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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einschläfern - ein gnädiger Tod ?



natimoni
11.09.2001, 00:26
Ich möchte hier ein nicht sehr erfreuliches Thema zur Diskussion stellen. http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif
Was tun, wenn keine Hilfe mehr möglich ist und das arme Pferd nur noch leidet ? http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif *:confused:
Ich stehe nun leider zum 2. mal innerhalb von 1 1/2 Jahren vor dieser Frage.
Letztes Jahr mußte ich meinen 12-jährigen Frühlingsball-Wallach nach einjähriger Lahmheit und einjähriger Therapie, die leider nicht geholfen hat, schlachten lassen. Ich weiß, das klingt hart, aber ich habe es als die für mein Pferd beste Lösung gehalten. Ich habe einen sehr netten jungen Mann gefunden, der in der elterlichen Metzgerei mitarbeitet und offensichtlich selbst auch Reiter ist. Er ist zu uns an den Stall gekommen - ich habe ein halbes Jahr zuvor für mein krankes Pferd und die Stute einer Freundin einen Stall und Wiesen gepachtet, um ihn dort vielleicht wieder gesund zu kriegen, leider erfolglos - und hat meinen Wallach, der selbst sehr aufgeregt war, weil er nicht lange von "seiner" Stute getrennt sein wollte, ganz lieb beruhigt und getätschelt und ihn bewundert, denn "Fabiano" war ein sehr hübsches Pferd, nur leider mit einem kaputten Bein. Der junge Mann hat sich Zeit genommen, sich mit mir unterhalten, dabei immer wieder das Pferd gestreichelt und auch mit ihm geredet. Da Fabiano immer noch ziemlich aufgeregt war, haben wir "seine" Stute in Sichtweite geholt und schon hat er sich beruhigt. Er fing an zu grasen, hatte saftiges grünes Gras im Maul, sah seine "Carola" in der Nähe, wurde von mir und dem jungen Mann getätschelt und gelobt. Dann hatte der Metzger in seiner streichelnden Hand das Bolzenschußgerät und rieb sanft über Fabianos Stirn und als er am richtigen Punkt über den Augen war, drückte er ab. Fabiano war sofort tot, aber in einem für ihn sicher schönen Moment, mit seinem Menschen, seiner Stute bei sich, auf seiner gewohnten Wiese mit frischem grünen Gras im Maul, gestreichelt und gelobt. Es ist zwar schon fast 1 1/2 Jahre her, aber jetzt muß ich doch wieder heulen. Ich habe ihn 4 1/2 Jahre gehabt, in dieser Zeit sehr schwere, aber auch wunderschöne Stunden mit ihm erlebt. Ich wollte ihm einen Tod ohne Angst und Irritation schenken, das war ich ihm schuldig.
Vom Einschläfern habe ich bis jetzt nur zwiespältige oder sogar Horrorgeschichten gehört. Dass Pferde sich lange herumquälen mussten, weil die Narkosemittel nicht richtig dosiert waren, und dabei panische Angst bekamen, weil sie nicht wussten, was mit ihnen geschah, und das sogar in Einzelfällen stundenlang! * http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif
Jetzt bin ich leider bald wieder vor so einer Situation:
Der Nachfolger von Fabiano, den ich mir ganz schnell gekauft habe, damit die Stute meiner Freundin nicht allein steht, ist sehr krank. Ich habe ihn damals fürn Appel und n Ei bekommen, es war ein Notverkauf, wohl aus Geldmangel der Vorbesitzer, über Mund-zu-Mund-Propaganda. Eine Ankaufsuntersuchung hätte ein Vielfaches des Preises gekostet und mir erschien er fit. Die Vorbesitzer hatten mich darüber aufgeklärt, daß er Heu-Staub-Allergiker ist, was mir nicht schlimm vorkam, da die Pferde bei mir im Offenstall stehen. Außerdem ist er auf dem rechten Auge blind. Aber auch das erschien mir nicht so wichtig, da ich ihn immer anspreche, wenn ich von der rechten Seite an ihn herantrete. Damit konnten wir beide gut leben. Im Sommer wurde er auch noch nicht so viel geritten, da wir den Stall und die Weiden erst richtig nach unseren Vorstellungen herrichten wollten. Die Ausritte mit ihm, so ca. 1x pro Woche, waren sehr schön, ein artiges braves Pferd, das alles mitmachte, aber nicht übermütig war. Im Herbst und Winter wurde er dann langsam mehr belastet, da auch sein Husten schlimmer wurde, mußte er Schleimlöser bekommen und nach Anweisung des Tierarztes täglich bewegt werden. Auch hier nur Freude zunächst: nach anfänglicher Steifheit immer lockerer und, siehe da, dressurmäßig offensichtlich bis L ausgebildet. 2 Monate Spaß und Freude, dann der Schock: lahm hinten rechts. Schritt führen oder reiten, langsam geht es aufwärts, aber auch nach längerer Zeit immer noch Restlahmheit. Ich will euch jetzt nicht mit der ganzen Krankengeschichte langweilen. Fakt ist jetzt: hinten rechts ein Chip im Fesselgelenk (von OP hat der TA abgeraten, da der Chip zu ungünstig sitzt), Hufrollenentzündung vorne links, sich berührende Dornfortsätze im Bereich des Widerristes und der Lendenwirbelsäule sowie die bekannten Vorerkrankungen (Allergie und Blindheit). Der Tierarzt prophezeite mir bis zum Ende des Jahres bei Behandlung dieses Pferdes Rechnungen in Höhe von ca. 1000 - 1500 DM.
Bezahlt habe ich bisher seit Auftreten der Lahmheit + Behandlung des chronischen Hustens ca. 3000 DM.
Das schlimmste aber: eine Therapie wird nur den Istzustand halten, die Erkrankungen aber nicht heilen können, was bedeutet, wenn er geritten wird, lahmt er leicht hinten rechts, vorne kommt er mit den Hufen überhaupt nicht vom Boden weg ("stumpfer" Gang) und seinen Rücken versucht er in jeder Situation möglichst zu entlasten (streckt die Hinterbeine nach hinten weg). Über das Abgeben als Beistellpferd oder für Kinder (Leichtgewichte) habe ich mir auch Gedanken gemacht, kommt aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, dazu vielleicht ein andermal mehr, es ist schon spät!
Jetzt steht also wieder eine Entscheidung an.
Ich mußte mir das alles einfach mal von der Seele schreiben und würde mich freuen, Eure Meinung dazu zu lesen.
Seid mir nicht böse über die Länge meines Beitrags, aber ich dachte, nur so könnt Ihr nachempfinden,was in mir vorgeht!

Gruß an alle Pferdeliebhaber und viel Gesundheit für Eure Tiere!!!

Eure Natimoni

Biene Maya
11.09.2001, 12:46
hallo natimoni,
kann mir sehr gut vorstellen was du durchmachen musst. ich selbst bin ja in einer ähnlichen situation. am 25. september wird mein pferd in münchen in der uniklinik untersucht und dann sagen sie uns ob es noch einen sinn hat. er hat nämlich eine chronische sehnenscheidenentzündung und geht die meiste zeit lahm. wir haben auch schon viel therapien versucht, aber keine hat so richig angesprungen. jetzt lassen wir nochmal eine ultraschall untersuchung machen um festzustellen wie die heilungschancen sind. falls die sehne zerfetzt sein sollte, lassen wir ihn in den nächsten tagen darauf gleich schlachten, da es ja dann keine möglichkeit mehr gibt wie uns in der klinik gesagt wurde.
da ist also der punkt: mein vater wollte dass wir ihn dann gleich in münchen einschläfern lassen sollen und gar nicht erst mehr mit heim nehmen. Nur weiss ich von einer freundin von mir, dass das einschläfern sehr grausam sein kann. sie hatte einen hengst der einen tumor hatte. als sie ihn einschläfern lies, lag der hengst schon am boden und sie dachten jetzt ist es vorbei, als er sich plötzlich nochmal zu bewegen anfing und wieder aufstehen wollte. er soll voll gestöhnt haben vor schmerzen, weit aufgerissene augen gehabt haben und geblähte nüstern. schließlich ist er wieder hingefallen weil ihn seine beine nicht mehr halten konnten, doch das versuchte er noch 2 mal. das ganze dauerte eine halbe stunde, bis der hengst dann tot war.
muss man so etwas seinem tier antun?
das ist nicht nur für das pferd sehr grausam, sondern auch für einen selber wenn man sieht wie sein schatz leidet und nur langsam stirbt.
Da bevorzuge ich lieber die variante mit dem metzger. sicherlich ist die genau so traurig, aber für das pferd besser. wenn ihc das höre, dass dein Wallach einen so schnellen und auch "schönen" Tod hatte, dann hab ich shcon entschieden, wie ich das lebensende meines lieblings gestalten will. Das hat er echt verdient als treuer partner.
sicherlich geb ich ihn nicht gern her und es schmerzt total wenn ich daran denke, aber wenn es keine andere möglichkeit mehr gibt....
für das pferd ist es sicher auch nicht angenehm auf 3 Beinen rumzulaufen und das 4. nicht mehr belasten zu können vor lauter schmerz.
liebe grüsse biene maya

natimoni
12.09.2001, 10:55
Hallo, Biene Maya!

Vielen Dank für Deine Meinung zu diesem traurigen Thema.
Ich wünsche Dir natürlich von Herzen viel Glück für Dein Pferd und daß man ihm noch helfen kann.

Zu meinem ersten Beitrag möchte ich noch anfügen, daß ich mir ja auch überlegt habe, Henk (mein Wallach) als Beistellpferd abzugeben, aber auch das ist mit Problemen behaftet. Wegen des Chips im Fesselgelenk hinten rechts muß er hinten beschlagen sein, und zwar mit geschlossenen Eisen + Polsterring zwischen Huf und Eisen, um die Schmerzen und die daraus resultierende Lahmheit zu minimieren. Aber er ist ein ziemlich dominantes Pferd, der sich in einer neuen Herde sicherlich Respekt verschaffen würde, und das halt meist durch Auskeilen mit der Hinterhand. Das Risiko, daß dabei die anderen Pferde schwer verletzt werden, ist mir einfach zu groß. Ich habe es jetzt nämlich an meinem eigenen Stall gerade erlebt. Wir hatten Mitte Juli einen Wechsel im Bestand, ein alter Wallach ist in einen anderen Stall gezogen, dafür sind zwei Großponystuten gekommen, Mutter (28) und Tochter (6). Ich habe selbst noch einen Shetty-Wallach und eben Henk. Unter diesen vieren gab es natürlich auch erst mal Rangkämpfe, wobei sich schließlich Henk die alte Stute als Opfer auserkoren hat, weil die sich auch nicht gewehrt hat. Es gab Gottseidank keine schweren Verletzungen, aber ein paar blutende Bißwunden und auch einmal mehrere nicht sehr tiefe Fleischwunden von einem Tritt. Obwohl die Pferde lange auf benachbarten Weiden gehalten wurden, um sich an Anblick und Geruch zu gewöhnen und erste Schnupperkontakte aufzunehmen, kam es bei den ersten Begegnungen ohne Zaun dazwischen zu diesen Verletzungen. Daher habe ich es gar nicht erst versucht, ihn als Beistellpferd abzugeben.
Als Reitpferd für Kinder scheint er zunächst erstmal geeignet - er ist nur 1,64 m groß und jetzt vom Umgang her recht lieb. Ich habe aber zufälligerweise von Bekannten etwas über seine wechselvolle Vergangenheit erfahren. Er muß wohl vor ca. 6-7 Jahren bereits Schulpferd in einem Reitbetrieb gewesen sein, wurde dort aber nur von den fortgeschrittenen Reitern geritten, da Anfänger wohl nicht mit ihm klarkamen. Auch ein Schmied, der in dieser Zeit dort gearbeitet hat, erzählte mir, das Pferd sei früher eine "Sau" gewesen. Er hätte nur unter Beruhigungsmitteln und mit 4 Helfern beschlagen werden können. Auch mein jetziger Tierarzt und mein jetziger Schmied kennen ihn noch von der Vorbesitzerin her, und bestätigten mir beide, daß diese Frau Angst vor ihm gehabt hätte. Bei mir hätte er sich total verändert, sei richtig lieb geworden. Ich führe das auf konsequente, aber liebevolle Behandlung des Pferdes zurück, sowie auf die artgerechte Haltung (im Offenstall und in der Gruppe mit Artgenossen). Ich habe ihm von Anfang an gezeigt, daß ich der Chef bin, und das alles o.k. ist, wenn er sich daran hält. Und ich habe zu keiner Zeit Angst vor ihm gehabt. Diese ganze Vorgeschichte habe ich auch erst häppchenweise erfahren, als ich ihn schon längere Zeit hatte. Aber ich habe eben die Befürchtung, wenn nur noch Kinder sich um ihn kümmern, die sicherlich auch sehr liebevoll mit ihm sind, aber die sein Dominanzverhalten nicht in den Griff kriegen, daß er dann sich wieder zu dieser "Sau" zurückentwickelt, die er angeblich einmal war. Und das Risiko kann ich guten Gewissens nicht eingehen, schließlich habe ich selbst Kinder. Und auch für ihn hätte das sicherlich negative Konsequenzen.

