Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hoffnungsträger
hannoveraner
04.11.2003, 15:02
Herbstzeit=Körungszeit
Es ist wieder voll im Gange, die Zeit der muskel- und fettbepackten Strahlemänner/Babybomber an der Hand, perfekt eingemustert, manche sehr wild gemacht und manche zudem noch mit atemberaubenden Springvermögen mit vollkommener Manier ausgestattet.
Die Hoffnungsträger unserer Zuchten werden gesichtet, gekört und für sagenhaftes Geld versteigert. Holstein 110.000 Euro im Schnitt für 17 Junghengste, Hannover 44.000 Euro im Schnitt für 55 Junghengste. Trotz wirtschaftlicher Flaute!
Einige der Sieger schaffen es schon im Babyalter zu mehreren hundert Nachkommen obwohl sie selbst, eigentlich idealerweise, lediglich remontehaft geritten werden dürften. Einige Siegertypen rasseln mit Pauken und Trompeten durch die Prüfung oder werden nicht in einer Prüfung gestartet, weil ein eher durchschnittliches Ergebnis erwartet wird. Viele gekörte Hengste sind, wenn sie ihre Qualität unter dem Sattel zeigen müssen, nur noch einen Bruchteil ihres Preises wert.
Warum wird soviel Geld für junge Hengste an der Hand ausgegeben??
Wie handelt das Groß der Züchter heute?
Junghengste die in aller Munde sind, werden überlaufen. Sie sind die Hoffnungsträger für den ganz großen Wurf, für den ganz großen finanziellen Wurf. Der erste Jahrgang wird mit besonders viel Interesse von Züchtern, Aufzüchtern und den Verbandsoberen beäugt. Es ist kein Geheimnis das die Verbandsvorderen besonders gerne Nachkommen aus den ersten Jahrgängen auf Körungen präsentieren, was die Begehrlichkeit noch steigert. Für die ersten Nachkommen können besonders gute Preise erziehlt werden - wenn noch besonders viel Hoffnung drin steckt, die die Phantasie beflügelt!
Wie geht es aber weiter? Wenn doch bei den ersten Nachkommen dieser Hoffnungsträger auch tatsächlich normale bei sind? Die Hoffnung schwindet, der nächste Heilsbringer wird überlaufen und das Spiel geht von vorne los. Nur ganz wenige können sich so lange oben halten bis die ersten Nachkommen unter dem Reiter sind. Die interessanteren Hengste stehen zudem noch immer unter besonderen Kritik, was sich beispielhaft hier auch im Forum widerspiegelt. Deutschland kann keine dauerhaften Helden vertragen (außer Franz Beckenbauer und Rudi Völler vielleicht *http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif ).
Anscheinend fehlt der heutigen Zeit Geduld in der Zucht, das nicht alles Gold ist was glänzt, müßte eigentlich jedem Beteiligtem schon von vornherein bewußt sein. Leider ist heute auch zu beobachten, daß jedermann sein Senf zu Abstammungen abgibt, ohne sich ein unvoreingenommenes Bild von dem Pferd gemacht zu haben, was die Benutzung von älteren Hengsten nicht einfacher macht obwohl es vielleicht besonders gut passen würde.
Wäre es gut, wenn wir den ersten Einsatz beschränken könnten??
Hilft es der Zucht, wenn wir erst unter dem Sattel kören?
Wie können wir den Wert von verdienten Althengsten ins Bewußtsein der Käufer rufen??
Nehmen wir Politik und Rentabilität, sowie die große Macht des Geldes weg, könnten wir uns all dieser Idealistischen Ziele hingeben-und hätten vielleicht ein ganz klein wenig "erfolgreichere" hengste-mehr.....
Das ist ne Frage wie mit den Stuten, schlussendlich muss das in der Verantwortung der Züchter liegen.
Meines erachtens auc ein Problem, dass sehr viele traditionelle Zuchtbetriebe in der nächsten Generation aussterben.So werden die die mitreden immer reduzierter und immer monopolistischer.
Persönlich halte ich es so:verwende oft unmoderne Hengste(einer hatte sogar nur mal eine Stute-meine...), weil ich hoffe, die Abstammungen könnten harmonieren-und schlussendlich das gewisse Bauchgefühl(bin ein Bauchmensch)diesen Hengst entscied.Verkaufe allerdings auch NIE Fohlen(klar, das gilt jetzt nur für meine Zuchtphilosophie).Alle kommen erst unter den Sattel-auch Hengste, die bisher ALLE erst dreijährig zur Körung gingen-und dann zur Vermarktung.
So ist es auch einfacher eine Stute und deren zuchterisches Potential besser einzuschätzen.
Verdiente Althengste?-das ist sehr schwer, denn auch wenn sie Leistungspferde in den Sport schmeissen, scheint keiner an den Trendy-Hengsten vorbeizukommen.
Und warum? Vielleicht muss jeder einzelne seine für sich gesteckten Zuchtziele definieren-ins Bewusstseinrufen, kann man alte, angestaubte Hengste sonst kaum noch.
Geduld-wo gibts das heute noch? In der schnelllebigen Zeit der Superstars und pop stars-verglühen die Sterne schneller, als sie aufgehen.Besinnung?
Sehr interessantes Thema. Verwunderlich die geringe Resonanz. Ich von meiner Seite sehe es ganz genauso wie ihr
beide. Nur muss heute jeder, der in dieser schnellebigen Zeit
am Ball bleiben möchte, dieses "Spiel" mitspielen. Leider sind die meisten Züchter, aufgrund zahlreicher Umstände, gezwungen ihren Nachwuchs bereits im Fohlenalter zu vermarkten. Inseriert man dann ein Fohlen mit erlesenem Pedigree, wie Sandro Hit - Donnerhall, so kann man sich der Nachfrage zahlreicher Käufer sicher sein und das Tel. steht nicht still. Nachkommen von gleicher Qualität, mit unspektakulärer Abstammung werden doch in Fachzeitschriften ignoriert (geht mir selbst auch so). Bei der Käuferschaft von Reitpferden findet m. E. ein derzeitiger Umdenkungsprozess statt. Es ist so ziemlich egal geworden welch rühmliche Blutführung sich hinter dem "Knaller" verbirgt. nur Qualität wir honoriert. Ein gutes Beispiel hierfür ist derzeit Weltruhm. Selbst sehr unmodern im Gesamteindruck und dies auch gern vererbend, sind seine Fohlen nur schwerlich zu vermarkten. Unter dem Sattel dann aber meist umso besser. Ich denke, es wird noch das ein oder andere Jahr brauchen, bis sich Reiter wie Züchter wieder auf das altbewährte besinnen, ohne dabei den Blick auf das neue zu vernachlässigen.
Ich denke, diese Modeerscheinungen sind gefährlich für die Erhaltung der Vielfalt in der deutschen Pferdezucht. Wer Fohlen vermarkten möchte, ist praktisch gezwungen den Einheitsbrei aus D-W-R zu züchten, ansonsten siehts mit der Vermarktung schlecht aus. Aber werden wir das nicht in 10 oder 15 Jahren bereuen, wenn die alten Linien größtenteils verschwunden sind? Viele Züchter sollten jetzt beginnen, sich auf das altbewährte zu konzentrieren und nicht alle ihre Stuten von irgendwelchen jungen Hoffnungsträgern decken lassen. Ich persönlich würde für meine nie einen Hengst wählen, dessen älteste Nachzucht noch nicht unterm Sattel zu sehen ist. Manche dieser Joungster bekommen bereits im ersten Jahr mehr als 100 Stuten zugeführt, das kann nicht richtig sein, wenn noch nichts übe die Vererbungsleistung bekannt ist.
duntroon
11.11.2003, 12:55
wir hattes das ja erst kürzlich an anderer stelle aber schön dass es jetzt in einem eigenen topic behandelt wird.
meiner ansicht nach passt "schnellebige zeit" und "zucht" nicht gerade zusammen. auch auf die gefahr hin dass ich mich wiederhole: ein hengst gehört nicht uneingeschränkt gekört solange keine nachzucht vorhanden bzw. die ersten nachkommen unter dem sattel zu beurteilen sind.
vermarktung und wirtschaftlichkeit hin oder her - man muss einen gemeinsammen nenner zwischen vermarktung und dem sinn der zucht finden. massenproduktion und ins unermessliche steigende bedeckunszahlen nicht erprobter hengste kann nicht gut zu heissen sein.
