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30.09.2003, 19:51
Vielleicht mal ein brisantes Thema. Immer mehr liest man hier im Hg-Forum: "suche passenden Hengst zur passenden Stute.Oder, wenn ich meine Stute decken lasse, was würdet ihr für einen Hengst empfehlen?" Soweit so gut und auch berechtigt. Die Frage die sich mir hier stellt: sind das ausschließlich theoretische Fragen, oder gibt es immer mehr "Hobbyzüchter", die eine zweite Laufbahn für ihre Reitstute planen? Und warum? Es gibt im Moment eine wahre Fohlenschwemme in allen Bundesländern und der Abverkauf wird gerade bei den "normalen" Pferden immer schwerer. Wenn man nicht züchten will für den Eigenbedarf, sondern für den späteren Verkauf und außerdem kein eigenen Hof, bzw. Aufzuchtsplatz hat, wieso züchtet ihr? Spaß an der Freude, weil ihr glaubt eine super Zuchtstute zu haben, oder weil man sich mal so richtig bei der Hengstauswahl austoben kann? Bei einigen weiß ich ja schon, dass sie "echte" Züchter sind, aber was ist mit den Anderen? Würde mich mal brennend interessieren. Ich habe selber eine "Zufallszuchtstute", die ich behalten habe, weil sie eine super Stutenprüfung gemacht hat und leider vom TÜV nicht so super war, dass ich das Risiko tragen wollte, sie erst teuer auszubilden und dann "nur" für kleines Geld verkaufen zu können. Da es sich bei der Beeinträchtigung der Stute, nachweislich nicht um ein weiterverbendes Problem handelt, wie vielleicht Hufrolle etc, habe ich beschlossen die Stute zu behalten. Ich habe selber keinen Hof o.ä und muß den Aufzuchtplatz teuer bezahlen. Dazu kommen die Tierarztkosten bei der Zuchtstute und dem Fohlen. Ich habe jetzt wesentlich mehr Respekt vor den Kaufpreisforderungen von Züchtern als früher, was aber nichts daran ändert, dass ein "normaler" teurer in der Aufzucht sein kann wie ein "Kracher", aber nicht bezahlt wird. Bei den letzten Fohlenschauen angesprochen auf die Fohlenschwemme, haben mich nur einige Züchter angesehen und gemeint: "Na ja, wenn jetzt Gott und die Welt anfängt selber zu züchten!?" Klar hbe ich verstanden, was sie meinen, ich glaube auch das wa wahres daran ist. Also hier die Frage :Sollte es wirklich soviele "Hobbyzüchter " geben?

30.09.2003, 21:20
Also... ich denke das gibt es in jeder Tierart... egal ob Katze, Hund oder Pferd? Man hört seit Jahren es gibt zuviele aber dennoch werden weitere Tiere Produziert.
Ich denke der markt reguliert sich selbst. Die die mal selbst eins ziehen und verkaufen wollen und dabei tierisch auf die Nasse fallen werden es mit Sicherheit lassen.

Ich selbst sehe es allerdings etwas anders, man kann durchaus auch ein züchter sein ohne einen eigenen Hof zu haben, klar wird dann alles teurer .. aber manchmal geht es eben nicht anders (stelle mir meinen mann gerade auf einem Hof vor, daß wäre für ihn der reinste Horror)

Züchten heißt für mich nicht das große Geld zu sehen (klar ist auch wichtig, wer träumt nicht von einem Elite Pferd das zu einem Megapreis über die Auktion geht) sondern Phantasie, Überzeugung und Mut, Passion Leidenschaft Weitblick usw. .. eben mit der Seele dabei sein.

ist vielleicht eine unprofessionelle Einstellung aber ich denke der Bauch gehört einfach mit dazu.

01.10.2003, 08:33
Züchten ist bei mir eine Sucht.
Ich bin froh, dass ich nicht soviel Geld und nur begrenzt Platz zur Verfügung habe.

01.10.2003, 09:57
Hallo!
Bei mir ist es so, daß ich der einzige in unserer Familie bin der das Pferd für sich entdeckt hat. Nicht das wir keine Ställe hätten oder keine Wiesen....aber seit "das Pferd" nicht mehr vorm Wagen geht oder im Wald einzusetzten ist, hat es in den Augen meiner "Vorfahren" keinen Sinn gegeben ein Pferd zu halten-reiner Luxus halt!!! Also bin ich gezwungen worden klein anzufangen (so wie mein Geld eben übrig war). Das war manchmal sehr schwer und ich stoße heute noch auf Unverständnis.
Und dann ist es klar, daß es sich um eine Hobbyzucht handelt, denn ich mußte ja erst mal viel reinstecken!!!
Nur von der Zucht leben, wer kann das schon???

Schöne Grüße

Wendyman
01.10.2003, 11:45
Gerade Westfalen lebt von Hobbyzüchtern, die zumeist Landwirte mit zwei oder drei Stuten sind. Ich glaube die Zucht lässt sich nich auf biegen und brechen verbessern, sonst hätten ein Herr Melchior oder ein Herr Schockemöhle mit ihren Einsatz schon längst die Überflieger gezüchtet. Ich halte die Hobbyzucht oder die kleinen Zuchten vieler Landwirte für die Grundlage der Warmblüterzucht! Das sehen auch viele Privathengsthalter so!

LovelyLife
01.10.2003, 12:07
Ich denk man bekommt auch sehr nette Pferde die mit viel Liebe aufgezogen wurden und guten Zugang zu Menschen haben. Gut domestiziert wurden auch wenn sie in einer Herde aufwachsen.
Pferden dennen es einfach gut ging http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/cool.gif

duntroon
01.10.2003, 13:17
Zitat[/b] (Wendyman @ Okt. 01 2003,10:45)]Ich halte die Hobbyzucht oder die kleinen Zuchten vieler Landwirte *für die Grundlage der Warmblüterzucht! Das sehen auch viele Privathengsthalter so!
vollkommen richtig. dieser begriff "hobbyzüchter" trifft vielleicht auch nur auf diejenigen zu, die einfach nur ein pferd für den eigenbedarf ziehen möchte. spricht man aber von den genannten züchtern mit zum beispiel 3-5 stuten, nennen wir es doch einfach "nebenerwerbszüchter". gerade diese bringen immer wieder gelungene pferde hervor.

erst wird nach "kritischer masse" verlangt, dann aber von fohlenschwemme geredet.

ein ansatzpunkt wäre jedoch, dass gerade die hengsthalter darauf achten welche anpaarung sinnvoll ist und nicht jede x-beliebige stute dem vom "züchter" gewünschten hengst zuzuführen. gerade bei hengesten mit bedeckungen von über 500 (insofern diese zahlen auch immer stimmen) wäre es sinnvoll darauf zu achten welche stute dem hengst zugeführt wird.

Dimona
01.10.2003, 13:23
Wir haben unsere Stute in diesem Jahr das erste mal tragend. Ich hab seit Jahren einen Wallach am Reitstall gehabt und wollte ihn immer gerne zu uns nach Hause holen. Der Vater meines Mannes hatte früher mal Landwirtschaft, das meiste Land ist aber inzwischen verpachtet. Wir haben letztes Jahr unsere Scheune umgebaut zur Pferdehaltung und die Wiesen eingezäunt, brauchten aber noch Gesellschaft für meinen Großen. Vermieten wollten wir nicht und haben erst überlegt ein Gnadenbrotpferd zu übernehmen. Da ich mich bereits seit Jahren gedanklich mit der Pferdezucht beschäftige, lag es aber auch nahe eine Zuchtstute zu kaufen, was wir schließlich auch taten. Und im April kommt das erste Fohlen.

Aber seit mal ehrlich, kann man wirklich von der Pferdezucht leben? Ich glaube eher, das sie für viele nur Hobby ist oder allenfalls ein zwietes Standbein. Wie seht ihr das?

Kalinka
01.10.2003, 13:49
Ob zum Spaß, oder zum Geld Verdienen, das Wichtigste ist doch denke ich, daß man sich ernsthaft Gedanken über die Anpaarung macht. Stute und Hengst sollten passen! Es nützt doch keinem was, wenn man z.B. nur weil ein Hengst gerade angesagt ist ihn für seine Stute nimmt. Leider passiert aber auch das immer wieder.
Die hauptsache ist doch das ein gutes Fohlen dabei rauskommt, oder sehe ich das falsch?
Habe selbst noch keines gezogen, spiele aber immer öfter mit dem Gedanken.

