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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Muß das sein?



Kareen
30.10.2001, 10:26
Seit langem schon stärt es mich, wie bei uns in Dtl. Pferde auf Auktionen vorbereitet werden. Muß es wirklich sein, dass 3-jährige dermaßen zusammengeballert werden, dass sie sich hinterher oftmals nie wieder richtig erholen? Kann man offensichtlich erkrankte Pferde nicht zwangsweise aus der Kollektion nehmen? Es muß doch einen Weg geben, der die Interessen der Pferde (und letztendlich auch der beteiligten Menschen, denn die Aussteller sind es auch leid ewig horrende Tierarztkosten zu bezahlen) besser berücksichtigt. Mir würde da z.B. eine zahlenmäßige Begrenzung der 'Ausprobierritte' einfallen oder eine generelle Stallruhe von wenigstens 13 bis 15 Uhr, damit die armen Viecher mal zum Abschalten kommen...
Ich finde, es wird in den letzten Jahren eher schlimmer als besser. Meinungen?

Dancing Queen
30.10.2001, 11:35
Hi!
Da muss ich dir leider zustimmen. Wenn man sich auch nur die Fotos dieser Pferde vor der Auktion anguckt, da sieht man keinen 3-jährigen, der den Hals fallen lässt und zufrieden auf seinem Gebiss kaut. Alle vorgestellten jungen Dressurpferde laufen in zusammengezogener Aufrichtung, wenn man das überhaupt noch Aufrichtung nennen sollte, Runde um Runde im Mitteltrab durch die Bahn.
Sieht man aber die jungen Pferde, die zu Höchstpreisen auf den Auktionen verkauft werden später im ganz hohen Sport und internationalen Prüfungen wieder?
Wenn, dann doch äußerst selten und wahrscheinlich nach langer Weidepause nach der Auktion.

Dancing Queen

LionQueen
30.10.2001, 12:55
Hi!

Es scheint wohl wirklich so, dass die Pferde für die Auktion eine Blitzausbildung ablegen, und zusammengezogen ihre Runden drehen müssen. Diese Pferde sind erst 3 Jahre alt, sie sind noch verspielt, normalerweise untrainiert und müssen durch eine sanfte Ausbildung erstmal lernen das Reitergewicht auszubalancieren, den Hals fallen zu lassen... . Ich hab das Gefühl, dass manche Auktionspferde gerademal geradeauslaufen können, und der Reiter den Zuschauern und potentiellen Käufern zeigen muss, was für einen Mitteltrab der Kleine drauf hat.
Wäre es nicht sinnvoller die Jungpferde reel auszubilden und dem Puplikum dann einen zwanglosen Trab zeigen und schön verwärts abwärts zu reiten? Nein, vorne ziehen- hinten treiben. Das geht spätestens in die Hose, wenn statt einem Profireiter ein Amateur auf dem Rücken des Pferdes platz nimmt.

Dancing Queen, mir ist auch schon aufgefallen, dass man diese hochveranlagten Pferde, die für horrende Summen den Besitzer wechseln selten im großen Sport wiederfindet. Kann mir aber kaum vorstellen, dass das an der Ausbildung für die Auktion liegt, denn die großen Reiter verfügen über soviel Können, dass sie diese Pferde schnell wieder korrigieren können.

Mein Pferd ist auch ein ehemaliges Auktionspferd mit einem seltsamen Werdegang. Es stammt aus Bremen und wurden nach Süddeutschland verkauft. Dann eine Karriere als Springpferd bis Klasse *M/S. Dann eine Krankheit, dass teure Pferd verliert seinen Wert als Turnierpferd und wird abgeschoben. Zu meinem Glück http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/wink.gif

Biene Maya
30.10.2001, 22:50
traurig aber wahr...
normalerweise genügt es 3 jährige 3-4 mal pro woche zu trainieren, und man soll ihnen zeit geben sich ausbalancieren zu lernen. dann kommt es von selbst dass sie den hals fallen lassen, den rücken freigeben und anlehnung ans gebiss suchen.
leider sieht man das bei diesen auktionspferden so gut wie nie. sie stehen zwar an den hilfen und am gebiss, jedoch so starr wie eine puppe.
der kopf immer in der selben höhe drehen sie ihre runden. da macht nicht einer den versuch vorwärts abwärts zu gehen.
woher denn auch? sie werden ja einer blitzausbildung unterzogen nur damit sie nachher den entsprechenden preis liefern.
was ich nicht ganz verstehe ist, dass man für einen dreijährigen ohnehin nicht so viel bekommt, und deshalb könnte man doch ruhig noch ein bis zwei jahre warten und dem pferd für seine ausbildung zeit lassen.
das ist für das pferd besser und der zukünftige besitzer hätte auch viel mehr spass mit dem pferd, das dann auch seinem preis angemessen wäre.
Liebe grüsse biene maya http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif

Kareen
05.11.2001, 20:04
Naja, ganz so unverständlich ist die Sache aus finanzieller Sicht (der Verkäufer...) nicht. Schließlich muß man als Züchter davon ausgehen, dass einen ein 3-jähriger (egal ob gut oder nicht so gut) schon 15 000 DM gekostet hat, wenn alles glatt gegangen ist.
Wenn man dann bedenkt, dass für jedes weitere Jahr etwa 4000 DM draufgerechnet werden müssen damit es sich einigermaßen rechnet, finde ich es schon verständlich, dass die meisten Züchter bestrebt sind, ihre Pferde bereits dreijährig zu verkaufen. Dabei haben sie schließlich immer im Hinterkopf, dass für 'Spitzenpferde' - will meinen, diejenigen, die am meisten kosten, Summen im 6-stelligen Bereich gezahlt werden.