Stefanie
11.11.2003, 13:00
Hallo @jens,
da kann ich Dir aber nur zum Teil zustimmen. Ich frage mich jedes Jahr aufs neue, warum die Züchter bei der Marktsituation nicht auch mal Stuten leer lassen. Viele Züchter lassen jedes Jahr aufs Neue Stuten decken, obwohl sie die Fohlen schon als Absetzer verkaufen müssen. Dann wäre es doch besser einen gut aufzuziehen und anschließend zu vermarkten, als jedes Jahr die Fohlen für kleines Geld abzuschieben.
Zum zweiten gebe ich zu bedenken, daß die große Masse Reiter, für die gezüchtet wird, mit leichtrittigen und unkompli-
zierten Pferden "bedient" werden muß. Die Züchter können doch nicht für die paar Profis "Kracher" züchten. Es müssen einfach alle lernen, sich mehr am Markt zu orientieren. Natürlich ist es ein riesen Erfolg, wenn man ein Pferd züchtet, daß irgendwann einmal im internationalen Sport läuft. Das ist doch aber eine Ausnahme. Die breite Masse wird es sportlich wohl noch nicht einmal aus L-Niveau bringen. Aber gerade hier sind doch "einfache" Partner-Pferd gefragt.
Die guten Alten Linien....Leider gibt es immer weniger Leute, die sich auch mit den wirklich alten Linien beschäftigen. Wenn man dann hört, der Hengst paßt heute nicht mehr in die Reiterei, der ist viel zu bullig oder viel zu viel Pferd. Ja, wo soll das den hinführen?? Das wir in 20 Jahren nur noch hochgezüchtete immer zierlicher werdende Pferde haben?? Oder am besten geklonte Pferde, damit man sich gar nicht mehr auseinander setzten muß und der Pferdetyp, der gerade IN ist einfach aus dem Reagenzglas gezogen wird. Hier mal ein paar alte Hengste, wo ich glaube, das Sie in circa 10 Jahre ausgestorben sein werden:
Admiral, Bariton, Figaro, Graphit, Grande, Sender, Habicht...
Bekomme ich denn den einfachen Partner Pferd, wenn ich mit Hengsten züchte, über deren Vererbungsleistung nichts bekannt ist? Ich bin ebenfalls für die Begrenzung der Stuten in den ersten Jahren nach der Körung und erst eine uneingeschränkte Zulassung zur Zucht wenn die ersten Nachkommen wirklich zu beurteilen sind.
Wenn wir uns nur dem Markt anpassen wird Deutschland in Zukunft nicht mehr das erfolgreichste Pferdezuchtland sein auf Dauer werden wir dann auf frisches Blut aus dem Ausland angewiesen sein.
Zudem denke ich, das es bei den alten Linien immer auf die richtige Stutengrundlage ankommt. Eine Stute, die in den vorderen Generationen Blut führt und von der man weiß, daß sie nicht zu klobig vererbt, ist denke ich einen Versuch wert.
duntroon
11.11.2003, 13:17
ein paar müssen stuten müssen jedem youngster zugeführt werden die sollte eben einfach in grenzen gehalten werden und bis die ersten unter dem reiter zu beurteilen sind sollten es nicht mehr als 30-40 (schwer eine zahl festzulegen) stuten pro jahr sein. hier würden auch die hengsthalter dann sicher mehr auf sinnvolle anpaarungen acht geben. was die alten linien angeht meine ich eben auch dass altes was noch zu bekommen ist, sei es TG oder FS, auf jeden fall genutzt werden sollte - aber passen dazu muss die stute eben.
Wie wäre es denn, wenn man für Junghengste nur erprobte Stuten zuläßt? Habe es selbst erlebt bei uns im Stall, dreijährige Stute mal dreijähriger Hengst... Stute auch noch als Fohlen verletzt, ist nie wieder sauber gegangen- konnte also als Reitpferd nie beurteilt werden. Heraus kam übrigens ein 1a (28/30Punkte) Fohlen. Aber man hätte hier nie sagen können, was vererbt die Stute, was der Hengst. Und genau deshalb eben der Vorschlag: eine Stute, die schon mehrere Fohlen hatte, angepaart mit dem Jungspund gibt einem eher die Chance, zu beurteilen, was kommt von welchem Elternteil.
Bin also für Begrenzung der Stutenzahl in den ersten Jahren (bis die ersten Pferde drei sind), und eventuell Eingriff in die Auswahl der Stuten- nicht einfach die ersten 50 oder wieviel auch immer.
Bei den Friesen ist es wohl so, daß die Auswahl sehr streng ist- vorläufige Zulassung, Beurteilung des ersten (oder der ersten zwei/drei- weiß keine Details) Fohlenjahrgangs, dann Beurteilung als Dreijährige, dann später nochmal- bei jeder dieser Stationen kann der Hengst rausfliegen, wenn seine Nachzucht die Anforderungen nicht erfüllt. Stuten werden ähnlich hart bewertet. Angeblich soll das dazu geführt haben, daß zuchtzugelassene Tiere kaum zu bezahlen sind, und auch die nicht zuchtzugelassenen sehr gut vermarketet werden können. Gleichzeitig gibt es nicht so eine Schwemme von Fohlen, da eben nicht jede Stute zugelassen ist. Könnte man sowas auch bei WBs machen?
Problem scheint mir, daß man solche Vorschriften schwer machen kann- am Ende findet sich vielleicht doch ein Verband, der sie nicht anwendet und die Leute wandern dann dahin. Frage ist, was verkauft sich besser- eine gefragte Abstammung mit dem Brand dieses Verbandes oder eine nicht so gefragte mit renommiertem Brand?
Katja
auch die "alten" waren mal youngster und oft nicht erkantt. davon gibt es weit gott genug beispiel. erst nach fast jahrzenten sind sie dann zu jarhunderthengsten gemacht worden und zwar oft erst in der zweiten generation. gibt den youngstern doch mal die chance sich zu beweisen
Aber die Kombination Maidenstute mit erprobten Hengst ergibt sich doch häufig schon daher, dass die Hengsthalter das propagieren.
Ich habe meine 13jährige Stute dieses Jahr das erste mal decken lassen und der Hengsthalter hat sehr darauf gedrängt, dass ich einen seiner renomierten Hengste nehme. Denn falls meine Stute "schlecht" vererben sollte, fällt das bei einem Hengst mit bewährter Nachzucht nicht so zurück, wie auf einen Junghengst bei dem alle gespannt auf die ersten Jahrgänge warten.
