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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Betrachtung der Zukunft des Pferdemarktes



jeob78
29.08.2006, 10:47
Wie beurteilt Ihr derzeit die Zukunft der Pferdezucht, des Pferdemarktes und auch die Lage des Marktes der ums Pferd existiert?

Ich liebäugel momentan damit meinen derzeit minimalen Stutenbestand von 1 Stute wieder aufzustocken. Und zwar Lewitzer. (ich hatte aufgrund meiner beruflichen Situation, das ganze auf Minimum runtergefahren) In der Vergangenheit hatte ich nie Absatzschwierigkeiten, da gut zu händelnde brave Endmassponys immer gerne von Freizeitreitern gekauft wurden / werden und ich recht moderate Preise hatte und zu dem auch nie mehr wie 2 Fohlen in einem Jahr hatte.

Generell ist das natürlich eh schon ein Zuschussgeschäft, aber wie wird das erst im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung? Ist ein weiterer signifikanter Einbruch des Pferdemarktes und des Drumherums zu erwarten? Wird die allgmeine wirtschaftliche Lage weiter bergabgehen?

Wie sieht Eure Zukunftplanung in der Zucht oder in anderen Bereichen aus? Baut ihr aus? Haltet ihr den Level? Fahrt ihr runter?

Tati2210
29.08.2006, 11:48
Denke mal Pferdemarkt ist ziemlich down.

jeob78
29.08.2006, 11:50
ja schon klar, aber geht es noch weiter bergab? hält sich das Level? geht es wieder bergauf? wie plant ihr selber.....

Ginella NB
29.08.2006, 12:40
ich kann jetzt nur für die warmblüter sprechen.

von unserem verband wird dauernd prognostiziert, das es wieder leicht bergauf geht. auch mit den preisen. das war die letzten jahre nicht so.
angeblich soll es in 3-4 jahren sogar einen mangel an pferden geben. aber das erzählen sie auch schon seit 3 jahren....

ich für meinen teil habe mir dieses jahr eine zuchtstute mehr zugelegt. jetzt 3 stück, und zwei davon tragend.

das ganze kann man aber wahrscheinlich nicht auf die "freizeitpferd-szene" übertragen.

wie´s da aussieht? keine ahnung!

Furioso-Fan
29.08.2006, 13:15
Ich denke die Spanne zwischen besonders teuren und sehr günstigen Pferden wird immer größer werden.
In meinem Umfeld beobachte ich, daß gute, z.T. auch ältere Zuchtstuten abgestoßen werden und nur noch mit absoluten Spitzenstuten weitergemacht wird, bzw. Stuten, deren Nachzucht sich gut vermarkten lässt (frühreif, schick, Modelinien) und aus trendy-Linien kommen. Bei der Verdopplung der Kosten durch die Euro-Einführung auch eine logische, wenngleich vielleicht auch nicht immer begrüßenswerte Konsequenz (genetische Enge, Ausmerzung alter Linien, Zucht nicht mehr auf Härte und Gesundheit).
Also Spitzenpferde für den spitzensport lautet die Devise.
Auf der anderen Seite der Markt für sogenannte Freizeitpferde, wo Billigimporte die Preise kaputt machen bzw. ein heidengeld für Trendy-Moderassen der Freizeitreiter bezahlt werden.
Mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang und der nächsten kostenexplosion nächstes Jahr wird sich diese Schere weiter auftun. Als Züchter überleben können immer weniger die kleinen, alte Familienzuchten sterben irgendwie aus oder können in Nischen überleben (eiener Hof, vermarktung im Umfeld, jahrzehntelange treue Kunden).
Wer jetzt ein bischen geld hat und einen langen Atem kann sicher ein paar Edelsteine an Zuchtstuten vom Markt fischen.

jeob78
29.08.2006, 13:20
Ginella, geht Deine Nachzucht im Großen Sport, sprich Profibereich... ?

FF, Du meinst wenn man sich jetzt zwei drei Perlen behält bzw. kauft und sich die nächsten 10 Jahre durchbeisst, durchhält?

Furioso-Fan
29.08.2006, 13:28
Genau das.
ich hab leider das geld nicht derzeit, sonst wüsste ich so ziemlich genau, welche durchaus älteren Schätzchen ich gerne hätte.
Momentan ist groß, schwarz, einfarbig, trittgewaltig der trend. Wie haben sich alle Leute über die hübsche Schimmelin Matine gefreut...
Bei den gehobenen Freizeitreiterkreisen bzw. den Wiedereinsteigern ist durchaus der Wunsch anche inem nicht so großen, aber vielseitig verwendbaren warmblut da. Diese Clientel muss mit Allround einsetzbaren, gesunden und leichtrittigen Pferden angesprochen werden, der Ausschuß der eigentlich für den Spitzensport gedachten Sportpferde passt da nicht. Und irgendwann werden die wieder gesucht bzw. gesucht werden Charakter- und Familienpferde immer, aber irgendwann wird dafür auch ein bischen mehr als 1.000 Euro bezahlt werden. Nur das Marketing muss anders werden; was ist mir meine Freizeit wert, ist Charakter, Gesundheit und Rittigkeit nicht genausovel wert (im Sinne eines kaufpreises) wie illustre Abstammung und Springvermögen bzw. Lampenaustreten. Die warmblutzucht hat ein so hohes Niveau, für den ländlichen turniersport reichen solche Pferde allemal.

angel36
29.08.2006, 13:41
Ich hatte vor einiger Zeit schon mal ein solches Thema eröffnet.
Persönlich glaube ich, daß sich in Zukunft immer weniger Leute ein Reitpferd leisten können werden, bzw. wenn überhaupt, dann nur noch im Billig-Selbstversorgerstall. Das ewige Drücken der Löhne und Gehälter wird Spuren hinterlassen. Jetzt hatten wir die Situation, daß auch jemand mit "normaler" Ausbildung sich ein Pferd leisten konnte, das wird sich ändern, denn da werden die Löhne gedrückt. Anständig verdienen werden in Zukunft nur noch gehobene Positionen und Studierte (aber nicht die mit den Orchideenfächern). Ich glaube deshalb, daß in Zukunft weniger Pferde an Otto-Normalverbraucher verkauft werden. Bei uns im Stall gab es deshalb schon den ersten Verkauf und bei einem anderen Mädel den Entschluß, sich lieber gar nicht erst ein Pferd zu kaufen.

Persönlich wäre ich daher im Moment eher vorsichtig mit dem Züchten... allerdings tue ich das ja sowieso nur für den Eigenbedarf, insofern muß ich nur meine eigenen Verhältnisse abschätzen. Vielleicht werde ich noch mal schwach, wenn ich es mir leisten kann, und mache noch einen Wurf auf das ersehnte Stutfohlen. Ansonsten sollte ich mich mit meiner Exotenstute besser stark zurückhalten.

jeob78
29.08.2006, 13:44
was ich persönlich die letzten Jahre beobachtet habe, das die Leute immer mehr zur den sogenannten Robustpferderassen ausweichen, weil Ihnen das normale Warmblut oft zu groß, zu schwierig, optisch zu einheitlich, zu krankheitsanfällig ist (das ist das was die meisten sagen... ob dem so ist ...wer weiß). Und viele haben im Berufsleben genug Streß, die möchten sich den dann nicht auch noch auf Tunieren antun. Die Devise lautet aufsatteln, losreiten, entspannen.

Tja und seit dem Teuro kommt halt immer mehr hinzu dass die Leute kein Geld mehr dafür über haben.

jeob78
29.08.2006, 13:46
Angel, genau möglichst einfach halten es die Leute, weil es finanziell nicht mehr anders geht.

Dressurfan
29.08.2006, 13:53
Man muss das mal anders rum betrachten, wer kann sich denn heutzutage noch ein Pferd leisten? Sprich, wieviele Leute gibt es denn, die sagen, lieber ne kleinere Wohnung, ein älteres Auto und nicht die teuereste Kleidung, bevor ich auf mein Pferd verzichte. Ich spreche da aus eigener Erfahrung....