Allerdings muß ich Lion Queen wiedersprechen: So mir nichts dir nichts kriegt auch der beste Reiter ein junges Pferd nicht wieder hin, wenn es erstmal versaut ist.
Viele der Pferde tragen nämlich nicht nur körperliche Probleme (Rücken/Atemwege) sondern auch psychische Schäden davon und wer mal mit so einem 'Auktions-zombie' zu tun hatte, kann ein Lied davon singen, dass der falsche Knick kaum wieder wegzubekommen ist.

Solange finanzkräftige Käufer sich von der Präsentationsweise blenden lassen, wird sich wohl nichts daran ändern. Ich freue mich, dass es anderen wenigstens genauso geht und Ihr diese Bilder auch nicht sehen mögt.

steffi18
29.12.2001, 13:17
Ich bin voll und ganz Eurer Meinung.Bei uns im Nachbarstall war vor ca. einem Jahr eine Veransteltung für 3 jährige Stuten.Da waren echt tolle taléntierte Pferde dabei aber wir waren uns alle einig,dass wir diese Pferde wohl nie mehr aur einem Turnier zu sehen bekommen würden.Auch mit der Schnapsidee bei den dressurpferde-M auf Turnieren,dass Alter noch mehr herabzusetzen war ja wohl total daneben.wie soll man denn dann bitte mit einem "normalen" Pferd die Chance haben solch eine prüfung zu reiten???Da wird man noch dafür bestraft,wenn man seinem Pferd Zeit lässt sich zu entwickeln.Mein Wallach ist jetzt 6 und geht nächstes Jahr seine ertsen A-Dressuren,weil er bis jetzt einfach noch nicht so weit war.Klar müssen die Züchter und Ausbilder immer an das Geld denken,aber wenn man ein Bisschen weiter und vor allem mal an die Pferde denkt,wäre schon vielen geholfen,denn von diesen "tollen" Auktions-Krachern sieht man später wirklich nichts mehr.
MfG Steffi http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif

Kareen
30.12.2001, 18:32
Oftmals ist es ja auch so, dass die 'späten' Pferde sich langfristig als die besseren herausstellen. Durch die frühe Selektion werden diese Kandidaten aber ausselektiert. Wo bleibt da der Zuchtfortschritt?
Ich habe auch oft den Eindruck, dass der Rittigkeitsbegriff vielfach mißbraucht wird. Rittigkeit bedeutet für mich hauptsächlich das Vermögen, sich ausbalanciert und mit natürlicher Losgelassenheit zu bewegen und hinzu kommen innere Werte wie Leistungsbereitschaft bei klarem Kopf und einem gewissen Nerv.
Vielfach scheint es, als ob unter Rittigkeit heutzutage etwas völlig anderes verstanden wird, nämlich die Toleranz eines Pferdes (oder sollte man besser sagen Abgestumpftheit?) gegenüber reitelicher Fehleinwirkung... Traurig.
Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, dass die Reiter heute immer weniger gut ausgebildet werden. Früher gab es glaube ich auch noch mehr Reiter aus Passion, die sich gerne ein rohes Pferd kauften (wegen billiger) um es dann selbst mit der nötigen Zeit und Ruhe auszubilden. Heute gibt es für rohe Pferde so gut wie gar keinen Markt mehr. Sobald das Tierchen annähernd 3 Jahre alt wird, wird vorausgesetzt, dass es mindestens A-fertig ist. Oder man kann es gleich verschenken.
Die Ausbildung liegt dann oft ausschließlich in den Händen mehr oder weniger versierter Profis, denen die Zeit bzw. der (zahlende) Besitzer ständig im Nacken sitzt. Als Ergebnis sieht man heute nirgends mehr 3-jährige, geschweige denn 4-jährige. die altersgemäß gearbeitet werden.
Es wird oft argumentiert, dies liege daran, dass das 'Pferdematerial' eben besser geworden sei. Diese Ansicht kann ich nur begrenzt teilen. Mir ist nicht ersichtlich, wieso sich an der Physis der Pferde innerhalb von 20 Jahren etwas so grundlegend geändert haben sollte, dass sie plötzlich mit 3 Jahren ausgewachsen wären...
Ich werde jedenfalls weiterhin meine 3-jährigen behutsam anfassen auch nicht im ersten Jahr von Materialprüfung zu Materialprüfung schleifen.