So, das nochmal als Nachtrag zu der im ersten Beitrag ausgeklammerten Problematik anderer Alternativen zum Töten.

Ich würde mich freuen, wenn noch mehr von Euch ihre Meinung zum Thema schreiben würden.

Bis dann!

Natimoni

Goldi
12.09.2001, 14:13
Hallo
Wir haben vor 2 jahren auch vor so einem problem gestanden
Schlachten oder Einschläfern,und wir haben uns fürs Schlachten entschieden weil es einfach die schnellste und sicherste Methode ist sein Pferd zu erlösen.Wir hatten eine Ponystute die sehr krank war und wir haben sie zu einem Schlachter in unsere nähe gebracht das ging alles so schnell mein Mann war die ganze zeit bei ihr geblieben damit sie nicht so alleine war und bevor sie überhaupt merken konnte was los war war sie auch schon tot.Ich halte vom einschläfern nicht sehr viel da es Pferde gibt die ein sehr gutes Herz haben und lange brauchen bis der Tod eintrifft und immer wieder aufstehen.Es tut mir richtig leid das du nun zum zweiten mal vor dieser entscheidung stehst und ich wünsche dir von ganzen Herzen das du mit deinem nächsten Pferd sehr viel glück hast.

Biene Maya
23.10.2001, 21:27
meine meinung zu diesem thema hab ich ja shcon geäußert, dass ich für das schlachten bin.
letzte woche erst wurde ein pferd von uns zum schlachter gefahren, da es an ausgeprägter athrose litt.
es ging auch alles ganz schnell innerhalb von sekunden. das einzige was mich dabei gestört hat war, dass das pferd panik hatte in das schlachthaus zu gehen.
deshalb meine frage: dürfen die schlachter eigentlich auch schlachtungen zu hause auf der koppel durchführen? ich hab schon einmal davon gehört, nur dass irgendwer gesagt hat dass das nicht mehr erlaubt ist. stimmt das?
es wäre doch für das pferd viel schöner auf seiner koppel in gewohnter umgebung zu sterben!
bin über jede information dankbar
liebe grüsse biene maya

Angie
25.10.2001, 16:29
Hallo,

also ich habe leider auch schon einige schlechte Erfahrungen im Bezug auf einschläfern erlebt. Ich tendiere daher auch zum schlachten weil es in meinen Augen die sicherste Methode ist.
Natimoni ich finde es richtig toll wie du Fabiano "begleitet" hast, Hut ab, da gehört schon einiges dazu.

25.10.2001, 20:57
Hallo Ihr Lieben,

ich habe für unsere Vereinszeitschrift mal folgenden Artikel zu dem Thema geschrieben, vielleicht ist einiges darin von Interesse für Euch.

Liebe Grüße von Pooh

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Der Tod eines Pferdes

„...da lag er nun, der große Braune, die Augen geöffnet, aber leer, die Gesichtszüge ganz entspannt, so, als ob er schlief. Gerade noch hatte er vor mir gestanden, seinen Kopf in meinen Armen, er war schon so schwach, daß ich ihn stützen mußte auf dem letzten Weg zur Wiese. Wir hatten alles versucht, umsonst. Man sagte: „Ausgelebt...“ Und auch in mir starb etwas an diesem regnerischen Tag im August, als ich auf der Wiese saß, seinen Kopf auf meinem Schoß, und seine Augen trübten sich langsam...“

So oder ähnlich haben schon einige von uns Reitern den letzten Tag ihrer Pferde erlebt. Wir alle müssen uns irgendwann damit befassen, daß unser Pferd älter wird und irgendwann steht jeder vor der Entscheidung: „Was tun mit diesem alten Pferd, das nun aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr reitbar ist?“ Wenn man nicht die Möglichkeit hat, dem Pferd in seiner gewohnten Umgebung das Gnadenbrot zu geben (was ja eigentlich wünschenswert wäre), kann man es in einem Gnadenhof unterbringen, unter der Voraussetzung, daß es dort artgerecht gehalten wird und entsprechend seiner Verfassung versorgt wird.

Man sollte sich allerdings immer vor Augen halten, daß ein Pferd, das zeitlebens „Sportpferd“ war, mit seinem Rentnerdasein Probleme bekommen könnte, ein Pferd, das täglich trainiert wurde, langweilt sich auf einer Weide möglicherweise zu Tode. Gerade die Turnierpferde kommen ja im Gegensatz zu den Freizeitpferden meistens nicht in den Genuss des täglichen Weideganges und können somit keine oder nur ungenügende soziale Bindungen zu ihren Artgenossen knüpfen. Es ist nicht selten zu beobachten, daß solche Pferde auf der Wiese weit abseits von den anderen stehen und im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf hängen lassen“.

Es gibt Pferde, die eine so starke Bindung zu ihrem Besitzer haben, daß sie darunter leiden, „abgeschoben“ zu werden. Man hält Pferde ja im allgemeinen nicht für sonderlich intelligent, aber sie sind durchaus zu Gefühlen fähig. Ich werde niemals den Blick des alten Pferdes vergessen, das „seinem“ Menschen hinterhersah, der mit dem jungen Nachwuchspferd gerade den Hof in Richtung Reithalle verließ. Hat man nicht die Zeit, sich mit dem alten oder unreitbaren Pferd genauso zu beschäftigen wie in den aktiven Zeiten, sollte man das Tier lieber erlösen lassen, denn seelische Qualen sind genauso schlimm, wenn nicht sogar noch schlimmer als die körperlichen Gebrechen des Alters. Natürlich setzt diese Entscheidung eine tiefe und innige Beziehung zum Pferd voraus. Je tiefer diese Beziehung aber ist, desto schwerer ist es, die Entscheidung zu treffen, man ist es dem Freund Pferd allerdings schuldig, zu spüren, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Ein sensibler Pferdehalter weiß ohnehin, wann es soweit ist – man sieht es dem Pferd einfach an, wenn es nicht mehr will...

Man sollte den Gesundheitszustand eines alten Pferdes genau beobachten, und zwar so objektiv wie möglich. Zuviele Pferde leiden aus falsch verstandener Tierliebe zu lange. Wenn sich das Pferd nicht mehr richtig bewegen kann, weil es z.B. unter altersbedingter Arthrose leidet, wenn es kontinuierlich an Gewicht verliert oder ein sogenanntes Altersherz hat, das nicht mehr behandelbar ist, sollte man es erlösen.

Verständlicherweise ist es für einen Menschen sehr schlimm, sich von einem langjährigen Freund verabschieden zu müssen, und die Emotionen lassen einen kaum noch klar denken. Darum ist es wichtig, sich rechtzeitig Gedanken über die Art der Tötung zu machen.

Es gibt die Möglichkeit, das Pferd mittels Bolzenschuß oder durch Einschläfern zu erlösen. Über beide Arten geistern immer wieder Schauergeschichten durch die Reiterszene. Wenn es richtig gemacht wird, sind beide Arten durchaus vertretbar.

Beim Töten mittels Bolzenschußgerät dringt der Bolzen durch die Stirn in den Schnittpunkt zwischen Großhirn, Kleinhirn und Rückenmark, durch die enorme Druckschwankung wird das Gehirn zerstört. Das Pferd bricht zusammen und spürt den Aufprall auf dem Boden nicht mehr, das Bewußtsein ist komplett ausgeschaltet, der Tod tritt allerdings erst durch schnelles Ausbluten nach Durchtrennen der Halsschlagader ein. Wird das Pferd nur geschossen und die Halsschlagader nicht geöffnet (was ja meistens so geschieht, wenn der Schlachter auf den Hof kommt...), ist das Pferd zwar hirntot, das Herz schlägt aber noch einige Zeit weiter, bis es schließlich seine Funktion einstellt. Das ist vollkommen normal und das Pferd spürt davon nichts mehr.

Beim Einschläfern von Pferden wird üblicherweise zuerst ein Beruhigungsmittel gespritzt, dann ein Venenkatheter (Braunüle) gelegt, der durch ein Pflaster fixiert wird. Durch diesen Venenkatheter verabreicht der Tierarzt zuerst ein Narkosemittel, das Pferd wird abgelegt und danach wird das eigentliche Euthanasierungsmittel intravenös verabreicht.
Man kann dieses Mittel auch ohne vorheriges Narkotisieren verabreichen, die meisten Tierärzte ziehen das Narkotisieren allerdings vor. Wird das Pferd nicht vorher in Narkose gelegt, dauert es nach Verabreichung der Dosis ca. 30 Sekunden, bis das Pferd zusammenbricht, es fällt, als ob es geschossen worden wäre. Auch bei dieser Tötungsart spürt das Pferd den Aufprall nicht mehr.

Ich habe bis jetzt drei Pferde bis zum Tod durch Einschläfern begleitet, eines davon wurde vorher nicht narkotisiert. Als die Wirkung des Mittels einsetzte, schaute es nur wie erstaunt, machte noch einen tiefen Atemzug, dann fiel es um. Für den Beobachter ist das Einschläfern ohne vorherige Narkose also mit dem Tod durch Bolzenschuß zu vergleichen, weil das Pferd ziemlich abrupt zusammenbricht. Sind die Pferde vorher narkotisiert, schlafen sie einfach ein, wobei die Augen allerdings geöffnet bleiben, auch das sollte man vorher wissen, da es manche Menschen sehr erschreckt.
Das Pferd macht nach Verabreichung des Tötungsmittels noch zwei oder drei tiefe Atemzüge, dann atmet es nicht mehr. Dadurch wird das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und stellt seine Funktion ein. Der Tierarzt kontrolliert mehrmals die Herztätigkeit, denn das Herz stirbt zuletzt, es hört ungefähr nach 2 bis 3 Minuten auf zu schlagen: Das Pferd ist tot.