LG Kalinka

01.10.2003, 18:57
Zitat[/b] (Wendyman @ Okt. 01 2003,10:45)]Gerade Westfalen lebt von Hobbyzüchtern, die zumeist Landwirte mit zwei oder drei Stuten sind. Ich glaube die Zucht lässt sich nich auf biegen und brechen verbessern, sonst hätten ein Herr Melchior oder ein Herr Schockemöhle mit ihren Einsatz schon längst die Überflieger gezüchtet. Ich halte die Hobbyzucht oder die kleinen Zuchten vieler Landwirte *für die Grundlage der Warmblüterzucht! Das sehen auch viele Privathengsthalter so!
gerade die Landwirte meinte ich nicht mit Hobbyzüchtern, sondern eben die, die noch nie gezüchtet haben, keine Ahnung vom Züchten haben, aber unbedingt aus ihrer Reitstute ein Fohlen ziehen wollen

McFlower
01.10.2003, 19:24
Hallo,
ich habe mir den Traum vom Züchten letztes Jahr erfüllt. Dazu habe ich meine 14-jährige Stute (ohne Verletzung oder andere Gründe) aus dem Sport genommen, um ein Fohlen als Nachwuchspferd für mich selber zu ziehen. Die Stute hat gute Papiere und genug eigene Erfolge, um ins Leistungsstutbuch aufgenommen zu werden. Als Hengst habe ich einen Landbeschäler gewählt. Dieses Jahr habe ich ein Fohlen bekommen, das die eher begrenzten GGA der Mutter wesentlich verbessert hat und meine Erwartungen somit erstmal voll erfüllt.
Die Stute wird wieder geritten und soll ab nächstem Jahr nochmal für 1 oder 2 Jahre im Sport gehen.
Da das Fohlen gute Papiere hat, denke ich, dass es wahrscheinlich auch zu einigermaßen vernünftigem Preis verkäuflich wäre - aber schließlich wollte ich ja ein eigenes Nachwuchspferd. Bisher habe ich noch keine Minute bereut, den Zuchtversuch gewagt zu haben.

Benjie
01.10.2003, 21:00
Es gibt immer wieder solche Flauten in der Fohlenvermarktung. Davon sollte man sich aber nicht Entmutigen lassen. Da zur Zeit ja die Nachfrage nach gut gerrittenen Remonten sehr gross ist ist die Lage auch nicht ganz hoffnungslos. Die ganze Pferdezucht steht und fällt mit der Qualität der Stuten bzw. der Stutenstämme. Wenn diese Grundqualität vorhanden ist so ist doch der erste Baustein zum Erfolg schon gelegt. Mit Stuten von mittlerer Qualität auch wenn das Papier noch so gut ist, Lohnt eine Zucht nicht. Auch die Unkosten einer Aufzucht sind noch im überschaubaren Berreich, wenn man selbst in der Lage ist ein junges Pferd so weit Auszubilden das es eine Reitpferdeprüfung gehen kann. Teuer wird es wenn man sein Pferd zur Ausbildung in Profiberitt geben muss.Ich möchte was eure Stuten betrift niemand zu nahe treten. Ich denke auch das die Meisten von euch sehr gute Stuten haben. Nur denke ich das es kein Hexenwerk ist die Kosten einer Hobbyzucht in Grenzen zu halten. Reich werde ich auch nicht, aber meine Unkosten halten sich im überschaubaren Rahmen.

MagicMegg
01.10.2003, 21:36
Ich denke, dass die deutsche Pferdezucht auf exzellenten Stutenstämmen basiert, die oftmals durch kleinere Nebenerwerbs-Landwirtschaftsbetriebe bzw. deren passionierte Familien betrieben werden. Das ist auch gut so und sollte auch so bleiben. Der Begriff Hobbyzucht ist vielleicht etwas irre-führend.

Für problematisch halte ich ehemalige "Turnier-Merries", die dann entweder aus Krankheitsgründen (am besten noch Arthrose oder so) oder noch besser aus Rittigkeitsproblemen unbedingt in die Zucht sollen. In der Hoffnung, dass dann ein Rohdiamant, Donnerhall oder ein Weltmeyer dann ein begnadetes zukünftiges Olympiapferd liefert .... Prinzip Hoffnung halt.

Dobonee
01.10.2003, 22:44
Ich mache das wirklich "nebenbei". Meine Stute stammt von Worl Cup 1 / Werther / Wendekreis ab. Leider darf ich auf Grund eines Autounfalles nicht mehr reiten. Konnte mich aber von meiner Maus nicht trennen. Ich "verschleudere" die Fohlen nicht, aber ich gebe Sie zu fairen Preisen ab und habe bis jetzt nur positive Resonanz gehabt. Derzeit ist Sie tragend von Lodenerry und bin mir sicher das der/die kleine auch wieder in gute fördernde Hände kommt. Ich hab auch keinen Stall, aber einen tollen Aufzuchtsplatz, wo Mutter wie Baby, alles bekommen was Sie brauchen. Bei den Hengsten lasse ich mich beraten, Schwaiganger ist bei mir in der Nähe und ich kann nur bestes erzählen.

Wendyman
02.10.2003, 11:59
Zitat[/b] (chantal @ Okt. 01 2003,17:57)]
Zitat[/b] (Wendyman @ Okt. 01 2003,10:45)]Gerade Westfalen lebt von Hobbyzüchtern, die zumeist Landwirte mit zwei oder drei Stuten sind. Ich glaube die Zucht lässt sich nich auf biegen und brechen verbessern, sonst hätten ein Herr Melchior oder ein Herr Schockemöhle mit ihren Einsatz schon längst die Überflieger gezüchtet. Ich halte die Hobbyzucht oder die kleinen Zuchten vieler Landwirte *für die Grundlage der Warmblüterzucht! Das sehen auch viele Privathengsthalter so!
gerade die Landwirte meinte ich nicht mit Hobbyzüchtern, sondern eben die, die noch nie gezüchtet haben, keine Ahnung vom Züchten haben, aber unbedingt aus ihrer Reitstute ein Fohlen ziehen wollen
Ich will nächstes Jahr mit dem Züchten beginnen, und hab mich bei vielen Züchtern, Fohlenschauen , Championaten, Hengsthaltern etc. informiert. Deshalb kam ich dieses Jahr nicht dazu meine Stuten besamen zu lassen.
Beide Stuten haben haben gute Papiere, eine SLP über 7,5 und sind VerbPrStute bzw. Staatsprämienanwärterin. Vor allem kriegen die Fohlies eine super Aufzucht.(Große Boxen und gepflegte Weiden usw.)
Ich bin sicher, dass ich mich nicht mit den Fohlen zu verstecken brauche.

02.10.2003, 12:59
Zitat[/b] (Wendyman @ Okt. 02 2003,10:59)]
Zitat[/b] (chantal @ Okt. 01 2003,17:57)]
Zitat[/b] (Wendyman @ Okt. 01 2003,10:45)]Gerade Westfalen lebt von Hobbyzüchtern, die zumeist Landwirte mit zwei oder drei Stuten sind. Ich glaube die Zucht lässt sich nich auf biegen und brechen verbessern, sonst hätten ein Herr Melchior oder ein Herr Schockemöhle mit ihren Einsatz schon längst die Überflieger gezüchtet. Ich halte die Hobbyzucht oder die kleinen Zuchten vieler Landwirte *für die Grundlage der Warmblüterzucht! Das sehen auch viele Privathengsthalter so!
gerade die Landwirte meinte ich nicht mit Hobbyzüchtern, sondern eben die, die noch nie gezüchtet haben, keine Ahnung vom Züchten haben, aber unbedingt aus ihrer Reitstute ein Fohlen ziehen wollen
Ich will nächstes Jahr mit dem Züchten beginnen, und hab mich bei vielen Züchtern, Fohlenschauen , Championaten, Hengsthaltern etc. informiert. Deshalb kam ich dieses Jahr nicht dazu meine Stuten besamen zu lassen.
Beide Stuten haben haben gute Papiere, eine SLP über 7,5 und sind VerbPrStute bzw. Staatsprämienanwärterin. Vor allem kriegen die Fohlies eine super Aufzucht.(Große Boxen und gepflegte Weiden usw.)
Ich bin sicher, dass ich mich nicht mit den Fohlen zu verstecken brauche.
da hast du ja schon sehr gute voruassetzungen mit deinen stuten geschaffen, da beide stp-anwärterinnen sind. ich wünsche auf jeden fall allen viel glück, viel gesundheit und das richtige händchen. http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/smile.gif

angel36
02.10.2003, 13:14
Ich oute mich: auch ich wollte unbedingt aus meiner Reitstute ein Fohlen ziehen. Allerdings will ich es selbst behalten- als Nachwuchspferd. Ich habe vorher ehrlich Bilanz gezogen- über meine Stute und meine eigenen Fähigkeiten, Perspektiven und Ambitionen. Ich weiß. daß ich mit meiner Stute alles in allem sehr gut bedient bin. Ich brauche nicht mehr als sie, bin insbesondere (neben anderem) auch mit ihrem Charakter absolut zufrieden- und ehrlich, das ist mir so wichtig- ich hab neulich mal wieder auf einem durchgedrehten Pferd gesessen... und dafür hab ich die Nerven nicht und Schluß.