Grundsätzlich halte ich nichts von zu viel Reglementierung, der Markt ist im Allgemeinen die beste Reglementierung überhaupt!
duntroon
11.11.2003, 14:16
youngster sollen ja ihre chance haben sich zu beweisen - nur wieviele dieser kommen denn erst gar nicht dazu weil sie schon wieder in vergessenheit geraten sind - gerade durch einschränkungen was die anzahl der stuten angeht und die endgültige zulassung nach beurteilung des zuchtergebnisses haben doch die kleinen viel mehr chancen sich zu behaupten. und sei es wie es will - die jungs müssen zwingend ihre leistungen auch im sport unter beweis stellen, diese zeit hätten sie bis der erste jahrgang unter dem sattel ist auf jeden fall.
mal eine frage am rande: auf welche der alten bewährten / nicht modehengste habt ihr dieses jahr zurückgegriffen und werdet nächstes jahr zugreiffen ?
Llewella
11.11.2003, 14:23
Zitat[/b] (Dobonee @ Nov. 11 2003,12:03)]Hier mal ein paar alte Hengste, wo ich glaube, das Sie in circa 10 Jahre ausgestorben sein werden:
Admiral, Bariton, Figaro, Graphit, Grande, Sender, Habicht...
Warum rechnest Du Habicht zu diesen potentiell aussterbenden Hengsten? Sein Blut ist doch weit verbreitet und beliebt. Zumindest wenn wir beide vom selben Habicht sprechen (Trakehner von Burnus AAH)
Er hat in Sixtus, Parforce, Vuvus und Windfall immerhin ncoh vier in der Trakehner Zucht wirkende Hengste, auch wenn Windfall nur noch über TG zu bekommen ist.
Sein Sohn Sixtus hat ebenfalls mit Buddenbrock, Donauwalzer, Fandango, Kasparow, Lafayette, Peron Junior genügend Hengste geliefert. Und jüngst den Reservesieger Couracius...
Gar nicht zu reden von Buddenbrock , der ja nun auch schon sechs gekörte Söhne hat, davon zwei Siegerhengste...
Hi,
also ich hab Sandro Boy (Sandro x Grannus x Argentinus) für nächstes Jahr im Auge.
Mit der Stutenbegrenzung ist das so ne Sache der Machbarkeit.
Stellt euch vor ein Hengst steht in Holstein. 10 Samenbestellungen aus Bayern, 10 aus BW, 5 aus Hessen dann noch 10 Bestellungen aus dem Ausland, da bleiben in Holstein 5-10 Stuten, wer und wie kann daraus Nachzucht bewerten??
Gruß Sam
duntroon
11.11.2003, 14:32
ja gut, man könnte aber die ersten jahrgänge bis zur endgültigen zulassung auf das jeweilige zuchtgebiet beschränken.
Llewella
11.11.2003, 14:36
Aber das bringt auch nicht wirklich eine gute Aussage. Denn ein und derselbe Hengst kann sich ja in verschiedenen Zuchtgebieten völlig unterschiedlich vererben, weil er auf eine andere Stutengrundlage trifft...
hannoveraner
11.11.2003, 14:41
nicht, daß mich jemand falsch verstanden hat: habe nichts dagegen, Junghengste zu benutzen. Im Gegenteil, meiner Meinung nach sollten noch mehr Junghengste Chancen haben in der Zucht. Was mich raschelig macht ist diese wahnsinnige Konzentration auf ganz wenige. Der Hengst, um den der größte Ballyhoo gemacht wird, wird gnadenlos überrannt obwohl in den meisten Fällen die Stuten gar nicht richtig zum Hengst passen. Wie heißt das so schön bei den alten Züchtern: Es gibt Körungssieger, HLP-Sieger und eben Vererbungssieger. Diese sind meistens nicht identisch!
Leider können wir heute aus rechtlichen Gründen die Stuten pro Hengst nicht mehr so einfach begrenzen, da hätten die Rechtsanwälte wieder viel zu tun!
Wer Fohlen verkaufen muß, muß die augenblicklichen Regeln akzeptieren und danach anpaaren. Leider können heute nicht alle Fohlen zufriedenstellend verkauft werden, die auch verkauft werden müssen. Der Fohlenmarkt ist wohl generell eher schlecht. Umso älter die Pferde werden desto mehr zählt die Qualität des Pferdes selbst und nicht mehr die glorreichen Ahnen (...außer bei Stuten zur Zucht scheinbar!!!).
Wenn ich die Liste der Oldenburger Köraspiranten ansehe wird mir ja schon bald etwas anders. Fällt denen denn gar nichts mehr ein? Was wollen die denn in 10 Jahren machen? Nur noch Ausländer ranholen?? (...hatte schon gedacht wir in Hannover wären schlimm... http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif!)
Ich finde, Duntroon + hannoveraner haben einen guten Punkt. Es ist wirklich paradox, daß auf der einen Seite schon dreijährige als "Ausnahmeerscheinungen" und "Jahrhunderthengst" mit 500 Stuten im ersten Jahr den Gipfel erklimmen, wenn vielleicht spätreifere Kollegen ob der Hengstschauen im Januar (wo sie noch nicht mal 3 sind) gleich als Laufmäuse betituliert werden und von der Bühne verschwinden. Und das ist ja hier im Forum nicht anders. Klar, hier sind wir uns jetzt alle einig, wartet mal ab, bis die großen Scheinwerfer in Vechta und sonstwo im Januar angehen, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Da kriegt man echt Bauchschmerzen. Ich jedenfalls.
<mal eine frage am rande: auf welche der alten bewährten / nicht modehengste habt ihr dieses jahr zurückgegriffen und werdet nächstes jahr zugreiffen ? >
Alte Linie und nicht-Modehengst: Pretty Dancer (Mackensen-Sir Shostakovich xx aus poln. Stamm), einer der untergegangenen Youngster, zwar mit sehr guter Eigenleistung und überzeugenden Nachkommen, aber am Rande des Rheinlands im Natursprung, was kann der noch erwarten? Ich jedenfalls bin gewillt, ihm mit einer guten Stute zu Leibe zu rücken und harre der Dinge.
Ansonsten die oben angsprochende Habicht-Linie (die bei mit Sicherheit sehr weit vom Aussterben entfernt ist, wie Llewella so richtig bemerkte) über Windfall, der zwar gerade die Einzelgoldmedaille bei den Pan Amerikanischen Spielen gewonnen hat, trotzdem aber offensichtlich in einer Leistungszucht nichts verloren hat, anders kann man sich die Bedeckungszahlen nicht erklären (das TG laß ich als Ausrede nicht zu, das ist erste Sahne und die Betreuung im Gestüt auch). Er braucht eben auch den passenden Typ Stute......
Ich werde für nächstes Jahr mal die Landbeschäler aus Warendorf ins Auge fassen, hab mich aber noch nicht festgelegt. Die bieten ja eine große Auswahl was die Vielfalt der Blutführung angeht. Erst mal die Schau in Aachen abwarten im Januar.
Eine Reglementierung von seiten der Verbände hätte wohl keine Chance, da sofort die Kartellbehörden eingreifen würden ( siehe 10'er-Lot Hannover).
Also muss der Markt und damit die Käufer, Züchter und Ausbilder die Sache regeln.
Ausserdem haben sich m.E sowohl Zucht als auch Sport weiterentwickelt. Will sagen, ein Springpferd, das vor 10 oder 20 Jahren "in" war, hätte heute nicht mehr die Chancen wie damals. Ein heutiger Parcours hat ausser den Abmessungen noch deutlich mehr Finessen in den Distanzen als damals. Also ist mehr das blutgeprägte, wendige und rittige Pferd angesagt.
Vielleicht sind die Reiter auch schwächer als früher, oder haben einfach nicht mehr die Ausdauer oder Lust, die für eine gründliche Ausbildung erforderlich ist. Also Konsequenz an die Zucht: ein leichtrittiges Pferd muss her.