Natürlich ist der Tod des geliebten Tieres ein Schock für die meisten Pferdebesitzer, ich halte es jedoch für eine Selbstverständlichkeit, das Tier auf dem letzten Weg zu begleiten. Wenn man sich dazu außerstande sieht, sollte man eine andere, dem Pferd vertraute Person bitten, beim Pferd zu bleiben und sich selber vorher von seinem Pferd verabschieden. Es ist dem Pferd nicht damit gedient, wenn sein Mensch es mit seiner Nervosität ansteckt, das Beste ist, die normale Alltagsroutine einzuhalten und das Pferd in aller Ruhe zur Wiese zu führen. So merkt es nicht, daß sein letzter Gang bevorsteht.

Man sollte dafür sorgen, daß das Pferd an einer frei zugänglichen Stelle zu liegen kommt, damit es später von der Tierkörperverwertung abgeholt werden kann. Außerdem muß man jemanden bitten, dem toten Pferd die Eisen abzunehmen, da es sonst nicht mitgenommen wird. Auch wenn man mit seiner Trauer lieber allein sein möchte, braucht man jemanden, der diese Dinge regelt. Auf gar keinen Fall aber sollte man das Pferd irgend jemandem anvertrauen, der es dann zum Schlachter fährt.
Man muß sich immer persönlich davon überzeugen, daß das Pferd wirklich tot ist, sonst kann man sich nicht sicher sein, ob der vielleicht todkranke Freund auf einem der entsetzlichen Schlachtpferdetransporte quer durch Europa landet.

Wir sind es unseren Pferden schuldig!

brands2
02.12.2001, 15:44
... ich musste mich seinerzeit wegen kissing spines von meinen erst 4 jahre alten wallach trennen und habe ihn damals gleich in der klinik galssen mit der bitte ihn einzuschäfern weil ich es nicht übers herz gebracht hätteihn erst nochmal mit nach hause zu nehmen um dann nach einer entsprechenden "möglichkeit" zu suchen... ich bekam am nächsten tag von der diesnthabenden ärztin einen anruf, ob es mein ernst sei, das pferd einschläfern zu lassen, oder ob ich ihn nicht lieber erschiessen lassen wollte - ich war zunächst total verwirrt weil mir der unterschied nicht gleich klar war und ich auf diese frage überhaut nicht gefasst war. die dame hat mir dann freundlich erklärt, dass aus ihrer sicht das bolzenschussgerät die abolut humanste tötungsmethode sei weil der tod sofort eintritt und das pferd mit sicherheit nichts davon merkt. und sie habe sich nur noch einmal telefonisch versichern wollen, ob ich eben einen besonderen grund gehabt hätte, ausdrücklich um e i n s c h l ä f e r n statt um erschiessen zu bitten (das hatte ich natürlich nicht) und ich war ihr sehr dankbar für ihre mühe und belehrung - das pferd ist dann erschossen worden. nicht, dass es mir die sache leichter gemacht hätte, aber ich fand ihr verhalten ausserordentlich rücksichtsvoll und habe etwas dabei gelernt.

Ciruna
02.12.2001, 16:17
Hallo Ihr alle,

nun habe ich all die traurigen Geschichten von den Pferden gelesen, daß ich eine richtige Gänsehaut bekommen habe. Ich habe auch schon oft überlegt, was wäre wenn...........
Nach vielen hin und her würde ich meine eigenen Pferde aber auch zum Schlachter bringen oder auf der Wiese durch einen Schuß töten lassen.
Ich bin, Gott sei Dank, in dieser Situation noch nicht gewesen. Ich kenne es nur von unserem Leonberger Hund, den ich vor 6 Jahren habe einschläfern lassen müssen. Er war sehr krank, hatte aber ein starkes Herz. Es hat für mich wie eine Ewigkeit gedauert, bis diese Herz zu schlagen aufhörte. Der Tierarzt sagte, daß es eine schon eine sehr große Dosis gewesen sei, aber sein Herz sehr, sehr stark sein würde.Ich hatte selbst Weinkrämpfe und konnte mich gar nicht mehr beruhigen. Als es dann vorbei war, habe ich mich in mein Auto gesetzt und bin losgefahren, ohne Hund nur mit Halsband und Leine. Im Auto hörte ich immer wieder den Song MISSING YOU. Am nächsten Tag wurde Ben zum Einäschern abgeholt, den er sollte nicht als Seife enden. Lächerlich sagten die einen..........ES WAR DOCH NUR EIN HUND !!!! Andere konnten meinen Schmerz verstehen. Heute noch sehe ich manchmal das Bild vor mir, wie er da lag. Das war für mich ein sehr einschneidenes Erlebnis, daß ich mich irgendwann entschlossen habe, meinen Pferden so etwas zu ersparen und sie deshalb schlachten lassen würde. Wenn dann andere wieder sagen: Stell dich nicht so an, es ist doch nur ein PFERD, dann kann ich nur sagen: wer so etwas sagt, der liebt seine Pferde nicht und benutzt sie nur. Meine 3 Stuten sind meine Freunde und wenn ich mal mies drauf bin, dann heuile ich mich in ihrem Fell aus, die stellen auch keine dummen Fragen, warum und wie so und wenn sie mich dann anstupsen, so nach dem Motto......he, was ist los und gib Dir einen Ruck, dann ist mein Feeling schon wieder besser.

Ciruna

Es gibt einen schönen Spruch, ob nun Schlachten oder Einschläfern: Gehe jeden Schritt mit mir, sage nicht, ich kann das nicht oder es soll in meiner Abwesenheit geschehen, denn:
JEDER SCHRITT IST LEICHTER FÜR MICH MIT DIR!!!!!

susanne
03.12.2001, 12:39
hi,

ich mußte dieses frühjahr meinen alten wallach (28 jahre ) einschläfern lassen und ich kann nicht bestätigen was ich schon so viele male gehört hatte, das einschläfern eine langen todeskampf mit sich zieht. der tierarzt kam, nachdem wir ihn gerufen hatten weil der alte herr eine schwere kolik hatte und stellte fest das dem tier nicht mehr zu helfen war. er litt an so großen schmerzen und um drei uhr nachts findet sich kein schlachter, das wir und zum einschläfern entschieden haben.
als erstes bekam er eine nakose ( er ist nicht umgefallen sondern hat sich ganz langsam hingelegt ) und dann bekam er ein mittel das zum herzstillstand führt. er ist ganz friedlich in meinen armen eingeschlafen. schnüff
ich würde es immerwieder tun aber ich denke es kommt auch auf den tierarzt an.

grüße

natimoni
04.12.2001, 00:34
Hallo, liebe Horse-Gate-Freunde!

Seit ich im September das Topic gestartet habe, ist ja nun schon einige Zeit vergangen. Ich möchte Euch aber das Ende der Geschichte nicht vorenthalten.
Am 09.10., morgens um halb acht ist auch mein Freund "Henk" in den "Pferdehimmel" eingegangen. Am Abend vorher war ich noch lange im Stall, habe ihn ausgiebig geputzt und mit ihm geschmust. Er hat in seiner supergroßen (30 qm) Box mit seinem Kumpel, unserem Shetlandpony "Paulchen", auf ganz viel frischem sauberen Stroh seine letzte Nacht verbracht. Am nächsten Morgen habe ich auch gefüttert. Als dann um viertel nach sieben der Schlachter kam, habe ich ihn aufgehalftert und bin mit ihm auf den Hof gegangen. Da wuchs auch noch einiges frisches Gras, an dem er naschen konnte. Der Schlachter hat ihn auch gestreichelt und geklopft und ihm dann ganz ruhig den Bolzenschußapparat aufgesetzt und abgedrückt. Es ging ganz schnell. Gottseidank war ich nicht allein, mein Lebensgefährte war auch, wie schon ca. 1 1/2 Jahre zuvor bei "Fabiano", mitgekommen und hat mich in den Arm genommen. Auch die danach anfallenden Arbeiten (Abdecken bzw. Beseitigen der Blutlache) hat er mit mir zusammen gemacht. Ich habe weinend zu ihm gesagt, daß ich das so schnell nicht wieder erleben will. Aber unser Pony ist erst fünf, da sind gesundheitliche Probleme nicht zu erwarten. Und für ein eigenes Großpferd fehlt mir nach diesen schweren Jahren mit zwei, eigentlich drei sehr kranken Pferden das nötige Kleingeld. Das erste Pferd, was an Arthrose erkrankte, war eine Stute, die ich noch für ein Zehntel des Kaufpreises an eine Hobbyzüchterin abgegeben habe. Heute sehe ich das auch mit gemischten Gefühlen, denn solche Mutterstuten geben natürlich die genetische Disposition für die Erkrankung weiter. Aber damals erschien mir das für das Pferd das beste, da ich zu der Zeit noch in Dortmund wohnte und keine Möglichkeit sah, dem Pferd in der Stadt ein würdiges Leben zu bieten, wenn es nicht mehr geritten werden konnte. Heute wohne ich ländlicher und habe meinen eigenen Stall, aber meine Pferde sind trotzdem so krank geworden, das hier keine andere Lösung mehr möglich war. Den frei gewordenen Platz in meinem Stall hat "Charisma", die Hessenstute von Naiht (Andrea), die Ihr ja auch aus dem Forum kennt, bezogen. Sie ist ja auch erst 6 Jahre alt, da hoffen wir natürlich alle, daß sie auch noch sehr lange gesund bleibt.

Ich kann nur jedem raten, der ein sehr krankes Tier hat, es auf seinem Lebensweg wirklich bis zum Ende zu begleiten. Nur die Bezugsperson, die das Tier, egal ob Hund oder Pferd, tagtäglich versorgt, kann dem Tier Sicherheit und Geborgenheit und damit Angstfreiheit bieten. Und das Ende sollte dann auch schnell und plötzlich kommen, ohne große Veränderungen, die das Tier ja doch nicht verstehen kann und durch die es vielleicht doch Angst bekommen kann. Ich denke, das sind wir unseren Tieren, durch die wir so viele schöne Stunden erlebt haben, schuldig, daß wir sie am Ende nicht alleinlassen, nach dem Motto : "Ich kann das nicht mitansehen!" Aber das Tier muß dann allein dadurch?
Mein "Fabiano" und mein "Henk" sind ohne Angst, auf ihrem gewohnten Hof, mit frischem Gras im Maul und mit mir am anderen Ende des Stricks gestorben, von einer Sekunde auf die andere. Ich weiß ganz sicher, daß diese beiden nicht leiden mußten. Ich habe ihnen den stressigen Transport zum Schlachter und die erschreckenden Gerüche dort erspart, aber auch die Veränderungen, die in ihnen vorgegangen wären, wenn sie sediert und eingeschläfert worden wären. Denn den Anfang dieses Prozesses bekommen die Tiere in ihrem Bewußtsein doch noch mit, glaube ich.
Mehr konnte ich für meine Tiere nicht tun, aber weniger wollte ich auch nicht tun!