Daher ist die Frage, wie groß wird meine Zielgruppe noch sein, wenn man es von der Züchterseite ansieht. Was wollen die Leute und was geben Sie dafür aus?

Der Trend, wie Furios schon schreibt, geht zu den Pferden, die groß, keine Abzeichen haben und eben Laufen. Diese Pferde sind derzeit nicht wirklich bezahlbar für den "Ottonormalverdiener".


Wenn ich mich zurück errinerre, als ich so 13 Jahre alt war, das ist circa 18 Jahre her, hatte von uns Mädels jeder ein Pferd. Preis bis circa 30.000 DM. Wenn ich mich heute umschaue, habe die Kiddies RB, Pflegepferde etc.

Ich glaube schon, das sich die wirtschaftliche Lage leicht erholt, wie aber einen satten Dämpfer bekommen durch die MwSt.

Die Pferdezucht wird sich ändern, meiner Meinung nach haben wir in 10 - 15 Jahren nur noch die Großen..die das Geld von Haus aus haben um Ihren Pferden ein Marketingkonzept aufzuschneidern und die richtige PR zu machen!

Sehr schade für die Menschen, die sich, wie auch schon geschrieben, wirklich Goldstücke aus alten Stämmen, behalten um damit die Grundbasis eines Reitpferdes zu behalten..

Furioso-Fan
29.08.2006, 13:54
Es hat sich aber auch in den freizeitreiterkreisen rumgesprochen, daß die Robustrassen nicht (mehr) so robust sind, wie sie es mal waren. Und wer dann mal mehr möchte, oder auch wessen Kinder, der ist mit einem Allround einzusetzenden Pferd um die 1,60, leichtrittig, gesund, brav, durch artgerechte Haltung (!!) ausgeglichen, gut ausgebildet, gut bedient.
Wenn ich mir in meinem Umfeld anschaue, was Besitzer dieser 1.000 Euro-freizeitpferde an Geld für passende Sättel, Unterricht und Kurse ausgeben, so vermag ich nicht zu glauben, daß sie das Geld nicht haben.
Eine andere Sache is die mit den Ställen. In Anbetracht der leeren Kassen sind immer weniger leute bereit, für mangelhaften Service und schlechte Unterbringung Einstellkosten von 3-400 Euro pro Pferd und Monat zu bezahlen. Sie weichen aus, nicht nur aus Kostengründen, und nutzen lieber vorhandene Infrastruktur.
Re Zucht: Ich werde die nächsten Jahre keine meiner Stuten einfach so ins Blaue hinein decken lassen, sondern nur auf Bestellung bzw. Eigenbedarf.

jeob78
29.08.2006, 14:06
Dressurfan, Du glaubst das Reiten wird etwas sehr elitäres?

jeob78
29.08.2006, 15:22
Thomas was ist Deine Planung für die Zukunft?

29.08.2006, 15:32
Wenn Ihr hier alles so NEGATIV seht - warum züchtet ihr dann noch?? http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/rock.gif
Alle jammern, der Markt ist voll (denn Spruch habe ich vor über 16 Jahren auch schon gehört) aber dennoch boomt hier die Abteilung Zucht! Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Kann ich jetzt davon ausgehen, dass hier alle einen wirklich dicken Geldbeutel haben oder absolute "Spinner" sind (ich gehöre dann leider zu den Letzteren) ...

Meint Ihr Jammern bringt uns weiter? Solange sich jeder Züchter schimpfen darf, der eine Stute tragend bekommen und dann ein Fohlen hat .. ist es doch klar, das der Markt dicht ist und die Preise im Keller sind.
Ich sehe es eher anders herum als meine Vorredner, Pferde sind nicht mehr das Upper-Class Hobby wie noch vor 20 Jahren - es ist erschwinglich geworden - genauso die Züchterei .... also probiert es eben jeder aus ... Wie werden die Stuten selektiert? Werden sie überhaupt noch selektiert? werden die Bewertungsschwerpunkte richtig gesetzt? Ist ein guter Mutterstamm nicht mehr wert als eine Modeabstammung? Nur noch Staatsprämienstuten in der Zucht - ist es dass was wir haben müssen? (Gott bewahre ich hoffe nicht!)?

Vielleicht sollte sich jeder Mal die Frage stellen, warum er mit seinen Stuten züchtet? Warum es genau dieser Hengst (WDR Abstammung, Körsieger etc.) sein muß? Wo liegt mein Zuchtziel? Sportpferd? Freizeitpferd? Will ich den schnellen Abverkauf? Oder Verkauf angeritten?

So, jetzt habe ich soviel geschrieben, daß ich den Faden verloren habe ...

Furioso-Fan
29.08.2006, 15:48
Alex, ich habe mir bewusst die Postings noch mal durchgelesen, wirklich negativ eingestellt ist von den Leuten, die hier geshrieben haben, doch fast niemand. Sind wir nicht einfach vorsichtig?
Vielleicht antwortet mal die züchterische "Oberschicht" hier im Forum, die sicher einen anderen Blickwinkel haben wie wir Spaßzüchter aus der dritten Reihe (was ich jetzt für mich mal als Attribut wählen würde).
Unabhängig von dem, was andere tun, für mich gestaltet sich die Selektion nach meinem privaten Hobby: sprich, das was ich ahben möchte, sind gesunde, menschenbezogene, rittige Pferde, die das, was die Mehrheit der Reiter möchte, nämlich seine Freizeit auf Turnierplatz, im Gelände, beim Suchritt, beim Dressur-und Springlehrgang, beim wanderritt und vor der Kutsche (Fernziel von mir) umsetzen können. Ich sehe mich dabei durchaus "kontrazyklisch" "vermehren". Meine beiden ladies kommen aus durchgezüchteten Mutterstämmen, leider nur die eine prämiert, die andere zu spätreif, aber mit genug erfolgreichen Geschwistern und Halbgeschwistern. Charakter 300%. Nachzucht der anderen in Ordnung, zwei Verbandsprämienstuten als Töchter, Enkel über Handorf und in Lienen. Charakterlich super sauberes und überzeugendes Hengstfohlen (wenn auch ein bischen bunt *seufz*).
Gerne hätte ich noch Eigenleistung im Sport, das ist mir wichtiger als die SLP. Aber das wird noch kommen.
Gezielt habe ich meine Pferde immer auch in Breitensportveranstaltungen eingesetzt, das Dressurpferd, was gegen Westernpferde einen Trail bei einem EWU-Richter gewnnt, ist etwas, was sich durchaus herumspricht. Für den von mir ausgebildeten Schwarzen, Samstags L-Dressur, Sonntags Bezirksmeisterschaft Breitensport mit Reiten durchs Feuer etc., nächstes WE Seriensieger in C-Wettbewerben, sowas hätte ich in diesem jahr zehnmal verkaufen können. Habs nicht gehabt, weil ichs ja selbst brauchte http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

29.08.2006, 16:02
Also wenn das Posting hier keine negative Stimmung verbreitet - hm - mich macht sowas schon nachdenklich! Es ist ja nicht das erste Mal, das dieses Thema besprochen wurde...
Fazit ist doch, zumindest kommt es hier so rüber, dass kleine Züchter aufgeben und nur die "Großen" durchkommen werden - na wenn das keine Gute Nachricht ist *http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

Was ist für Dich die Züchterische Oberschicht? Woran machst Du das fest?
* vielleicht kommt jetzt eine Antwort von PS * zwinker

Tati2210
29.08.2006, 16:14
Denke mal die "Pferdesteuer" kommt.Der Pferdepass ist nur der Anfang davon.Und wenns mal soweit ist wird es auch kommen das Pferde+Reiten nur noch in der Oberschicht zu finden sein wird.

jeob78
29.08.2006, 16:15
Tati glaubst Du wirklich? Hunde haben ja auch nur überwiegend normalos ...