Bei der Auswahl des Hengstes habe ich darauf geachtet, daß dieser die Schwäche meiner Stute (wenig aktive HH) sehr sicher verbessern wird (wie er es sehr zuverlässig bei seinen bisherigen Nachkommen getan hat!)- danke nochmal an Elfentanz/Oppenheim und Maren für ihren Tip. Nun warte ich auf das Ergebnis nächstes Jahr, bin eigentlich sehr zuversichtlich, daß ich mich nicht verschlechtere.

Danach ist Zucht erstmal wieder erledigt, wobei es zwei Fälle gibt, wo ich vielleicht schwach werden könnte:

1) es wird ein Hengst, und er scheint gut genug, daß ich ihn verkaufen kann- falls es Interesse gibt (ich meine, als zukünftiger Reitwallach)- dann könnte ich mir eventuell vorstellen, noch einen Versuch zu machen, denn ich wünsche mir eigentlich eine Stute.

2) das Fohlen wird überdurchschnittlich- nicht auszuschließen, die Anpaarung hat ihr Potential- dann könnte man eventuell auch drüber nachdenken, ob es sich lohnt, weiterzumachen. Es wird sich auf ca. 300€ summieren, Papiere für das Fohlen zu bekommen (Stuteneintragung, Mitgliedsbeiträge, Fohleneintragung selbst etc). Der Aufwand ist für nur ein Fohlen schon recht hoch, sprich, man ärgert sich etwas, ihn zu betreiben und dann aufzuhören.

Ich hab ausgerechnet, daß ich für das Pferd dreijährig mindestens 6000€ bekommen müßte (rein Decktaxe, TA, Aufzuchtplatz-keine Katastrophen eingeplant), damit es ein Nullsummenspiel wird- wohl illusorisch für ein Durchschnittspferd. Ich zahl das Geld wohl für mein Nachwuchspferd, aber nicht für ein Pferd, welches ich verkaufen müßte- es sei denn, man könne halbwegs ernsthaft drauf hoffen, es wiederzusehen. Also fragt mich dann nächstes Jahr nochmal, dann weiß ich, wie das Fohlen gelungen ist. Vermutlich bleibt es aber bei diesem einen Mal.

Katja

Roger
02.10.2003, 13:18
Die richtige Hengstwahl, sprich Anpaarung usw. ist das eine.
Was aber wahrscheinlich bei den kleinen Züchtern mit nur einer Stute (der eigenen Stute) zu kurz kommt ist die Selektion des Nachwuchses. Das heisst, man muß ein schlechtes Fohlen (Senkrücken, Fehlstellungen usw.) auch zum Schlachter geben können und es nicht mit allen Mitteln hochpäppeln um es dann doch noch irgendwie verkaufen zu können.
Ein gesundes Fohlen kann im Normalfall ein Reitpferd werden, ob ein besseres oder schlechteres sei dahingestellt.
Was schätzt Ihr, wieviele von 100 angekauften Fohlen gehen bei Ramsbrock bis zum Einreiten zum Schlachter oder werden unter Einkaufspreis weitergegeben?

02.10.2003, 14:03
@ roger
über das Thema Ramsbrock & Co haben wir (mehrere Züchter) uns kürzlich länger unterhalten. Und deshalb möchte ich zum Thema Auslese hier etwas anmerken: Mit Qualitätsauslese hat die "Selektion" bei Ramsbrock nur am Rande zu tun. Aufgrund der Massenhaltung und- fütterung ergibt sich, daß die rangniederen Tiere in der Entwicklung erheblich zurückbleiben oder schwere Verletzungen durch Rangeleien Festliegen u.ä. erleiden. Aufpäppelung bzw. Behandlung würde einen nichtvertretbaren Aufwand bedeuten weswegen man sich für die einfachste Lösung entscheidet. Von den verbleibenden Pferden werden diejenigen für eine reiterliche Ausbildung vorgesehen, die im ALter von 2, 5 Jahren am besten entwicklet sind. Das heißt noch lange nicht, daß dies die qulitätvollsten Pferde sind, nur eben diejenigen, die sich früh am besten vermarkten lassen.
Ob sich dies Modell rechnet, weiß ich nicht. Aber einem kleinen Züchter eine Auslese ala Ramsbrock nahezulegen, ich weiß nicht. Ich würd so einem nicht mal ein Fohlen verkaufen.

Roger
02.10.2003, 16:51
@ Abigail Nein wenn´s so ist wie Du es beschreibst, natürlich will ich nicht daß so selektiert wird.
Solche Aufzuchtmethoden sollen kein Selektionskriterium sein.
Ich wollte damit sagen, Züchten ist nicht nur den passenden Hengst für eine Stute (sei sie nun besser oder schlechter) auszusuchen. Zum Züchten gehört selektieren, und zwar in jeder Altergruppe des Pferdes.
Wenn man nicht selektiert nach einem Kriterium ist das nur Vermehren. Wenn nur vermehrt wird, leidet sehr bald die Reit-Qualität darunter (siehe Schau-Araber). Am Verlust der Qualität hat der "Hobbyzüchter" oft nur einen kleinen Teil beigetragen. Er tut es eigentlich nur dann, wenn er ein voraussichtlich unreitbares Fohlen aufzieht. Das passiert bei einem Großzüchter oder professionellen Züchter wahrscheinlich nicht.
Außerdem wird ohne Selektion der Abstand vom Mittelmaß zur Spitze vergrößert. Bei einem Überangebot zeigt sich dann das jetzige Bild der Vermarktungssituation.
Die anderen Faktoren die meiner Meinung eine Zucht genauso gefährden wären:
Der Verband ist um jede Stute dankbar die eingetragen wird (bringt auf jeden Fall Geld in die Kasse).
Hier wird nicht nach Qualität selektiert (z. B. 2 Eintragungkategorien mit Leistungsstutbuch)
Der Verband kört keine Hengste ab, die nachweislich Erbfehler weitergeben, weist nicht mal darauf hin (Zahlt nicht jeder Hengsthalter an den Verband?).
Soll man dann beim Verkauf des Zuchtproduktes wenn man die Erbfehler (als nicht Insider) schliesslich kennt weil sie publik geworden sind dann sagen: Sorry, bekommt vielleicht mit 5 Jahren Hufrolle muß dann halt Zeitlebens mit Spezialeisen beschlagen werden, kostet jedes mal eben 30 Euro mehr, oder wahrscheinlich Kopper, aber man kann ja operieren usw..
Früher wurde staatlich gekört, ich glaube das war besser für die Zucht, weil da das Geld nicht so eine große Rolle gespielt hat und alle unabhängiger waren.
Der Hengsthalter schickt wohl keinen Hobbyzüchter weg, und sagt sorry aber mein Hengst passt wohl nicht zu deiner Stute.
usw.
Nicht nur der "Hobbyzüchter" ist letztendlich schuld am Qualitätsverlust, es gibt ettliche Beispiele die zeigen, daß auch so mancher der an der Zucht verdient die Schuld mit trägt.
Eine Eliteauktion spiegelt nicht die Qualität der Gesamtzucht!
Das erste Anzeichen was sich zeigen wird: Die Gesundheit der Gesamtpopulation geht langsam flöten.

duntroon
02.10.2003, 18:42
Zitat[/b] (Roger @ Okt. 02 2003,15:51)]Eine Eliteauktion spiegelt nicht die Qualität der Gesamtzucht!
Das erste Anzeichen was sich zeigen wird: Die Gesundheit der Gesamtpopulation geht langsam flöten.
Wahre worte

02.10.2003, 19:35
auf der anderen seite der "hobbyzüchter" stehen natürlich die "fließbandzüchter" nehmen wir das beispiel lewitz und ps. da fohlen jeden frühling über dreihundert zuchtstuten. 100 werden gleich aussortiert und gehen an händler. die können dann im fünferpack (anders geht es nicht) fohlen zum stückpreis von 5.000 dm kaufen, nächstes jahr das selbe spiel mit den jährlingen. ich stehe voll und ganz hinter der sog. "hobbyzucht", unterstelle ich gerade bei denen mal viel mehr engagement, vielleicht auch mehr mut. wenn ich ein großer züchter bin und das nötige geld für die decktaxen fehlt, macht man schon mal einen deal mit einem privaten gestüt oder nimmt die noch günstige variante der landestüthengste (was nicht immer das schlechteste ist) wenn man motiviert mit ein oder zwei stuten deckt, das geld über ist, kann man natürlich auch andere wege gehen. wir hatten hier schon mal die diskussion, ob es sinnvoll ist die zuchtstuten prüfen zu lassen. wobei ich ein absoluter verfechter davon bin. meine mußte erstmal den weg gehen und wenn ich heute ein fohlen kaufen schaue ich persönlich erstmal in die eigenleistung der mutter bzw großmutter. es kommt außerdem dazu, dass heute mit teuren modehengsten gezüchtet wird, ohne wenn und aber. dadurch gehen wertvolle stutenstämme kaputt. der vorschlag von duntroon mehr verantwortung im hinblick der selektion der zugeführten stuten abzutreten, halte ich im ansatz für sehr gut. aber durchführbar?