Die heute stark nachgefragten Jung-Vererber haben doch meistens Väter, die sich schon einen guten Ruf gemacht haben. Warum soll ich z.B. heute einen Hohenstein benutzen, wenn ich doch über HH noch das begehrte Donnerhall-Blut dazu haben kann ?
Diese Hengste sind doch so begehrt weil sie von sehr guten Vätern abstammen und in punkto Ausstrahlung und Reitkomfort schon wieder ein Stück weiter erscheinen.
Es steht doch Jedem frei den Hengst seiner Wahl zu benutzen - und das ist auch gut so.
Die Bedenken, dass die Zucht immer enger wird, teile ich schon, aber es wird in anderen Regionen auch gute Pferde geben, die vermehrt zur Blutauffrischung herangezogen werden können.
<Warum soll ich z.B. heute einen Hohenstein benutzen, wenn ich doch über HH noch das begehrte Donnerhall-Blut dazu haben kann ?
Weil vielleicht das Original besser ist, als das Plagiat? Von Hohenstein gibt's wenigstens genug Nachzucht, die mir schon eine Idee gibt, was ich da am Ende vielleicht bekomme. HH muss da noch mind. 3 Jahre warten. Davon mal ab, nicht jeder ist vielleicht scharf auf das Donnerhall Blut, oder?? Wo schon jeder x. Hannoveraner/Oldenburger/Westfale selbiges hat?
Stimme Dir zu, was das Blut und die anderen Anforderungen angeht. Ich glaube aber dennoch, daß auch "Althengste" das mit blutgeprägten Stuten durchaus bringen können.
serafin2
11.11.2003, 19:54
Also Leute mal erlich!
Es wird hier geredet von Linienerhalt und Junghengstbegrenzung.
Aber wie viele von euch schicken denn Ihre Stuten zu Hengsten der alten Linien? Würde mich echt mal interessieren.
Im Grunde habt ihr aber ja recht. Die alten Linien verschwinden immer mehr. Wenn man die Bedeckungszahlen für Hengste begrenzen würde, würde es den alten Linien auch nicht viel bringen!!! Schön und gut, dann können einige halt nicht zu dem gewünschten Hengst.
Na und??? Dann nehmen sie halt nen anderen Hengst, der eng mit dem gewünschtem Verwand ist, oder halt nen Modehengst.
Damit ist das Problem der Linienvielfalt auch nicht gelöst!
Ich finde, da müsste schon was von den Verbänden aus passieren. Wieso z.B. hat die Oldenburger Körkommission hauptsächlich D-R-S ausgewählt???
Da müsste auch mal was passieren. Wie wäre es denn, wenn man sich erst die Hengste anschaut, und dann auf die Abstammung? Das wäre doch mal was!
Junghengste kriegt man schon genug. Nur das Problem ist, dass fast jeder irgentwie väterlicherseits mit W-D-R-S-L zusammenhängt.
Mit kleinen Dingen könnte Abhilfe geschaffen werden.
-->von jeden Hengst nur eine bestimmte Prozentzahl der vorgestellten Söhne zur Körung lassen.
oder
-->billigere Decktaxen für Althengste aus alten Linien.
Vielleicht sollte man die Verbände darauf mal ansprechen. Zumindest die Oldenburger.
Ich denke mal, einige sind sich gar nicht bewusst darüber, was für wertvollen Blut verloren geht..... http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/sad.gif
Interessantes Thema, über das ihr alle geschrieben habt. Ja, es wird Zeit, dass wieder neue - oder auch alte Linien - Blutströme in die Zucht einkehren.
In Hannover waren einige sehr interessante Pedigrees dabei. Aber leider haben diese doch nicht ganz so Hoffnungen erfüllt, die ich hatte.
Hochinteressant, aber leider verletzte sich der Hengst auf der Körung (Ballentritt), war die Nr. 84. Ein echter Typhengst von Abanos aus einer Grenadier-Bolero Mutter. Dahinter kam ein interessanter Mutterstamm, der viele erfolgreiche Dressurpferde hervorgebracht hatte.
Wäre schön, wenn dieser Hengst noch einmal auf einer Körung vorgestellt werden würde. Den könnte ich mir gut als Vater meiner zukünftigen Fohlen vorstellen. Trotz Verletzung trabte der ungemein los und hatte enorm viel Schritt. Ich hatte das Glück, den Hengst an der Longe in der Abreitehalle zu sehen, wo er auch eine sehr gute Bergaufgaloppade zeigte.
Hat noch jemand den Katalog - ich hätte gerne die Adresse des besitzers.
Danke
hannoveraner
11.11.2003, 20:28
Zitat:
Da müsste auch mal was passieren. Wie wäre es denn, wenn man sich erst die Hengste anschaut, und dann auf die Abstammung? Das wäre doch mal was!
Jau, das wäre mal was! Geht aber leider nicht, die Körung ist Höhepunkt des Vermarktungsjahres und nicht Höhepunkt des Zuchtjahres! Aber vielleicht wäre das schon ein Riesenschritt vorwärts wenn die Stuten ohne Kenntnis der Abstammung (..und der Besitzer/Züchter!!) beurteilt werden würden. Dann würde die Qualität der Pferde selbst hoffentlich mehr im Blickpunkt stehen und weniger die abstammungsgemäße Hoffnung (die Qualität der Vorbereitung wird man wohl nie rausfiltern können).
Lasse selbst bei einem Vertreter der Cardinal xx-Linie decken und bin froh, daß ich nicht Fohlen verkaufen muß!!
Zitat:
-->von jeden Hengst nur eine bestimmte Prozentzahl der vorgestellten Söhne zur Körung lassen.
oder
-->billigere Decktaxen für Althengste aus alten Linien.
Geht nur im sehr begrenzten Maße, irgendwie müssen schon die besten selektiert werden. Die Decktaxen werden doch eigentlich von der Nachfrage geregelt. Habe zudem das Gefühl, die Züchter nehmen lieber den teueren Hengst, am billigen muß irgendwas dran sein....
Hallo Dunhill,
ja, den Hengst hae ich auch gesehen - in der Tat sah es vielversprechend aus. Aber leider konnte man kein richtiges Urteil über diesen Hengst fällen.
Ich schaue nach, wo ich den Katalog habe und maile dann die Adresse des Besictzers.
Vonwegen alte Blutlinien wer will sich heute noch einen Gotthard od.Ferdinant antun .Züchten heißt Vortschritt
und die alten Blutlinien sind nur noch im Pedigree erwünscht.
Zum Punkt Springgewaltige Hannoveraner so habe ich bei der Körung keinen der sich so als Vereber bezeichnen darf gesehen.
Der Abanos hatte die Nr.84 und wurde vorgestellt von Herrn Volker Dusche aus Isernhagen wie ich hörte soll er nun beim ZfdP in Kreuth im Dezember vorgestellt werden
Wir bekommen diese Saison ein Fohlen von Tullamore und ich kann mich schon drauf einstellen das ich wir es schlecht Vermarktbar ist. Wenn ich was aus der WDR linie nehme habe ich meist einige Interessenten. Klar könnte ich sagen SCH.... drauf ich Pachte ein paar Weiden an und mach einen auf Fohlenaufzucht, aber ich denke das wird uns dann vom Zeitaufwand zu viel. Vieleicht sollte man die ganze Sache halt mehr über die Vermarktung machen, bei den Springpferden hats ja auch geklapt. Aber mit Gewalt kann man keine Linienvielfallt erzwingen.
