen, quittieren vielleicht irgendwann den Dienst weil es ihnen zu viel wird. Wenn Du durch sowas hindurchblickst und davon die richtigen Pferde herausguckst, kann man einen richtig günstigen Kauf machen und dem Pferd sogar noch einen Gefallen tun indem man es sachte aufbaut.
Das ist natürlich nur was wenn Du viel Erfahrung hast aber das scheint mir bei Dir ja der Fall zu sein.
Wenn ich für mich selbst etwas kaufen würde, würde ich so vorgehen, dass ich mir eine Sternchenliste mache und mir am Ende zu jedem Wunschkandidaten ein Limit setze. Drei bis vier Alternativen sollten es aber schon sein. Wenn Du Dich in einen Kandidaten so richtig verschießt, dann hilft nur auf's Beste hoffen und die Sache so weit wie möglich geheim halten. Vor allem sicherstellen, dass der Aussteller keinen Wind von Deinem Verlangen kriegt *grins*.
Falls Du eine Fernsichtungshilfe möchtest, die Verdener Novemberkollektion habe ich am Montag schon gesichtet :)

gigoline
30.10.2008, 12:10
ich habe im frühjahr einen 3-jährigen auf (bzw. nach :blush2:) einer "kleineren auktion" (also keine verband) gekauft, hatte mir 2 ausgeguckt und mitgeboten, kam wesentlich günstiger weg als ich dachte ...

Britta
30.10.2008, 13:51
Andere die am Anfang noch gut gingen, quittieren vielleicht irgendwann den Dienst weil es ihnen zu viel wird.

ich wäre sehr vorsichtig, wenn ich ein junges Pferd kaufen wollte, das für die Auktion angeritten wurde. Wenn man sieht, mit welcher Aufrichtung diese Remonten oftmals innerhalb kürzester Zeit gehen müssen, sollte klar werden, daß das im seltenen Fall eine altersgerechte Ausbildung ist. Sicherlich gibt es große Unterschiede, aber die Pferde, die ich von Auktionen kenne, hatten alle eine Macke. Von extremem Sattelzwang, Zunge raushängen, größte Probleme mit der Anlehnung usw.
Ich will das sicher nicht pauschalieren, aber das sind meine Erfahrungen.

Timo
30.10.2008, 13:56
Das ist aber doch nicht zwingend so. Man sagt, wer da hält, hält ewig. Viele Profies kaufen Auktionspferde. Ich glaub kaum das die deppert sind.

Britta
30.10.2008, 14:06
erstens hab ich nicht gesagt, daß irgend jemand deppert ist, der ein Pferd auf der Auktion kauft oder daß die Ausbildung aller Auktionspferde zwingend schlecht sein muß. Bitte genau lesen...
Zweitens kaufen die meisten Profis nicht nur ein, sondern verkaufen auch wieder, außerdem sind es doch auch Profis, die diese Pferde anreiten. Vielleicht differiert das auch je nach Auktion, das weiß ich nicht. Mir ist nur klar, daß ein Pferd, welches gerade 3-jährig mit einer enormen Aufrichtung vorgestellt wird, selten reell angeritten wurde. Ich persönlich (wiederhole - persönlich) habe auf der Auktion noch keinen 3-Jährigen gesehen, der schön VA vorgestellt wurde.

monti
30.10.2008, 14:17
von früher hab ich noch in Erinnerung, dass die Auktionspferde, die 3 1/2 im Herbst oder 4 1/2jährig auf der Frühjahr-Auktion gekauft wurden, erstmal noch eine Saison auf Sommerkoppel kamen.....

Nearctic
30.10.2008, 15:29
Eine Bekannte von mir kaufte vor etlichen Jahren mal in Verden einen bildschönen Dunkelfuchswallach, 4-jährig, und laut Katalogbeschreibung "besonders artig und umgänglich in der täglichen Arbeit". Da sie etwas ängstlich und erst im Teenager-Alter war, gab das den Ausschlag. Sie bekam ihn für relativ kleines Geld, 15.000 oder so, nahm ihn mit nach Hause und gab ihm erstmal ein paar Wochen Ruhe nach dem Auktionsstress, da er auch einen recht schlappen Eindruck machte. Also erstmal nur Weidegang, eingewöhnen und betüddeln.