Benjie
02.10.2003, 21:39
Der Verband kört keine Hengste ab, die nachweislich Erbfehler weitergeben, weist nicht mal darauf hin (Zahlt nicht jeder Hengsthalter an den Verband?).
In BW werden Hengste die nicht die nötige Sportleistung bringen bzw. als Negativvererber auffallen Abgekört.

Roger
03.10.2003, 10:24
@ Benjie Es geht in erster Linie um Erbfehler, nicht um Sportleistungen. Im übrigen haben die Hengste schon 2 Jahre gedeckt bis sie wegen mangelnder Sportleistung abgekört werden, da ist der erste hipe in den Bedeckungszahlen schon vorbei. Trotzdem finde ich das mit dem Sporthengsteprogramm nicht schlecht. Was macht BW eigentlich wenn es zur gesamt Süddeutschen Körung kommt?
Soll glaube ich ab 2004 der Fall sein.

McFlower
03.10.2003, 12:02
Wenn Stuten aus gesundheitlichen oder nervlichen/charakterlichen Schwierigkeiten aus dem Sport genommen werden müssen, ist es sicherlich falsch, ihnen eine zweite Karriere als Zuchtstute zu geben. Wenn Sportstuten aber durch eine Sportverletzung oder ganz ohne zwingenden Grund aus dem Sport genommen werden, um noch ein oder zwei Fohlen zu ziehen - warum soll das verkehrt sein? Das sind immerhin Stuten, die nachweisliche Erfolge auf L/M Niveau haben, was m.E. schon ein Indiz für eine gewisse Qualität ist. Die Zuchtstuten der Profizüchter, sind in der Regel SLP gegangen und danach nie wieder leistungsmäßig geritten worden. Wer weiß, wie sie sich als Reitpferd entwickelt hätten? Versammlungsbereitschaft? Lektionssicherheit? Aufrichtung? Kann man doch bei der SLP noch gar nicht beurteilen. Bei einer Sportstute dagegen schon.
Gruß Flower

Kareen
08.10.2003, 19:49
Also das ist mal ein ausgesprochen interessantes Topic. Die Auslese 'nach Hackordnung' finde ich auch unmöglich.
Aber wenn man sich mal die Zahlen anguckt: Irgendwer muß ja schlachten lassen, anders ist das Verhältnis zwischen Bedeckungen - Abfohlrate und Anzahl der hinterher am Markt angebotenen Pferde im 'Reitalter' gar nicht zu erklären.
Ich denke, mit Pferdezucht den alleinigen Lebensunterhalt verdienen zu wollen, ist schon mal der falsche Ansatz. Jeder, der sich auch nur halbwegs mit Herz der Sache widmet, weiß, dass man mit Pferden höchstens ein kleines Vermögen machen kann und zwar dann, wenn man vorher schon ein großes hatte. Den Spruch finde ich ausgesprochen wahr.
Dass das ganz untere und das mittlere Preissegment im Eimer ist, ist ja nun schon ein paar Jahre so. Unsere Landespferdezuchten leben ganz bestimmt von den nicht profitorientierten Züchtern (will im allgemeinen meinen Ldw.) Wer mit wirtschaftlichem Kalkül an die Zucht herangeht, wird spätestens im 10. Jahr die Lust verlieren oder es ähnlich machen wie die einschlägigen Massen(auf)züchter. Wenn nun jemand hingeht, der noch nie gezüchtet hat, denke ich, das kann ihm keiner verbieten. Klar schadet das dem unteren und mittleren Preissegment noch weiter aber wer will es den Leuten verdenken, wenn sie auch mal züchten wollen?
In der Masse denke ich, macht es den Kohl nicht besonders fett. Die meisten Hobbyzüchter in dem Sinn wie ich Chantal verstanden habe, mögen sich eh' von ihrem Zuchtprodukt nicht trennen ergo werden diese Pferde gar nicht auf dem Markt präsent.
An dem rätselhaften Loch zwischen Anzahl der geborenen Fohlen und Anzahl der am Markt angebotenen 3- und 4-jährigen haben die Hobbyzüchter jedenfalls bestimmt den geringsten Anteil.
Ich sag' ja gar nicht, dass es per se was schlechtes ist, ein junges Pferd zum Schlachter zu geben. Aber es sollte schon ernsthafte gesundheitliche Probleme haben oder zumindest bis zum Tage x eine pferdegerechte Aufzucht genossen haben. Ich selbst mußte noch nie eines schlachten lassen. Aber was sollen die Züchter machen wenn sie den Stall vollhaben mit offensichtlich unvermarktbaren Tieren, die ihnen die Haare vom Kopf fressen.
Ich bin im Augenblick auch 'überpferdet' aber ich habe auch die entsprechende Konsequenz daraus gezogen und nur eine einzige von meinen 7 Stuten tragend. Nächstes Jahr sind 4 Dreijährige zum Anreiten fällig und ich habe noch 4 von 6 Fohlen aus dem diesjährigen 'Wurf'. Da liegt es nahe, die 'Produktion' einzustellen bis wieder Luft da ist. Vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus ist das natürlich Käse, meine Stuten müßten produzieren, was das Zeug hält, zumal es sich, wie ich mal ohne angeben zu wollen behaupten möchte, um einen weit überdurchschnittlichen Stamm handelt.
Aber das macht eben den Unterschied aus zwischen Zucht aus Passion und Zucht aus rein wirtschaftlichen Beweggründen. Ich will einfach - robuste Aufzucht hin oder her - genug Zeit für meine Tierchen haben.
@McFlower: Ich weiß ja nicht, wie die SLP bei Euch so aussieht, aber ich trau' mir schon zu, nach 3 Monaten Arbeit bei meinen Pferden die Eignung für den Sport einzuschätzen. Dass die Zucht mit erfolgreichen Sportstuten nicht unbedingt wieder erfolgreiche Sportpferde bringen muß, beweisen Beispiele von nachweislichen Weltklassepferden, deren Nachzucht nicht im entferntesten die Erwartungen erfüllt hat. Viel wichtiger fände ich es, dass Zucht und Reiten in einer Hand liegen, denn nur so kann die Zucht am Puls der Zeit bleiben. Ich muß sagen, dass ich ganz schön wichtige Impulse daraus gewinne, dass ich beinahe jedes meiner Pferde selbst angeritten und manchmal auch über eine zeitlang in den Sport gebracht habe. Wie ein Pferd bei der Arbeit mitmacht, finde ich ein ganz wichtiges Kriterium bei der nachfolgenden Anpaarung. Die Kriterien die Du angeführt hast, werden sich meiner Erfahrung nach in einem Stutenstamm relativ penetrant weitervererben. Ein Stamm, der keine Versammlungsbereitschaft mitbringt, wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten 3 Generationen auch nicht bekommen, da kann man Hengste nehmen wie man will.
Klar gibt es immer Zufallstreffer wie gekörte Hengste oder herausragende Sportpferde aus phänotypisch absolut schrecklichen Stuten aber das sind glaube ich nicht die Stämme, die unsere Zucht oben halten.

duntroon
09.10.2003, 09:18
Zitat[/b] (chantal @ Okt. 02 2003,18:35)]der vorschlag von duntroon mehr verantwortung im hinblick der selektion der zugeführten stuten abzutreten, halte ich im ansatz für sehr gut. aber durchführbar?
vielleicht wäre es ein seperates topic wert aber machen wir hier einfach mal den anfang:

grundsätzlich muss man sagen dass in den letzten jahren altes bewährtes blut vernächlässigt wurde, dies sollte sich ändern und ist auch durchführbar. der beginn wäre demnach die nutzung "alter" stuten mit bewährten hengsten um die basis zu erhalten und zu verbessern - hierbei liegt das hauptaugenmerk auf der "produktion" von stuten.

in diesem bereich, nennen wir es mal erhaltungszucht, vererben sich hengstgrössen wie raphael, argentinus, florestan, grosso sowie bewährte nachkommen etc., zusammen mit den passenden (auszuwählenden) stuten.
decktaxenbezuschussung durch die jeweiligen verbände oder um es mal auf den punkt zu bringen eine verbandsübergreifende umsetzung wäre denkbar - durchführbar ? - vielleicht, nichts ist unmöglich.

nebenbei bemerkt muss hier gewährleistet sein, dass eine bewährte oldenburger stute mit standort hessen nicht wegen ihrem standort schlechter ist als wenn sie im zuchtgebiet oldenburg stehen würde. welchen brand das fohlen später aufgedrückt bekommt spielt keine rolle. der gedanke liegt in der erhaltung und verbesserung der stutenbasis - die entstehenden hengste und ihre leistungsbereitschaft ist abzuwarten.

alles in allem sollte in diesem bereich eine förderung zu realisieren sein - die auswahl der vertretenden hengste ist vielleicht wiederum einen gesonderten diskussionspunkt wert.