Furioso-Fan
29.08.2006, 16:20
Die Pferdesteuer wird in der Form ie sie bisher versucht worden ist, sicher nicht durchkommen.
Alex, züchterische Oberschicht sind für mich so Leute wie IDE, vielepferde/lhemkes/Linaro/Heikek oder andere, die, die mit mehr als 2, 3 Stuten züchten und/oder wirklich finanziell auch das herauswirtschaften müssen, was sie reinstecken - im größeren Rahmen. Natürlich fände ich ein Posting von PS auch nicht uninteressant . http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

Kareen
29.08.2006, 17:38
Ehrlich gesagt finde ich den Markt lange nicht mehr so lahm wie sagen wir vor 3-4 Jahren. Eine nennenswerte Mittelschicht haben wir doch in Deutschland schon länger nicht mehr. Insofern muss man sich als Züchter gar keine Illusionen darüber machen, dass man für eine Minderheit züchtet...
Ich denke wie überall, muss man sich heute einfach mehr anstrengen. Es ist nicht mehr wie in den 80ern, wo man sich einfach nur auf seinen Hof stellen musste und warten, bis die Käufer ankamen um für um die 10T Märker normale rohe 3-jährige oder Fohlen um die 4T zu kaufen. Heute muss man sich mühen, seine Pferdchen präsent zu machen. Auf den Kunden zugehen, mehr klappern, härter selektieren und schärfer kalkulieren (z.B. durch gewissenhaftes Management überflüssige Fahrten vermeiden, durch gutes Wirtschaften mit relativ wenig Ressourcen effektiv Aufziehen etc.). Ich meine, dass heute im Pferdesport erheblich mehr Geld ausgegeben wird als noch vor einigen Jahren. Rekord-Verkaufsveranstaltungen wie jüngst in VER (Sommerauktion mit neuer Spitze, Fohlenauktion mit >300 Fohlen...) zeigen, dass die Nachfrage nach wie vor vorhanden ist. Die Käufer wollen heute aber nicht mehr über schlammige Wiesen stapfen um verzottelte Rohlinge beim Grasen zu selektieren sondern hätten es gern lieber ansprechend präsentiert, mit einem Stück Kuchen und Tässchen Tee dabei.
Da geht es uns nicht anders, als Frisören. Da läuft heute auch keiner mehr den Läden mit muffigem 70er-Jahre-Charme und übellaunigem Endsechziger an der Schere die Türen ein http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/laugh.gif

29.08.2006, 18:26
http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif genau, daß Auge kauft mit, sag ich immer ... das passende Ambiente ist schon wichtig ...

Llewelyn
29.08.2006, 18:33
Siehst du die Mittelschicht wegbrechen?
Auch meiner Meinung nach wird tendenziell für einen Guten mehr gezahlt.

Allerdings die Mittelklasse-Pferde gehen zu niedrigeren Kursen als noch vor einigen Jahren weg und zwar an das, was ich als Mittelschicht bezeichnen würde. Auf den Auktionen sieht man in diesen Preissegmenten Pferde an solche Leute gehen. Die Präsentation wird immer wichtiger, beobachte ich auch, gerade für den Auslandsabsatz.

Ginella NB
29.08.2006, 18:46
Zitat[/b] ]Ginella, geht Deine Nachzucht im Großen Sport, sprich Profibereich... ?


noch nicht http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif
sind alle noch zu jung:;):
aber wessen züchterpferde tun das schon REGELMÄSSIG???

aber meine stuten sind alle im ländl. sport erfolgreich gewesen bzw. eine davon hat einen nachkommen, der wenigstens ländl. bis S platziert war.

mit "freizeitpferden" hab ich eher den bereich freizeitreiter gemeint, die halt nur ins gelände reiten wollen und keine sportl. ambitionen haben. dafür nimmt man doch die lewitzer hauptsächlich, oder?

Ginella NB
29.08.2006, 18:53
was das geld betrifft da sag ich immer folgendes, wenn mich einer drauf anspricht, was das doch alles kostet:

meine pferde fressen am tag soviel, wie deine zigaretten, die du inhalierst, kosten!
und im urlaub war ich schon seit 10 jahren nicht mehr! *

dann ist den meisten schonmal das mundwerk gestopft!

(halte meine pferde natürlich in eigenregie und achte penibel darauf, das die anzahl derer nicht ins uferlose geht)

Furioso-Fan
29.08.2006, 19:04
Stell Dir vor Ginella, es gibt sogar Leute, die mit einem gut gezüchteten Warmblut "nur" ins Gelände gehen http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif
Freizeitpferde sind für mich Pferde, mit denen man seine Freizeit verbringt, Sportpferde, die die hauptsächlich im Sport unterwegs sind
(flüster: es soll auch Leute geben, die nur in der Freizeit aufs Turnier fahren, weil sie ihr Chef in der Arbeitszeit ned ässt...:cool: )

Kareen
29.08.2006, 19:04
Die nehm' ich auch immer http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/laugh.gif (Die rosa Goldwell Dosen meine ich)

jeob78
30.08.2006, 08:16
FF: Du nimmst mir die Worte aus dem Munde... im Prinzip sind wir alle nur Freizeitreiter solange wir unsere Brötchen damit nicht verdienen... bzw. auch unsere Pferde.

Ich glaube wenn man heute Geld verdienen will, dann mit Isländern (auch wenn ich gleich gesteinigt werde *grins*) oder ähnlichen Rassen, Preise verhältnismässig hoch und billigste Aufzucht, die großen Isländerzüchter die ich kenne haben alle einfach nur riesige Weiden und die ersten Jahre passiert überhaupt nix mit denen und auf Zusatzfutter wird verzichtet. Eigener Hengst läuft meist in einer Stutenherde mit.

http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif

gigoline
30.08.2006, 08:27
FF http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif
GENAU DAS sage ich immer, wenn die diskussion um die "bösen turnierreiter" los geht.... gerade bei uns auf dem hof findet ja (leider) gerade ein total-umbruch statt und menne + ich sind nun die einzigen (bösen) turnierreiter... ich sage dann halt auch immer, dass ich doch in meiner FREIZEIT die turniere reite, also bin ich auch "nur" ein FREIZEIT-reiter http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

monti
30.08.2006, 10:07
@Kareen
..... Vermarktungsthema wieder genau auf den Punkt gebracht http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

......von wegen der Dosen:
hast Du dann auch dieselbe Frisur wie Thomas
http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif

jeannine
30.08.2006, 12:41
..mal aus Käufersicht (Dressur):
ich bin bereit für einen 3-4-jährigen 20.000 + auszugeben. Dafür erwarte ich dann aber auch einen ansprechenden Youngster mit Gang, mit "nettem" Charakter und ohne massive Gebäudemängel.
Interessanterweise wird für meine Vorstellungen kaum gezüchtet. Entweder sind die Pferde dermassen überteuert oder erfüllen eines der Kriterien nicht.
Gerade beim Preis hat man das Gefühl, dass jedes Pferd mit Gang nicht unter 50.000 zu haben ist. So nach dem Motto: "Jetzt hab' ich schon mal einen mit Gang, also muss der auch massiv teuer weg". Da ich zur Gruppe der turnierreitenden Freizeitreiter gehöre, hab' ich auch keine Lust auf einem permanent steigenden/bockenden Pferd zu sitzen. Und da es eben mein Freizeitvergnügen ist, mag ich auch Spass haben und nicht einen, der mir schon am Boden nach dem Leben trachtet oder bei dem ich beim Ausreiten Angst haben muss, dass ich lebend retour komme....
In meinem Bekanntenkreis gibt's einige, die sowas suchen. Aber der Markt dafür ist ziemlich leer.

Gruss, Jeannine

P.S.: bin übrigens durchaus bereit einen Spaziergang zur Koppel zu machen und das Pferd dort abzuholen um es dann fertig zum Reiten zu machen -> artgerechte Aufzucht/Haltung ist mir wichtig! Und ausserdem kann ich dann viel besser sehen, wie er sich so verhält. Den Tee und den Kuchen nehme ich zum Abschluss allerdings auch gerne http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

jeob78
30.08.2006, 12:55
kann ich mir kaum vorstellen, dass es für 20.000 Euro nichts gibt. Woher kommst Du?