@Dunhill: Besitzer sind Leonie Bramall und Volker Dusche vom Gestüt Mühlenort in Niedernstöcken. Haben eine eigene Homepage: www.bramall-dusche.de
Der Hengst ist wieder fit und soll m.W. am 24.11. zur Nachkörung in Verden erneut vorgestellt werden.
Wäre doch noch mal ne Chance für Dr. Bade, seine Hengst-Armada zu ergänzen.
duntroon
12.11.2003, 09:13
wie wäre es grundsätzlich mit einem "förderprogramm" für die nutzung der in frage kommenden "althengste" ?
Es sind immer schon "alte" Linien verschwunden !!!
Die werden dann nur noch über die Stuten weitergeführt.
Da fällt mir spontan der Aumund ein, der hinten in den Stutenlinien sehr begehrt ist.
Auf der anderen Seite ist der D-Zweig über Disput/Diskant, der nicht viel gebracht hat und im Schatten der anderen D's (z.B. Duellant) stand, auf einmal durch Donnerhall & Co. ganz groß rausgekommen !
duntroon
12.11.2003, 09:29
auch usurpator sollte an dieser stelle genannt werden
Und noch was ist mir aufgefallen:
Wenn ich mir die Pedigrees mit den Photos der "modernen jungen Hengste" anschaue, bin ich erstaunt wie dicht darauf die "alten" Hengste folgen (gerade auch bei den Hannoveranern !!!).
Schwere Pferde mit strammem Rücken, fehlender Sattellage, kurze Fesseln und Rüben drauf - mann oh mann !
Der einzige Lichtblick sind die Vollblüter dazwischen - trotz tief angesetztem Hals und komischem Untergestell. Aber der Sattel bleibt wenigstens hinter dem (vorhandenen) Widerrist liegen http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif
@duntroon: Förderprogramm wäre ne Möglichkeit, die aber m.E. wohl auch nicht ziehen würde. Denn das die Decktaxe nicht die kriegsentscheidende Rolle spielt, sieht man doch an den Decktaxen der am meisten frequentierten Beschäler ( Sandro Hit, His Highness, De Niro etc. ).
duntroon
12.11.2003, 10:17
decktaxen sind auch nicht das entscheidende - da der absatz von "nicht modepedigree" oft nicht einfach ist und vielleicht solche pferde "zu hause" bleiben (gerade stuten) könnte hier ein förderprogram zur entlastung der züchter tätig werden. es sollte den züchtern, die bereit sind altes zu bewahren, einfach ein kleiner anreiz gegeben werden.
Ich kann Monty da leider nicht so ganz zustimmen.
Gerade die letzte Körung in Verden zeigte mir, dass es offenbar keine typischen Beschäler mehr gibt. Einzige Ausnahme, der Hohenstein- Prince Thatch. Ein Hengst, der immer dastand wie ein Gemälde und zu dem ich persönlich HENGST sage. Er hätte auch durchaus ins Prämienlot gepasst. Aber gut, Tatsache ist, das die heutigen Vererber immer leichter im Typ, Gebäude und Fundament werden. Besonders im Vorderbein ist festzustellen, das dieses häufig geschnürt ist und nicht mehr unbed. die gewünschte Trockenheit aufweist. Hierin sehe ich in Zukunft ein Problem in der heutigen Warmblutzucht. Wir werden in ein paar Jahren ein zwar ultramodernes Pferd züchten, das aber m. E. nicht mehr die Härte und Haltbarkeit heutiger Tage aufweisen kann.
Hmm - jens - ich weiß was Du meinst
Auf der einen Seite sehe ich die Holsteiner und Trakehner, die seit langer Zeit regelmäßig Vollblut einkreuzen und damit gut gefahren sind.
Sogar ein Vollblutgestüt (weiß nicht mehr welches, aber in Deutschland) ist in der Lage, Fundament zu erhalten.
Natürlich gibt es Blutpferde, die nicht einfach sind - bei den schwereren Pferden gibt es das jedoch auch - man muss sich halt bei der Arbeit darauf einstellen.
Auf der anderen Seite sehe ich einen Hengst und sage mir:
Das ist ein Dressurpferd wie es sein soll: Fundament, Nerv, Rückentätigkeit - alles stimmt. Ist das jetzt das "Endprodukt" Dressurpferd oder ist er ein Dressurpferdevererber ? Streut er ? macht er Büffel ?
Ich muss da auch an den Trakehner Schimmelhengst Fabian denken, den Dr. Klimke eine Zeitlang geritten hat. Ein herrlicher Hengst, überhaupt nicht hengstig, brav und fleißig bei der Arbeit. Die Züchter (habe ich gehört) waren jedoch von ihren zum Teil faulen dicken Produkten nicht so begeistert !
Zitat[/b] (jens @ Nov. 12 2003,23:16)]Ich kann Monty da leider nicht so ganz zustimmen.
Gerade die letzte Körung in Verden zeigte mir, dass es offenbar keine typischen Beschäler mehr gibt. Einzige Ausnahme, der Hohenstein- Prince Thatch. Ein Hengst, der immer dastand wie ein Gemälde und zu dem ich persönlich HENGST sage. Er hätte auch durchaus ins Prämienlot gepasst. Aber gut, Tatsache ist, das die heutigen Vererber immer leichter im Typ, Gebäude und Fundament werden. Besonders im Vorderbein ist festzustellen, das dieses häufig geschnürt ist und nicht mehr unbed. die gewünschte Trockenheit aufweist. Hierin sehe ich in Zukunft ein Problem in der heutigen Warmblutzucht. Wir werden in ein paar Jahren ein zwar ultramodernes Pferd züchten, das aber m. E. nicht mehr die Härte und Haltbarkeit heutiger Tage aufweisen kann.
wenn ein beschäler nur im standbild qualitäten haben soll, gebe ich dir absolut recht. doch sollten gerade ins prämienlot doch noch bitte schön andere qualitäten mit einfließen. vorderbein rechts leicht verstellt, im rücken nicht einmal in den gga durchschwingend, typisch steiles hinterbein von hohenstein(sein vererbungs-minus). überhaupt keine aktion von hinten, so einen möchte ich nicht im prämienlot sehen. aber schön schwarz war er, das stimmt. und die dillenburger freuen sich den wolf, dass sie den hengst bekommen haben und auch noch so günstig http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif
Nochmal zum "Aussterben der alten Linien":
Ich würde das nicht so nennen, das klingt, als gäbe es nur noch "neue" Linien. Und ein Donnerhall stammt ja schon aus einer alten Linie, oder? Nein, was man beklagen muß, ist doch vielmehr der Verlust der Vielfalt!
Monti hat doch recht, wenn sich die Anforderungen ans Zuchtprodukt ändern, dann ist die Frage, kann sich eine etablierte Linie dort anpassen, sprich, immer noch heute moderne Pferde bringen. Ja? -Alles ok, und wenn nicht, wird sie aussterben. Das ist völlig normal. Und es werden ja auch dauernd neue Linien gegründet- normalerweise- z.B. durch Rekrutierung guter Vollblüter (vielleicht wird sich ja Lauries Crusador als Linienbegründer erweisen oder Heraldik xx). Allerdings scheint es da in den letzten 20/30 Jahren so ein bißchen eine Lücke zu geben, oder (also wo nix nachkam, oder sich nicht länger hielt als wenige Generationen)? Wie schon oben beschrieben, würde ich derzeit beklagen, daß eben von den bisher etablierten Linien viele aussterben, da sie nicht mehr genutzt werden, und neue Linien kaum noch erscheinen- und sich statt dessen alles auf sehr wenige Linien konzentriert- WDRF und vielleicht noch Sandro Hit (in geringerem Maße!), außerdem L+C in Holstein. Und eben nur das Aussterben der alten Linien zu beklagen, scheint mir doch irgendwie der falsche Ansatz.