um nun zurück zu kommen auf die frage "ist eine selektion der dem hengst zuzuführenden stuten möglich ?" - würde ich sagen ja - die bedeckungszahlen werden dadurch nicht geringer werden, die sache muss nur ordentlich organisiert werden und hengsthalter müssen miteinander an einem strang ziehen. auch wenn es vielleicht manchen schwer fällt, zusammenarbeit ist die grundlegende voraussetzung zum erhalt und der verbesserung der zucht. um den hengsthaltern die angst zu nehmen finanzielle einbussen zu erleiden kann man anfänglich die anzahl der stuten begrenzen und nebenbei erwähnt sollte es einfach jeden hengsthalter frei gestellt sein sich einem solchen programm anzuschliessen oder nicht. hier steht eindeutig der idealismus und das wohl der zucht im vordergrund !

harry
09.10.2003, 10:12
Zitat[/b] (McFlower @ Okt. 03 2003,11:02)]Wenn Stuten aus gesundheitlichen oder nervlichen/charakterlichen Schwierigkeiten aus dem Sport genommen werden müssen, ist es sicherlich falsch, ihnen eine zweite Karriere als Zuchtstute zu geben. Wenn Sportstuten aber durch eine Sportverletzung oder ganz ohne zwingenden Grund aus dem Sport genommen werden, um noch ein oder zwei Fohlen zu ziehen - warum soll das verkehrt sein? Das sind immerhin Stuten, die nachweisliche Erfolge auf L/M Niveau haben, was m.E. schon ein Indiz für eine gewisse Qualität ist. Die Zuchtstuten der Profizüchter, sind in der Regel SLP gegangen und danach nie wieder leistungsmäßig geritten worden. Wer weiß, wie sie sich als Reitpferd entwickelt hätten? Versammlungsbereitschaft? Lektionssicherheit? Aufrichtung? Kann man doch bei der SLP noch gar nicht beurteilen. Bei einer Sportstute dagegen schon.
Gruß Flower
Ich stimme hier auch Kareen zu. Fur mich als Zuchter ist es wesentlich intressanter eine stute aus ein bewiesenen zuchtstamm zu haben, die vielleicht sportlich nicht soviel drauf hat, als ein zufallstreffer, der sportlich gut ist, aber in genetischen bereich nicht das bringen kann, was man sich erhofft

09.10.2003, 12:20
Kann mich den Vorrednern nur anschließen. Die Qualität der Stutenstämme ist das A & O und speziell die Fohlenkäufer achten momentan vermehrt darauf. Wobei ich STLP auch nicht für das Non plus Ultra halte, aber besser als gar nichts.
Ich halte es im übrigen wie Kareen und züchte nur mit Stuten, die ich selbst angeritten und ausgebildet habe, was wertvolle Hinweise für die Anpaarung liefert. Nur ist das eben nicht überall machbar.

Die ursprüngliche Frage, ob Hobbyzucht sinnvoll ist, ist m.E. falsch gestellt. Wenn mein Hobby Briefmarkensammeln ist, fragt ja auch keiner ob das sinnvoll ist. Nur beim Pferdezüchten soll man dann noch was verdienen. na ja.
Jedenfalls will ich keinem die Freude nehmen, mal ein Fohlen selber zu ziehen.

Mich würd mal interessieren, was ihr für sinnvoller haltet: als Fohlen verkaufen oder aufziehen und als Reitpferd verkaufen?

Donata1
09.10.2003, 16:44
Interessante Frage....
Grundsätzlich kann man die Hobbyzucht nie ala Ramsbrock und co. vergleichen, halte deshalb die Selektion wie es die Herren treiben-müssen, für eine Hobbyzucht absolut unnötig. Kareens Reduzierung durch "Nichtbesamung" scheint mir für einen Hobbyzüchter einzig vernünftig-wenn vielleicht auch unwirtschaftlich, wobei ich nicht mal von Unwirtschaftlichkeit reden will, denn immer noch besser - als Hobbyzüchter- mal ein Jahr Pause und keine Kosten...
Selektion muss natürlich auch hier betrieben werden - nur wird es gerad im Hobbybereich am schwersten durchzuführen sein-da die meisten im Eigengebrauch verschwinden oder keinen wesentlichen Marktanteil besitzen-und die eigenen Kinder immer die besten sind(der Blick für die Realität oftmals verschwimmt-und gerade das so manches Spitzenprodukt gelifert hat-nicht unerheblich ist die Zahl der Spitzenpferde aus sogenannten Hobbyzuchten).

Meine eigene Hobbyzucht umfaßt momentan 8 Zuchtstuten-davon eine tragend(halte es aber zwangsläufig so wie Kareen).Fohlen verkaufen wir gar nicht-erstmal kommen alle unter den Sattel.Manchmal bin ich sehr erstaunt, wie sich so eine Fohlengraupe entwickelt, und dreijährig aus dem häßlichen Entlein plötzlich ein Schwan wird. Auch zur besseren Einschätzung meiner Stutenbasis behalte ich alle bis sie angeritten werden. Wobei ich überwiegend zu einem Sporteinsatz tendiere und weniger zu SLP.

09.10.2003, 18:16
gut dann wollen wir mal das thema noch mal enger fassen. ich persönlich habe gerne sporterprobte hengste auf meinen stuten, aber ich setze dabei unbedingt voraus, wenn die hengste keine hlp gemacht haben, dass ihr pedigree mit der stute zusammenpaßt und die hengste keinen groben exterieur-fehler haben. ich habe jahrelange erfahrung mit pferden, kauf und verkauf aber habe mir schon einige zähne ausgebissen mit dem thema pedigree-passung und pferdebeurteilung (reine exterieur-beurteilung) ich bin jetzt zwar schlauer als vorher, aber sicherlich nicht allwissend (ich unterstelle jetzt mal, dass dies in der pferdezucht gar nicht möglich ist). ich hebe mir dem erst gezogenem fohlen glück gehabt und daher leider blut geleckt. wenn mir das fohlen gut gefällt, lasse ich auf jeden fall erstmal als reitpferd anreiten und fälle dann die entscheidung ob verkauf, zucht oder einfach weiter als reitpferd. vielleicht entstand auch nur bei mir der eindruck, dass mittlerweile viele hier im forum die eine stute haben, sie auch als zuchtstute nutzen wollen. jetzt haben sich ja viele schon geoutet http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif und viele wollen den nachwuchs auch behalten. dagegen ist nichts einzuwenden, finde ich sogar absolut nachvollziehbar. aber wenn gezüchtet wird aus lust und laune, nach dem motto: uih der hengst der war so schön schwarz, den finde ich super toll, und ich züchte mal drauf los. das finde ich sehr kritisch. in den gesamten bundesländern läßt sich nachvollziehen wie wertvolle stutenstämme verschwinden. der fohlenabverkauf ist super schwer bei eher durchschnittlichen pferden und remonten kriegt man gar nicht mehr im moment los. nur gut angerittene pferde. ich frage mich daher ob das alles auch wirklich immer bedacht wird?

Dimona
10.10.2003, 10:04
Ich hab mich zwar geoutet, nur eine Stute zu haben, aber deswegen züchte ich nicht nach Lust und Laune. Wir haben uns mit der Hengstauswahl mehr als ein 3/4 Jahr beschäftigt, haben uns Hengstschauen angesehen, mit Hengsthaltern gesprochen und angefangen zu sortieren, was wir haben wollen bei unserer Stute und was halt nicht. Habe sie sogar 9-jährig noch angeritten, um mehr Informationen über sie zu erhalten. Ob alles richtig war sehen wir mit etwas Glück anfang April. Das erste wollen wir wohl behalten, da ich Nachwuchs für mein 11-jähriges Sportpferd brauche. Danach wollen wir es aber noch einmal versuchen, dann weiß man auch, wie die Stute sich vererbt. Anschließend dann aber als Fohlen verkaufen. Ich denke es gibt jedoch viele, die sich darüber keine Gedanken machen. Bei uns im Reiterverein har jemand von einem Hengst decken lassen, weil das Gestüt in unmittelbarer Nähe und der Hengst reinerbig dunkel ist. So setzt jeder halt andere Prioritäten. Ob das immer richtig ist, wage ich jedoch zu bezweifeln. Sollte es mit der Vermarktung weiter so schleppend laufen, werde ich mir jedoch auch überlegen ob ich meine Stute nochmal decken lasse. Denn für mehr als 3-4 Pferde haben wir einfach keinen Platz.

angel36
10.10.2003, 13:46
Nun, ich hab mich ja auch geoutet als Hobbyzüchter mit meiner Reitstute, aus der ich mein Nachwuchspferd haben will.