Guten Rutsch
Kareen

steffi18
02.01.2002, 15:16
Halloo!
Zu der Sache mit dem "Pferdematerial ist besser geworden".Ich denke,dass sich heutzutage jeder,der ungefähr 1 Jahr Reitunterricht gehabt hat,und genug Geld hat,sich ein Pferd kaufen möchte.Nur leider ist es oft so,dass solche leute sich Pferde kaufen,die eigentlich ganz gut sind,aber mangelns guter Förderung zu unberechenbaren Feuerstühlen werden.Die Reise endet dann beim Abdecker und so etwas muss ja nun wirklich nicht sein!Ich glaube,dass viele Reiter sich einfach überschätzen.Wenn man sich schon ein gutes,junges Pferd kauft und noch kein guter Reiter ist,muss man sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen.Denn dann kann man ja mit dem Pferd zusammen lernen und der Schuss geht nicht nach hinten los.
Mfg Steffi

susanne
06.05.2002, 17:37
hmm,

das mit dem pferdematerilal besser geworden ist eigentlich ein zweischneidiges schwert. auf der einen seite hat man hochsensieble tiere, die um welten besser und intelligenter sind wie das was man in meiner jugend manchmal bekam aber die reitausbildung wird meiner meinung nach, bis auf ausnahmen, immer schlechter. die konsequenz daraus ist das schlechtere reiter immer bessere pferde bekommen und zum großen teil an dieser aufgabe scheitern. solche reiter haben vielleicht das geld aber nicht das können und daraus resultiert eben der anspruch der betuchten klientel m fertige dreijährige haben zu wollen, zum leidwesen der tiere.
ich selbst sehe diese entwicklung mit einem lachenden und einem weinendem auge, noch nie war es für mich so einfach und günstig gute fohlen oder remonten zu bekommen ( mein letztes schnäppchen war ein alme Z aus einer major del la cour mutter ), natürlich steckt da eine menge arbeit dahinter aber man hat immer das gefühl, das man weiß was das tier erlebt hat und für mich ist es immer schön wenn ich mit meinen selbst ausgebildeten pferden erfolge habe.



fröhliche grüße

Bonny
12.05.2002, 18:55
Meine Freundin hat sich gerade von der Auktion eine vierjährigen Hannoveranerstute gekauft. Die hat Muskeln, wo sie bei einem "Babypferd" gar nicht hingehören und sie ist schon so auf die Passage getrimmt, dass sie gar kein Arbeitstempo mehr gehen kann! Das ist traurig, doch ich denke, meine Freundin ist die richtige Reiterin, um das Beste daraus zu machen.
Allerdings möchte ich nicht nur der potenziellen Kundschaft und den Züchtern die Schuld an diesem Zusammengeknalle geben. Was müssen die armen Jungpferde denn heutzutage laut Aufgabenheft schon alles leisten? Mit drei Jahren in die Reitpferdeprüfung, die unterscheidet sich ja kaum noch von einer A-Dressur! Und das, das heute auf internationaler Ebene geritten wird, das gab es früher gar nicht. Das bewegte sich da nämlich auf dem Niveau, auf dem heute die L-Dressur steht!

Gruß, Bonny

Patricia
27.05.2002, 12:28
Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
Das Pferd und die Pferdezucht ist und bleibt ein Wirtschaftsfaktor. Das Pferd bleibt dabei leider oft auf der Strecke.
Dies ist leider aber auch ein Zeichen unserer heutigen Gesellschaft. Die Signale stehen auf Schnellebigkeit, Erfolg und Konsum. Diese Attribute werden mit viel Geld bezahlt, und der Pferdemarkt ist davon nicht unberührt geblieben. Funktioniert etwas dann nicht mehr, so wird es entsorgt; entspricht es nicht unseren Erwartungen, so wird es getauscht, etc. etc.
Auf der anderen Seite stehen dann die Leute, die sogenannten Hobbyzüchter, die mit viel Liebe, Zeit und Geld Pferde aufziehen und fast immer ein Verlustgeschäft machen. Sie sind Enthusiasten, deren Spleen oft nur milde belächelt wird. Ihre Kundschaft hat oft viel Herz und Liebe im Umgang mit den Pferden, leider aber auch meist nur wenig Geld. Die Anschaffung eines Pferdes ist für sie oft ein Lebenstraum. Ich gebe zu, dass mich dieser Kontrast damals dazu bewogen hat, eine Spezialrasse zu züchten, bei der ich mich voll einsetzen kann, bei der ich aber auch zumindest immer meine Kosten decke.
Gruss
Patricia

27.05.2002, 14:21
Hallo Patricia,

mich würde interessieren welche Rasse Ihr züchtet.

schönen Gruss

Miriam

Patricia
27.05.2002, 14:30
Hallo Miriam!
Danke der Nachfrage. Ich bin mit ganzem Herzblut überzeugter Knabstrupper-Züchter.
Gruss
Patricia

julia
20.08.2002, 12:21
ich kann auch nur zustimmen, dass es schrecklich ist, wie bei euch in D viele talentierte junge pferde oft schon zu früh hart rangenommen werden.