Eure Natimoni

Veracruz9
04.04.2002, 00:58
Als ich all eure Beiträge gelesen habe sind mir wirklich die Tränen in die Augen gestiegen, denn letztes Jahr am 30. OKtober mußten wir unseren alten WAllach einschläfern lassen im stolzen Alter von immerhin 27 JAhren, aber immer noch viel zu früh für solch ein wunderbares Tier, einen tollen Partner und Freund. Aber er hat leider einen 2. Reheschub bekommen, den er nicht mehr überstanden hat, obwohl er noch 8 Wochen zuvor wie ein 4-Jähriger durchs Gelände getobt ist, und man jedesmal beim reiten gemerkt hat wieviel Spaß er daran hatte. Und er war wirklich fit, nicht das er nur im Schritt geritten wurde, sondern im Gelände wirklich mal ein frischer Gallopp, und dressurmäßig auf L/M- Nivau und auch noch mal einen kleinen Sprung.
Jetzt hab ich leider nur noch die Erinnerung---
Auch die Erinnerung an Dux´letzte Stunden.
Wie vorhin gesagt haben wir ihn einschläfern lassen.
Wir haben den ganzen Tag mit ihm verbracht, ihn geputzt, mit ihm geschmust. Eh der Tierarzt kam hat er noch einen großen Eimer Mash bekommen (das liebt er).
Als es so weit war haben wir ihn zu einer Hofecke gebracht, in der viel saftiges Gras war, der Stallbesitzer hat diese Ecke mit Rundballen vor Blicken abgeschirmt.
Der TA hat ihm die erste Spritze gegeben, da ist er auf die Erde geknallt, Dux hat es aber nicht mehr gemerkt. Die folgenden Momente waren nur noch für uns schwer nicht mehr für Dux, als wir seine letzten Atemzüge hörten hat er nichts mehr gespürt.
Die Entscheidung ihn einschläfern zu lassen war richtig, denn er hat keie Angst gehabt, denn die Umgebung, die Menschen und auch der TA waren ihm vertraut und er hat sich keine Sekunde gequält nachdem er die Spritze bekommen hat.
Und auch die Entscheidung bis zu seinem letzten Atemzug bei ihm zu bleiben war richtig, denn sonst würde ich mir mein ganzes Leben Vorwürfe machen ihn in seinen letzten Stunden im Stich gelassen zu haben.


Ich möchte schließlich nur noch sagen, das ihr euren Pferden alle einen würdigen Abgang gewährt habt, und jeder der diesen Gang vor sich hat, sollte die letzten Stunden, Minunten und Sekunden mit seinem Pferd verbringen, und es nicht noch allein (mit fremden Menschen) lassen.

Nangala
04.04.2002, 23:29
Wg. Einschläfern oder schlachten:
Ich würde mein Pferd warsch.Einschläfern lassen,wenn es soweit ist.Weil auch beim Bolzenschuß kann was danebengehen.
Diese Horrorgeschichten von wegen wieder aufstehen etc.passieren nur,wenn man das falsche mittel nimmt.Man darf kein gift nehmen,das die Muskeln lähmt sondern muss ein starkes Narkosemittel nehmen.Das Pferd schläft erstmal ein und wenn man merkt,dass es zuwenig ist,kann man einfach nochmal nachspritzen.
Wer mehr dazu wissen will:

www.pferde-schutz.de

steffi18
05.04.2002, 10:05
Ich bin der Meinung,dass bei jeder Methode etwas schiefgehen kann.Egal ob Einschläfern oder Bolzenschuß.Am 1.April musste leider das Pferd meiner Freundin eingeschläfert werden.Sie war 8 und hatte schon seit meine Freundin sie gekauft hat,oft Koliken.Die haben sich jetzt in der letzten zeit gehäuft.Die letzte Kolik hatte sie einen Tag vor ihrem Tod.Den Tag danach hatte sie dann einen Darmverschluß.Der Tierarzt stellte sie vor die Wahl:entweder einschläfern oder Tierklinik.Da die Tierklinik aber 1 Stunde von unserem Stall entfernt ist und sie das unmöglich hätte bezahlen können,lehnte sie ab.Also schläferte der Tierarzt sie ein,was sehr schnell ging.Ich finde es wichtig,dass Pferde in ihrer vertrauten Umgebung sind,wenn es soweit ist und bekannte Gesichter um sich haben.Bei der Stute denke ich,dass es ihr jetzt auf jeden Fall besser geht,da sie sich immer damit gequält hat.Der TA meinte auch ,dass sie es nicht mehr bis zur Tierklinik geschafft hätte und auf dem Hänger zu sterben,wäre noch viel schlimmer gewesen.

Meine Reitlehrerin erzählte mir mal von einem Pferd in dem Reitverein in dem sie vorher unterrichtet hat,bei dem der TA erst eine leichte Kolik diagnostizierte,die aber nachher so schlimm wurdr,dass sie das Pferd erlösen wollten.das ging aber nicht im Stall,weil das Pferd aus versicherungstechnischen Gründen zum Schlachter musste.Also wurde das arme Tier auf den hänger gaprügelt,wobei es vor Schmerzen geschrien hat.Meine Reitlehrerin meinte,dass das die größte Tierquälerei war,die sie je gesehen hat. http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif

05.04.2002, 10:58
Die Entscheidung ob einschläfern oder Bolzenschußgerät ist sicherlich nicht leicht - mit den Horrogeschichten habe ich gott sei dank noch nichts zu tun gehabt.
Wir haben letztes Jahr zwei Pferde mit Kolik verloren. Die erste Stute (auch noch tragend) haben wir im Sommer eines morgens auf der Weide gefunden - obwohl am abend zuvor noch alles bestens war. TA geholt - Tierklinik - OP - festgestellt das nichts mehr zu machen ist (Dickdarm hatte sich um 360 Grad gedreht) in der NArkose eingeschläfert. Zweites Pferd tagsüber nichts dann abends plötzliches Unwohlsein, TA geholt konnte so nichts feststellen, nachts Pferd noch unruhiger wieder TA sagt das es im vorderen Bereich evtl. eine Verstopfung vorliegen könnte naja - schon Glaubersalzlösung eingegeben und abwarten hieß es dann. Am Morgen dann noch keine Verbesserung TA wieder da er hatte hatte mit seiner Verstopfung recht, da mein Hotti auch nicht geäpfelt hatte. Pferd aufgeladen und wieder ab in die Tierklinik. Dort mit dem Arzt gesprochen, da mein Hotti schon 22 Jahre alt war und sie rein gesundheitlich (Astma, dämpfig, Herz usw.) eine OP nicht überstanden hätte, haben wir mit den TA´s dort in der Klinik in Abkommen geschlossen uns zwar sollten Sie alles versuchen um die Verstopfung zu beseitigen, aber nur so weit das das Pferd sich nicht unnötig quält. Erst machte es auch den Anschein das es bergauf geht doch dann der Rückschlag. Nach 4 Tagen bangen wartens wurde dann klar das meinem Hotti nicht mehr zu helfen ist (Grimdarm hatte sich noch rechts verlagert wie ein Schlauch den man abknickt) daraufhin haben wir sie in der Klinik einschläfern lassen. Wir hätten es nicht geschafft das Pferd nochmal wieder nach Hause zu holen um uns dann um alles weitere zu kümmern.
Voller Respekt und Achtung haben wir dann Abschied von Ihr genommen und Ihr für die vielen schönen Jahr gedankt. Uns war es auch wichtig das unsere Pferde nicht der Nahrungskette zugeführt werden, den das hätten wir nicht ertragen können - so nach dem Motto wo es auch Pferdewürstchen gibt den Gedanken im Kopf zu haben jemand hat dein Pferd gegessen - nein Danke

Naja, schweres Thema - leider kommen wir alle da mal hin wenn man Tiere besitzt.

sonnige Grüße

Celli
17.06.2002, 18:13
Hey Ihr!
Ich habe Eure Beiträge mit viel Interesse gelesen.
Vor ca. 1 Jahr mußte ich meinen Wallach während der OP einschläfern lassen. Er hatte einen Tumor am Darm. Da er sowiso in Narkose lag, bekam er das Tötungsmittel direkt gespritzt und ist von der Narkose direkt gestorben.
Inzwischen habe ich ein neues Pferd, aber auch das wird, wenn es soweit ist, nicht zum Schlachter gehen. Erstens würde ich dem Pferd nicht das "tote Umfeld" zumuten wollen, zudem könnte ich es nicht ertragen, wenn mein Pferd hinterher als Wurst verspeist wird.
Vor einiger Zeit hat sich ein älteres Pferd im Stall festgelegen. Der Tierarzt kam, stellte fest, daß das Bein wohl angebrochen o.ä. war, gab dem Pferd eine Beruhigungsspritze und hinterher die Giftspritze. Die Besitzerin war dabei und hat später gesagt, daß ihr Pferd mit der Würde gestorben ist, die er verdient hatte.
Ein anderes Pferd wurde auch eingeschläfert (erst vor ein paar Monaten), allerdings von einem Tierarzt, der mit Pferden nicht so viel zu tun hatte. Dieser Tierarzt vergaß (?) die Beruhigungsspritze, spritzte direkt das Gift und das Pferd mußte 20 min. leiden. Zudem fing das Pferd noch an zu schlagen und sich aufzubäumen und er konnte das restliche Gift nicht mehr spritzen.
Deshalb: gebt Euer Pferd jemand, dem ihr vertraut oder fragt nach, wie es der TA oder auch der Schlachter bei Euch macht. Und bleibt auf jeden Fall dabei, bis es tot ist.

Grüße
Celli

Aschtraxa
21.07.2002, 12:30
Hi!

Ich musste vor zwei Jahren meine erst 6jährige Stute einschläfern lassen, da sie nur noch Schmerzen hatte. Meine Stute ist eingeschläfert worden und total sanft eingeschlafen.
Zum Thema Aufstehen..., dass merkt das Pferd gar nicht mehr wirklich. Es ist eine reine Instinkthandlung, die für den Besitzer natürlich furchtbar mitanzuschauen ist. Ich war in ner Tierklinik dabei, da wurde das Pferd eingeschläfert und trotz Narkose fing das Pferd an, die Beine zu bewegen, als würde es versuchen dem Tod davonzulaufen, was für die Besitzer natürlich ein Riesenschock war. Aber das Pferd machte es gar nicht bewusst.
Ich persönlich bin fürs Einschläfern, weil das Pferd eben (im Normalfall) sanft einschläft, was für den Besitzer, glaub ich auch besser ist, als wenn es auf einmal tot umfällt. Aber ich denk, in dieser Scheixxsituation muss jeder seine eigene Entscheidung treffen!