Auch ich hab mir lange überlegt, welcher Hengst in Frage kommt, und nur nach äußerlichen Attributen ging es nun wirklich nicht. Hab mich viel informiert, am Ende drei Hengste angeschaut. Also bei mir geht es auch nicht nur drauflos, und ich hab mir auch was dabei gedacht. Meine Stute hat eben eine nicht optimal gewinkelte HH, und aktiver könnte sie auch sein. Also hab ich mir einen Hengst ausgesucht, der eben gerade eine aktive, gut gewinkelte HH sehr sicher vererbt- kein Jungspund also, kein Modehengst, und dunkel ist er auch nicht (im Gegenteil ein Schimmel). Bin auch schon sehr gespannt, was rauskommt. Und eigentlich wird dieses Fohlen nicht zum Verkauf stehen. Ich hab halt auch im Blick, daß mit meiner eigenen Stute so viel schiefgelaufen ist (Aufzucht- Mineralmangel, Anreiten- Rücken kaputt, Fehlbelastung als junges Pferd- einmal die Woche volles Balett geritten, sonst nur rumgestanden, dreijährig untrainiert auf Fuchsjagd gezerrt...), das will ich diesmal selbst im Griff haben und eben diese Fehler vermeiden. Denn die machen uns jetzt schon schwer zu schaffen- der Rücken, wenns drum geht, ihren Trab mal unterm Reiter zu zeigen, und Stuti ist auch mal öfter lahm, leider. Nur bin ich sicher, daß es nichts erbliches ist, daher ist das Risiko vertretbar.

Es ist eben nun so, daß ich kein Pferd kaufe, nicht wahr? Insofern schadet diese "ich züchte mein eigenes Nachwuchspferd" den anderen Züchtern doch- potentielle Käufer fallen einfach raus.

Katja

harry
10.10.2003, 23:57
Es ist mit hobbyzucht nicht anders als mit ein gewinnspiel. man kauft sich ein los und hat eine gewisse zeit den eindruck man wurde gewinnen. Diesen reiz haben auch viele zuchter. Obwohl man besser weiss, besamt man mit einen gut ausgewahlten hengst, hoft auf ein superschickes fohlen um auch einmal das grosse geld zu machen. Diese voraussicht, einmal viel zu verdienen, macht dan auch das man jahre wohl verluste im kauf nehmt.

McFlower
11.10.2003, 13:40
Ich glaube nicht, dass es viele Hobbyzüchter gibt, die vom großen Geld träumen, oder auch nur überhaupt damit rechnen, mit der Zucht Geld zu verdienen.
Die meisten Hobbyzüchter träumen von einem Nachwuchspferd für den Eigenbedarf, das möglichst viel von der eigenen Stute hat (und natürlich noch ein bißchen besser ist als diese http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif )

harry
12.10.2003, 00:09
Zitat[/b] (McFlower @ Okt. 11 2003,12:40)]Ich glaube nicht, dass es viele Hobbyzüchter gibt, die vom großen Geld träumen, oder auch nur überhaupt damit rechnen, mit der Zucht Geld zu verdienen.
Die meisten Hobbyzüchter träumen von einem Nachwuchspferd für den Eigenbedarf, das möglichst viel von der eigenen Stute hat (und natürlich noch ein bißchen besser ist als diese http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif )
Ich schatze das die zahl von zuchtern, die fohlen absetzen wesentlich grooser ist als zuchter , die aufziehen.

Dana
13.10.2003, 11:09
Naja, manchmal sind die "Gewinnchancen" gar nicht schlecht, wenn man eine Stute hat, deren Vererbung man schon kennt.
Ich bin auch "nur" Hobbyzüchter im ersten Jahr. Das Interesse für die Zucht kam durch meine Stute, die sich schon als Zuchtstute (vor meiner Zeit) bewährt hat. Auch als Neuling nimmt man sich nicht kopflos irgendeinen angesagten Hengst (Ausnahmen bestätigen die Regel http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif ) sondern liest sich in die Thematik ein, führt Gespräche mit Züchtern, schaut sich auf Hengstschauen, Fohlenschauen und sonstigen Veranstaltungen um. Erfahrungen stellen sich aber erst mit der Zeit ein. Man darf ja nicht vergessen, daß man, bevor das Fohlen überhaupt da ist, (sehr) viel Geld investiert. Die Entscheidung für die Zucht habe ich mir also schon gut überlegt.
Viele Grüße
Dana

lovelight
14.08.2004, 00:00
Hi,
genau was Roger sagt habe ich letzens auch gedacht.Die anderen Faktoren die meiner Meinung eine Zucht genauso gefährden wären:
Der Verband ist um jede Stute dankbar die eingetragen wird (bringt auf jeden Fall Geld in die Kasse).
Hier wird nicht nach Qualität selektiert (z. B. 2 Eintragungkategorien mit Leistungsstutbuch)
Der Verband kört keine Hengste ab, die nachweislich Erbfehler weitergeben, weist nicht mal darauf hin (Zahlt nicht jeder Hengsthalter an den Verband?).
Soll man dann beim Verkauf des Zuchtproduktes wenn man die Erbfehler (als nicht Insider) schliesslich kennt weil sie publik geworden sind dann sagen: Sorry, bekommt vielleicht mit 5 Jahren Hufrolle muß dann halt Zeitlebens mit Spezialeisen beschlagen werden, kostet jedes mal eben 30 Euro mehr, oder wahrscheinlich Kopper, aber man kann ja operieren usw..
Früher wurde staatlich gekört, ich glaube das war besser für die Zucht, weil da das Geld nicht so eine große Rolle gespielt hat und alle unabhängiger waren.
Der Hengsthalter schickt wohl keinen Hobbyzüchter weg, und sagt sorry aber mein Hengst passt wohl nicht zu deiner Stute.
usw.
Nicht nur der "Hobbyzüchter" ist letztendlich schuld am Qualitätsverlust, es gibt ettliche Beispiele die zeigen, daß auch so mancher der an der Zucht verdient die Schuld mit trägt.
Eine Eliteauktion spiegelt nicht die Qualität der Gesamtzucht!
Das erste Anzeichen was sich zeigen wird: Die Gesundheit der Gesamtpopulation geht langsam flöten.
http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif LG lovelight

Ciruna
14.08.2004, 10:16
Habe jetzt mal alles durchgelesen, kann zwar jetzt schon nicht mehr nachvollziehen, wer hier was geschrieben hat, ist wahrscheinlich auch egal, halte aber das geschriebene von Benji als sinnvoll insofern, daß zwar jedes Jahr X Hengste gekört werden, aber abgekört wird kaum mehr einer, auch wenn er nachweislich negativ aufgefallen ist.
Was mir bei vielen in all den Jahren aufgefallen ist, daß sie oftmals einen Hengst nach den HLP Ergebnissen wählen oder weil Nachbar X, seine Stute mit Hengst Y gedeckt, sprich also, wir gehen mit der Mode! Das zwangläufig in die Hose gehen muß, das ist vorauszusehen.
Habe mich in vielen Jahren, erst bei meinen Ponys , dann in jüngerer Zeit mit meinen WB's beschäftigt, warum und wieso das Fohlen so oder auch so ist, ob alles Zufall oder weit von hinten kommend vorprogrammiert ist und nehme mal als Beispiel meine 5 jährige Stute , die 2 Fohlen hatte von 2 verschiedenen Hengsten, bei denen ich folgendes feststellte:
Fohlen Nr. 1 Lord Loxley x Cordino x Airport, als neugeborenes Fohlen ähnelte er eher einem Ponyfohlen, schoß aber dann in die Höhe und ähnelte dann eher einem blutgeprägtem Fohlen.
Fohlen Nr. 2 Goethe x Cordino x Airport, sah bei der Geburt genauso aus, ist heute 3 Monate alt, hat ellenlange Beine einen feines Köpfchen und ebenso wie sein Halbbruder ganz viel Gummi
Bei meiner Suche warum und wieso das so ist, habe ich mir mal Bilder von Irish Taxi-Dublin Taxi und Sharpen up xx angesehen und nun ist mir schon recht klar, welche Linie sich da durchsetzt.
Ebenso setzt sich bei meiner anderen Stute die Pilot Linie durch, wenn hier wahrscheinlich auch nur optisch von den Anzeichen, Fohlen selber deutlich blutgeprägter als die Mutter, was auch hier wahrscheinlich aus der Mutterlinie konsultiert, da nach hinten über Ultra Son gezogen.

Bei meiner alten Stute, die bereits ihr 10. Fohlen führt ist mir folgendes aufgefallen:
die männlichen Nachkommen sind eher vom Kopf simpel, ohne großen Aha Effekt, die weiblichen Nachkommen hingegegen haben alle einen sehr "geschwungenen" Kopf mit großen dunklen Augen und sehen sich alle ähnlich. Bin mir nicht sicher, aber hier könnte sich prompt noch das Araberblut durchsetzen.

was ich damit sagen will ist: es genügt nicht einen Hengst für eine Stute zu wählen, wenn ich nicht weiß, was sich aus der 3. und 4. Generation durchsetzen kann.
Man muß sich mit dem ganzen Papier ansich auseinander- setzen , damit man nicht irgendwann unangenehm "überrascht" wird.