Katja
hannoveraner
13.11.2003, 09:55
@jens:
Gerade die letzte Körung in Verden zeigte mir, dass es offenbar keine typischen Beschäler mehr gibt. Einzige Ausnahme, der Hohenstein- Prince Thatch. Ein Hengst, der immer dastand wie ein Gemälde und zu dem ich persönlich HENGST sage. Er hätte auch durchaus ins Prämienlot gepasst.
[I]
Wie verschieden doch Geschmäcker sind! Bin eigentlich froh, daß nicht mehr so viele 2-jährige Standmodelle dabei sind. Auffallend ist wirklich, daß erheblich weniger eindrucksvolle Hälse auf der Körung erscheinen als noch vor 2, 3 Jahren. Die Dopingproben wirken!!! Man kann wohl davon ausgehen, daß vorher circa die Hälfte der Hengste gespritzt waren in Hannover (laut einer Untersuchung die zur kategorischen Dopingprobe führte). Möchte nicht wissen wie hoch der Anteil auf anderen Norddeutschen Körplätzen gewesen ist. Gibt es diese Dopingprobe eigentlich auch in Ol??
Oppenheim
13.11.2003, 10:01
@angel36
Kann Dir da nur zustimmen. Ich erlebe nun live mit, wie der Palisander v. Paradox I regelrecht aus der Zucht gekickt wird. In diesem Jahr hat er gerade mal eine Stute gedeckt. Es ist so schade. Ist ein toller Leistungsvererber, aber die Leute honorieren das heute nicht mehr. Ich hatte ja schon paarmal geschrieben, wie sehr ich das bedauere. Und die Erfolge seiner Nachzucht sprechen wohl für sich.
@Hannoveraner: stimme Dir voll zu. Die Kraftprotze, die doch durch die "Chemische-Keule" gepowert wurden, haben hoffentlich in Zukunft keine Chance mehr bei den Körungen. Wir haben doch in der Vergangenheit gesehen, wohin das führt. Vermeintliche Spitzenhengste bauten sehr ab und waren ein Jahr nach der Körung kaum wieder zu erkennen und es traten Fruchtbarkeitsprobleme auf und und... .
@jens: bei dem Hohenstein kann ich Dir nur voll widersprechen.
Hast Du nicht gesehen, wie verstellt der Hengst im Vorderbein war - und dazu ein total ungeregelter Schritt. Dieser Hengst im Prämienlot ? nein danke...!
duntroon
13.11.2003, 10:42
Zitat[/b] (Hannoverian @ Nov. 13 2003,09:15)]@Hannoveraner: stimme Dir voll zu. Die Kraftprotze, die doch durch die "Chemische-Keule" gepowert wurden, haben hoffentlich in Zukunft keine Chance mehr bei den Körungen. Wir haben doch in der Vergangenheit gesehen, wohin das führt. Vermeintliche Spitzenhengste bauten sehr ab und waren ein Jahr nach der Körung kaum wieder zu erkennen und es traten Fruchtbarkeitsprobleme auf und und... .
das kann man nur hoffen, dass solche "gepowerten" nicht mehr zu sehen sind. wobei wir wieder bei dem thema wären, dass würde man hengsten mehr zeit geben sich zu entwickeln solche massnahmen nicht nötig wären. da aber der markt nach immer mehr top hengsten schreit und anscheinend keiner mit dem aktuellen angebot zufrieden ist - zusätzlich immer mehr die vermarktung vor der zucht steht wird es erst die zukunft zeigen welcher der hochgelobten hengste sich durchzusetzen vermag.
hier muss man jetzt einfach entscheiden, jeder ist ja bekanntlich seines glückes schmied, ob man nur für den markt/sport und für den moment oder auch im sinne der zucht und für die zukunft züchtet. ich denke ein gesundes mittel zwischen beidem wäre anzustreben.
mir fällt es schwer einen junghengst als hoffnungsträger zu bezeichnen, von dem keinerlei vererbung bekannt ist. dennoch zählen für mich chico´s boy, royaldik, donnerball und elfengeist zu den hengsten auf die man achten sollte. so kann man sich sicher aus jedem jahrgang seine "favoriten" raussuchen aber bis und ob diese mal an grössen wie argentinus, raphael, grosso etc. etc. heran kommen wird noch einige zeit vergehen.
ich gesteh, elfengeist hat mich so gut gefallen dass ich ihn dieses jahr genutzt habe. für nächstes jahr habe ich mich bei selbiger stute für raphael entschieden.
was heraldik angeht kann ich dem zustimmen dass dieser hengst sicher mit der grundstein einer hoffnungsvollen zukunft sein kann.
gerade der hannoveraner verband diskutiert ja schon seit jahren die körung im frühjahr stattfinden zu lassen. aber wir haben nicht nur politische sondern auch sehr große wirtschaftliche faktoren die dieses einfach erschweren. fakt ist, dass gerade in hannover fast zu 50% (teilweise drüber ) die pferde ins ausland abverkauft werden. der verband und damit auch das landgestüt muß geld machen. dies ist gerade in der heutigen schwierigen wirtschaftslage ein "muß" siehe z.b warendorf. zum zweiten bedeutet eine verschiebung auch, dass der züchter die hengste länger im stall behalten muß, was den hengst erstmal teurer macht. jeder hat in verden gesehen, wie teilweise billig die hengste am samstag waren bei einem entsprechenden negativen körurteil. da waren teilweise die fohlen auf der eliteauktion teurer. wenn ich mir einen letherdal anschaue, was der in der letzten zeit so zusammengekauft hat, fohlen stuten hengste, so habe ich mich in der vergangenheit öfter gefragt, ob er nur kauft, weil sie schwarz sind. aber der run auf hh gibt ihm recht und wir werden sehen ob der mann es richtig gemacht hat oder nicht. bis jetzt sieht es gott sei dank so aus. außerdem muß man auch sehen, dass ein bade dem körlot entsprechend sehr "exotisch" für hannoveranische verhältnisse eingekauft hat. de-niro, sandro hit.
mit dem vorstoß der dopingkontrollen, hat hannover einen sensationellen vorstoß getätigt, der m.e auch zwingend in allen anderen verbänden eingeführt werden muß. aber schon schreit man nach der effizeinz solcher test, warum wohl? ich würde gerne mal alle hengste in holstein testen lassen.
hannoveraner
13.11.2003, 11:45
Zitat[/b] (chantal @ Nov. 13 2003,10:03)]mit dem vorstoß der dopingkontrollen, hat hannover einen sensationellen vorstoß getätigt, der m.e auch zwingend in allen anderen verbänden eingeführt werden muß. aber schon schreit man nach der effizeinz solcher test, warum wohl? ich würde gerne mal alle hengste in holstein testen lassen.
verstehe ich jetzt nicht, zweifeln schon welche die Effizienz solcher Test an??