bei uns in Ö ist das eigentlich nur der einzelfall, aber bei uns gibts ja auch nicht diese großen auktionen und auch bei weitem nicht sooooo viele gute junge pferde. (wir sind doch nur ein kl. reiterland)

meiner meinung nach sollte ein pferd mit gut 3 jahren kurz angeritten werden, dann bis 4 jahre wieder auf die koppel gestellt werden und dann sollte schonend mit der sportlichen laufbahn begonnen werden.
leichter gesagt als getan!- viele händler, züchter etc. wollen natürlich auch geld sehen, denn ansonsten lebt es sich nicht so gut und darum verfolgt jeder das ziel sein "produkt" so gut wie möglich an den mann zu bringen.
genauso arg finde ich es wenn 5 jährige bereits M gehen bzw. 7jährige pferde schon im grand prix sport eingesetzt werden - kann denn das gesund sein? das ist ja als ob man einen schulanfänger mit 6 jahren einen 40 stunden job mit überstunden machen lässt.

andererseits bin ich aber nicht grundsätzlich dagegen, dass pferde sportlich etwas leisten NUR: mit maß und ziel und alles zu seiner ZEIT!!!

mfg
JULIA

20.08.2002, 13:51
Ich habe vor 3 Monaten ein 4-jähriges Pferd bekommen. Er hat eine sehr sehr gute Abstammung (Springpferd) und springt auch ganz locker alles, was ich anreite (bin eine mutlose Springerin, also sind wir nie höher als 50cm gesprungen). Wir springen nicht viel, weil ich es für so ein junges Pferd eigentlich zu früh finde.
Seine dressurnmäßige Ausbildung war nicht berrauschend, er war zusammengeknallt, auf der Stelle geritten und sein sehr guter Galopp war flach und kein bisschen über den RÜcken.
Er ließ sich aber sehr schnell umstellen, er läuft jetzt, wie ich finde, seinem Alter angemessen vorwärts-abwärts, trabt und galoppiert schön rund und locker, ist total losgelassen (und das in allen Situationen) und zufrieden.
Auch ein bisschen Tritte/Sprünge verlängern kann er supergut.
Im Trab kommt mittlerweile richtig was.
Also hab ich einfach mal eine Reitpferdeprüfung genannt. 3- + 4-Jährige zusammen, weil ich dachte, die ganzen 3-Jährigen wären wohl kaum besser als wir...
Naja, er wear auch supercool. 1. Turnier, total locker und entspannt. Tja, aber die anderen... Oben festgezurrt bis zum geht-nicht-mehr, Nasen- und Sperrriemen im letzte Loch, damit die Pferde ihr Maul nicht aufreißen konnten, Rädchensporen und 1,50-Gerten, vorne ziehen, unten treten, in jeder Ecke nochmal feste in die Rippen, damit an der nächsten langen Seite noch mehr kam...
Übel.
Mein Kleiner und ich haben zwar eine 8,0 gekriegt, aber ich war echt entsetzt. Da liefen alle Pferde in 130%iger Aufrichtung, nur eben meiner nicht.
Die Richter haben mein Pferd dann als "etwas schlaff und ohne Pepp" kommentiert...
Naja, ich find ihn einfach nur cool und ich denke auch, dass wir auf diesem Wege eher weiterkommen werden. Wir müssen dieses Jahr ja noch keine Dressurpferde L reiten und nächstes Jahr L-Dressuren, das finde ich völlig übertrieben. Dieses Jahr E-Dressuren, nächstes Jahr vielleicht A oder halt auch noch E, das reicht doch.

Ich war auch in den Springpferdeprüfungen etwas entsetzt. Springpferdeprüfung der Kl.A für 4-Jährige. Da hätten mein Kleiner und ich hingekonnt. Ewig langer Parcours, die buntesten Hindernisse wurden rausgekramt, wirklich breite Oxer, kaum ein Pferd hat verweigert oder einen Hindernisfehler gehabt (die Reiter haben dermaßen zugetreten und draufgehauen...), der Stil der meisten Reiter war unter aller Sau (reißen an den Zügel, zutreten, draufhauen...) und trotzdem gab es viele Noten im hohen 8-er Bereich.
Übel.
Da warte ich lieber noch etwas und reite nächstes Jahr vielleicht mal eine Eignung oder so und ein E-Springen, als dass ich da jetzt mein Pferd drüberjage.
Ich muss ja schließlich nicht alles, was mein Pferd anbietet und was er an Potential hat (und das hat er...) jetzt schon verbraten.

missamerica
26.11.2002, 19:00
Hallo Ihr!

Ich selbst war noch auf keiner Auktion. Aber mein Reitlehrer, der gleichzeitig Richter ist, erzählt mir immer davon. Er sagte auch immer zu mir hol dir doch einen von der Auktion, die sind getüvt etc. Nunmehr hat er seine Meinung auch schon etwas geändert. Er war mit einer oder verschiedenen Reitschülern zur Auktion, wobei die Eltern auch ein Pferd ersteigert haben.
Eines von den Pferden ist schon beim Abdecker gelandet (kaputt auf den Knochen). Das zweite Pferd, welches dort landen wird ist in Sicht.
Nunmehr sagt er auch, dass diese Pferde wohl doch oft überfordert sind.
Meine Meinung ist, wenn schon Auktion, dann vielleicht ein Pferd was weniger kann. Ist dann ja vielleicht noch nicht überfordert.
Viele Grüße

Stefanie

missamerica
26.11.2002, 19:35
Hallo ich bin`s nochmal !