Furioso-Fan
30.08.2006, 12:57
Jeannine, bitte komm doch in drei-vier Jahren bei uns vorbei http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif
Jemand, der ned meckert, wenn ein Pferd den herstellungspreis erbingen muss ch roll Dir dann auch nen roten teppich aus und es gibt lecker Kaffee und Kuchen http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

jeob78
30.08.2006, 13:13
FF lach bei uns wird der Grill angeschmissen...

Dressurfan
30.08.2006, 13:17
Jetzt muss ich mich da mal reinwerfen...von welchen Preisspannen reden wir denn hier?http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/rock.gif Ich weiss ja net, aber habe ich wirkliche Schnäppchen gemacht? Meine Alte Stute ist eine Weltmeyer/Rubinstein. Gang ohne Ende, Rittig, aber nicht leicht zu "bedienen". Sehr sensibel, aber wenn man sie "raus" hat, stirbt sie für einen. Mit der Stute war ich zu meiner aktiven Zeit bis S erfolgreich, Siege eingeschlossen. Die Stute hat 15tausen Euro gekostet und da wurds mir schon schummerig...Gekauft habe ich Sie, da lief sie eine reele L.

Mein kleiner, gut, da habe ich den Hängerfahrrabatt dabei, ist ein Donnerhall mal Pik Bube, also Traumpaarung, dunkelbraun, ohne Abzeichen, einen Schritt, sensationell, Trab immer durchs Pferd, super geil. Manko: Galopp, eher flach. Aber man kann nicht alles haben...

Der hat mit 6 Monaten 5.500 Euro gekostet...

Das sind doch reele Preise? Oder nicht?


Andersrum, wer kann sich ein Pferd für 50.000 Euro leisten? Hinz und Kunz und ich sowiso nicht. Würde ich auch nicht ausgeben! Egal, ob ich es hätte oder nicht....

Dressurfan
30.08.2006, 13:18
Ich habe mal von einem Züchter gehört:

Ein Pferd ist soviel Wert, wie der Käufer bereit ist zu zahlen!

jeob78
30.08.2006, 13:27
Dressurfan, mein Preissegement bewegt sich im Groben

1000 bis 2000 Euro für Jungpferde (Absetzer/Jährling ) man orientiert sich an Reitponypreisen
3000-4000 Euro für 3jährige roh, wobei ich meine spätestens als Jährlinge immer verkauft habe... Irdendwie wollten die alle nie warten http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

jeannine
30.08.2006, 13:37
@FF: hab' mit "meinen" Züchtern auch guten Kontakt und mein avisierter Nachwuchs steht da auch schon auf der Weide... http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

@jeob78: im "gehobenen Dressurpferdebereich" sind solche Preise mittlerweile Standard. Wie gesagt, ich bin "Freizeitreiter". Ich will also ein Pferd, das möglichst viel Spass bringt. Mit Korrekturpferden, die dann natürlich günstiger sind, hab' ich mich früher "vergnügt". Da hab' ich viel gelernt, gerade auch reiterlich. Jetzt bin ich glücklicherweise in der Lage, mir ein Pferd nach meinen Vorstellungen leisten zu können. Wenn ich die Kosten von Stute, Decktaxe, sehr gute Aufzucht etc. zusammenrechne muss ich sagen, dass ein Verkäufer nur verdienen kann, wenn das 3-jährige Pferd für +/- 10.000 Euro vom Hof geht. Jetzt will ich aber nicht das 0815-Pferd sondern eben noch die von mir genannten Eigenschaften und "Schwupps" bin ich bei +20.000. Wie gesagt, ich bin bereit dies zu zahlen, aber dafür will ich dann auch was haben....

Apropos Zuchtgebiet: ich kaufe im Rheinland/Westfalen. Die Leute um mich rum suchen auch hier und natürlich in Hannover und Oldenburg.

Gruss, Jeannine

Furioso-Fan
30.08.2006, 13:41
Ich finde Deine Preisvorstellungen realistisch, Dressurfan. Für meine junge, gerade angerittene Stute habe ich auch gut über 5stellig bezahlt (Euro), mein Fuchs, vierjährig, verdorben weil für die Auktion zu heftig angegangen, im gleichen DM-Bereich, und das war vor 10 Jahren.
Als ich vorletztes Jahr unterwegs war, war das, was ich in der Preisspanne zwischen 7.5 und 12.000 an jungen Pferden gesehen habe, entweder noch sehr grün (was ich im Grunde auch wollte) oder schon verdorben. Die älteren hatten gesundheitliche Macken. Ähnlich ist es unserer Vereinsvorsitzenden gegangen, die für 15 bis 20 einen jungen, gangmäßig bis S reitbaren Youngster für ihre Tochter gesucht hat, 3-5jährig. Das waren immerhin früher mal 30 bi 40.000 DM, also für meine Begriffe viel Geld.
Was ihnen da - ähnlich wie mir - unter den hintern geschoben wurde oder wo nix zum untern Hintern zu schieben war, weil das Pferd lahmte, koppte oder sonstwas, wofür man 500km gefahren war, das geht auf keine Kuhhaut.
Nun kann man ja sagen, für das Geld einen bis S-einsetzbaren, das ist Illusion, aber sie haben so ein Pferd dann wirklich gefunden, relativ in der Nähe, und sind ganz glücklich mit ihm.

Benjie
30.08.2006, 13:57
meine pferde landen meisstens bei reiterinnen wo papi ( die mehrheit) oder mann (die minderheit) selbstständig sind. handwerksbetrieb, kleine unternehmensberatung, praxis usw. meisst haben sie auch mehr als ein pferd und mehr als einen reiter in der familie. leute die ich eigentlich zur mittelschicht zählen würde. vielleicht ist das nur regional so, aber das ist die mehrheit der pferdebesitzer bei uns. da wird für gute qualität auch gutes geld gezahlt. ich hab es mit der vermaktung auch leichter als andere.
es ist aber so das die pferdezucht sich im umbruch befindet, die bäuerlichen züchter werden immer weniger und es kommen immer mehr seiteneinsteiger ( ich nehm mich da nicht aus) in die zucht. man glaubt es manchmal nicht, was da so rumvermehrt. wenn sie schon mal ein pferd von oben gesehn haben ist das schon viel. das da viel lehrgeld gezahlt wird, versteht sich von selbst.

Dressurfan
30.08.2006, 14:06
Da muss ich jetzt mal durchatmen...ok...

Aber mal zum Kernpunkt nochmal zurück zu kommen, mein alter Stallbesitzer hat jetzt mal um 35 Euro die Boxenmiete erhöht. Mit dem Hintergrund, das er dann zum 01.01.2007 nicht erhöhen wird. Wasn das für eine Logik? Gut, der SB hatte auch bei der MwSt Umstellung auf die bestehenden 7% nochmal 16% drauf gehauen....aber werden wir denn nicht alle mehr oder weniger verarscht?

Furioso-Fan
30.08.2006, 14:13
Vor allem da von uns keiner nachvollziehen kann, wie der SB steuerklich wirklich veranlagt wird und für was er 16 bzw. 7% bezahlen muss.
Nur wenn man sieht, wie eng manche SB kalkulieren, dann kann ich mir schon vorstellen, daß jede Gelegenheit zur Erhöhung genutzt wird. Schlimm ist es für die Mehr-Pferde-Besitzer, die zumeist nicht einfach ausweichen können bzw. für die es dann richtig ins Geld geht.
Ich bin sehr gespannt, was nächstes Jahr alles so passiert und als Folge beim Händler bzw. beim Schlachter alles zu finden ist. Die TAs werden in der Folge teurer, Schmeide etc... Prst mahlzeit...

monti
30.08.2006, 15:46
@Jeanninie
@FF
.....das sehe ich ganz genauso mit den Preisen.....früher hab ich auch immer billig eingekauft und hatte überall Schrammen.....und eins hab ich gelernt:
der Grundcharakter eines PFerdes bleibt bis zum Tod.....natürlich kann man reiterlich einiges machen - aber ich hab im Laufe der Zeit gemerkt, dass es weniger ist als man denkt:
der Zappler bleibt zapplig (präfectus xx z.B. hat 20 jährig immer noch nicht gelernt auf seinen 4 Beinen stehenzubleiben).....nach zig Jahren Hengstpräsentation auf dem Landgestüt.....
der nervige bleibt nervig
der faule bleibt faul
und der dickfellige bleibt dickfellig
und der ängstliche ängstlich....

ein unkompliziertes, gesundes, leistungsbereites Pferd ist Gold wert....
vor allem wenn man bedenkt, dass die TA-Kosten immer höher werden und die Boxenmiete immer gezahlt werden muss.....für das gute wie für das schwierige oder kranke PFerd gleichermaßen.....