Als sie ihn danach langsam an die Longe nehmen wollte, stand der brave Bub nur senkrecht, bzw. er stieg sogar auf den Longenführer zu. Da sich das Reiten ähnlich gefährlich gestaltete, musste sie ihn wieder abgeben.

Inwiefern diese Entwicklung eventuell duch Überstrapazierung während des Auktionstrainings und/oder durch zuviel Ausprobieren durch Fremdreiter hervorgerufen wurde, ist natürlich unklar, aber für das Mädchen war es eine herbe Enttäuschung.

Kareen
30.10.2008, 15:32
Dafür hat man ja eben Augen im Kopf und einen Hintern zum Probereiten um herauszufinden, was mit dem Pferd genau Sachstand ist. Schlecht gerittene Pferde gibt es überall. Unter den bislang etwa zwei Dutzend die ich käuferseitig so begleitet habe war kein einziger, der nicht gut eingeschlagen ist. Die Augen muss man beim Pferdekauf überall aufhalten und wissen was man tut (oder halt lässt). Und wenn man vielleicht nur drei oder vier Pferde im Leben erwirbt, macht es durchaus Sinn, sich kompetente Hilfe vom Haus-TA, Reitlehrer oder sonstwie spezialisierten Beratern zu holen. Das Konzept der Auktion generell (kann nur für VER, MS und kleinere Fohlenauktionen sprechen weil ich woanders noch nicht gekauft habe) kommt jedenfalls dem Käufer sehr entgegen. Umsonst funktionieren diese Veranstaltungen auch nicht schon seit Jahrzehnten.

Timo
30.10.2008, 15:38
Iss so Kareen.

So ein Pferd sieht natürlich ebenfalls die Vorzüg eines Weidelebens zur Arbeit (Beispiel von Neartic). Vom Reitlehrer begleitet zu werden ist in jedem Fall sinnvoll im Nachgang. Hatte auch mal so einen dermeinte immer erst den Herrmann machen zu müssen sobald ein anderer Reiter auf seinem Rücken saß-erst mal schön austesten und wenn der da oben was kann, mach ich auch gerne mit. Aber das muß er/sie mir erst mal beweisen.

Nearctic
30.10.2008, 15:42
Kareen, ich will Verden oder Auktionskonzepte damit auch nicht schlecht reden, aber "Augen auf" nutzt nicht immer etwas. Wenn ein im Katalog als explizit lammfrommes, junges Pferd angepriesenes Pferd sich innerhalb von 4 oder 6 Wochen derart charakterlich verändert, sagt das nicht unbedingt etwas über die Qualität von Auktionstraining/Ausprobieren aus, sondern nur, dass es eben junge Pferde gibt, die dem Stress nicht gewachsen sind und einen Knacks zurück behalten können.

Natürlich hat der Auktionskauf viele Vorteile, vor allem für Vermittler oder Weiterverkäufer, aber ich persönlich würde, wenn es um ein junges Pferd für den Eigenbedarf geht, doch immer den Ab-Hof-Verkauf für mich vorziehen, bei dem man das Umfeld kennen lernt, in dem das Pferd aufgewachsen ist, die Mutter, Geschwister besichtigen kann und ausführlicher als auf der Stallgasse mit dem Züchter schnacken kann.

Britta
30.10.2008, 15:45
aber ich persönlich würde, wenn es um ein junges Pferd für den Eigenbedarf geht, doch immer den Ab-Hof-Verkauf für mich vorziehen, bei dem man das Umfeld kennen lernt, in dem das Pferd aufgewachsen ist, die Mutter, Geschwister besichtigen kann und ausführlicher als auf der Stallgasse mit dem Züchter schnacken kann.

ich auch... :cool:

Timo
30.10.2008, 15:48
Hat sich wohl dann überschnitten Nearctic.