Fiete
13.08.2002, 17:16
Quote from natimoni, posted on Sep. 10 2001,23:26
<div id="QUOTE">Ich möchte hier ein nicht sehr erfreuliches Thema zur Diskussion stellen. http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif
Was tun, wenn keine Hilfe mehr möglich ist und das arme Pferd nur noch leidet ? http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif *:confused:
Ich stehe nun leider zum 2. mal innerhalb von 1 1/2 Jahren vor dieser Frage.
Letztes Jahr mußte ich meinen 12-jährigen Frühlingsball-Wallach nach einjähriger Lahmheit und einjähriger Therapie, die leider nicht geholfen hat, schlachten lassen. Ich weiß, das klingt hart, aber ich habe es als die für mein Pferd beste Lösung gehalten. Ich habe einen sehr netten jungen Mann gefunden, der in der elterlichen Metzgerei mitarbeitet und offensichtlich selbst auch Reiter ist. Er ist zu uns an den Stall gekommen - ich habe ein halbes Jahr zuvor für mein krankes Pferd und die Stute einer Freundin einen Stall und Wiesen gepachtet, um ihn dort vielleicht wieder gesund zu kriegen, leider erfolglos - und hat meinen Wallach, der selbst sehr aufgeregt war, weil er nicht lange von &quot;seiner&quot; Stute getrennt sein wollte, ganz lieb beruhigt und getätschelt und ihn bewundert, denn &quot;Fabiano&quot; war ein sehr hübsches Pferd, nur leider mit einem kaputten Bein. Der junge Mann hat sich Zeit genommen, sich mit mir unterhalten, dabei immer wieder das Pferd gestreichelt und auch mit ihm geredet. Da Fabiano immer noch ziemlich aufgeregt war, haben wir &quot;seine&quot; Stute in Sichtweite geholt und schon hat er sich beruhigt. Er fing an zu grasen, hatte saftiges grünes Gras im Maul, sah seine &quot;Carola&quot; in der Nähe, wurde von mir und dem jungen Mann getätschelt und gelobt. Dann hatte der Metzger in seiner streichelnden Hand das Bolzenschußgerät und rieb sanft über Fabianos Stirn und als er am richtigen Punkt über den Augen war, drückte er ab. Fabiano war sofort tot, aber in einem für ihn sicher schönen Moment, mit seinem Menschen, seiner Stute bei sich, auf seiner gewohnten Wiese mit frischem grünen Gras im Maul, gestreichelt und gelobt. Es ist zwar schon fast 1 1/2 Jahre her, aber jetzt muß ich doch wieder heulen. Ich habe ihn 4 1/2 Jahre gehabt, in dieser Zeit sehr schwere, aber auch wunderschöne Stunden mit ihm erlebt. Ich wollte ihm einen Tod ohne Angst und Irritation schenken, das war ich ihm schuldig.
Vom Einschläfern habe ich bis jetzt nur zwiespältige oder sogar Horrorgeschichten gehört. Dass Pferde sich lange herumquälen mussten, weil die Narkosemittel nicht richtig dosiert waren, und dabei panische Angst bekamen, weil sie nicht wussten, was mit ihnen geschah, und das sogar in Einzelfällen stundenlang&#33; * http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/mad.gif
Jetzt bin ich leider bald wieder vor so einer Situation:
Der Nachfolger von Fabiano, den ich mir ganz schnell gekauft habe, damit die Stute meiner Freundin nicht allein steht, ist sehr krank. Ich habe ihn damals fürn Appel und n Ei bekommen, es war ein Notverkauf, wohl aus Geldmangel der Vorbesitzer, über Mund-zu-Mund-Propaganda. Eine Ankaufsuntersuchung hätte ein Vielfaches des Preises gekostet und mir erschien er fit. Die Vorbesitzer hatten mich darüber aufgeklärt, daß er Heu-Staub-Allergiker ist, was mir nicht schlimm vorkam, da die Pferde bei mir im Offenstall stehen. Außerdem ist er auf dem rechten Auge blind. Aber auch das erschien mir nicht so wichtig, da ich ihn immer anspreche, wenn ich von der rechten Seite an ihn herantrete. Damit konnten wir beide gut leben. Im Sommer wurde er auch noch nicht so viel geritten, da wir den Stall und die Weiden erst richtig nach unseren Vorstellungen herrichten wollten. Die Ausritte mit ihm, so ca. 1x pro Woche, waren sehr schön, ein artiges braves Pferd, das alles mitmachte, aber nicht übermütig war. Im Herbst und Winter wurde er dann langsam mehr belastet, da auch sein Husten schlimmer wurde, mußte er Schleimlöser bekommen und nach Anweisung des Tierarztes täglich bewegt werden. Auch hier nur Freude zunächst: nach anfänglicher Steifheit immer lockerer und, siehe da, dressurmäßig offensichtlich bis L ausgebildet. 2 Monate Spaß und Freude, dann der Schock: lahm hinten rechts. Schritt führen oder reiten, langsam geht es aufwärts, aber auch nach längerer Zeit immer noch Restlahmheit. Ich will euch jetzt nicht mit der ganzen Krankengeschichte langweilen. Fakt ist jetzt: hinten rechts ein Chip im Fesselgelenk (von OP hat der TA abgeraten, da der Chip zu ungünstig sitzt), Hufrollenentzündung vorne links, sich berührende Dornfortsätze im Bereich des Widerristes und der Lendenwirbelsäule sowie die bekannten Vorerkrankungen (Allergie und Blindheit). Der Tierarzt prophezeite mir bis zum Ende des Jahres bei Behandlung dieses Pferdes Rechnungen in Höhe von ca. 1000 - 1500 DM.
Bezahlt habe ich bisher seit Auftreten der Lahmheit + Behandlung des chronischen Hustens ca. 3000 DM.
Das schlimmste aber: eine Therapie wird nur den Istzustand halten, die Erkrankungen aber nicht heilen können, was bedeutet, wenn er geritten wird, lahmt er leicht hinten rechts, vorne kommt er mit den Hufen überhaupt nicht vom Boden weg (&quot;stumpfer&quot; Gang) und seinen Rücken versucht er in jeder Situation möglichst zu entlasten (streckt die Hinterbeine nach hinten weg). Über das Abgeben als Beistellpferd oder für Kinder (Leichtgewichte) habe ich mir auch Gedanken gemacht, kommt aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, dazu vielleicht ein andermal mehr, es ist schon spät&#33;
Jetzt steht also wieder eine Entscheidung an.
Ich mußte mir das alles einfach mal von der Seele schreiben und würde mich freuen, Eure Meinung dazu zu lesen.
Seid mir nicht böse über die Länge meines Beitrags, aber ich dachte, nur so könnt Ihr nachempfinden,was in mir vorgeht&#33;&lt;p&gt;Gruß an alle Pferdeliebhaber und viel Gesundheit für Eure Tiere&#33;&#33;&#33;&lt;p&gt;Eure Natimoni</div>

NEIN&#33;&#33;&#33;

Also, was viele von euch schreiben, ist absoluter Arschk....

Ich habe bis jetzt 2 eigene Tiere und 2 fremde Pferde/Ponys
einschläfern lassen, alle 4 sind friedlich umgekippt und waren sofort tot.
Da war kein langes Quälen oder hinauszögern.

Blödsinn.

In meinen Augen finde ich das Schlachten doof,
noch ein (krankes) Pferdchen zum Schlachter karren?
Und auf dem Schlachtgelände noch die Abnahme durch den
Veterinär?
Das soll gnädig sein?

Nein danke, die, die ihre Tier schlachten, haben das Herz nicht auf dem richtigen Fleck.

Meine Meinung.

Meine Tiere sind auf der Wiese mit dem Maul voll Gras gestorben und mußten nicht vom Hänger, wurden dann noch untersucht von einer Tierärtztin auf fremden Gelände.

14.08.2002, 09:43
Hallo Fiete,

was genau will uns denn jetzt eigentlich der Autor (also DU) damit sagen?

Was ist Blödsinn und was ist Arschk...(was immer das auch heißen soll...)?

Gruß, Pooh

Fiete
14.08.2002, 18:19
Quote from Pooh, posted on Aug. 14 2002,08:43
<div id="QUOTE">Hallo Fiete,

was genau will uns denn jetzt eigentlich der Autor (also DU) damit sagen?

Was ist Blödsinn und was ist Arschk...(was immer das auch heißen soll...)?

Gruß, Pooh</div>

Sorry Pooh,

ich war nur so in Rage, denn ich habe am Samstag mein
Pony einschläfern lassen und bin noch immer nicht auf den
Damm.
Ich kann das Wort töten sowie einschläfern momentan nicht hören.

Ich möchte richtig stellen: Ich bin absolut gegen das Schlachten.

15.08.2002, 10:00
Hallo Fiete,

tut mir leid für Dein Pony. Ich kann verstehen, daß Du jetzt ziemlich durch den Wind bist. Ich habe schon einige (eigene und fremde) Pferde auf dem letzten Weg begleitet und es ist immer wieder schrecklich, wenn ein Pferd sich hinlegt und nicht mehr aufsteht... http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif

Ich bin auch nicht dafür, Pferde zum Schlachter zu fahren. Meine Freundin hat ihr Pferd allerdings selbst dort hingebracht (er war Turnierpferd, war also Hängerfahren gewohnt), er wurde abgeladen, reingeführt und *bumm*. Es ging ganz schnell und sie würde das immer wieder so machen. Es ist allerdings auch ein ganz kleiner Schlachthof, es sieht dort eher so aus wie beim Tierarzt.

Also es gibt immer ein Für und ein Wider.

Liebe Grüße und alles Gute für Dich
Pooh

Tina76
27.08.2002, 14:18
Jeder Tierbesitzer sollte sich rechtzeitig drüber klar werden, was mit seinem Tier passiert, wenn es mal nicht mehr kann. Es ist kein erfreuliches Thema, aber man ist es seinem Tier schuldig sich rechtzeitig drüber Gedanken zu machen.
Letztendlich muß jeder die Entscheidung für sich selbst treffen, mit welcher Methode er sein Tier erlösen will.
Ich werd meine mal ( hoffentlich noch sehr lange nicht ) auf der Koppel neben dem Stall einschläfern lassen.
War ( leider ) schon ein paar Mal dabei, aber ich finde es ist ein schöner Tod. Das Pferd bekommt die erste Spritze, wird müde, legt sich hin als ob es schlafen will und bekommt dann die Spritze die den Herzstillstand auslöst. Es schläft friedlich ein, es stirbt in seiner gewohnten Umgebung und man ist bis zum Schluß bei ihm und kann den Kopf halten.
Am Liebsten wünsch ich mir natürlich einen natürlichen Tod für meine Pferde, aber ich denke das Einschläfern ( wenn es richtig gemacht wird ) kommt dem ziemlich nah.
Viele Grüße,
Tina

crazySunshine
31.08.2002, 02:59
hir bei streiten sich die geister...
echt das ist eine frage die mir schon die ganze zeit durch den kopf geht...
einschläfer:
die dosierung muss genau stimmen zu viel, das pferd kriegt vor dem tod furchbare krämpfe zu wenig, das pferd ist so betäubt das es sich selbst in der box umbringt (habe ich schon mal mitbekommen das ist das schlimmst was ich bist jetzt mit erlebt habe) und man kann gar nix machen http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif
und das pferd merkt genau das es jetzt zeit geworden ist zu gehen und die letzte panik nach der spritze (bekommt man als mensch nicht mit) wenn sich die muskeln verkrampfen das pferd todes angst hat und alles erstarrt
schlachter:
das ist eigentlich eine sehr gute schmerzlose lösung blos das pferd noch zu verladen besonders wenn es noch schmerzen hat und an einen fremden platz zu bringen wo es sich noch unötig aufregt das ist für manche so schlimm
besonders man richt den tod im schlachthaus zwar nicht der mensch sondern das pferd

ich würde es echt am besten finden wenn er einfach einschläft und im schlaf das herz aufhört zu schlagen
ganz normal an altersschwäche ohne schmerzen...
oder den bolzen daheim in der gewöhnten umgebung

Tabaluga
01.09.2002, 17:27
oft hat man doch gar keine große Wahl, oder? Bei den meisten Fällen, die ich bisher mitgekriegt habe war es so, dass das Pferd sich so schwer verletzt hatte, dass nichts zu machen war oder eine Krankheit oder Verletzung irgendwann soweit ist, dass man sagen muss es hat keinen Sinn mehr. Meistens war dann aber der Tierarzt schon dabei und da liegt es dann eh nahe das Pferd einzuschläfern vor allem, wenn man es gar nicht mehr so einfach verladen kann.