Furioso-Fan
30.08.2006, 16:06
...und wir werden ja nicht jünger!
Ich freu mich jeden Tag an dem Charakter meiner Schimmelstute und dem Lütten.
Ich bin froh, daß ich damals jeden verfügbaren Cent und die langfristige Verschuldung auf mich genommen habe, und mir das Goldstück in den Stall gestellt habe. Zu dumm, daß ich mir ihre Nachzucht persönlich momentan nicht leisten kann - ich hoffe, daß ich das geplante Fohlen in 2008 an so jemanden gut verkauft bekomme, der nicht nur Papier und Vater zu würdigen weiß, sondern auch die durchgezüchtete Mutterlinie und ihren wunderbaren Charakter.

jeob78
30.08.2006, 16:13
Langfristige Verschuldung? ich will es ja gar nicht so genau wissen... aber in den heutigen Zeiten ist das nicht ein irres Risiko?

Furioso-Fan
30.08.2006, 16:18
Jep. Vor allem wenn die ein jahr später in der klinik mit Kolik OP steht...

monti
30.08.2006, 18:21
@Thomas
.....wehe es läuft diesmal nix im Oktober......mach mich bloß nicht schwach http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

duntroon
30.08.2006, 18:51
http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif thomas, wir legen alle zusammen und kaufen http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/laugh.gif

monti
30.08.2006, 18:55
BLÖDINOS http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

ich hab auf jeden Fall schon mal angefangen mir Klamotten zu kaufen....man muss tun was man kann http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

Ginella NB
30.08.2006, 18:57
im moment kann ich mich eigentlich nicht beschweren.

hatte heute erst wieder eine ernsthafte anfrage für mein fohlen aus der schweiz.
"ernsthaft" ist bei mir mit Tel-Nr. Angabe und Name und Adresse

muss zur zeit 3 leute vertrösten, bis nach dem bereits ausgemachten besichtigungstermin mitte september.

monti
30.08.2006, 19:03
vertröste nicht so viel.....schnapp dir einen der Leute und kassier die Kohle http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif

Ginella NB
30.08.2006, 19:05
ja, ich weiss das das blöd ist.
normal gilt: "wer zuerst kommt malt zuerst!"

die dame hat mich aber schon anfang juli kontaktiert und möchte unbedingt das fohlen haben. hat beruflich vorher keine zeit vorbeizukommen. ist nicht gerade um die ecke.

sie ist sich schon relativ sicher, das sie ihn nimmt und will auch gleich das geld für die anzahlung mitbringen.


tja,
was macht man dann?

living doll
30.08.2006, 22:42
Was man da macht?

Ich würde jeden kommen lassen, der kommen will.
Und der Dame würde ich sagen, wenn das Fohlen noch da ist, wenn sie kommen möchte, dann kann sie gerne kommen.
Wenn er weg ist, ist er weg.

Früher haben wir auch reserviert und ein langes Gesicht gemacht, wenn der Deal dann nicht geklappt hat, wir aber anderen schon abgesagt hatten.
Heute passiert das nicht mehr. http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

living doll
30.08.2006, 22:50
Zitat[/b] (alex01 @ Aug. 29 2006,14:32)]Ich sehe es eher anders herum als meine Vorredner, Pferde sind nicht mehr das Upper-Class Hobby wie noch vor 20 Jahren - es ist erschwinglich geworden -
Und ich sehe es so, dass die Pferdehaltung auf dem besten Wege ist, für den Otto-Normal-Verbraucher nicht mehr erschwinglich zu sein.

Die Leute müssen wieder mehr arbeiten für ihr Geld, können dafür aber weniger kaufen.
Das heißt im Endeffekt - weniger Zeit und weniger Geld für Luxus.
Luxus könnte der Urlaub in fernen Ländern sein, öfter mal ein neues Auto oder eben ein Pferd.

Oder es müssten Prioritäten gesetzt werden - fährt die Familie 2x im Jahr in den Urlaub oder hat die Tochter ein Pferd?

Es gibt sicher genug Familien, wo die Entscheidung gegen ein Pferd ausfallen wird.

jeob78
31.08.2006, 08:09
Es ist echt erstaunlich wie unterschiedlich das doch gesehen wird... ich denke der Markt boomte am meisten in den 80ern und 90ern. Gute gesunde charakterlich einwandfreie Pferde werden wohl immer verkauft werden können egal für welches Segment aber der Markt wird enger.

31.08.2006, 08:39
@living doll: sicher wird es in zukunft wieder so sein aber im moment ist es noch nicht so ...

jeob78
31.08.2006, 08:40
wann denkst Du denn das es so weit sein wird alex?

living doll
31.08.2006, 09:25
Zitat[/b] (alex01 @ Aug. 31 2006,07:39)]@living doll: sicher wird es in zukunft wieder so sein aber im moment ist es noch nicht so ...
Aber sicher ist es so.
Ich sehe es in meinem engsten Umkreis - bei Leuten mit und ohne Pferde.
Und auch bei uns selbst.

monti
31.08.2006, 10:05
.....und überall in den Vereinen stehen PFerdeboxen leer......allein in meinem Nachbarverein 7 Boxen....die Leute gucken auf jeden Euro und stellen das PFerd lieber günstiger beim Bauern ein und machen im Winter 6 Wochen Pause oder fahren zur Halle.....

die Schere geht weiter auseinander:
entweder haben die Leute so viel Geld, dass sie nicht wissen wie sie es anlegen sollen oder es ist so, dass sie die Gehaltsüberweisung abwarten müssen, bevor sie zum Aldi einkaufen gehen können.....und das hab ich jetzt ein paarmal bei Kollegen live erlebt http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/sad.gif

cavallerina
31.08.2006, 15:50
Da habe ich wohl genau den richtigen Zeitpunkt erwischt mit dem Züchten anzufangen!?
Erstens sitze ich Rheinland Pfalz wo lt. euren Aussagen garnichts geht und zweitens ist die Situation überhaupt sehr angespannt.

Nun denn, meine beiden Stuten werden hoffentlich zwei gesunde Fohlen bringen, charakterlich mache ich mir da keine Sorgen, dann lasse ich beide Stuten erst mal leer, weil wir auch was zum Reiten brauchen. Sollten die Fohlen nicht verkauft werden aus dem ein oder anderen Grund wrden wir sie selbst behalten und aufziehen oder aufziehen lassen und hernach selbst anreiten.
Wir haben bislang alle Pferde die wir hatten brav und rittig bekommen und Pferde die sich gut händeln lassen und reiten lassen, sind meiner Erfahrung nach immer noch begehrt. Ich sehe das auch mehr als Frage der Erziehung und der Ausbildung, für meinen Geschmack wird da immer zu viel auf die Pferde geschoben. Liegt vielleicht daran, dass ich früher öfter Pferde geritten habe, die sonst keiner mehr wollte und die wurden später als anständig reitbare Familienpferde abgegeben.
Ob man damit allerdings auf die Kosten kommt halte ich auch für fraglich, deswegen werde ich nicht mehr züchten als ich verkaufen kann.
Mit der Qualität der Pferde sehe ich es so, dass 80 % der Pferde mehr oder weniger guter Durchschnitt sind und diese Qualitätsstufe ist die, die man als Käufer erwarten kann. Dafür müsste der Käufer mehr bereit, bzw in der Lage sein auszugeben. Evtl. auch mal länger sparen, für andere Sachen wie Auto etc geht doch auch.
Ich denke, es liegt an der Ausbildung, die ein Pferd richtig teuer macht und die die meisten Reiter und Züchter nicht selbst leisten können. Da müsste man ansetzen. An Futter und Aufzuchtskosten kann-sollte man nicht sparen, das rächt sich für den Käufer und die folgenden TA Rechnungen.
Wenn die Züchter zu sehr zum sparen gezwungen werden, bekommen die Reiter auch kein gesundes und leistungsfähiges Pferd so sehe ich das. Und normalerweise findet man in jeder Preisklasse ein entsprechendes Pferd.

monti
31.08.2006, 16:40
@cavallerina
.....was ich festgestellt habe: ein richtig guter Beritt lohnt sich - vor allem bei einem überdurchschnittlichen Pferd.....und da Ihr ja selber zwei gute Reiter seid, sehe ich da überhaupt keine Schwierigkeiten mit dem Absatz.....