Fazit ist: wer mit Pferden züchtet, der liegt ganz schnell am Limit!!!

Gruß

Ciruna
http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

deadellacaccia75
14.08.2004, 12:04
Zitat[/b] (McFlower @ Okt. 11 2003,12:40)]Ich glaube nicht, dass es viele Hobbyzüchter gibt, die vom großen Geld träumen, oder auch nur überhaupt damit rechnen, mit der Zucht Geld zu verdienen.
Die meisten Hobbyzüchter träumen von einem Nachwuchspferd für den Eigenbedarf, das möglichst viel von der eigenen Stute hat (und natürlich noch ein bißchen besser ist als diese http://forum.springwelten.de/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif )
na ja..ich glaube dass McFlower recht hat. Hier in Italien ist es sehr ueblich diese Teorie. Hauptsaechlich bei personen die nur Spaziergaenge machen..
Ich glaube auch dass es vielleich mit galop oder trab pferde die moeglichkeit gibt geld zu verienen (so wie in einer Lotterie), aber nicht mit spring oder dressur pferde.
Ich habe auch das erste mal Nina fuer mich selbst gedeck, troztdem sollte ich Zuechterin werden!..nicht fuer geld verdienen!!!

Llewella
14.08.2004, 13:38
Zitat[/b] (chantal @ Okt. 01 2003,17:57)]gerade die Landwirte meinte ich nicht mit Hobbyzüchtern, sondern eben die, die noch nie gezüchtet haben, keine Ahnung vom Züchten haben, aber unbedingt aus ihrer Reitstute ein Fohlen ziehen wollen
Naja, das ist aber vielleicht doch ein wenig überspitzt dargestellt. Es soll auch Leute geben (und dazu zähle ich mich), die über Jahre hinweg das Zuchtsgeschehen beobachten, auf fohlenschauen und Körungen fahren, sich ein Bild von der Vererbung dieses oder jenes Hengstes machen und durchaus auch in der Lage sind, nicht nur den Hengst an sich zu beurteilen, sondern vielleicht auch noch das eine oder andere zu seiner Abstammung zu wissen.

Ich habe aber auch "Nur" meine Reitstute gedeckt, als sie mit 15 aus dem Sport ging. Habe allerdings schon die drei Jahre davor nach Hengsten gesucht, die zu meiner Stute passen könnten und die dann weiterverfolgt. So bin ich auch zu dem Hengst gekommen, den ich letztendlich gewählt habe, den Trakehner Latimer.

Herausgekommen ist ein Prämienfohlen....

Ich bin auch Hobbyzüchter, und ich habe vielleicht nicht so viel Ahnung wie ein Herr Langels (um nur ein Beispiel zu nehmen), der von der Zucht leben muß - aber Hobbyzüchter deswegen gleich als "die haben eh keine Ahnung" abzustempeln finde ich doch ein wenig übertrieben.

deadellacaccia75
14.08.2004, 14:57
..allerdings, sollte meine Stute fuer 2 tieraerzte sterben..sie hatte einen problem an einen Zahn (einen bruch, im laetzten Zahn, der bis im fleisch), man konnte sie nicht operieren den es sollte alles so kompliziert sien das sie unter operazion 99% sterben sollte..von da an habe ich gedacht, vegen ihre sehr gute genealogy, das sie mutter werden konnte. Zu laetzts kahm einen riechtiges und beruemtes Zahnartzt in der neahe und nach eine schnelle utersuchung finge an zu LACHEN: sie hatte nur einen 7. Zahn und er war sehr gewachsen!!!!!!
Nun habe ich einen gesund und schwanger Stute!
SO BEGAN MEINE PRIVAT, UND VOLLER LIEBE UND "PASSIONE" HOBBYZUCHT..NUR FUER MICH SELBS!

15.08.2004, 01:35
Das Problem an sich ist denke ich,daß jeder meint er müsste aus jeder x-beliebigen Stute ein Fohlen ziehen. Jüngst bei uns in der Gegnd geschehen. Da hat ein " Züchter" 10 Vollblutstuten im " Konvolut" gekauft und alle decken lassen.
Und nun erklär mal eine nicht so Pferdesachverständigem, daß dein Fohlen, aus einem guten Stutenstamm das doppelte vom gleichen Hengst kosten soll. Solche "Züchter" überschwemmen den Markt und es ist schwierig in diesen Zeiten ein gutes Fohlen gut zu verkaufen. Ich hatte letztes Jahr einen Don Gregory aus einer Pik Bube-Feinbrand Mutter,ein wirklich super Fohlen. Auf dem Fohlenmarkt wurde mir dann Deckgeld als Kaufpreis geboten. Eine Unverschämtheit! Hab edas Fohlen selber behalten.

deadellacaccia75
15.08.2004, 10:25
"ogni cosa a suo tempo e luogo"..es gibt Zeiten und Oerte fuer alles..ein Schumacher kann nicht in 24 Stunden Zuchter werden..um eine Stute zu decken, musst du in Italien (in Deutschland weisse ich es nicht) Zuchter werden, sonnst bleib die Fohle mischling, ohne papiere! Aber wenn man eine Fohle fuer sich selbst macht, glaube ich nicht das man Zuchter ist..mann liebt nur sehr sehr sehr sehr..das eigener Pferd!!!..

lovelight
30.08.2004, 12:45
Na Ja, und wenn dann noch ein sportlicher Kracher, der auf sämtlichen Turnieren Schleife um Schleife mit nach Hause bringt. Das ist doch auch schon was für einen Hobbyzüchter, oder?
LG lovelight
Ich glaube nicht, dass es soviele (Nicht wirkliche Züchter)gibt, die aus ihren Sportpferden unbedingt sich den eigenne Nachwuchs züchten. Und wenn sie es tun, behalten die es dann auch selbst und machen bestimmt den Mark nicht kaputt.
Da gibt es Schlimmeres. Z.B. wenn jemand mit Stuten züchtet wo der Laie schon mit dem Kopf schüttelt. Und welcher Verband lehnt bei der Stuteneintragung es denn ab mit einem solchen Tier zu züchten?

Juli
19.02.2005, 14:47
kann man heute wirklich sagen, ein hobbyzüchter der zu einem hengst mit einer hohen decktaxe geht (ab 900 €), vermarktet besser als der jenige der sich hengste um die 500-900 € aussucht? Es glauben tatsächlich welche, doch wie sieht die realität aus? habt ihr erfahrungen?
viele grüße

filia
21.02.2005, 15:52
ich habe keine probleme gehabt die fohlen zu verkaufen. Für mich steht aber die Vererbung der hengste im Vordergrund,nicht die Abstammung.allerdings lasse ich die Stute auch nur alle 2-3jahre decken.

fleuri
22.02.2005, 13:45
Hallo,

muß mich auch outen. Auch ich werde dieses Jahr versuchen meine Sportstute besamen zu lassen. Es ist sicherlich nicht sinnvoll das mit jeder Stute zu machen. Oder wie hier vorher schon erwähnt kommt nicht bei allen Sportstuten ein Treffer heraus. Aber ich denke, durchschnittlich wird ja wohl auch viel mehr mit normalen Zuchtstuten gezüchtet. Da ist die Trefferquote ja wohl auch nicht viel höher.
Ich habe meine Stute dreijährig gekauft und damals schon gesagt,dass ich aus ihr mal ein Fohlen haben möchte. In all den Jahren kann ich natürlich den Charakter, die Leitungsbereitschaft, die Gesundheit, das Vermögen und alle anderen Sachen sehr gut beurteilen. Damals wollte ich ein Fohlen, weil ich dieses Pferd bildschön fand. Heute kann ich alle anderen Faktoren mit einbeziehen.
Natürlich habe ich mich auch seit Jahren für Hengste, Vererbung , Blutlinien usw. beschäftigt. Wobei dabei ja die Meinungen auch sehr auseinandergehen. Ich bin auch einer der die Vorliebe für alte Blutlininien hat.
In erster Linie möchte ich dieses Fohlen auch als Nachwuchspferd für meine Töchter. Aber dafür muß es schon eine gewisse Klasse haben. (soll nicht überheblich klingen, aber sonst sind die Pferde die ich habe ja schon besser) Von daher werde ich hoffentlich schon auch eine gewisse Selektion durchführen müssen. Wenn ich es dann nicht für mich behalte, denn für mein reiterliches Vermögen reicht jedes durchschnittliche Pferd. Von daher werden ja wirklich die wenigsten Hobbyzuchtprodukte die Fohlenschwemme erhöhen, sondern eher die Massenzucht die ja heute viel betrieben wird.
Man sollte sich wirklich jede Bedeckung einer stute gut überlegen.Aber ich setzte gerade bei Hobbyzüchtern und Züchtern mit einer kleinen Stutenzahl voraus, dass man das macht.
Aber jetzt wo ich anfange meinen Wunsch in die Tat umzusetzen, merke ich wie spannend züchten ist. fängt bei der Hengstwahl an. Denke das ichnoch besser verstehe warum züchten zur sucht werden kann.