Etwas ähnliches geht meiner Meinung nach auch bei den Stutenleistungsprüfungen ab.
Im Januar habe ich als Hobbyreiter per Zufall eine kleine Rubinsteinstute zum Einreiten bekommen. Habe so was noch nie vorher gemacht. Naja mit Hilfe meines Reitlehrer haben wir sie wirklich ganz super hinbekommen. Jedenfalls wollte ich sie dann für die Prüfung anmelden und sollte mit ihr dann zur Stutenschau. Gesagt getan. Stute natürlich etwas lustig vorgestellt bei der Stutenschau und promt eine Einladung zur Leistungsprüfung für Oldenburger Elitpferde bekommen.
Da war natürlich Holland in Not. Wie sollte ich der Armen in so kurzer Zeit noch Freispringen beibringen, wozu sie auch überhaupt keinen Bock hatte.
Naja mit Geduld und Höchsthöhe beim Üben von 90 cm mehr konnte ich nicht tun um ihr Vertrauen zu erhalten bin ich dann dort hin.
Dort habe ich dann einen Schock bekommen. Nur Stuten mit Hengsthälsen, super Mitteltrab, Versammlung etc.
Die Kleine (ist ja nur 1,63 m groß) hatte natürlich keine Chance. Und für mich war es eine Erfahrung. In der Rittigkeit hat sie immerhin ne 7,5 bekommen. Das ist ja schon ein bischen was. Aber wer mir erzählt, dass diese ganzen Superstuten - wie meine es wirklich war, nämlich ca. 3 Monate kurz unterm Sattel - dem glaube ich kein Wort.
Nochmals Viele Grüße
Stefanie

steffi18
27.11.2002, 14:49
@missamerica:
So was Ähnliches hab ich auch schon gesehen.Amletzten Schultag vor den Sommerferien waren wir mit einer 3 jährigen Stute (Wolkentanz I-Wanderbursch II) in Meppen auf dem Höftehof zur Stuteneintragung.Gleichzeitig war auch Stutenleistungsprüfung.Wenn man bedenkt,dass die Stuten die da vorgestellt wurden so alt oder höchstens 1 Jahr älter waren,als unsere Süsse,ist einem echt schlecht geworden.Da unsere noch nie woanders gewesen war,ist es auch dementsprechend nicht so gut gelaufen,wie wir es uns erhofft hatten. Sie hatte durchweg 7ner Noten und im Schritt eine 8.Aber damit lag sie deutlich unter ihren Möglichkeiten.Man kann einem jungen Pferd ja schlecht verbieten,sich umzusehen.Und da gab es wirklich viel zu sehen.Das hat auch gar nichts gemacht,denn die anderen Stuten taten mir echt leid.Die können ihre Kindheit doch gar nicht richtig genießen.Und die gedrillten sind meißtens die,von denen man nichts mehr hört.Das Problem war nun aber,dass der Besitzer(hat nicht viel Ahnung von Pferden) Blut geleckt hatte,und meinte,dass unsere Stute im August auch zur Leistungsprüfung müsse.Da haben wir ihm aber gleich gesagt,dass das für uns überhaupt nicht in Frage kommt,weil sie noch gar nicht so weit war.Zu dem Zeitpunkt hatten wir sie nämlich gerade anlongiert. Er hat zum Glück auf uns gehört.Jetzt ist sie tragend von Londonderry und fohlt so ungefähr im Juni 2003.Sie kann jetzt geritten werden(Schritt,Trab,und Galopp ;ganze Bahn und Zirkel).Meine Freundin reitet sie so lange wie möglich und macht dann Pause,bis ihr Fohlen abgesetzt ist.Sie möchte ihr jetzt noch die rundlegendsten Dinge beibringen,damit sie,waährend sie ihr Fohlen hat,alles verarbeiten kann. Sie ist wirklich in jeder Weise ein super Pferd und durch zu frühe und zu große Belastung hätten wir sie danach zu Nichts mehr gebrauchen können.

Donnerwetter
05.04.2003, 20:40
@all:
ihr seid ja derbe am wettern auf alle, die ihren pferden in jungen jahren eine konsequente ausbildung angedeihen lassen... http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/confused.gif

was sagt ihr denn dann zum jährlich stattfindenden highlight der deutschen pferdezucht - dem bundeschampionat?
auch hier müssen 3jährige antreten, die teilweise nur gut bewertet werden, wenn die aufrichtung und anlehnung in allen lebenslagen stimmen? und besonders bei den reitponies ist das ja vielleicht doch fehl am platze, da sie ja wirklich und bekannter maßen spätentwickler sind.
ich höre die leute immer nur auf die auktionvorgänge schimpfen, zum bundeschampionat fahren alle immer gern und fleißig hin, ohne die parallelen zu sehen.
ich denke, hier mangelt es vielen an der nötigen konsequenz.
http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/confused.gif http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/confused.gif http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/confused.gif

MissInschallah
05.04.2003, 21:10
@donner:
für die 3-jährigen ist die quali aber z.b. frühestens ab mai, und die championate ja erst im herbst. außerdem denke ich, einen 3-jährigen von der auktion konsequent eine reitpferde durchlaufen zu lassen, ist bei der blitzausbildung nicht nötig. viele richter achten ja auch zum glück auf turnieren auf losgelassenheit und arbeitsfreude bei den youngstern, auf auktionen wird das hingegen nicht beachtet, hauptsache die beine sind oben. denke da sollte man schon unterschiede machen, und zum thema ponys: die meisten bundeschampions von damals laufen heute immer noch aktiv im sport und werden meines wissens äußerst vorsichtig auf solche turniere vorbereitet.