Der große Vorteil den ich beim Auktionskauf sehe ist, das man einfach gute vorselektierete und vor allem bereits röntgenologisch voruntersuchte Pferde auf einer Stelle hat und nicht die große Nordlandtour planen muß.
Besonderen Vorzug gebe ich allerdings Westfalen, da diese auch gleich den Rücken mitröntgen. Warum das die anderen Auktionsplätze nicht mit anbieten ist mir schleierhaft. -Gut, man könnte noch schnell eben eins schießen lassen, aber das zieht dann auch allerhand Mitbewerber an und erregt erst mal aufsehen. Und das möchte man ja eigentlich nicht haben, wenn man relativ günstig einkaufen möchte. Problematisch und vor allem teuer wird es, wenn man sich dann 10-20 Pferde in die engere Wahl stellt.

Kareen
30.10.2008, 16:12
att. Nearctic: So habe ich das auch nicht aufgefasst, dass Du irgendwas schlechtreden wolltest. Ab-Hof-Verkauf ist ja schön und gut aber wirklich sicherer ist das auch nur dann, wenn man die Pappenheimer vorher schon kennt. Ansonsten lässt sich auch da nix groß nachprüfen. Den Züchterstall kriegst Du bei den meisten Pferden schon mal gar nicht zu sehen, weil sie irgendwo zum Anreiten hingeschippert worden sind. Und selbst wenn Du bis auf den Züchterhof kommst, wird Dir auch da alles mögliche an haarsträubenden Geschichten aufgetischt die man zwar alle glaube kann, aber vielleicht nicht muss.
Für mich liegen die Vor- und Nachteile beim Auktionskauf auf der Hand, ich würde daher niemandem abraten, sich auf den erwähnten Auktionen zumindest mal orientierend umzusehen. Vorausgesetzt halt man verfügt über gewisse Erfahrung oder hat jemand mit der sich auskennt.
Rückenbilder sind übrigens relativ unnütz. Der einzige Grund warum sie in Handorf noch gemacht werden ist der, sich dagegen abzusichern, dass irgendwer hinterher Befunde aus dem Hut zaubert, von denen vorher keiner wusste. Den Pferden ist das in den allermeisten Fällen völlig egal, ob sie am Rücken einen Röntgenbefund haben oder nicht. Lest mal die jüngeren Veröffentlichungen zu dem Thema...

monti
30.10.2008, 16:18
vom Züchter kaufen - und von der AUktion kaufen....beides kann in die Hose gehen....

....generell ist es so:
wenn man ein junges Pferd kauft, muss man einen Trainer vor Ort haben, der mit Reiter und Pferd zusammen ausbilden kann.....

die meisten Pferde werden auch hirnmäßig unterschätzt - ich kenne Schulpferde, die schon an der Art wie der Reiter aufsteigt wissen, was sie sich erlauben können und was nicht.....

und mein Wallach hat auch schon gemerkt, dass ich ihn nicht immer so viel und so lange anpacken kann wie ich will, weil mir die Luftkapazität dazu fehlt.....und der nützt das auch aus....

Timo
30.10.2008, 16:21
Lest mal die jüngeren Veröffentlichungen zu dem Thema...
hast du da mal was im Netz ?

TomL
30.10.2008, 16:40
Rückenbilder sind übrigens relativ unnütz. Der einzige Grund warum sie in Handorf noch gemacht werden ist der, sich dagegen abzusichern, dass irgendwer hinterher Befunde aus dem Hut zaubert, von denen vorher keiner wusste. Den Pferden ist das in den allermeisten Fällen völlig egal, ob sie am Rücken einen Röntgenbefund haben oder nicht. Lest mal die jüngeren Veröffentlichungen zu dem Thema...

Kareen, wie meinst Du das?

Was wenn einer "Kissing Spine" hat, z. B., das will man doch vorher wissen, bzw. der würde doch gar nicht erst auf die Auktion dürfen oder nicht?