......was nicht geht, sind rohe oder fast rohe 3 und z.Teil auch 4jährige PFerde, weil es immer weniger Leute gibt, die junge Pferde über Jahre hinweg ausbilden können......dieser lange Ausbildungsweg, während dessen man sich immer wieder Ziele setzen und Schwächen und Stärken der Pferde erkennen muss, ist so gut wie verloren gegangen.....ausgebildete Pferde ab 5jährig werden deshalb noch teurer werden die nächsten Jahre - nach meinem Gefühl....

man sieht es auch daran, dass die wenigsten international reitenden Reiter sich noch junge PFerde kaufen.....meist werden M-fertige Pferde gekauft.....eine Ausnahme in unserer Ecke ist z.B. Frau Linsenhoff, die jedes Jahr ca. 4 bis 6 Fohlen kauft....(ihr Weidegebiet ist sehr schön aber begrenzt - was ich so im Vorbeifahren gesehen hab - sie hat drumherum eine Rennbahn angelegt - gefällt mir sehr gut).....

sascha
04.09.2006, 11:48
ich glaube kaum das es nur finanzielle aspekte sind, warum der pferdemarkt so schleppend läuft. wenn ich mich bei uns und in unserem bekanntenkreis so umsehe hat sich das gehaltsniveau in den letzten 10-15 jahren nahezu verdoppelt. auch die anfangsgehälter in der industrie sind nahezu doppelt so hoch. uni und fh abgänger verdienen in gesuchten branchen gerne 40000 und mehr euro im jahr, wohlgemerkt als anfangsgehalt. es gibt einfach zuviele pferde. jeder hanswurst kann seine stuten decken lassen und weder die zuchtverbände oder die hengsthalter selektieren. wäre es nicht sinnvoller nur gesunde stuten aus gesunden, leistungsstämmen zur zucht zu nehmen?
wäre es nicht auch für hengsthalter sinnvoller den traditionszüchtern rabatte einzuräumen und manch einen hengst nur diesen zur verfügung zu stellen. es sind diese traditionsbetriebe, die die deutsche pferdezucht so weit gebracht haben und viele dieser betriebe stellen zur zeit ihre zucht ein.
schaut euch doch bei den internet verkaufsseiten um, in welchem preisniveau bewegen sich denn die pferde? 3-5 jährige zu dumpingpreisen zwischen 4000-6000 euro. auch hier im forum wird viel über die überragende qualität geschrieben und auch über sehr gute abverkäufe. allerdings wurden auch hier einer bekannten auf ein inserat hin sehr viele pms geschickt und auch hier wurden viele junge pferde zu spottpreisen angeboten, die nicht einmal die kosten der züchter decken.
warum sollen den kaufinteressenten einen realen preis bezahlen, wenn an jeder ecke irgendwelche hobbyzüchter ihre produkte verschleudern?
ist es nicht so, daß sehr gute pferde für den einzelnen züchter kaum zu vermarkten sind? der verkauf läuft doch nur noch, wenn die pferde im teuren beritt sind, da sie mit 3-4 jahren ihre schleifchen einlaufen müssen. welcher amateur mischt denn bei jungpferde-und dressurpferdeprüfungen überhaupt noch vorne mit, es sind doch nur noch die profiställe die sich hier vorne tummeln. ohne schleifchen läuft doch bei den besserern pferden gar nichts mehr und erfolge werden erwartet.
also ab in den beritt und dann haben die bereiter natürlich großes interesse daran die pferde möglichst lang zu halten, denn auch deren ställe sind nicht mehr so voll wie vor jahren. es ist heute leider schon die regel, daß man bei einem jungen mit verkaufszeiten bis zu einem jahr zu rechnen muss, das sind immerhin gute 8000 euro die sich da mit beritt, boxenmiete, schmied und tierarzt zusammenläppern.
im verkaufsfall kommen dann natürlich noch die verkaufsprovision für den bereiter und oft auch noch eine vermittlerprovision für den pferdevermittler, der oft die kunden an der hand hat, die nicht bereit sind auf eigene faust zu suchen, dazu.
solange die züchter, zuchtverbände, landgestüte und hengsthalter nicht auf dieses pferde massenangebot reagieren wird das preisniveau sich nicht steigern. leider wird die pferdezucht in deutschland durch hobbyzüchter, die unbedingt ihre alte stute decken lassen müssen und die hengstauswahl in internetforen treffen nicht in zukunft an qualität zunehmen.
dafür werden die schweden, dänen holländer und franzosen, die mit guten deutschen hengsten decken lassen bald die nase vorne haben und dann wird auch der auslandsmarkt teilweise wegbrechen.

Kareen
04.09.2006, 12:06
Also für weiter ausgebildete Pferde ist der Markt im Augenblick alles andere als schleppend. Alle Welt ist doch nach Aachen gereist und im Augenblick gibt es so viele Suchende wie meiner Meinung nach selten zuvor. Jungpferde mögen vielleicht schwer abzusetzen sein aber von M aufwärts suchen sich die Käufer im Augenblick wirklich die Hacken ab.

Furioso-Fan
04.09.2006, 12:18
Ich kann Saschas Marktanalyse nicht teilen. In meinem Umfeld - bitteschön: akademisch - sitzt das Geld nicht mehr so locker wie vor einigen Jahren. Das fängt mit den enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten an und endet mit Outsourcing und Lohndumping. Feste Stellen werden immer geringer, meist Zeitverträge und Stellensplitting.
Leute, ie veilleicht früher 15.000 bis 20.000 DM für ein Jungpferd ausgegeben haben, sehen icht ein, daß sie die gleiche Summe in Euro ausgeben sollen für im Grunde dasselbe Pferd, wenn man sie billiger bekommt.
Ich verwahre mich auch dagegen, daß nur die Hobbyzüchter aus der zweiten Reihe den markt kaputt machen mit "billigen" Pferden. Ich farge mich z.B. wo die Händler und Ausbilder imer die Youngsters mit hanno-Oldenburg-Holsteiner-Brand herbekommen, die sie oben einkaufen und hier ausbilen und dann für 7.500-10.000 Euro verkaufen. Es gibt genug größere norddeutsche Züchter, die en Durchschnitt früh und billig abstoßen.
Das Hermhacken auf den kleinen Familienzüchtern ist nicht fair.

sascha
04.09.2006, 12:19
klar für pferde ab m ist ein markt da, aber der weg bis dahin ist sehr lang und teuer. das bedeutet für den züchter doch mindestens 6-7 jahre aufzucht, ausbildung und risiko. welcher züchter kann es sich leisten seine gesamte nachzucht so lange zu halten? wenn ich mich hier bei den bauern umsehe, die wollen ihre jungen spätestens mit 3 wenn überhaupt gerade angeritten vom hof haben, besser noch als fohlen.
auch wenn du ein m ausgebildetets pferd für 30000.-€ verkaufst, rechne dir doch aus was du an provisionen, ausbildung, aufzucht etc. bis dahin bezahlt hast.

monti
04.09.2006, 12:19
@Kareen
....so sehe ich das auch....