Donnerwetter
05.04.2003, 21:18
@ missi:
du kannst aber nicht abstreiten, daß reitpferdeprüfungen immer von pferden gewonnen werden, die schon in vollendeter haltung mit möglichst großem kragen laufen. das ist jedenfalls meistens so.

außerdem: die bundeschampionate sind im september. da wird ein normaler 3jähriger bei uns das erste mal mit einer longe betraut.

des weiteren werden immer öfter diejenigen bundeschampion, die die beine oben haben.

MissInschallah
06.04.2003, 00:29
weiß nicht, bei leuten die ich kenne, herrscht die these vor, dass man ne`m dreijährigen noch nicht viel anreiten kann, sondern entweder er kann`s oder er kann`s nicht, und wenn ein trab 1a ist, braucht er ja auch nicht dementsprechend rausgeritten werden. zum thema 3-jährige: meine werden alle langsam und schonend geritten und ich finde es besser, als bis 4 oder 5 gar nichts zu machen, und dann auf einmal den gedanken zu bekommen: hui, mein pferd ist schon 5 und kann noch gar nichts, und jetzt mach ich ihn mal schnell mit 1h voll-power-training dementsprechend a oder l-reif. da reit ich die kleinen lieber 10min am tag und hab nachher ein pferd, was die anforderungen, die ihm in entsprechendem alter gestellt werden, auch erfüllen kann...

Kareen
06.04.2003, 11:46
Da mach' Dir mal lieber nichts vor. Zumindest bei Großpferden kann man mit der nötigen Präparation einiges 'ranreiten'. Dass das BC in eine falsche Richtung weist (und läuft), ist sicher nicht von der Hand zu weisen.
Viel schlimmer finde ich aber das Gereiße auf den Stutenprüfungen. Da fragt nämlich keine Sau danach, ob das Tierchen überhaupt schon 3 ist. Erfahrungsgemäß läßt denen auch kaum einer eine wirkliche Ausbildung angedeihen sondern es wird sich einfach draufgesetzt, gas gegeben und dann 'wo steht das Klavier'... Noch dazu im Kalten und ohne Aufwärmprogramm, vom Freispringen woll'n wir mal gar nicht reden...

Feld-Stutenprüfungen fangen oft im Februar an. In Verden wird eine Stationsprüfung angeboten, die Ende Januar beginnt, das heißt eine Stute, die Pech gehabt hat, und eventuell zu einer physiologisch normalen Zeit (sagen wir Mitte Mai) zur Welt kam, aber zur ersten verfügbaren Prüfung angemeldet wurde, geht spätestens ab Anfang November an die Arbeit und da ist sie gerade mal Zweieinhalb, wenn ich richtig rechne. Weide ist wahrscheinlich schon viel eher nicht mehr drin, denn zum 'von der Weide holen' reicht es ja bei den meisten Züchtern noch. Weiß auch nicht was sie sich davon versprechen, Stuten zu scheren, Decke draufzutun und dann im Stall vor sich hinmodern zu lassen.
Auslauf organisieren ist dann aber meist zu viel Aufwand. Dann holter die polter noch am Tag vor der Abreise eine Vollimpfung rein, Boostern kann man dann ja schon im 'Ausbildungsstall'. Trense eingepackt und ab dafür. Die Profis ärgern sich dann, wieso der blöde Esel nicht mal die Füße gibt und bekommen mitgeteilt, dass die Stute in 8 Wochen SPÄTESTENS die Prüfung in der Tasche zu haben hat...
Traurig traurig.

MissInschallah
06.04.2003, 13:41
na bei den hlps ist das ja zum glück nicht so, da muss man vorreiten, und wenn die merken, der hengst ist gerade mal 3 tage unter`m sattel heißt`s danke schön, kommen sie bitte wieder, wenn er weiß, wie man geradeaus läuft. ich find es gibt immer zwei seiten, finde zum teil besser, wenn junge pferde ne gute ausbildung bekommen und dann auch mal schwitzen müssen, als wenn alles so lasch gemacht wird und dann auf einmal per überfall-kommando, oder dreijährige nicht fachgerecht angeritten werden, mit viel gezerre im maul, in den rücken fallen etc., weil der reiter null und nichts vom anreiten junger pferde versteht. sowas seh ich auch fast jedes wo auf turnier, und da werde ich sauer. dann lieber fachgerecht ausgebildet, als nichts halbes und nichts ganzes. und ich finde bei dem thema auch, dass konsequenz und härte zum teil verwechselt wird. wenn ein bereiter sein pferd mal durchtreibt, weil es scheut, heißt es direkt, der ist aber hart, wenn er es nicht machen würde, würde das tierchen aber wahrscheinlich an jeder ecke stehenbleiben. mit dem am zügel gehen ist es dasselbe, dann lieber konsequent durchgeritten, als bei vielen amateuren zu sehen, die denken, sie tun ihrem pferd was gutes, wenn sie es bis 6 mit dem kopf nach oben rennen lassen, nur um das tierchen bloß nicht zu überfordern.