Kareen
30.10.2008, 16:42
Nichts ganzes aber zumindest eine kurze Besprechung einer rel. aktuellen Arbeit könnt ihr hier auf S. 6 lesen:

http://www.vetimpulse.de/download/vetimpulse.pdf

Rihanna
30.10.2008, 16:43
Ich hab zwar bis jetzt nur Erfahrungen in Verden gesammelt, die sind aber alle durchweg positiv gewesen. Die Leute dort sind zu den Kunden sehr höflich und man fühlt sich echt gut aufgeklärt (so ging es mir bis jetzt jedenfalls). Das Managment klappt super und die Pferde sind wirklich gut nachzureiten. Weiterer Pluspunkt: zeigt ein Pferd zu große Erschöpfungserscheinungen, kann es vorkommen, dass es einen Tag aus der Kollektion rausgenommen wird, um sich zu halbwegs zu erholen.
Fazit aus meiner Sicht: In Verden kannst du gut kaufen.

Kareen
30.10.2008, 16:53
Hier doch noch etwas brauchbares, umfangreicheres:

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/kalinowskis_ss07.pdf

Timo
30.10.2008, 16:59
Dank dir. Wurde auch mal Zeit das es mal jemand im Rahmen einer Diss anpackt.

countess
30.10.2008, 17:07
Nichts ganzes aber zumindest eine kurze Besprechung einer rel. aktuellen Arbeit könnt ihr hier auf S. 6 lesen:

http://www.vetimpulse.de/download/vetimpulse.pdf
das ist ja interessant!da fallen mir jetzt auf anhieb einige ein,die wegen kissing spines verkauft oder zurüchgegeben wurden und mit neuem reiter wieder gelaufen sind.ein kumpel hats auf den punkt getroffen.als wir die diagnose k.s. bei einem wallach,der ein m-springen nach dem anderen gewonnen hat,aber beim vorbesitzer nur gebremst hat,angezweifelt haben,hat er ganz trocken erwidert:" der hatte schon ein problem am rücken!seinen reiter!"

Nearctic
30.10.2008, 17:23
Stimmt, das Team in Verden ist super kompetent und zuvorkommend und versucht, sowohl das Optimum für die jungen Pferde als auch für die Kaufinteressenten möglich zu machen. Ich habe schon diverse Verkäufer und Käufer nach Verden begleitet, seit ich ein kleines Kind war und wollte keineswegs andeuten, dass dort nicht beste Verhältnisse herrschen. Verden war immer meine "zweite hippologische Heimat", auch, weil es durch meinen Wohnsitz in der Südheide leicht zu erreichen war.

An meine erste Auktion als kleiner Keks erinnere ich mich übrigens noch genau. Wir hatten einen bereits 5-jährigen Nachkommen vom Steppenwolf (Steinpilz xx) dabei, der laut Katalog als "zunehmend handlich" bezeichnet wurde. :D Die verschlüsselte Sprache der Katalogbeschreiungen zwischen den Zeilen richtig zu beurteilen, ist übrigens auch von Vorteil. ;) Der Wallach war zwar ein Rüpel mit Pfeffer im Poppes, (mich hatten sie beim Einreiten draufgesetzt, und ich lag oft daneben :rolleyes2: ), aber er konnte was, wenn man ihm zeigte, wo der Reiter hin will. Er ging damals für 8.500 DM weg und hat später serienweise S-Springen unter Thomas Bartels gewonnen. Die enttäuschten Verkäufer haben sich als Trost nach der Auktion für den gleichen Preis auf der Stallgasse eine Cardinal xx-Stute ohne Gebot geschnappt, die dann eine der Stammstuten auf unserem Hof wurde.

Vom damaligen Spitzenpferd dieser Auktion, Lupus, (ich glaube, ein Der Löwe xx oder Lugano), der Bekannten gehörte und für über 50.000,- DM wegging, hat man übrigens nie wieder etwas gehört. ;)

Britta
30.10.2008, 17:36
Stimmt, das Team in Verden ist super kompetent und zuvorkommend und versucht, sowohl das Optimum für die jungen Pferde als auch für die Kaufinteressenten möglich zu machen.


das wollte ich zum Beispiel nie anzweifeln - somit gibt es sicherlich riesengroße Unterschiede zwischen den verschiedenen Verbänden und Aktionsplätzen...