Gruß Fleuri

Donnerteufel
22.02.2005, 14:13
Ich muss sagen, das ich "hin und wieder" mal ein Fohlen ziehe. Habe schon 5 Stück aus veschiedenen Stuten gehabt, habe mich aber vorher bei den Gestüten über meine Hengstwahl beraten lassen. Habe also nicht auf gut Glück sondern wirklich kritisch meinen Stuten gegenüber auch verbessern lassen. Ich muss sagen, das diese Pferde zwar keine Kracher geworden sind, jedoch tolle Familienpferde, die auch bis L laufen. Weiter sind sie nicht gefördert worden. Habe aber auch nie wirklich den Hintergrund eines "Durchbruchs" in der Pferdezucht im Kopf gehabt. Meistens hatte ich die Käufer schon, bevor das Fohlen auf der Welt war.
Meine "durchgeknallte" lasse ich dieses Jahr auch decken. Bin viele Nächte wach gelegen und habe überlegt, ob es Sinn macht, weil Sie ja nicht ganz einfach ist, nur, kann ich vollkommen ausschließen, das Sie vom Kopf ecklig ist...daher möchte ich eigentlich für mich ein Fohlen nachziehen. Wenn nun jemand kommt, der es haben möchte, warum dann nicht verkaufen?
Was ich sehr kritisch sehe, ist dieses aufeinanderhäufen von den sogenannten Modehengsten, weil wenn "Hobbyzüchter A" jetzt meint, er habe eine D/W/R Stute und müsste das dann wieder einkreuzen, haben wir irgendwann diese wirklichen guten alten Linien ausgerotet und das finde ich sehr bedenklich.

horsm
22.02.2005, 15:26
Sollte es wirklich so viele Hobbyzüchter geben?

Eine schwierige Frage. Schon allein weil eine Abgrenzung zwischen den Züchtern und deren Motiven nicht einfach sein wird. Außerdem hat sich die Pferdelandschaft in den letzen 20 Jahren sehr verändert, was auch einher geht mit den Veränderungen der Landwirtschaft. Außerdem ist es ja nun gleich ob der Hobbyzüchter mit einer guten Stute züchtet oder ein anderer wie auch immer zu bezeichnender Züchter. Entscheidend ist die Qualität der Stute und dann deren Anpaarung und
eine große Portion Zufall!

Wenn das einzige Motiv die Gewinnerzielung ist wird es schwer überhaupt noch Pferdezucht reel zu betreiben. Es wird nur ganz wenige Züchter geben, die über einen längeren Zeitraum gerechnet, und alle Kosten ehrlich einbezogen, unterm Strich einen wirklichen Gewinn erzielt haben. Nicht Umsonst zählt die Pferdezucht im Steuerrecht zu den typischen Liebhaberei-Beispielen.

Schon ein "Mittelklassepferd" 3-jährig für unter 5000-6000 EUR zu verkaufen ist i.d.R. ein Zuschussgeschäft, und es gibt etliche Pferde die auf Eliteauktionen (Elite, also schon was besseres)
nicht mal diesen Preis erzielt haben.

Bleibt eigentlich nur die Passion, der Spass, und die Hoffnung nicht allzuviel draufzulegen und vielleicht mal irgendwann einen "Knaller" zu haben, oder aber nur für den Eigenbedarf zu züchten.
Und da haben bestimmt schon manche Hobbyzüchter den einen oder anderen "Guten" zur Welt gebracht, denke ich.

Wie war es denn früher: Die Landwirte hatten neben Schweinen und Kühen auch ein paar Pferde, die da so mitliefen, und brachten ihre Stuten jedes Jahr zur hiesigen Deckstelle ihres Landkreises.
Die "Anpaarungsauswahl" traf somit der Landstallmeister in der Bestückung der Deckstelle. Das mag für eine Zuchtplanung durchaus einfacher gewesen sein (für den Landstallmeister) aber hat mit der Individualität, wie sie heute möglich ist, nichts zu tun. Und so viel Gedanken hatten sich viele Landwirte da nun auch nicht gemacht.

Außerdem gab es noch keine künstliche Besamung, insofern konnte ein Hengst auch nicht 300-400 Stuten decken, bei 60-80 war Ende der Fahnenstange. Das war eine andere Zeit. Das hat Vor- und Nachteile, aber es ist nicht mehr zu ändern. Und auch da wurden Stuten in die Zucht genommen, die man vielleicht hätte besser nicht nehmen sollen, z.B. mit gesundheitlichen oder charakterlichen Mängeln.

Hobbyzüchter ja, zum Geld verdienen nein, ehrliche Beurteilung der einzusetzenden Stuten.

Gruß
horsmän

Linaro3
22.02.2005, 16:21
Seine eigenen Stuten kritisch betrachten, halte ich für einen der wichtigesten Punkte

02.08.2005, 15:40
und unter hobbyzüchter fallen auch die jenigen welche ihre stute gar nicht richtig kennen und dem stallbesitzer, wo die stute untergebracht ist (manchmal über hunderte von kilometern) überlassen welcher hengst angepaart wird und alles weitere wie nachtwache und fohlenerziehung usw.. züchter sind sie dann wohl auf dem papier. bin durch zufall hier darauf gestoßen.
lg
http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif

tootsie
02.08.2005, 20:06
ist ja glaub ich schon lang vorbei hier, aber nachdem ich alles durchgelesen hab, muß ich auch noch was schreiben.. http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/biggrin.gif

Oute mich hier auch, hab ja gerade einen der letzten "Was haltet Ihr von diesem Hengst für meine Stute"-Beitrag geschrieben...
Ich bin der Meinung, daß die Abgrenzung zwischen Hobby- und Profizüchtern sehr schwer zu machen ist. Letztlich tut es ja keiner ohne Leidenschaft. Sollen wir jetzt eine "Züchterprüfung" einführen?? Noch etwas mehr regulieren in diesem überregulierten Land?? Es muß doch jedem von uns am Ende des Tages Spaß machen.
Ich persönlich liebe diese, meine eine Stute einfach heiß und innig. Sie hat sicher ihre Mängel, aber auch ihre herausragenden Qualitäten und eine davon -wie sentimental- ist eben, daß sie quasi mein ganzes Leben begleitet hat. Und nun möchte ich eben ein Fohlen von IHR. Und von keiner anderen. Wer will denn nun wirklich bewerten, wann welche Beweggründe zur Zucht gut und wann sie schlecht sind?
Das einzige echte Kriterium, das mir einfiele wäre, wenn das Ganze an den Rand der Tierquälerei getrieben wird. Eine professionelle Massenzucht mit entsprechender Massenselektion ist das vielleicht. Zudem haben von Hobbyzüchtern gezogene, selbst behaltene Pferde in der Regel doch auch ein völlig anderes Dasein.. Die dürfen wohl auch mal gemütlich auf der Weide 30 werden..gerade weil es ihrem Eigentümer eben ums Individuum geht und nicht (nur) um objektive Kriterien..
Sonst finde ich ganz ketzerisch, soll jeder machen was er will
http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/wink.gif bloß nachher auch die Verantwortung dafür tragen.
hm... laberlaber
http://forum.springwelten.com/iB_html/non-cgi/emoticons/laugh.gif
hoffe, hab keinem ungewollt das Ohr abgekaut,
Grüße, tootsie

TranceMaus
05.08.2005, 10:18
Auch ich muss mich outen,
da ich vor habe mein stütchen nächstes jahr decken zulassen.
Denn wunsch habe ich , da ich auch nach den 6 jahren in dennen ich sie jetzt habe immer noch total begeistert von ihr bin .so dass ich unbedingt ein fohlen für mich aus ihr haben möchte . Sie hat eine ganz gute abstammung .Was aber ausschlaggebend für mich ist, ist dass sie unheimlich robust und zuverlässig ist. Sie hat springvermögen bis zur klasse M
ist ein klasse lehrpferd (hat mir quasi alles bei gebracht was ich heute kann),läuft dressurmäßig auch sehr schön und ist charkterlich so einwandfrei dass letztes jahr selbst ein sankt martinszug kein problem war.
also warum soll ichs nicht mal "wagen"? das fohlen wäre eh für den eigenbedrf

es ist aber auch so,dass ich mich seit zwei jahren schon so gut informiere wie es möglich ist .und ich denke nicht, das es verkehrt ist wenn jemand ,der noch nie ein fohlen gezogen hat aber eins aus der eigenen stute ziehen möchte und sich bemüht sich so gut wie möglich zu informieren und auch versucht seine stute auch mal objektiv zubetrachten und die rosarote brille, die man bei seinem pferd vieleicht öfter trägt mal ablegt und vielleicht auch mit hilfe von jemanden ,der von der materie pferdezucht mehr ahnung hat mal ablegt .