@Sascha
....mein Gehalt hat sich aber in den letzten 10 Jahren nicht verdoppelt http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/sad.gif

Furioso-Fan
04.09.2006, 12:21
Richtig. Meines auch nicht. Urlaubsgeld gekürzt, Lebenshaltungskosten explodiert etc.

living doll
04.09.2006, 12:21
Toll geschrieben Sascha http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/rock.gif .
Erstmal - der Normalverdiener, der sich in den letzten zwanzig Jahren durchaus die Pferdehaltung leisten konnte, kann dies zunehmend nicht mehr.

Hobbyzüchter bringen auch gute Pferde hervor!!!
Nicht nur Traditionsbetriebe - was auch immer Du damit meinen magst.

3-5 jähr. zu 4000-6000 EUR sind Dumpingpreise, ja??

Und jeder Hanswurst kann seine Stute decken lassen.
Ja, warum auch nicht!!

Ich bin nicht für den Einsatz kranker Stuten in der Zucht, aber was Du da verreißt, ist der ganz normale Privatmensch, der mit der Pferdezucht anfängt oder Pferdezucht nur ab und an betreibt - jemand wie mein Mann und ich!
Und wie ganz viele andere hier!
Mann, ich muß mich echt bremsen. http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/mad.gif

Furioso-Fan
04.09.2006, 12:26
Danke Diana.

Dressurfan
04.09.2006, 12:27
Mein Gehalt hat sich nicht verdoppelt, eher im Gegenteil. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Zulagen wurden mir in meiner alten Firma gestrichen! In der neuen jetzt wurde nicht mal drüber dikutiert. Gibts einfach nicht. Dafür ist das Grundgehalt Brutto zwar höher, aber wer kennt nicht das nette Spiel, das man Netto dann doch sehr schluckt, weil einem nix mehr über bleibt.
Lebenshaltungskosten sind wirklich explodiert! Überlegt mal, was allein das Benzin noch vor 10 Jahren gekostet hat.... http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/rock.gif

Das Gehalt ist geblieben, nur die Unterhaltskosten haben Sie verdoppelt...! So wäre es glaub ich besser formuliert.... http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

Kareen
04.09.2006, 16:56
Nunja, natürlich lohnt es sich nicht, einen bis 6-jährig zu behalten und zu fördern, der dann doch 'nur' 30T Euro einbringt. Das ist aber auch Erwägungssache. Ist ja schön und gut, dass die Mehrzahl der Züchter die Tierchen spätestens dreijährig vom Hof haben will, aber es ist nun mal Wunschdenken. Die Mehrzahl der Käufer wünscht eben ganz was anderes und da die Nachfrage den Preis (und langfristig ja auch das Angebot) regelt, ist mit Gejammer niemandem geholfen.
Im übrigen gebe ich zu bedenken, dass es für meine Begriffe auch oftmals an der Qualität der Ausbildung liegt, wenn Dreijährige sich nicht anständig verkaufen lassen.
Ich finde es durchaus normal, dass auch ein dreijähriges Pferd von einem durchschnittlichen Reiter sowohl drinnen als auch im Gelände Schritt, Trab und Galopp geritten werden kann. Wenn man sich so im Lager der Dreijährigen Verkaufspferde mal umsieht, gestaltet sich die Realität eher so, dass man froh sein kann, wenn mal einer ohne Ablongieren aufsitzen lässt. Von normalem Außenrumreiten in den Grundgangarten mal ganz zu schweigen... So einen Dreijährigen würde ich mir dann auch lieber nicht für teuer Geld kaufen sondern dann lieber etwas erschwingliches wo noch gar nichts mit gemacht ist.

Furioso-Fan
04.09.2006, 17:06
Eben deswegen habe ich bislang nur vierjährige gekauft. Dreijährig würde ich prnzipiell aus Angst vor zuviel bereits gemacht auch nur roh kaufen. Und natürlich auch, bin ich ehrlich, weil der Preis dann zumeist geringer ist und ich mir aussuchen kann, wer mir das Pferd in den ersten Monaten ausbildet.

sascha
04.09.2006, 18:39
ich weiß ja nicht in welchen branchen ihr arbeitet, aber in der chemie ( kenne den personalchef eines bekannten chemiekonzern recht gut und genau über dieses thema unterhielten wir uns am wochenende ausgiebig) genauso kenne ich die anfangsgehälter von eletrotechnikern, informatikern und aus der lebensmittelindustrie, die gehälter haben sich nahezu verdoppelt. vor 10-15 jahren war ein anfangsgehalt von 70000-80000.- dm nicht die regel
@living doll
wenn du die zucht z.b. in hannover oder auch oldenburg näher betrachtest wirst du feststellen, daß sie hauptsächlich von bauern, die 2-5 stuten haben getragen wird. diese züchter betreiben die zucht seit generationen mit uralten stutenstämmen. diese stämme wurden gehegt und gepflegt. sie kennen ihre eigenen linien und die hengstlinien sehr genau und wissen auch sehr genau wen sie in die zucht nehmen und welche anpaarungen passen könnten. sie können ihre pferde und derern nachzucht objektiv beurteilen und sie können in generationen denken. das sind für mich traditionelle züchter, mit denen es immer wieder eine freude ist sich zu unterhalten oder gemeinsam eine fohlenschau zu besuchen.
genau solche erfahrenen züchter, die die zucht nicht nur emotional sondern auch wirtschaftlich sehen, stellen zur zeit wegen diesem überangebot an pferden die zucht ein. das soll aber nicht heißen, daß jeder!!!! hobbyzüchter keine ahnung hat, aber sehr viele haben keine ahnung, sie lassen sich durch internetforen und bunte hengstkataloge blenden, machen sich teilweise nicht einmal die mühe sich die hengste oder deren nachzucht( nicht nur die selektierten auf den auktionen) zu begutachten sondern regeln die zucht via internet. wenn sie keine lust mehr haben wird es halt eingestellt und die nachzucht billig verkauft. abgesehen davon werden immer noch genügend unrittige oder kranke stuten in die zucht genommen, da deren besitzer keine andere lösung parat haben.
auch sind es für mich dumpingpreise, wenn ein 3-4 jähriger für 4000-6000 euro vom hof geht. da stehen immerhin mit der decktaxe, unterhalt, tierarzt und eben auch die mutterstute und natürlich eine menge arbeit einige kosten da, die du mit 4000-6000€ eben nicht mehr reinholst. abgesehen davon erwarten käufer angerittene pferde, die nicht nur für ein rodeo gut sind sondern schon ein wenig turnierluft geschnuppert haben.

Ginella NB
04.09.2006, 19:14
Zitat[/b] ]Ich farge mich z.B. wo die Händler und Ausbilder imer die Youngsters mit hanno-Oldenburg-Holsteiner-Brand herbekommen, die sie oben einkaufen und hier ausbilen und dann für 7.500-10.000 Euro verkaufen

genau das hab ich mal unseren örtlichen pferdehändler gefragt, der hier auch viele norddeutsche pferde zu relativ günstigen preisen verkauft.
der hat mir klipp und klar geantwortet, das das der ausschuss ist, den dort oben niemand haben will.
meistens auch im tüv nicht ganz in ordnung. oder es ist sonst irgendwas faul.
wohlgemerkt - ich spreche hier von pferden, die für MAX. 5000 euro angeboten werden!

trotzdem - da pilgern die leute aber hin um ein pferd zu kaufen. und wenn´s nicht passt tauscht er es halt ein paar tage/wochen später gegen ein anderes aus. natürlich nur zu einem aufpreis ;-)

anstatt hier vor ort die zucht etwas zu unterstützen.....
aber nein, die H´s und O´s sind ja grundsätzlich sowieso schon mal besser - auch wenn vielleicht die gleiche abstammung drin steckt.