Laible
26.12.2009, 15:26
Hallo Zusammen!
Möchte das Thema gerne nochmal hochholen. Im Januar ist in Münster und Verden Zwischenauktion. Besonders in Münster gefallen mir 3-4 Stuten richtig gut.

Hat jemand Erfahrung mit dem Kauf von Auktionspferden, vielleicht sogar in Münster? Können die Verkaufsleiter ungefähre Angaben zum Preis machen, oder eine Vorstellung des Verkäufers angeben? War bisher nur Vollblut/Rennpferdeauktion, dass läuft ja etwas anders ab.

Besonders interessieren würde mich, wie die Pferde "zu Hause" nachzureiten sind.

Viele Grüße

Schwippe
26.12.2009, 18:22
...ich persönlich finde es gut auf einer Auktion zu kaufen. Erstens hat man eine ganze Menge Pferde an einem Fleck, zweitens kann man sie sich über einen längeren Zeitraum anschauen - so man sich die Zeit nimmt - drittens kann man die Reiter und die Pfleger fragen, viertens gibt es den Tierarzt vor Ort und man kann sie ausprobieren.
Ich persönlich will nicht mehr durch die Lande fahren und von einer Entäuschung zur anderen gondeln.
---
In Verden - ich kann nur für Verden sprechen - gibt es sogar die Möglichkeit für "Freizeitreiter" im Mai auf die "Hannoveraner erleben" - Verkaufsveranstaltung zu gehen. Findet sehr großen Zuspruch und die Pferde sind absolut "Freizeittauglich" und auf Herz und Nieren "geprüft". Da kann man schon den ein oder anderen Freizeit- und Sportkameraden finden. Und auch diese Pferde sind "getüvt"

Hondadiva
27.12.2009, 00:11
vorteile bei auktion:

1.) man hat viele pferde zur auswahl - wenn man privat sucht, dann kann man am tag maximal 4 - 5 pferde anschauen und muss im vorfeld darauf vertrauen, dass die verkäufer das pferd richtig beschreiben.

2.) die pferde haben bereits röntgenbilder - im zuge meiner pferdesuche vor ca. 3-4 monaten hatte ich zwei pferde, die super gepasst hätten, hatten aber beide ne hufrolle befund IV - hätte ich das davor gewusst, wäre ich gar nciht hingefahren.

3.) ich bin der meinung, es wird auf der auktion weniger getrickst

4.) keiner versucht, dir ein pferd aufzuschwatzen, du kannst unverbindlich als einer von vielen gucken

5.) keine horrende provisionen für mindestens drei zwischenverkäufern

nachteil:

1.) man sollte sich nicht in ein pferd verlieben, hier muss man bei der pferdewahl schon flexibel sein

2.) sehr unsicher, ob man das gewünschte pferd bekommt, da auf der auktion so ziemlich alles passieren kann

3.) tüv auf jeden fall vom eigenen TA anschauen lassen - kommt oft eine andere (schlechtere) einschätzung raus, als bei dem auktionstierarzt

4.) pferde sind oft durch den auktionsstress über der uhr und brauchen danach recht lange, bis sie wieder im reinen mit sich selbst sind

5.) bei der auktion sind die pferde meistens sehr gut präsentiert und mehr schein als sein - bei privaten braucht man oft viel phantasie, bekommt aber oft auch viel pferde mit potential gezeigt, die das aber erst auf den zweiten blick erkennen lassen. - für mich, als österreicher, ist das allerdings nicht so - da hat man oft das gefühl, dass die verkäufer glauben, ein nichtswissender österreicher, da kann man eh alles verlangen und das blaue vom himmel erzählen.

Fazit: wenn man in einem hochzuchtgebiet der pferdezucht wohnt, macht es sicher sinn, sich viele pferde in der gegend privat anzgucken. wenn man immer 500 - 1000 kilometer fährt, dann ist die private suche mehr als unbefriedigend - hier ist die auktion eine gute alternative....