Zitat[/b] (chantal @ Nov. 13 2003,10:03)]gerade der hannoveraner verband diskutiert ja schon seit jahren die körung im frühjahr stattfinden zu lassen. aber wir haben nicht nur politische sondern auch sehr große wirtschaftliche faktoren die dieses einfach erschweren. fakt ist, dass gerade in hannover fast zu 50% (teilweise drüber ) die pferde ins ausland abverkauft werden. der verband und damit auch das landgestüt muß geld machen. dies ist gerade in der heutigen schwierigen wirtschaftslage ein "muß" siehe z.b warendorf. zum zweiten bedeutet eine verschiebung auch, dass der züchter die hengste länger im stall behalten muß, was den hengst erstmal teurer macht. jeder hat in verden gesehen, wie teilweise billig die hengste am samstag waren bei einem entsprechenden negativen körurteil. da waren teilweise die fohlen auf der eliteauktion teurer. wenn ich mir einen letherdal anschaue, was der in der letzten zeit so zusammengekauft hat, fohlen stuten hengste, so habe ich mich in der vergangenheit öfter gefragt, ob er nur kauft, weil sie schwarz sind. aber der run auf hh gibt ihm recht und wir werden sehen ob der mann es richtig gemacht hat oder nicht. bis jetzt sieht es gott sei dank so aus. außerdem muß man auch sehen, dass ein bade dem körlot entsprechend sehr "exotisch" für hannoveranische verhältnisse eingekauft hat. de-niro, sandro hit.
mit dem vorstoß der dopingkontrollen, hat hannover einen sensationellen vorstoß getätigt, der m.e auch zwingend in allen anderen verbänden eingeführt werden muß. aber schon schreit man nach der effizeinz solcher test, warum wohl? ich würde gerne mal alle hengste in holstein testen lassen.
[QUOTE]
der De Niro war sicherlich ein toller Hengst. Der Sandro Hit war mir persönlich "zu viel Pferd".
Ich frage mich eigentlich, warum kauft Dr. Bade nicht direkt auf den Körungen in Oldenburg, Westfalen oder Holstein ein.
Meistens kommt er doch gegenüber den Privaten zu spät, siehe Rubinstein, Donnerhall .... will sagen, wenn alle Privaten z.B. einen Donnerhall haben und die Kundschaft privat decken lässt, kauft auch Dr. Bade einen Donnerhall. Und aus Zeitdruck wird's dann nicht immer der "Richtige".
Die Bedeckungen im LG dürften doch stark zurückgegangen sein und wenn man davon noch die angepachteten abzieht ( Contendro, Worldly, Conteur etc. ) kann man doch um die Wirtschaftlichkeit des LG in der näh. Zukunft bangen.
Nicht ganz von der hand zu weisen. Aber in Oldenburg wird es schwer sein für Bade, da steht doch immer schon vorher fest wer welchen hengst kauft bzw. gekauft hat. Und die Hochtreiberei ist doch reine Makulatur. Soll sich ja dieses Jahr ändern? Bei allem was Herr H. versteigert traue ich dem Spiel nicht, ist ja allgemain bekannt. Ich glaube macht das ziemlich geschickt, siehe seine "Zusammenarbeit" mir Fuchs. Er sucht zumindest seine Möglichkeiten, auch mit dem Anpachten. Auch er wird gesehen haben, wie die Weltmeyer abgewatscht wurden, zumindest die direkten. Ich bin mal gespannt auf das nächste Jahr, ich könnte mir vorstellen, das Lot wird bunter.
@chantal: das mit den W's hätte die Kommission aber doch schon bei der Auswahl wissen müssen. Erst schleppen sie jede Menge W's hin, weil die Qualität so toll sein sollte...und dann kören sie die Meisten nicht.
Ein so verdienter Hengst wie Wolkenstein, hat diese "Demontage" einfach nicht verdient. Man hätte doch weniger nehmen und diese dann auch kören können.
Es ist klar, das man mit den W's zurückfahren muss, umsomehr weil viele der Junghengste dieses Blut schon von Mutterseite her führen ( siehe die ersten 3 des Prämienlotes). Aber das weiss man oder sollte man bereits bei der Vorauswahl wissen.
Oppenheim: Palisander hat dieses Jahr noch gedeckt?! Welcher Jahrgang ist er? Ich meine 1975?! Und er hat sich seh vielseitig vererbt, sein Alter spricht für seine härte, da kann ein Rubinstein nicht mehr ran. Hab selber eine Stute mit MV Palisander. Ihre Mutter hatt einige erfolgreiche Springpferde auf M-Niveau laufen.
Zitat[/b] (Hannoverian @ Nov. 13 2003,12:08)]@chantal: das mit den W's hätte die Kommission aber doch schon bei der Auswahl wissen müssen. Erst schleppen sie jede Menge W's hin, weil die Qualität so toll sein sollte...und dann kören sie die Meisten nicht.
Ein so verdienter Hengst wie Wolkenstein, hat diese "Demontage" einfach nicht verdient. Man hätte doch weniger nehmen und diese dann auch kören können.
Es ist klar, das man mit den W's zurückfahren muss, umsomehr weil viele der Junghengste dieses Blut schon von Mutterseite her führen ( siehe die ersten 3 des Prämienlotes). Aber das weiss man oder sollte man bereits bei der Vorauswahl wissen.
stiimt mit wolkenstein gebe ich dir recht, sechs haben sie mitgenommen keiner wurde gekört und die züchter konnten froh sein, wenn die überhaupt am samstag verkauft wurden.
andererseits kören die komplett einen ganzen ring weltmeyer durch, was ja auch bei den zuschauern für unruhe gesorgt hat. dann die abklatsche bei der versteigerung war sicherlich nicht super für die züchter, aber zumindest hat das die liebe körkommision zum nachdenken gebracht, oder? oder bade geht jetzt den kompletten weg der springpferdezucht, ne war ein kleiner scherz http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif
Die Züchterei lief doch schon immer in einer Wellenbewegung: Vollblut rein, Vollblut wieder raus, je nachdem, was gerade hip war. Neu ist daran wirklich eher die starke Überbenutzung einiger weniger Hengste. Machen wir uns nichts vor: Das wurde erst ermöglicht durch die Etablierung der KB und so richtig rund ging es erst, als das Informationszeitalter anbrach. Plötzlich wußte jeder über die Rising Stars bescheid und jeder wollte mit bei den ersten sein, die teure Fohlen von neuen Hengsten hatten.
Als ich noch (noch!) kleiner war, fuhren die meisten ländlichen Züchter traditionell erstmal die heimatnächste Station an und benutzten, was ihnen das Landgestüt da eben vorsetzte. Waren trotzdem genügend Knaller dabei und die Vielfalt geriet mangels Wahlmöglichkeit nie in Gefahr. Wir galten damals schon als Exoten nur weil wir mal bei Vorwerk / Inschallah fremdelten. Heute wird schon fast belächelt, wer 'seiner' Station treu bleibt. Hat alles Vor- und Nachteile. Kurzfristig wird es vielleicht mehr attraktive Fohlen geben. Langfristig geht's aber mit der Population bergab, meine ich. Wer redet in 6 Jahren noch über Rotspon? Wieviele der hunderte Contendros und Don Fredericos werden das halten, was man sich von ihnen verspricht?
Wellenbewegung ist auch nur ganz natürlich was den Tanz um die Körungs- und HLP-Stars, BC und wie sie alle heißen angeht. Je höher die Anfangswelle, desto größer natürlich auch der Ausschlag nach unten, wenn das 'Fieber' abgekühlt ist. Wellen ohne Ausschlag nach unten sind eben keine Wellen. Drum ist mir züchterisch gesehen ruhige See auch lieber. Schließlich gibt's genug Leute, die im 'Rush' sämtliche Stuten von Jahrhunderthengst xyz decken ließen und jetzt den Stall mit lauter schlecht zu vermarktendem Mittelmaß vollhaben. Dann lieber in 20 Jahren etwas haben, was dann sicherlich nicht mehr jeder hat: Einen Stutenstamm gänzlich 'unbefleckt' von WDR etc. Nur vom schnellen Geld für hip gezogene Kracher muß man sich dann verabschieden.