Nils
06.04.2003, 20:27
Quote from MissInschallah, posted on Apr. 05 2003,23:29





weiß nicht, bei leuten die ich kenne, herrscht die these vor, dass man ne`m dreijährigen noch nicht viel anreiten kann, sondern entweder er kann`s oder er kann`s nicht, und wenn ein trab 1a ist, braucht er ja auch nicht dementsprechend rausgeritten werden.

das is ja etwas blauäugig. wie kareen schon anmerkte, da kann man sehr viel präparieren. und machen wir uns doch nix vor. spätestens auf dem bucha werden die reitpferde nicht mehr in altersgemäßer remontehaltung präsentiert. die, die vorne mitmarschieren sind zum überwiegenden teil in einer form vorgestellt, die man normalerweise erst bei einem gut l-reifen pferd vermuten würde, wenn man denn idealist wäre. nur versammlung und aufrichtung haben, grob gesagt, bei einer 3 od. 4 remonte nichts zu suchen.


da reit ich die kleinen lieber 10min am tag und hab nachher ein pferd, was die anforderungen, die ihm in entsprechendem alter gestellt werden, auch erfüllen kann...

willkommen im club der tugendhaften. wenn man sein eigener herr ist, ist sowas machbar.

in meiner ausbildung war ich ua bei einem dressurausbilder, der dafür bekannt ist, pferde erst mit 6/7 rauszubringen, die dann schon das level von höheren prüfungen gehen können, aber nicht in den material- und aufbauschlachten verballert wurden. mit so einer einstellung geht einem dieses schautreten natürlich am ... vorbei, aber da spielen wir auch in einer anderen liga. nach der ausbildung und während des studiums war ich hin und wieder als auktionsbereiter unterwegs. wenn man in einer zwischenauktion an die 100 kandidaten im aufgebot hat, ist das fließband-arbeit. das gros der kunden will die pferde in einem ganz bestimmten rahmen präsentiert bekommen. das zauberwort heißt spektakulär und hat ganz und gar nichts mit reeler ausbildung zu tun. als züchter ist für mich spätestens seit diesen intermezzi das thema auktionsbeschickung durch. bei einer elite-auktion wird genauso geballert, nur hat man da ein paar wochen mehr zeit die pferde verkaufsgerecht "fertig" zu machen. der ein oder andere hatte vielleicht schon mal das zweifelhafte vergnügen auktionspferde unter den sattel zu kriegen. im günstigsten fall hatten die einen guten ausktionsreiter (ja, auch die gibt es udn wenn ich in die verlegenheit komme auf auktionen zu kaufen, ist der reiter ein wichtiges kriterium), der den spagat zwischen auktionsberitt und irgendwo noch pferdegerechter ausbildung hingekriegt hat. trotzdem kann man diese kreaturen erst mal für einige woche therapieren, damit die runterkommen können und bisher war immer noch back to basics angesagt. wie gesagt, der auktionsreiter spielt keine unerheblich rolle und ist oft der faktor, der die spätere brauchbarkeit im hinblick auf eine reele grundausbildung mitbestimmt. und was auf den auktionen in reinkultur vorexerziert wird, determiniert in abgeschwächter form den markt für dressurnachwuchs und die vorbereitung auf das bucha. und seid mal nicht so naiv zu glauben, daß die mehrheit der potentiellen kundschaft ein losgelassenes, dem alter entsprechend vorgestelltes pferd sehen will. das kriterium heißt lampen austreten und dementsprechendes reiten divergiert mit einer vernünftigen pferdeausbildung. natürlich gibt es ein paar leute, die versuchen beides unter einen hut zu kriegen- also die reele grundausbildung und warendorf als saisonziel. im einzelfall gelingt das auch mal. aber nicht ohne grund sieht man die meisten materialkönige im großen sport nicht mehr. meine persönliche erfahrung in diesem bereich war, daß man spätestens in w'dorf mit einem remontemäßig vorgestellten pferd keine chancen auf vordere plazierungen mehr hat. bei dem ganzen aufwand lass ich die youngster dann lieber auf der wiese starte 1-2 jahre später durch. im hinblick auf die aussbildung des pferdes sinnvoller, im hinblick auf die vermarktung natürlich ein wirtschaftlicher verlust.


zum thema 3-jährige: meine werden alle langsam und schonend geritten und ich finde es besser, als bis 4 oder 5 gar nichts zu machen, und dann auf einmal den gedanken zu bekommen: hui, mein pferd ist schon 5 und kann noch gar nichts, und jetzt mach ich ihn mal schnell mit 1h voll-power-training dementsprechend a oder l-reif.

na ja. das ist mir zu sehr black and white. ideal ist es die 3jährig anzureiten, wegstellen, im herbst bis in den nächsten frühsommer in arbeit nehmen und nach ein paar turnierchen nochmal wegpacken. dann können die, wenn nix schiefgelaufen ist, mit 4 l-angeritten sein und im nächsten jahr reele chancen in aufbauprüfungen haben. ausgenommen ich will mit 3/4 verkaufen.