Hristomatia
02.01.2010, 01:30
no, never würde ich auf einer Auktion kaufen. Die meisten Auktinen sind es nämlich garnicht, sondern es wird nur ein Theaterstück aufgeführt und viele fallen darauf herein. Da wird von Besitzern und anderen mitgeboten um den gewünschten Preis zu erzielen, da werden Preise künstlich in die Höhe getrieben. Davon mal abgesehen welchem Stress die Pferde in der Vorbereitung unterzogen werden.....
Wenn das alles immer so toll wäre, frage ich mich warum man die angeblich für das große Viereck prädestinierten Pferde niemals wiedersieht

Linaro3
02.01.2010, 03:24
Also meinem Vorredner muss ich mal wiedersprechen. Beruflich habe ich mit Auktionseinkäufen regelmäßig zu tun, privat haben wir auch schon gekauft. In allen Tipps schließe ich mich @Hondadiva an.

Ich bin eigentlich nur mit dem Marktplatz Verden vertraut - dort habe ich das Team aber immer als kompetenten Ansprechpartner im Hintergrund empfunden. Man kennt sich und man weiß was wir suchen, was nicht in Frage kommt. Auch über Preistendenzen wird vorher gesprochen (niemals über unsere, sondern die Schätzungen des Teams) - dann setzt man sich sein Limit und entweder geht es oder eben nicht.


Wenn das alles immer so toll wäre, frage ich mich warum man die angeblich für das große Viereck prädestinierten Pferde niemals wiedersieht

Elvis, E.T., Codex One, Donatha S, Let's Fly, Shutterfly, Piccolino, Weltmeyer Junior und wie sie alle heißen, hat man auch im großen Sport nie wieder gesehen! :lol:

Mona
02.01.2010, 12:38
no, never würde ich auf einer Auktion kaufen. Die meisten Auktinen sind es nämlich garnicht, sondern es wird nur ein Theaterstück aufgeführt und viele fallen darauf herein. Da wird von Besitzern und anderen mitgeboten um den gewünschten Preis zu erzielen, da werden Preise künstlich in die Höhe getrieben. Davon mal abgesehen welchem Stress die Pferde in der Vorbereitung unterzogen werden.....
Wenn das alles immer so toll wäre, frage ich mich warum man die angeblich für das große Viereck prädestinierten Pferde niemals wiedersieht

ist ja aber eigentlich klar, das die Besitzer mitbieten, jeder hat doch eine eigene Preisvorstellung und das Mindestgebot gehört bei den meisten nicht unbedingt zur eigenen Preisvorstellung, da ist es doch ganz logisch, das die Besitzer mitbieten.
Wem das zuviel des Kaufpreises ist, kann dann ja aufhören zu bieten.

Und viele Pferde gehen ja auch ins Ausland, oder an "Hobby"leute, ist doch klar, das nicht alle wieder im großen Sport laufen.

lighty
02.01.2010, 12:45
Ich habe es im Sommer von der anderen Seite erlebt.
Ich hatte mein San Amour Fohlen auf der HP von Schockemöhle. Ich bekam viele Anfragen, weil durch gutes Video und Fotomaterial (Wird von der Station Kostenlos angeboten) die Fohlen die Leute viel aufmerksamer werden.
Unter anderem bekam ich eine Anfrage aus England.
Die Interessentin kam an dem WE der Fohlen-Elite-Auktion in Vechta und schaute sich erst mein Fohlen an und fuhr dann weiter nach Vechta um sich dort noch ca 300 Fohlen (inkl. Fohlenmarkt) angeguckten.

Eine Woche später hatte ich nichts gehört und hatte natürlich gedacht das sie bei dem großem Angebot fündig geworden wäre.

Dann bekam ich eine Nachricht das sie sich für mein Fohlen entschieden hat !

Der Grund war das sie mein Fohlen in der Herde erleben konnte. Sie hatte gesehen das mein Fohlen in gemischter Herde steht das man ihn überall anfassen kann, Hufe geben und so weiter.

Mein Fohlen war sicher nicht besser oder schlechter als die anderen aber diesen Hintergrundwissen und der direkte Kontakt zum Tier haben erheblich zur Entscheidung beigetragen.