Ich war erst einmal dabei. Das Pferd einer sehr guten Freundin, schon 34 Jahre alt damals. Eines Tages hat sein Kreislauf versagt und er ist zusammen gebrochen, als der Tierarzt kam ist er dann zwar wieder aufgestanden, aber für wie lange? Also hat meine Freundin ihn in den Obstgarten geführt und er wurde eingeschläfert.

Für uns war es furchtbar.... aber ich glaube der Alte hat sich wirklich einfach nur schlafen gelegt, nur ist er nie wieder aufgewacht.

Inserinna
02.09.2002, 10:50
Hallo,
ich kann nur kurz und bündig sagen das ich vom einschläfern gar nichts halte,
denn ich habe diese horrorgeschichten schon erlebt, erst kürzlich hat das Einschläfern eines Pferdes in unserer Gegend 2 std gedauert,war ein großese Pferd der nach der ersten Spritze wieder aufstand, danach die reserve gespritzt bekahm,wieder aufstand und die Tierärztin in ihrer verzweifelung dann noch eine überdosis Penecilien spritzen musste.
Und das war nicht die erste schlecht Erfahrung die ich beim einschläfern mitbekommen habe&#33;
Mir wurde allerdings jetzt erzählt das es ein neues Mittel geben würde das die Pferde sofort töten würde, ich weiß allerdings sonst nichts darüber.
Da ich von Hause aus einer Fleischerei stamme weiß ich das ,daß erschießen sehr human ist vorausgesetzt der Schlächter versteht sein Handwerk und der Bolzen sitzt sofort an der richtigen stelle&#33;
MfG
In´serinna

Aschtraxa
04.09.2002, 09:56
Ich arbeite in einer Pferdeklinik, wo wir letzte Woche leider drei Pferde einschläfern mussten. http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif Einer davon mein absoluter Liebling. http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/sad.gif
Und sie sind alle &quot;sehr schön&quot; gestorben. Das heisst einfach friedlich eingeschlafen. Natürlich kann`s auch mal schief gehen, aber eher selten.

Irina
29.12.2002, 14:37
Hay

Ich haben meinen Wallach vor 3jahren einschläfern lassen und habe diese
Entscheidung noch nie bereut.Es war wirklich so als ob er ein schläft.Mir haben
sie auch solche Geschichten Erzählt aber ich bin froh das ich dises so getan habe.
Meine Freundin hat Ihr Pferd auch einschläfern lassen.Da bin ich auch dabei
gewessen.Mein jetziges Pferd ist als nicht schlacht Tier eingetragen.
Ich würde es nie anderst machen lassen.

Weli auch der schuß kann daneben gehen,dises habe ich auch schon öffters gehört,
(bei einer Freundin war das der Fall)

Wir dürfen unsere Pferde auf dem Hof einschläfern lassen.
So sind sie in ihrer gewohnten Umgebung




Irina

Cinderella
29.12.2002, 21:51
Mein Pferd wird 100% eingeschalefert. Etwas Anderes kommt fuer mich nicht in Frage.


Er ist zum Glueck noch sehr jung &amp; diese Probleme sind fuer mich nicht aktuell - aber ich habe mich schon entschieden.

Trauriges Thema
http://www.horse-gate.com/ib3.7/non-cgi/emoticons/confused.gif

Ciruna
23.02.2009, 22:58
Nachdem ich 2002 noch sagte, daß ich meine Pferde schlachten lassen würde,wenn es nicht mehr geht, muss ich hier meine Meinung mal revidieren, denn im Dezember mußte ich meine erst 20 jährige Alaska erlösen, Nikolaus sprang sie noch über die Wiese und keine 24 Stunden später war sie tot....

Eingeschläfert von meiner Tierärztin(und die schläfert nicht einfach so ein,sondern nur dann, wenn wirklich nichts mehr geht) in meinem Beisein und ich muss sagen, die hat das so klasse gemacht, hat mit ihr gesprochen und ich habe sie die ganze Zeit gestreichelt, sie schlief einfach ein und ihr Herz blieb stehen, aber sie war in ihrer gewohnten Umgebung, mit gewohnten Gerüchen und brauchte nicht den Geruch von Tod auf dem Schlachthof wahrnehmen, denn der ist abartig und ich möchte heute nicht wissen, was so Tiere empfinden ,wenn sie dorthin gekarrt werden.

max-und-moritz
24.02.2009, 08:34
Hallo,

einschläfern oder Metzger ist - wenn es ordentlich gemacht wird, es gibt unter TA´s und Metztgern Pfuscher - letztendlich egal.

Mir stellt sich, wenn ich die Schlachthof-Gegner lese, immer die Frage: woher soll ein Pferd wissen wie es in einem Schlachthof riecht und was da jetzt gleich passiert...?

Viele Grüße, max-und-moritz

idut
24.02.2009, 09:27
Hallo,

einschläfern oder Metzger ist - wenn es ordentlich gemacht wird, es gibt unter TA´s und Metztgern Pfuscher - letztendlich egal.

Mir stellt sich, wenn ich die Schlachthof-Gegner lese, immer die Frage: woher soll ein Pferd wissen wie es in einem Schlachthof riecht und was da jetzt gleich passiert...?

Viele Grüße, max-und-moritz


bei uns in der nähe ist eine tierkörperbeseitigungsanlage, wo wir auch schon mal vorbei reiten wollten...hunderte meter vor der anlage hauen unsere pferde schon die bremse rein und wir riechen da nichts, aber die pferdis wollen da partout nicht weiter, da braucht es schon einige überedungskunst...selbst der hund einer bekannten, fängt da immer an zu winseln, wenn man mit ihm da vorbei geht...

also ich denke schon, dass die tiere den tod riechen...

meine stute ist auch als nicht-schlachpferd eingetragen und wird eingeschäfert werden, wenn es nicht mehr anders geht, also man ihr nicht mehr helfen kann...

Lindenhof
24.02.2009, 10:19
Wir sind früher immer an einem Schweinezuchtbetrieb vorbeigeritten - da wollten unsere Pferde auch nicht vorbei... ich denke eher, daß Pferde auf "fremde" Gerüche reagieren und nicht auf Tod. Schlußendlich haben wir leider auch schon zweimal die Entscheidung treffen müssen und haben uns für das Einschläfern entschieden. Wir haben es aber in der gewohnten Umgebung (sogar in der Pferdebox) gemacht, damit das Sterben möglichst streßfrei vor sich geht. Wichtig ist, wenn das Mittel T91 eingesetzt wird, daß vorher eine Narkose verabreicht wird. Und so haben wir das bei uns auch gehalten. Die Nachbarn (Pferdekumpel) haben im Falle nicht mit einem Ohr gezuckt, als die Pferde zu Boden gegangen sind - und auch nicht, als sie dann ihre letzte Spritze bekommen haben. Es wurde auch von keiner Seite groß getrauert, obwohl die Pferde nochmals über Nacht in der Box liegenblieben. Ich denke, da interpretieren wir als Menschen mehr hinein - gerade, weil es für uns unfaßbar ist, wenn ein Leben plötzlich vorbei ist...

Egal, wofür man sich entscheidet - man (Besitzer oder vertraute Person) sollte das Pferd zur Regenbogenbrücke begleiten - und das so streßfrei wie möglich halten...

Britta-Lotta
24.02.2009, 10:51
Ich habe mich damals bei meiner Ponystute "Möni" auch fürs Einschläfern entschieden. Und ich war bis zum Schluß dabei. Ich finde das ist man seinem Tier schuldig. Allerdings verstehe ich auch, wenn Leute es nicht verkraften.

Auch bei meinem Hund (Tumor) und meinem Kater (Krebs in der Speiseröhre) war ich bist zum Schluß dabei und hab versucht die Angst zu nehmen. Erst wenn der TA sagt, "das Herz hat aufgehört zu schlagen", gabs für mich kein halten mehr :crying::crying::crying: Ich hoffe mir und der Hunde-Oma bleibt es noch ein bischen erspart!

An-Ginga
24.02.2009, 10:55
Da muss ich lindenhof auf jeden Fall recht geben. Vor ca 1/2 Jahr ist das Schulpony dass in der Box direkt neben meinem Pferd stand gestorben. Ob es schnell ging oder nicht weiß keiner. War ziemlich merkwürdig. Der nachlässige Stallbesitzer hat dem Pony das Halfter nachts nicht abgenommen und als wir es fanden hatte es sich mit seinem Eisen am Hinterhuf im Halfter verkeilt. Ta meinte Genickbruch. Das war echt der Horror, diese Vorstellung!!! Mir ist jetz noch schlecht. Die Pferde allerdings hat das ganze nicht die Bohne interessiert. die haben wie jeden morgen auf ihr Futter gewartet ohne das geringste anzeichen von Stress. Im Gegenteil, waren neugierig wie oskar, was da jetzt los ist.
Leider haben wir erst gestern unseren lieben und treuen Hund einschläfern lassen müssen. Er war stark Zuckerkrank und hat zusehens abgebaut. Der Ta ist extra zu uns gekommen und es war wie einschlafen. Ohne Angst und Schmerzen. Dazu kommt noch, dass ich vor einer Woche auch meine arme Katze erlösen musste. Wurde auch eingeschläftert und es war innerhalb von Sekunden vorbei.
Ich denke, dass es immer darauf ankommt, wer das Tier erlöst. Ob metzger oder Ta. Wenn der Mensch weiß was er tut und sich Zeit nimmt, dass sehe ich bei beiden Methoden kein Problem.
Auch was das Schlachten angeht hab ich ein paar Erfahrungen. Haben einen großen Schweinemastbetrieb zuhause und für den Eigenbedarf wird auch hin und wieder mal ein Schweinchen am Hof geschlachtet.
Viele werden jetzt denken, dass das ja was ganz anderes ist. Bei so vielen tieren hängt man ja nicht an dem einzelnen. Wir behandeln aber jedes einzelne unserer Tiere mit Respekt und Liebe , auch bei so vielen ,und ich denke, darauf kommt es an.
Vorallem sollte man, egal wie es zu ende geht, die Stärke besitzen, sein Tier bis zum Ende zu begleiten. Denn man weiß ja leider bevor man sich ein tier zulegt, dass der letzte Schritt einmal kommt.
Mein Beileid für alle, die sich von ihren lieben trennen mussten und meinen Respekt, dass ihr so tapfer dabei wart. Lg

Britta-Lotta
24.02.2009, 11:05
Leider haben wir erst gestern unseren lieben und treuen Hund einschläfern lassen müssen. Er war stark Zuckerkrank und hat zusehens abgebaut. Der Ta ist extra zu uns gekommen und es war wie einschlafen. Ohne Angst und Schmerzen. Dazu kommt noch, dass ich vor einer Woche auch meine arme Katze erlösen musste. Wurde auch eingeschläftert und es war innerhalb von Sekunden vorbei.