Donnerwetter
09.04.2003, 16:50
@ nils:

sehr gut getroffen!
applaus, du sprichst aus, was ich mir die ganze zeit gedacht hab, war bloß zu faul, es aufzuschreiben.
wirklich sehr kompetent und überzeugend! großes lob!

http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/colgate.gif http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/colgate.gif http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/colgate.gif

nino
13.05.2003, 23:17
Ich finde man sollte mal ganz ehrlich sein: Wer will denn schon auf Auktionen, Leistungsprüfungen, BuCha... Pferde sehen, die halt "einfach nur rund laufen"? Ich denke, die Zuschauer drängen doch auch danach, dass die 3-jährigen schon eine mega Aufrichtung haben, ihre Beine wer weiß wie hoch schmeißen und spektakulär aussehen. Pferde sind nunmal ein Geschäft und wer da nicht mitzieht, weil er ein schlechtes Gewissen hat oder sich mal Gedanken macht, der ist eben draußen.

14.05.2003, 12:02
Wenn man den jungen Pferden halbwegs gerecht werden will, dann müßte man so konsequent sein und sämtliche Prüfungen für 3 j. Pferde verbieten (einschl. Bucha etc.).
Das gleiche gilt für Auktionen, HLP und ähnliches.

Das wird man aber nicht durchsetzten können, da zu viel Geld dranhängt und die entsprechenden Lobbyisten Einfluß haben.

MissInschallah
15.05.2003, 08:48
mhm, ich finde das wie viel kritischer, will heißen, wenn man 3-jährigen in reitpferdeprüfungen komplette marathon-strecken im galopp zumutet, oder die richter sich abwenden, wenn die pferde nicht zu 100% zusammengeknallt sind. sowas ist nämlich bei einem 4-, 5- oder 6-jährigen pferd meiner meinung nach genauso schlimm...es ist so oft der fall, dass richter keine gute note mehr geben, wenn das pferd einmal wegspringt oder sich ne`n blumentopf genauer anschaut. mich macht sowas richtig sauer, weil wann soll ein dreijähriger denn bitte schön mal genauer hinkucken dürfen, wenn nicht in einer jungpferdeprüfung? http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif

Cordero
15.05.2003, 11:52
Bei uns in der Schweiz gehts da ein wenig anders zu und her. Für junge Schweizer Pferde (die in der Schweiz gezüchteten Pferde erhalten einfach einen Schweizer Brand und laufen unter der Rasse CH, auch wenn Mama Holsteiner und Papa Franzose) gibts den Feldtest, eine Art Ausbildungsprüfung, die an verschiedenen Daten von Sommer bis Herbst stattfindet. So kann man den Dreijährigen auch etwas später anreiten wenn nötig und erst im späteren Herbst an den Test gehen. Der Feldtest ist an einem Tag und besteht aus Vorführen, Vorreiten, Freispringen etc., den kann man bestehen oder nicht. Ausserdem gibts speziell für die CH-Pferde Promotionsprüfungen in Dressur, Springen und VS. Während der Saison kann man sich in speziell dafür ausgeschriebenen Prüfungen für den Final im Herbst qualifizieren. Da ist alles unterteilt in Prüfungen für vierjährige, für fünfjährige, sechsjährige und ältere Pferde. Wobei die Springen immer viel mehr Teilnehmer haben und auch das grösste Interesse auf sich ziehen, im Gegensatz zur Dressur... schade. Ich kann leider nicht beurteilen wie die Pferde im Vergleich zu denen in Deutschland laufen, habe aber das Gefühl dass die hier schon noch weniger weit sind, es herrscht kein so extremer Druck wie wenn man sich für ein Bundeschampionat qualifizieren möchte. Aber man sieht schon auch ziemliche Unterschiede unter den gleichaltrigen... das schöne an der Dressur ist dass die Programme nach Ende vom Richter kommentiert werden, er sagt was über die Stärken und Schwächen des Pferdes und über den Gesamteindruck. Das ganze läuft aber schön friedlich ab! Es ist aber kein Muss an Promotionsprüfungen teilzunehmen, es ist mehr so ein Status den man sich als Züchter dazuerwerben kann, v.a. wenn man das Pferd verkaufen möchte.
Verkaufsaktionen für junge Elitepferde gibts hier schon auch, bloss war ich noch nie anwesend und kann leider nicht beurteilen wie es dort zu und her geht. Kann mir aber vorstellen dass es weniger schlimm ist weil wir halt einfach (noch) nicht solche Mengen Spitzenpferde haben! Oder war schon ein Schweizer mal anwesend?
Mein eigener, in Deutschland gezogener Holsteiner wurde erst mit 4 Jahren angeritten, er war mit 3 einfach noch zu mickrig. Ich bin echt froh hat ihm die Züchterin diese Zeit gelassen. Er ist allgemein spätreif und auch jetzt, mit 6 Jahren, im Kopf immer noch ein Kind. Ich habe das Gefühl er würde so einen Schnelldurchlauf nie mit sich machen lassen. Bei ihm muss man schon sehr konsequent sein, aber auch viel Feingefühl und v.a. Zeit und Geduld mitbringen, weil sonst gar nichts mehr geht. Aber zum Glück stehe ich unter keinem Druck http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/smile.gif