Sollte sich in ein paar Jahren herausstellen und herumsprechen, dass auch ein His Highness schlechte machen kann (staun http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif ) dann werden es wieder viele derer sein, die sagen: Ich hab's ja immer gesagt... Nur sagen sie es eben erst in ein paar Jahren, während heute mit juchee auch die unpassendste Stute hingeschleppt wird. Warum sich dann nicht einfach einer Meinung enthalten? Kommt auf's selbe raus und wirkt glaubwürdiger....
PS Dass Dr. Bade mit seiner Hengstauswahl hinterherhängt ist imho leider keine Wellenbewegung sondern eine stabile Größe http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/sad.gif Schade um das LG, ehrlich.
Wenn es passt warum keinen Modehengst nehmen? Sicher es ist Spannender gegen den Strom zu Schwimmen und unsere eigenen Stutenstämme sind bis jetzt noch WDR frei. Aber wenn ich denke es passt nehme ich den Hengst ob Mode oder nicht. Das mit den Wellen da wird Kareen schon recht haben, auch wenn die Wahrheit meist in der Mitte liegt. Wenn es um das Aussterben von Linen geht muss ich immer daran Denken wie vor einigen Jahren ich glaube im St. Georg das drohende Aussterben der Sacramento Song linie bedauert wurde. Oder zur Zeit sind die Boleros wieder im Aufwind. Das einzige was zählt ist das Endprodukt das man im Stall stehen hat und daran misst sich der Erfolg oder Misserfolg.
hannoveraner
15.11.2003, 13:02
Zitat[/b] (Kareen @ Nov. 14 2003,18:06)]Heute wird schon fast belächelt, wer 'seiner' Station treu bleibt. Hat alles Vor- und Nachteile. Kurzfristig wird es vielleicht mehr attraktive Fohlen geben. Langfristig geht's aber mit der Population bergab, meine ich.
...man wird nicht nur fast belächelt, man wird von manchen sogar verhöhnt.....
Ein großer Vorteil früher war, was heute von manchem unterschätzt wird, das jeder kleine Züchter sich ein umfassendes Bild von der Vererbung der Hengste "seiner" Station machen konnte. Dadurch haben sich früher regelrechte Passerpaarungen herauskristalliert. Wer hat denn heute wirklich Zeit sich ein umfassendes Urteil über die Nachkommen eines gefragten Hengstes zu machen, der zich km entfernt steht? Früher war durch die Stationstreue die Vererbung der stationseigenen Hengste viel transparenter. Nichtsdestotrotz ist die Qualität der Pferde in den letzten 15 Jahren in der Breite doch deutlich angestiegen. Da ist die KB auch nicht ganz schuldlos dran! Ob es langfristig mit der Population berg ab geht? Weiß ich auch nicht so recht. Wenn der aktuelle Hype um nur einige Hengste in Deutschland so weitergeht oder gar noch steigt, ist die Gefahr aber sicher da!
Ich habe mir noch mal den Körkatalog der Oldenburger vor 10 Jahren angeschaut,damals war ich gerade von der Vielfalt der Blutlinien in OL total begeistert.
Dieses Jahr siehts dagegen ziemlich mau aus,was nicht nur an der Abspaltung von OS liegt.
Was die Junghengste angeht,kann man da auch die Anpaarung von zwei altbewährten Linien finden.Bellissimo M ist z.B. so einer.Auch so bleibt "altes" Blut erhalten.Das ist nun mal die Weiterentwicklung,sie durch Reglementierungen aufhalten zu wollen,finde ich völlig falsch.
Wenn heute z.B.ein neuer "HH" gekört wird,wer entscheidet dann welche Stute zu den 50 auserwählten gehört,wenn der Hengst nur so viele decken darf? Und wenn alle Staatsprämie oder Verbandsprämie haben,gehts dann nach dem Stutenbesitzer?
Wie schon gut erkannt,der Markt orientiert sich an der Nachfrage,wer einen umjubelten Hengst in seiner Zucht einsetzen möchte,soll das ohne schlechtem Gewissen tun!
Gruß
Paula
@Kareen: Ich persönlich glaube, dass in 6 Jahren wieder mehr von Rotspon gesprochen werden wird, als das heute der Fall ist. Derjenige, der genug 3-Jährige aus seinem ersten Jahrgang unter dem Sattel gesehen hat, wird mir vielleicht beipflichten. Sie sind fast durch die Bank sehr umgänglich, intelligent und rittig. Gebt ihnen doch die Zeit, das auch in Dressurpferde-Prfg. zu beweisen und macht den Hengst nicht aufgrund einiger zugegeben vorhandener Mängel in der Vererbung schon gleich nieder.
Bei HH geb ich Dir vollkommen Recht. Auch er wird nicht zaubern können, wie übrigends kein Hengst, und aus jeder normalen "Mary" ein Spitzenprodukt hervorbringen. Aber er bringt sehr gute Vorraussetzungen mit, aus guten Stuten auch einige Spitzen hervorzubringen.
Ich halte es da eher mit Benjie: "Wenn es passt, warum keinen Modehengst nehmen ?". Hat sich bis jetzt bei der Vermarktung unbedingt ausgezahlt.
@Hannoverian: Das kann durchaus sein mit Rotspon. Ich mag Rosentau von der R-Sippe lieber, auch wenn er vielleicht nicht ganz so beständig 'anfängersicher' produziert. Sicher kann man Modehengste benutzen, wenn's passt. Leider sehe ich zu wenig Leute sich mit dieser Frage wirklich auseinandersetzen (ob's paßt). Aber letztlich muß ja auch jeder selber wissen, wo er hinzieht http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif
Jedenfalls werde ich weiterhin auch 'ungefragte' Hengste einsetzen, wenn ich meine, dass es paßt. Sonst hat man ja bald nix mehr zum Anpaaren an die 'gefragten' Linien.
Bei mir hat sich eine "gute Kombination" herauskristallisiert - mit der ich auch weitermachen werde - obwohl der Hengst keine Modehengst ist (wenn er Modehengst wäre, wäre es mir auch egal - ich will nur ein gutes Fohlen).
Oppenheim
17.11.2003, 10:27
@Dimona
Klar gibts den Pali noch und er deckt nach wie vor im Natursprung. Pali ist jetzt 28 und erfreut sich noch bester Gesundheit. Er hat eine leichte Arthrose, das kann man in dem Alter wohl nicht vermeiden. Ansonsten ist er topfit. Er hat täglichen Koppelgang mit Handryk. Ich mag ihn gerade wegen seiner vielseitgen Vererbung. Er ist nun in Privatbesitz.
Gestüt am Kirschberg (www-gestuet-am-kirschberg.de)
http://www.gestuet-am-kirschberg.de/pics/hengste_gr.jpg
Hallo Oppenheim,
wenn es doch nur noch mehr solche Hengste geben würde wie den Palisander! Obwohl ich ihn (leider) noch nicht persönlich gesehen habe, bin ich ein Fan von ihm.
Meine erste Stute war eine Enkelin von ihm, sie hatte lauter tolle Nachkommen, leider ist sie vor kurzem gestorben. Von ihr habe ich noch eine Tochter und einen Sohn, für die Tochter (eine junge StPrSt mit Schwerpunkt Dressur) bin ich nun auf Hengstsuche, aber das ist gar nicht so einfach. So´n junger "Modefritze" soll es nicht unbedingt sein, aber ein wenig vermarktbar sollte sein Name vielleicht schon sein ... na ja, ich hab ja noch Zeit.
Jedenfalls freut es mich sehr, dass es Palisander so gut geht und wünsche ihm, dass er weiterhin so fit bleibt!
www.klassepferde.de (http://www.klassepferde.de)
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