:scared::scared: Wie schrecklich ist das denn? Das tut mir furchtbar leid! Ich habe meine Hündin letztes Jahr am 28. März einschläfern lassen müssen. Zu plötzlich. Aber gleich zwei Tiere in so kurzer Zeit :(

An-Ginga
24.02.2009, 12:04
Ja das war echt ziemlich schlimm in letzter Zeit. Man hängt einfach so sehr an den Tieren. Aber sie waren beide sehr krank und ich habe einfach die Einstellung, dass ich meine Tiere sterben lasse, solange sie noch glücklich und schmerzfrei sind und nicht erst warte bis es schlimm ist. Besserung oder heilung waren ausgeschlossen und somit entschied ich mich für ein schnelles Ende. Sie sollen ja nicht erst die Krankheit in vollem Maße auskosten müssen.
gott sei dank gehts dem Pferd wenigstens gut. Ist auch erst 6 und so hoffe ich, dass bei ihm die Entscheidung noch ganz lange auf sich warten lässt.
Danke für dein Mitgefühl, sowas tut gut, wenns noch so frisch ist.
tut mir auch leid um deinen Hund! Lg

Oppenheim
24.02.2009, 14:33
als sie ihn einschläfern lies, lag der hengst schon am boden und sie dachten jetzt ist es vorbei, als er sich plötzlich nochmal zu bewegen anfing und wieder aufstehen wollte. er soll voll gestöhnt haben vor schmerzen, weit aufgerissene augen gehabt haben und geblähte nüstern. schließlich ist er wieder hingefallen weil ihn seine beine nicht mehr halten konnten, doch das versuchte er noch 2 mal. das ganze dauerte eine halbe stunde, bis der hengst dann tot war.


Dazu sagt man: Das sind die letzten Lebensgeister. Das passiert auch, wenn Pferde eines natürlichen Todes sterben, also natürlich in dem Sinne, als daß kein Mensch Hand angelegt hat.
Meine Stute ist damals an einem Aortaabriss gestorben, das hat auch ne Weile gedauert, eh sie tot war. Sie hat ebenfalls immer wieder versucht aufzustehen und fiel wieder um. Es war grauenhaft.

Im Übrigen sind die Tiere nicht tot durch das Bolzenschußgerät, das würde auch nicht gehen, denn dann würde das Blut gerinnen und wäre für die Schlachtung unbrauchbar. Es muß lebendig ausgeblutet werden.
Und wenn man ein Pferd zum Metzger bringt bzw. es von diesem abgeholt wird, muß es erst einige Tage da in Quarantäne verbringen, bevor es geschlachtet wird.

Dressage1
24.02.2009, 14:36
Der Tot tritt durch das Ausbluten ein. Hört sich besser an, wenns schon sein muss. Das wissen ganz wenige, die denken, dass es der Bolzenschuss erledigt. Und was mich wundert wie oben beschrieben, dass es ein Metzger auf Koppel/Stall macht, das ist nämlich schon seit vielen Jahren verboten.

corradee
24.02.2009, 14:44
Die folgende Seite http://www.pferde-euthanasie.de/ beschäftigt sich ausgiebig mit dem Thema...( ich persönlich finde nicht alles gut was auf der Seite steht aber sie gibt wichtige Denkansätze)
Ich denke jeder Pferdebesitzer ist verpflichtet sich vorher darüber zu informieren und das beste für sein Pferd zu entscheiden...
Wissen ist dem Fall die Macht und kann viel Leid ersparen....

Riesoll
24.02.2009, 14:59
Ob es schnell geht oder das Pferd nochmal aufsteht:scared:, hängt glaub ich auch von der körperlichen Verfassung des Tieres ab, ein krankes Pferd, das ohnehin schon organisch angeschlagen ist, wird diese "Probleme" wohl nicht bekommen, aber ein ansonsten gesundes, möglicherweise sogar ein Hengst, Pferd, das kämpft natürlich noch - wenn es wegen einer Verletzung eingeschläfert werden muss - ...... und ganz wichtig ist auch:
der TA!, ich denke da muß die Spritze (Vene) und auch die Dosierung 100%ig "'sitzen", ein erfahrener TA wird da genau wissen was er wo, wann und wieviel davon zugeben hat - da braucht glaub ich auch eine gewisse Erfahrung - gerade bei Großtieren.

Britta
24.02.2009, 15:18
Und was mich wundert wie oben beschrieben, dass es ein Metzger auf Koppel/Stall macht, das ist nämlich schon seit vielen Jahren verboten.

Dieser Thread ist ja auch schon von 2001, damals waren die Bedingungen noch etwas anders. Wie auch die Medikamente zur Euthanasie sicherlich besser geworden sind.
Bis vor einigen Jahren war ich auch der Meinung, daß unsere Pferde mit Bolzenschuß auf der Koppel daheim sterben werden, inwischen habe ich mich mit dem Gedanken "angefreundet", sie einschläfern zu lassen. Für den Tod durch den Bolzenschuß braucht man ebenso einen Fachmann wie für das Einschläfern, mein ehemaliger TA hat nicht geschossen, weil er zu wenig Erfahrung hatte. Beim Erschießen mußte ich noch nie dabei sein, habe aber vor 15 Jahren eine Freundin in die Klinik begleitet, als ihr Pferd eingeschläfert wurde. Der Wallach hatte eine Spritzenphobie und kein Mensch kann sich vorstellen, was das Pferd in der Klinik noch erlebt hat, da wäre ein Erschießen sicherlich schneller und problemloser gewesen. Bei ihm war es dann auch so, daß er über 30 Minuten versucht hat, wieder aufzustehen, weil er durch das Setzen der Kanüle (hat fast die Klinikeinrichtung zertrümmert) so viel Adrenalin hatte. Es war unbeschreiblich schecklich. Wenn, dann ohne Transport und mit möglichst wenig Streß.

Tati2210
24.02.2009, 15:27
Bei uns wird es wenn nötig durch Bolzenschuß geschehen.

Kann man übrigens immer noch zuhause machen lassen und dann von der Tierkörperbeseitigung abholen lassen.Nur halt nicht mehr zum Verzehr.

Und das die Tiere beim Metzger in Quarantäne müssen ist Blödsinn.Tiere (Schweine ,Kühe, Pferde) werden am Tag angeliefert und geschlachtet.

fredi
24.02.2009, 15:28
Ich habe mich in den letzten beiden Jahren von 2 Pferden trennen müssen - sie sind beide beim Metzger geschossen worden.
Es war ok, ging rasend schnell und sie haben sich auch nicht aufgeregt. Es waren allerdings auch ehemalige Turnierpferde, denen das Hängerfahren und fremde Umgebung nichts ausgemacht haben.
Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie "den Tod" irgendwie gerochen haben oder so. Sie waren wie immer, wenn sie woanders aus dem Hänger gestiegen sind - klar haben sie sich mal umgesehen und waren aufmerksamer als Zuhause.

Vor einigen Jahren wurde eine ganz alte Stute von uns eingeschläfert - auch das war völlig in Ordnung und sie ist ganz friedlich eingeschlafen. Ihr wollten wir keinen Transport mehr zumuten. Das mit dem Schießen zuhause ist meines Wissens nach nicht mehr erlaubt.

Nun komme ich hoffentlich lange lange nicht mehr in die Verlegenheit - leben kann ich mit beiden Methoden und werde es dann wieder ganz stark vom Pferd anhängig machen.

Oppenheim
24.02.2009, 15:29
Ach Gottchen, wer lesen kann, ist wohl klar im Vorteil... :blush2:

Aber schließe mich Britta an.

Oppenheim
24.02.2009, 15:33
Kann man übrigens immer noch zuhause machen lassen und dann von der Tierkörperbeseitigung abholen lassen.Nur halt nicht mehr zum Verzehr.



Hä? Wie geht das denn? Die Tiere sind nicht tot durch den Schuß mit dem Bolzenschußgerät.


Der Gesetzgeber schreibt vor, daß der tödliche Kehlschnitt innerhalb 60 Sekunden erfolgen muß. Der Grund: Danach läß die Betäubung oder Lähmung nach. Es wird geschätzt, daß etwa jedes 5. Tier ohne ausreichende Betäubng geschlachtet wird.



Wie macht ihr das dann?

Riesoll
24.02.2009, 15:39
Oh ja das ist so. Der Bolzenschuß tötet in der Regel nicht auch nicht mal ein Schwein. Tot tritt erst durch das Ausbluten ein. Der Bolzen betäubt nur.

cleopatras magic
24.02.2009, 15:40
also allen die hier in letzter zeit tier verloren haben, kopf hoch es kommen auch wieder bessere zeiten, ich kann aber mit allen mitfühlen hab ich auch schon hintermir.

wir haben es mit bolzenschuß getan daheim auf der koppel und ich mach es wieder so keine frage.

abgeben oder irgendwo hinfahren und nicht dabei bleiben ist für mich ein NOGO, muß aber jeder mit seinem gewissen vereinbaren, ich könnte es nicht.

mit dem schuß ist das pferd noch nicht tot, das stimmt es blutet aus wenn die ..... durchgeschnitten ist

man kann noch ein pferd daheim erschießen lassen , wenn das tier nicht mehr transportfähig ist kommt der metzger noch nach heim, vom TA benötig man da eine bescheinigung

hoffe es trifft uns nicht so schnell,

Hobbyzüchter
24.02.2009, 22:16
Hallo,

einschläfern oder Metzger ist - wenn es ordentlich gemacht wird, es gibt unter TA´s und Metztgern Pfuscher - letztendlich egal.

Mir stellt sich, wenn ich die Schlachthof-Gegner lese, immer die Frage: woher soll ein Pferd wissen wie es in einem Schlachthof riecht und was da jetzt gleich passiert...?

Viele Grüße, max-und-moritz

@max-und-moritz,

bisher habe ich von Deinen Beiträgen recht viel gehalten ...

Pferde besitzen immer noch Urinstinkte!!!
Der Geruch von großen Mengen Blut löst Panik und Fluchtinstinkte aus.

Vor Jahren wurde ein schwer verletztes Pferd stark blutend in eine Klinik gefahren.
Der Anhänger wurde im Stall von Vielen genutzt. Trotz intensiver Reinigung dauerte es Monate bis sensible Pferde auf diesen Hänger gingen.
Die, die von fast allein raufliefen, mußten ab dann deutlich "überzeugt" werden.
Neben dem Reitstall betriebt der Stallbesitzer eine kleine Geflügelzucht. Ab und zu wurde auch mal geschlachtet.
In solchen Tagen gingen die meisten Pferde dort nicht vorbei. Das ging bis zum Steigen, wenn man einige dort vorbei treiben wollte.

Pferde können Schlachthöfe auf mehrer Kilometer Entfernung wahrnehmen.

Riesoll
24.02.2009, 22:25
Blut riechen die tatsächlich, alles andere wäre auch wider der Natur, denn Blut bedeutet für die Fluchttiere Pferd = Tod.
Für die Beutegreifer, wie Hund, Katze = hm lecker.
Mach Dir mal Blut an die Hand (schlachten oder von mir aus auch vom Fleischstück vom Metzer), Dein Hund wird Dich "lieben", Dein Pferd wird "nervös".

Ach ja und wir haben auch so ein "besonderes Riechtier", die Stute muss an alles schnüffeln, wie ein Hund und beim Führen ist, wenn man es gestattet, die Nase auch immer unten, wie bei einem Fährtenhund:)

Lindenhof
24.02.2009, 22:33
Blut riechen die tatsächlich, alles andere wäre auch wider der Natur, denn Blut bedeutet für die Fluchttiere Pferd = Tod.
Für die Beutegreifer, wie Hund, Katze = hm lecker.
Mach Dir mal Blut an die Hand (schlachten oder von mir aus auch vom Fleischstück vom Metzer), Dein Hund wird Dich "lieben", Dein Pferd wird "nervös".

Kann ich nicht bestätigen: Wir haben unserem "Uralt"-Wallach für Plasma-Gewinnung fünf Liter Blut abgenommen - dabei ging in der Waschbox, wo das passierte, was daneben und die Hände wurden auch etwas voll. Keiner (auch nicht unser Uralt-Wallach) haben sich an dem Geruch gestört. Dasselbe galt für eine größere Verletzung, als sich einer unserer Jungen eine große Kopfverletzung zugezogen hatte - die wurde auch in der Waschbox im Behandlungsstand genäht. Weder seine Aufzuchtkumpels davor noch die Pferde, die danach in den Raum mußten, hatten ein Problem damit. Aber vielleicht sind unsere ja auch nur "harte Brocken" :D

Und gerade in der Pferdeklinik sterben öfters Pferde, es wird operiert und somit hat man dort ebenfalls den Geruch des Blutes/Todes, wenn man so will... die Pferde, die auswärts eher nervös sind, werden natürlich auch in so einer Umgebung nervös sein - die anderen nehmen auch die Pferdeklinik den Umständen entsprechend.

Eine Freundin von mir hat bereits zwei Stuten zum Schlachten gebracht. Ich selbst bin kein Freund von sowas, akzeptiere aber die Entscheidung, solange man als Besitzer seiner Verantwortung nachkommt und bis zum Schluß dabei ist. Die Stuten waren jeweils alleine (also ohne andere tote Tiere) im Schlachtraum - und bevor es die Besitzerin richtig realisiert hat, waren die Pferdis auch schon tot am Boden. Völlig streßfrei - waren aber auch Pferde, die generell mit fremden Umgebungen keine Problem hatten.

Riesoll
24.02.2009, 22:41
Na evtl. ist der Geruch von Desinfektionsmitteln in Kliniken oder Waschräumen ja stärker, so daß das Blut nicht so wahrgenommen wird.... oder es sind wirklich harte Brocken......

An der "Leichenhalle" (tote Tiere) des Schweinezuchtbetriebes wollten die Pferde auch nicht vorbei - roch nach Verwesung, jedenfalls nicht die, die das noch nicht kannten. Wenn die wissen, das ihnen trotz des "gefährlichen" Geruches nichts passiert (Vertrauen), bleiben sie evtl. auch ganz entspannt ...... wäre eine Erklärung ..... ist aber auch vom Prinzip her egal.

fredi
24.02.2009, 23:07
Ich denke man muss wahrscheinlich einen richtigen Schlachthof von einem kleineren Pferdemetzger unterscheiden - ersteres käme für mich nicht in Frage!
Der Pferdemetzger hier hat einen großen Pferdestall - es stehen dort nicht nur Schalchtpferde, sondern auch Reitpferde. Alles hat eher das Klima eines Reitstalls - von dem Metzgereigebaude abgesehen. Vielleicht ist es deshalb auch für die Pferde nicht schlimm - die Kollegen stehen ja gemütlich fressend im Stall.

Wobei das Pferd abgeben und wieder fahren wäre auch für mich ein NoGo - auch wenn der letzte Gang der schwerste ist, egal wie - er gehört leider dazu und man ist ihn seinem Pferd schuldig, finde ich.

Ciruna
24.02.2009, 23:23
Ich denke, daß der Instinkt der Pferde noch nicht "ausgerottet" ist.

Ich wollte mit Alaska und Fohlen vor einigen Jahren zum Fohlenchampionat fahren, ein Freund kam mit dem Anhänger, ich holte beide aus der Box und führte sie an den Anhänger heran.Alaska ging immer ohne zu zögern drauf,aber an diesem Morgen stieg sie, ging rückwärts zurück, fing an zu schnauben und zu scharren wie ein wilder Stier.
Ich schaute meinen Bekannten etwas ratlos an und wußte nicht, warum sie do plötzlich nicht in den Anhänger wollte, er fuhr noch einmal fort und kam mit einem anderen Anhänger zurück, sie schnaubte kurz und ging dann wie immer hoch.

Während der Fahrt war ich zemlich still, konnte mir keinen Reim darauf machen bis mein Bekannter sagte: sorry, im ersten Anhänger habe ich gestern ein totes Pony transportiert.

.......was sagt mir das? Pferde haben einen ganz feinen Instinkt.....von wegen, die spüren nicht, was los ist, das spüren die ganz genau ..... ebenso Hunde und Katzen oder ich besitze nur ganz sensible Tiere......

Und wer Tiere hat, egal welcher Gattung sie angehören,hat Verantwortung zu tragen bis hin zum Tod, auch wenn es bitter weh tut

max-und-moritz
25.02.2009, 09:37
Ich kann nur meine Erfahrungen schreiben... Ich hab 2 Pferde zum Metzger gefahren, beide hatten nicht mal einen Anflug von der Panik wie es hier beschrieben wird.

Ein anders Pferd habe ich neben der Weide töten lassen, der Blutgeruch hat nicht einen von denen auf der Weide - 10 Meter nebenan! - interessiert.

Und was ist bei einger Geburt im Stall??? - Hatte ich 3 mal, die Nebenan-Pferde hat das nicht im geringsten gekratzt... Die müssten nach der Blut-ist-Tod-Theorie alle völlig am Rad drehen und an der Decke klebe! - Bitte sagt jetzt nicht daß die instinktiv wissen daß es das Blut eines "positiven Ereignisses" ist...

Wenn Pferde nicht auf einen Hänger gehen, weil er nach Blut riecht, bzw. an einem Gebäude vorbei, in dem geschlachtet wurde, ist es meiner Meinung nach einfach der andere = ungewohnte Geruch.

Viele Grüße, max-und-moritz

Bolaika
25.02.2009, 12:48
@max-und moritz: es riecht ja nicht nur nach Blut, sondern auch nach Fruchtwasser...


Mein Mist-Schimmel dreht am Rad, wenn ich vor ihrer Box mal nen Fasan schlachte. Unser Jährling hängt in der gleichen Situation mit der Nase "drin" und hält mich von der Arbeit ab... Ich bin fest davon überzeugt, daß es auch bei Pferden Sensibelchen gibt und rohe Klötze, wie auch beim Menschen.

Britta-Lotta
25.02.2009, 15:47
Mein Mist-Schimmel dreht am Rad , wenn ich vor ihrer Box mal nen Fasan schlachte.

Huch, wenn das jemand vor meiner Haustür machen würde, täte ich aber auch schlechte Laune kriegen :scared:

Ginella NB
25.02.2009, 15:55
vor zig jahren hab ich mein 1. pferd in den schlachthof gefahren.

es war kein kleiner pferdemetzger um die ecke.
die dürfen heutzutage ja auch schon gar nicht mehr selber schlachten.

als wir mit dem pferd ankamen, wurde im schlachtraum erstmal alles ganz penibel gesäubert, bevor das tier überhaupt erstmal abgeladen wurde.

die stute war absolut nicht aufgeregt oder nervös. und das, obwohl im nebenraum dann doch die wartenden schweine gequieckt haben.
als sie im gekachelten raum stand, war das ganze eine sache von wenigen sekunden.

bei diesem thema kann man keinen tipp geben.
das muss jeder für sich selbst entscheiden.

schlimm sind für die betroffenen beide wege.....

kann der Tod überhaupt jemals "gnädig" sein???

King George
25.02.2009, 15:58
ja, manchmal ist der tot "gnädiger" als das leben, leider.....

Ginella NB
25.02.2009, 15:59
ich glaube, manche pferde können fremde gerüche einfach nicht ertragen.

im januar hatte ich ja vom tierschutz zwei hunde aus schlechter haltung bekommen. die stanken beide echt abartig. eine meiner stuten konnten diesen gestank echt nicht ab haben, wenn die vor deren box standen.
die ist da echt durchgedreht. ich wusste erst nicht, woran es lag.
als ich die hunde 2 tage später aber beide gewaschen hatte, war die stute auch wieder normal...

Britta
25.02.2009, 16:02
kann der Tod überhaupt jemals "gnädig" sein???

ja, das kann er. Wenn Du zusehen mußt, wie ein Mensch monatelang stirbt, dann ist der Tod gnädig und eine Erlösung.
Und damit die Vierbeiner, für die wir verantwortlich sind, dieses Ende nicht erleiden müssen, dürfen wir die Entscheidung übernehmen.
LG

max-und-moritz
26.02.2009, 09:50
[QUOTE=Bolaika;425273]@max-und moritz: es riecht ja nicht nur nach Blut, sondern auch nach Fruchtwasser...

...wovor man Angst hat ist müsste aber doch stärker ins Gewicht fallen...?

Weg vom Blut, da werden wir glaube ich kein Ende finden, es ist wie fast immer: solche und solche.

Was anderes von Sterben und Tod und wie ihn Pferde offenbar sehen: vor ein paar Jahren mußte bei uns auf der Koppel ein Pferd eingeschläftert werden, das konnte nicht mehr aufstehen. Der Rest der 4köpfigen Herde hat sich für mehrere Minuten rund um das tote Pferd gelegt (!!!) und da ist keiner weg gelaufen...

Ich habe bis jetzt - und ich mach die Pferdesache schon ein paar Jahrzehnte - noch nicht einen Fall erlebt in dem ein Pferd (und da waren schon ordentliche Spinner dabei!) Panik gekriegt hätte weil ein anderes tot war oder Blut geflossen ist.

Viele Grüße, max-und-moritz

King George
26.02.2009, 10:20
@max und moritz: geh mal auf einen großen schlachthof und nimm ne nase voll. ich hoffe für dich das du dann nicht kotzen mußt!

und vor dem geruch haben pferde angst!

Tati2210
26.02.2009, 13:11
Hä? Wie geht das denn? Die Tiere sind nicht tot durch den Schuß mit dem Bolzenschußgerät.



Wie macht ihr das dann?

Natürlich wie auf dem Schlachthof. ,inkl. ausbluten... nur das Fleisch geht nicht mehr zum Verzehr ,sondern Das Pferd wird vom Abdecker abgeholt.Darf aber auch nicht jeder machen sondern nur befähigte Personen.Und ist glaube ich auch sehr selten,die meisten bringen die Pferde zum Schlachthof.
Die Metzger (meister)müssen einen Schein haben womit Sie betäuben und töten dürfen.Ist ein Sachkundenachweis.

In Belgien müssen die Pferde übrigens Paß und Chip haben,sonst werden Sie nicht geschlachtet!

CoFan
26.02.2009, 13:27
Also ich selbst habe noch kein Pferd auf den Schlachthof begleitet, kenne aber einige Beispiele von Besitzern, die das gemacht haben. Allerdings nicht in einen grossen, sondern in eine kleine Pferdeschlaterei. Und bis jetzt haben alle das gleiche berichtet, und da war nichts zu hören von Panik o.ä. Das waren allerdings auch Pferde, die Hängerfahren und fremde Umgebung gewohnt waren und der Pferdemetzger bei uns in der Nähe ist selbst ein Pferdemensch. Man kennt sich vom Turnierplatz etc.

Und was das Einschläfern betrifft kenne ich allerdings Geschichten - aus seriöser und glaubwürdiger Quelle - von langen Todeskämpfen, gerade bei alten schwachen Pferden. Allerdings haben sich da wohl die Methoden inzwischen "verbessert". So etwas sollte also bei einem guten TA nicht mehr vorkommen.