Furioso-Fan
05.09.2006, 08:41
Zitat[/b] (sascha @ Sep. 04 2006,17:39)]ich weiß ja nicht in welchen branchen ihr arbeitet, aber in der chemie ( kenne den personalchef eines bekannten chemiekonzern recht gut und genau über dieses thema unterhielten wir uns am wochenende ausgiebig) genauso kenne ich die anfangsgehälter von eletrotechnikern, informatikern und aus der lebensmittelindustrie, die gehälter haben sich nahezu verdoppelt. vor 10-15 jahren war ein anfangsgehalt von 70000-80000.- dm nicht die regel

Dann mögen das die Boom-Branchen sein. Bei diesen Gehältern bitte auch die Lebenshaltungskosten (Mieten beispielsweise!) und auch Boxenmieten einkalkulieren. Private Alters- und Krankenfürsorge, und noch sowas kostenzehrendes wie Familie (Kinder).


@living doll
wenn du die zucht z.b. in hannover oder auch oldenburg näher betrachtest wirst du feststellen, daß sie hauptsächlich von bauern, die 2-5 stuten haben getragen wird. diese züchter betreiben die zucht seit generationen mit uralten stutenstämmen. diese stämme wurden gehegt und gepflegt. sie kennen ihre eigenen linien und die hengstlinien sehr genau und wissen auch sehr genau wen sie in die zucht nehmen und welche anpaarungen passen könnten. sie können ihre pferde und derern nachzucht objektiv beurteilen und sie können in generationen denken. das sind für mich traditionelle züchter, mit denen es immer wieder eine freude ist sich zu unterhalten oder gemeinsam eine fohlenschau zu besuchen.
genau solche erfahrenen züchter, die die zucht nicht nur emotional sondern auch wirtschaftlich sehen, stellen zur zeit wegen diesem überangebot an pferden die zucht ein. das soll aber nicht heißen, daß jeder!!!!

Hier gibt es z.B einen generationenwechsel - nicht jeder Jungzüchter/jede Jungzüchterin bleibt dabei. Wäre interessant, mal ein paar Zahlen zu wissen.

hobbyzüchter keine ahnung hat, aber sehr viele haben keine ahnung, sie lassen sich durch internetforen und bunte hengstkataloge blenden, machen sich teilweise nicht einmal die mühe sich die hengste oder deren nachzucht( nicht nur die selektierten auf den auktionen) zu begutachten sondern regeln die zucht via internet.

Also ich weiß nicht - lässt Du Dich von den vielen Fragen: "Ein hengst für meine Stute" zu solchen Eindrücken hinreissen? Meist ist das doch Eigenproduktion, aus Liebe zur eigenen Stute oder vielleicht, weil man in dem irrigen Glauben befangen ist, so ein billigeres Reitpferd ziehen zu können.

wenn sie keine lust mehr haben wird es halt eingestellt und die nachzucht billig verkauft. abgesehen davon werden immer noch genügend unrittige oder kranke stuten in die zucht genommen, da deren besitzer keine andere lösung parat haben.

Sorry, aber auch bei den vielgelobten bäuerlichen Züchtern stehen Stuten rum, die wegen Fehlern aus der Zucht genommen worden sind. Ein Beispiel aus dem nachbarort: 5 Zuchtstuten, davon eine Hufrolle, eine Sommerekzem, zwei verstellt. Decken lassen wird nicht nur der eigene Hengst, sondern auch vom großen und guten gestüt aus der Nachbarschaft.

auch sind es für mich dumpingpreise, wenn ein 3-4 jähriger für 4000-6000 euro vom hof geht. da stehen immerhin mit der decktaxe, unterhalt, tierarzt und eben auch die mutterstute und natürlich eine menge arbeit einige kosten da, die du mit 4000-6000€ eben nicht mehr reinholst. abgesehen davon erwarten käufer angerittene pferde, die nicht nur für ein rodeo gut sind sondern schon ein wenig turnierluft geschnuppert haben.

6.000 Euro waren vor vier Jahren immerhin mal 12.000 DM. Nur mal als Erinnerung...
Was ich vermisse, ist das perspektivische Denken, Sascha, und ich wiederhole mich gerne aus früheren Topics. Gebe ich meinen Kunden das Gefühl, Kunden 3. Klasse zu sein und von mir nur mit "Ausschuß" bedient zu werden - und Pferde dieser Preiskategorie würde ich persönlich nicht als "Ausschuß" bezeichnen (auch Spätentwickler, unter 1,65, mit No Name Abstammungen, evtl. kleineren gesundheitsmängeln können gute Reitpferde sein) - so werden diese Kunden außer den Schnäppchenjägern nicht wieder kommen.
Ich vergleiche das immer mit einem Autohaus bzw. einer Automarke. da gibt es für jedes Preissegment/ für jeden Kunden das passende Gefährt. Wer in der Einstiegsklasse gut bedient wird mit Verkauf und Service, wird sich bei der nächsten Anschaffung überlegen, wo er hingeht.
Zu mir hat einmal ein Züchter gesagt, zufriedene Kunden kommen nicht nur wieder und schicken Dritte, sondern wem man das Gefühl gibt, behandelt zu werden wie der Käufer eines hochpreisigen Pferdes, der wird auch bei vollerem Geldbeutel wieder an meine Tür klopfen.

monti
05.09.2006, 09:32
@Sascha
.....gerade diese alten erfahrenen Züchter wissen ganz genau, welche von ihren Stuten aussortiert und verkauft werden müssen und welche sie behalten .....die sind da ganz rigoros und das ist auch richtig so.....
.....gerade diese Leute haben aber Vermarktungsschwierigkeiten, weil sie nicht im Internet präsent sind....keine Homepage usw......und reduzieren deshalb ihre Zucht....schade drum, dass man von diesen Leuten, die wirklich Ahnung haben, deshalb zu wenig hört....

sascha
05.09.2006, 11:51
@ monti, gerade diese alten erfahrenen züchter braucht die zucht, die rigoros ausmerzen, da wenig emotionen im spiel sind, die fohlen mit gravierenden gesundheitsmängeln auch mal zum schlachter bríngen und keine ewigen patienten großziehen, die auch mal andere wege gehen ( mut zum blut) ohne sich nur von trendy-linien und farben leiten lassen. diese züchter haben zur zeit sehr große vermarktungsprobleme und geben auf oder sie passen sich bedingungslos an. wie schrieb furioso-fan so schön zur "zeit kann man spitzenzuchtstuten vom markt fischen".
gefragt sind hier die zuchtverbände, hengsthalter und landgestüte, die diese züchter genauso pflegen sollten wie deren über jahrzehnte gepflegten stutenstämmen.

monti
05.09.2006, 12:30
@Sascha
......das weiß ich - von denen hab ich ja auch viel gelernt - aber bring die mal an den PC http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

ich wär ja schon aufgeschmissen, wenn ich gin_tonic nicht hätte

http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

gin_tonic
05.09.2006, 13:29
dabei bist du noch gar nicht alt http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

und sei mal ehrlich; gut, dass du den FK damals nicht verkauft hast!

monti
05.09.2006, 14:11
@Thomas
.....und was ist das Fazit ?
die 15 Jahre waren einfach zu wenig......mach mit Deiner 3jährigen Schimmelstute weiter und nach weiteren 15 Jahren sprechen wir uns nochmal (ich wollte Dir ja fast den Hintern versohlen als ich Deine Verkaufsanzeige gelesen habe.....da kannst Du froh sein, dass ich mich eisern beherrscht hab)..... http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif

@gin
......ja - da hatte ich mehr Glück als Verstand.....
......und wehe Du bringst in Bad Nauheim nicht die Video-Kamera mit http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/laugh.gif http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/tounge.gif

monti
05.09.2006, 15:09
@Thomas
.....und weißt Du was ich mir bei Deiner Anzeige gedacht hab:

der Thomas hat so ein unvorteilhaftes Bild von seiner Stute in die Anzeige gesetzt - im Unterbewußtsein Will er sie gar nicht verkaufen http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif

was dir fehlt ist jemand, der Dir die Pferde gut und günstig arbeitet bis zum Verkauf.....

Insterglut
05.09.2006, 15:49
Pscht Monti, wirst du wohl ruhig sein! So ein nettes Stütchen wird doch nicht verkauft. Lass die mal schön in der "Familie". http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

monti
05.09.2006, 16:10
http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif